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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Stilllegungskandidat, Regensburger, awp, Schwandorfer, Guliver, Martin Pfeifer, 218 002-4

[ZM] Verweis auf Hitler: Frickinger empört die Ilztalbahn-Freunde

Startbeitrag von 218 002-4 am 13.08.2009 02:27

Gestern in der Passauer Woche:

Peinlicher Auftritt in Budweis ruft sogar Passaus Bürgermeister auf den Plan

Von Martin Reitmeier

Ein Ausflug der Deutsch-Tschechischen und Slowakischen Gesellschaft (DTSG) nach Budweis sorgt im Nachhinein für mächtigen Wirbel. Bei einer Diskussionsrunde beim Kreis Südböhmen meldete sich der Passauer Radler-Pensionsbetreiber und Erwin Huber-Spezl Horst Frickinger zu Wort, hielt einen Appell gegen eine Reaktivierung der heiß umstrittenen Ilztalbahn und argumentierte unter anderem, dass die Strecke durch die Hitler-Zeit historisch vorbelastet sei. Seitdem kursieren Frickingers Ausführungen in den Reihen der Ilztalbahn-Freunde und sorgen auch bei Passauer Politikern für heftige Empörung.

Seit Jahren wurde um eine Reaktivierung der Ilztalbahn gekämpft - und zwar mit harten Bandagen. Die lange Zeit still gelegte Strecke verläuft von Passau bis nach Freyung und wurde einst auch als Verbindung nach Böhmen genutzt. Während Befürworter wie der "Förderverein Ilztalbahn e.V." oder die "Ilztalbahn GmbH" die Strecke für Züge als grenzüberschreitende touristische Attraktion wiederbeleben möchten, kämpften Gegner wie der "Förderverein Radwegenetz im Unteren Bayerischen Wald e.V." für eine Entfernung der Gleise, um stattdessen neue Radwege durchzusetzen.

Eigentlich ist eine Wiederbelebung der Strecke beschlossene Sache, seit das Wirtschaftsministerium im März 2009 eine Betriebsgenehmigung für die Ilztalbahn auf 50 Jahre erteilt hat. Momentan wird wegen der Fördermittel verhandelt. Erst diesen Sonntag traf sich der "Förderverein Ilztalbahn e.V." zum ersten Bahnhofsfest in Waldkirchen. Doch es wurde nicht nur gefeiert, weil erstmals seit Jahren wieder ein Schienenfahrzeug auf den Gleisen rollte. Manche Teilnehmer konnten noch immer nicht glauben, was sich bei einem Ausflug der Deutsch-Tschechischen Gesellschaft nach Budweis vor drei Wochen zugetragen hatte. Eine Delegation um CSU-MdB Andreas Scheuer, der zugleich bayerischer DTSG-Vorsitzender ist, hatte dem Kreis Südböhmen einen Besuch abgestattet. "Kultur, Bildung, Sport" - so lautete eigentlich das unverfängliche Thema der Diskussionsrunde, bei der auch der südböhmische Kreisrat Frantisek Stangl anwesend war.

Als gegen Ende der Diskussion die Ilztalbahn angesprochen wurde, gab es schließlich eine Wortmeldung von Horst Frickinger, der als DTSG-Mitglied angereist war. Und Frickinger als bekennender Ilztalbahn-Gegner hob an zu einem geschichtlichen Rundumschlag. Teilnehmer berichten, dass Frickinger darauf verwiesen habe, dass Hitler die Strecke gebaut und zum Truppentransport in die Tschechei eingesetzt habe. Somit könnte die Eisenbahnverbindung das "falsche Publikum" in Form von Rechtsradikalen anlocken. "Es war ein peinlicher Auftritt", erinnert sich ein Teilnehmer. Angeblich soll auch das Zitat gefallen sein, dass an dieser Strecke Blut klebe. Dies wiederum bestreitet Frickinger. Zur PaWo sagte er: "Da will mir jemand was anhängen. Das mit dem Blut habe ich so nicht gesagt, da gebe ich mein Ehrenwort." Er sagt aber auch: "Die Strecke wurde sowohl vor als auch nach dem Krieg für militärische Zwecke gebaut und genutzt, und das weckt eben Emotionen."

Frickingers Auftritt in Budweis wurde jedenfalls nach Augenzeugenberichten von Scheuer als Moderator "abgebremst" und ziemlich abrupt beendet. "Horst Frickinger hat die Diplomatie nicht erfunden. Diese Diskussion hätte vermutlich ins Nirvana geführt", meinte Scheuer zurückhaltend zur PaWo. Die Gesprächsrunde sei dann aus "zeitlichen Gründen" beendet worden. Die Aussagen des Pensionsbetreibers, der alljährlich zum VIP-Tennisturnier für gute Zwecke lädt und in steter Regelmäßigkeit Erwin Huber begrüßt, zogen prompt ihre Kreise:

"Mir hat es die Zehennägel aufgestellt", sagt Hermann Schoyerer. Der Vorstand vom "Förderverein Ilztalbahn" ist empört über die Aussagen Frickingers. "Diese Strecke Passau - Freyung wurde im Jahre 1882 in Betrieb genommen! Natürlich mag es sein, dass darauf im dritten Reich Truppen transportiert wurden. Aber wo fängt man an, wo hört man auf? Auf welcher Verkehrsinfrastruktur wurde das in Europa damals nicht? Dürfte man dann auf bestimmten Autobahnen nicht mehr fahren? Ich fordere bezüglich der Ilztalbahn eine faire, vorwärtsgewandte Diskussion über eine grenzüberschreitende Verkehrsinfrastruktur!" Seiner Meinung nach ist Frickingers Auftritt "ein weiterer Versuch der Bahngegner, um mögliche EU-Fördermittel für die Reaktivierung der Ilztalbahn madig zu machen". Sein Vorstandkollege Michael Liebl ergänzt: "Gedankliche Verbindungen zwischen der Ilztalbahn und Hitler sind historischer Schwachsinn!"

Entsetzt über den Budweis-Vorfall zeigte sich Passaus zweiter Bürgermeister Urban Mangold, der ein Befürworter der Ilztalbahn ist. Auf Initiative von Grünen und ödp hatte sich das Passauer Stadtratsplenum für geraumer Zeit für eine Reaktivierung der Bahnstrecke ausgesprochen. Über "Frickingers Geschichtsstunde" findet Bürgermeister Mangold klare Worte: "Wer Hitlers Verbrechen und das unendliche Leid deportierter und ermordeter Menschen in der tagespolitischen Debatte instrumentalisiert, nur weil er lieber einen Radweg statt der Ilztalbahn will, der beleidigt alle Opfer des Nazi-Terrors. Das ist unerträglich!"

Antworten:

Oh mein Gott!

Also da verschlägt es mir echt die Sprache....

In Internetforen gibts doch Godwins Gesetz:
"Man kann eine Diskussion als beendet bezeichnen, wenn einer der Teilnehmer Hitler und die Nazis herauskramt."


Das einzige was mir speziell zur Ilztalbahn und der Zeit von 1933 und 1945 einfallen würde, ist das zur damaligen Zeit zum einzigen Mal Züge von Haidmühle weiter nach Prachatice fuhren. Aber mehr auch nicht.

von Guliver - am 13.08.2009 06:47
Servus,

mein Gott, wie verbohrt und einsichtig muß man sein, um Hitler-Vergleiche dieser Art zu bringen! Hat dieser Herr immer noch nicht gemerkt, das eine Bahnstrecke heute nicht mehr zur Besetzung anderer Länder dient, sondern dem friedlichen Warenaustausch und dem Tourismus. Es ist aus meiner Sicht eh fraglich, ob sich die Befürchtung der Militärs, das eine fremde Armee einfach in Zügen einmarschieren könnte, jemals erfüllt hat.

von Martin Pfeifer - am 13.08.2009 07:41

das zeigt doch...

...daß der Herr eigentlich keine sinnvollen und diskussionswürdigen Argumente gegen die Reaktivierung hat. Klassisches Eigentor.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 13.08.2009 09:03

Re: das zeigt doch...

Zitat
Schwandorfer
...daß der Herr eigentlich keine sinnvollen und diskussionswürdigen Argumente gegen die Reaktivierung hat. Klassisches Eigentor.


Die Gegner bewegen sich auf einem sehr tiefen Niveau. Ich will das gar nicht weiter kommentieren, mit solch primitiven Argumenten muss man sich nicht abgeben.
Der soll doch seine VIP-Tennisturniere ausrichten (ich hoffe in der NS-Zeit hat keiner der führenden Personen Tennis gespielt) und weiter die Freunde des Spezlwirtschaftssystems treffen.
Landluft scheint nicht immer gesund zu sein...

von Stilllegungskandidat - am 13.08.2009 12:23

Wie saudumm kann ein Mensch nur sein?? owt

owt

von Regensburger - am 13.08.2009 14:45

jetzt tapfer sein

...(ich hoffe in der NS-Zeit hat keiner der führenden Personen Tennis gespielt)...

Doch. Ich kenne ein Foto des Reichsluftmarschalls im weißen Dress mit Schläger in der Hand. Und Fräulein Braun soll wohl auch gespielt haben. Und vom Internationalsozialisten Ulbricht (der ja 68 wirklich mit einmarschiert wäre, wenn man ihn gelassen hätte) gibt es auch Filmaufnahmen mit seiner Frau Lotte beim Spiel. Also: Tennis verbieten! Als Hamburger würde ich mich sowieso weigern, mit einem "HH" herumfahren zu müssen. :D

War 18 beim Bahnbau 1910 wirklich dabei? Da muß ich ja die Geschichte der Böhmerwaldbahnen neu erforschen :)

LG


von awp - am 13.08.2009 16:20

Es ist so einfach

Die Geschichte lehrt ja auch dass der linke und rechte Rand sich schließen und alles ein Kreis ist, die Positionen sind ja ähnlich.

Zitat
awp
War 18 beim Bahnbau 1910 wirklich dabei? Da muß ich ja die Geschichte der Böhmerwaldbahnen neu erforschen :)


18 hat die Strecke doch mit eigenen Händen gebaut, so wie vieles, z. B. die Autobahnen die hat er ganz alleine gebaut, sagen die Leute doch immer.
Ja übrigens die Zahlen 18 und 88 sollte man per Gesetz sofort verbieten, da sollte sich Herr Frickinger bei Spezl Erwin Huawa sofort dafür einsetzen.
Autobahnen wurden ja in der NS-Zeit aus militärstrategischen Gründen gebaut. Ich denke unsere Autobahnen sind derart vorbelastet, da sollte man den Betrieb lieber einstellen. Können wir es wirklich verantworten auf diesen Straßen zu fahren? Da klebt doch Blut dran.
Und Vegetarier sollten sich schnellstens zu Fleisch bekennen, sonst werden sie wohl auch in die braune Ecke gestellt in Flickingers Welt.

Jaja, eine Reaktivierung der Ilztalbahn würde einer "Wiederbetätigung" (österreich. Begriff, kennt den wer?) gleich kommen und die ganzen Ilztalbahnfreunde planen schon den Überfall und Einmarsch in Nove Udoli mittels Zweiwegefahrzeug von Waldkirchen.

Übrigens wäre es interessant zu wissen ob der aufrechte Widerstandskämpfer mit seinem Fahrradl wirklich "Tschechei" gesagt hat, denn wenn etwas Emotionen weckt dann wohl das, denn dieser Begriff ist nicht gerne gesehen.
Was macht der Herr jetzt wenn der Trottel-18 ein Liebhaber des doitschen Fahrrads war und großdoitsche Breitspurfahrradwege geplant hat? Würde da nicht seine Welt zusammenbrechen?
Die Leute die immer mit besonderen Emotionen gegen ein Thema reden, geraten auch gerne mal in den Verdacht gegen die eigene Überzeugung zu handeln :-)

von Stilllegungskandidat - am 13.08.2009 19:14
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