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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Schwandorfer, Martin, NKL, Guliver, Gast

Bf Weiden: EBA-Bescheid lässt Züge weiter nach Norden rollen

Startbeitrag von Gast am 15.08.2009 06:52

Wer auf Gleis 1 im Weidener Bahnhof wartet, sollte sich zukünftig in den nördlichen Bahnsteigabschnitte stellen, also Höhe Bundespolizei bzw. fast Höhe Gl. 70.
Grund ist die dort vorhandene "H"-Tafel, die auch für die Desiro der Vogtlandbahn und die "Neitech"-Züge der DB gilt.
Praktischerweise sollten hier nur die lokbespannten Züge halten, doch das Eisenbahn-Bundesamt besteht darauf, daß auch die kurzen Züge bis zur Haltetafel vorfahren.
So steigen die Reisenden in Weiden also nicht mehr unter dem Bahnsteigdach aus, sondern etwas weiter nördlich. Zudem ist der kurze Triebwagen aus dem Sichtbereich der Reisenden, die Höhe Bahnhofshalle warten. So haben schon einige Reisende ihren Zug verpasst!

Antworten:

Der Bescheid ist doch schon älter.

Dieser Bescheid ist doch schon älter und führte unter anderem teilweise dazu das manche Züge in längst zugewachsenen Teilen von Bahnsteigen halten mussten oder das z.B. in Plattling die Waldbahnen direkt neben dem Wartehäuschen halten mussten, wo der Bahnsteig am engsten ist (bis man die Haltetafel nach hinten verschob, so das man nun wieder direkt nach dem Treppenaufgang einsteigen konnte).

Ansich finde ich den Beschluss des EBA nicht verkehrt. Da es ja seine Gründe hat, wieso eine H-Tafel genau dort steht wo sie steht. Auf der anderen Seite muss man natürlich auch die örtlichen Gegebenheiten beachten und dann eben die H-Tafel, die früher an der einen Stelle ihre Berechtigung hatte, nun an eine heutigen Gegebenheiten angepassten Stelle verpflanzen.

Wie gesagt, der Beschluss ist schon einige Jahre alt. Wieso hat man in Weiden bisher keine zusätzlichen H-Schilder für kürzere Züge aufgestellt? Woran hackt es? Immer auf das EBA schimpfen, das auf die Einhaltung der Regeln drängt ist ja auch keine Lösung.

von Guliver - am 15.08.2009 08:51
Die Haltetafeln haben in Zusammenhang mit dem Sicherungssystem PZB 90 (diese Indusibauart muss inzwischen beim Zugang zur DB Netz AG vorhanden sein - siehe letzte Änderung der Eisenbahn- Bau- und Betriebsordnung), das Anfahrten gegen Haltzeigende Signale bzw. ein zu weites Überfahren des Haltbegriffs verhindern soll, eine Sicherheitsrelevanz erhalten; d.h. sie sind zwingend zu beachten.
Um nun doch kundengerecht halten zu können, dürfen pro Gleis bis zu 4 Haltetafeln aufgestellt werden - siehe Bf Weiden Oberpf in Richtung Regensburg.
Der Triebfahrzeugführer hält dann an der ersten für ihn zutreffenden Haltetafel, spätestens an der letzten, die kein Zusatzschild mit Zuglängenangabe mehr aufweist.
Die DB Netz AG ermittelt die Halteplätze und stellt die Haltetafeln auf.
Wenn nun die DB Netz AG, trotz entsprechender Hinweise, die erste Haltetafel (gültig für alle Züge bis 180m Länge) erst hinter dem Bahnsteigdach aufstellt, so ist diese eben zu beachten. Sicherheit hat Vorrang vor der Kundenfreundlichkeit; das EBA überwacht nur die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen.

von NKL - am 15.08.2009 12:43
Zitat

das Anfahrten gegen Haltzeigende Signale bzw. ein zu weites Überfahren des Haltbegriffs verhindern soll


ANFAHREN gegen ein haltzeigendes Signal ist aber unabhängig von PZB und Haltetafeln IMMER möglich. Es sei denn, es wäre auf den Tfz ein System eingebaut, welches bei Hp0 eine Traktionssperre auslöst.

WIESO allerdings ein von der H-Tafel abweichender Halteplatz unsicherer ist, als der direkt an der Haltetafel, hat mir bisher noch niemand (auch kein Mitarbeiter vom EBA) erklären können. Schade.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 15.08.2009 22:13
Die Haltetafeln sind so aufgestellt, dass ein gegen Halt anfahrender Zug nur bis zu einer Geschwindigkeit beschleunigen kann, aus der entweder die Überwachungsgeschwindigkeit von 45 bzw. 25 km/h oder der 2000 Hz-Gleismagnet eine Zwangsbremsung verursacht durch die der Zug vor der maßgebenden Gefahrenstelle hinter dem Signal zum Halten kommt.


Das ist die offizielle Begründung...

von Martin - am 16.08.2009 06:37
Zitat
Martin
Die Haltetafeln sind so aufgestellt, dass ein gegen Halt anfahrender Zug nur bis zu einer Geschwindigkeit beschleunigen kann, aus der entweder die Überwachungsgeschwindigkeit von 45 bzw. 25 km/h oder der 2000 Hz-Gleismagnet eine Zwangsbremsung verursacht durch die der Zug vor der maßgebenden Gefahrenstelle hinter dem Signal zum Halten kommt.


Demnach müßte es aber ausreichen, wenn der Halteplatz zwischen dem ggf. vorhandenen 500Hz-Magnet und dem Bahnsteigende liegt. Wieso reitet man dann auf diesen ganzen genauen Meterangaben herum und führt nicht einfach eine Art "Haltebereich" ein (z.B. H-Beginn am 500Hz-Magnet, H-Ende am Bahnsteigende), in dem die Zugspitze zum Halten kommen muß?

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 16.08.2009 23:31
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