Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
---------------------------------, PeterP, Roland Pawel, Stilllegungskandidat, Martin Pfeifer, Neuenmarkt

Heute großer Bericht zum billigeren Schienentransport der Garagen im Kurier

Startbeitrag von Neuenmarkt am 11.09.2009 10:27

Zug von Weidenberg nach Wien

Der erste Transport von Garagen auf wiedereröffneter Strecke ging auf Fahrt.

Görschnitz:

"Heute ist ein sehr guter Tag für Zapf, heute ist ein guter Tag für unsere oftmals so gebeutelte Region Ost-Oberfranken", wertete Weidenbergs Bürgermeister Hans Wittauer die Wiederinbetriebnahme der Gleisanlagen im Zapf Werk in Weidenberg.

Vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft und rund 250 Mitarbeitern wurden 20 Fertiggaragen mit Bestimmungsort Österreich auf die Schiene verladen.

Der Zug wird laut Speditionsleiter Helmut Vogel am Montag kurz vor Wien eintreffen. Von dort aus treten die Garagen auf Spezialfahrzeugen ihre Reise zum Kunden an.

Das Schienenkonzept wird in Österreich auf seine Praxistauglichkeit getestet. Der dortige Vertriebspartner, Garagenpark Bangerl, verspricht sich, seinen Marktanteil von rund 50 Prozent durch den kostengünstigen Schienentransport weiter ausbauen zu können.

In Österreich sind die Restriktionen und damit die Kosten für den Schwerlastverkehr auf der Straße besonders hoch. Beispiel sind die sogenannten sektoralen Fahrverbote für Lastwagen. Damit dient die Entscheidung für die Schiene indirekt auch der Festigung des Zapf Produktionsstandortes in Weidenberg.

Das Unternehmen plant laut Geschäftsleiter Remy Schmitt den Aufbau weitere Logistikzentren in Deutschland und im benachtbarten Ausland. Der Verkauf von Betonfertigteilen sei beim Transport mit Lastwagen nur noch im Umkreis von 400 Kilometern wirtschaftlich. Angesichts von Tonnagenbeschränkungen, Tagesfahrsperren und Mautgebühren werde der Kreis in Zukunft enger.

Rentable Schiene

Der Transport auf der Schiene hingegen werde umso rentabler, je weiter die Fracht transportiert werden muss. Speditionsleiter Vogel hält die Bahntochter Transa Spedition für einen guten Partner für das nicht alltägliche Transportgut Garagen.

Zapf selbst habe für die Wiederinbetriebnahme des Güterbahnhofes knapp 30.000 Euro investiert.

Olivier Mitterand vom französischen Hauptgesellschafter Les Nouveaux Constructeurs SA Paris wertet die Weichenstellung auf die Schiene als Meilenstein für die Zukunft von Zapf.

Aus Weidenberg könne mit dieser Entscheidung eine der leistungsfähigsten Produktionsbetriebe der deutschen Fertigbauindustrie gemacht werden.


"Personenverkehr Verschwendung von Steuermitteln"

Landrat Hübner bezeichnete die Wiederaufnahme des Güterverkehrs auf Bahnlinie von Bayreuth nach Weidenberg als deutliche Aufwertung dieser Nebenstrecke.

Nur mit dem bisherigen Personenverkehr allein wäre die Inbetriebnahme der Schiene eine Verschwendung von Steuern gewesen.

Bei der Wiederinbetriebnahme der Bahnline für den Personenverkehr vor zwei Jahren seien die Gleisanlagen noch nich für den Güterverkehr ausgelegt gewesen, so Gerhard Curth von der Regionaleisenbahn. Die betreibt das Schienenetz heute und wertet den Streckenabschnitt zwischen Bayreuth und Weidenberg als Modellfall, die Bahn nach dem "Rückzug der Großen" aufrechterhalten zu können.


FDP Bundestagsabgeordneter Horst Friedrich nannte die Streckenstillegung durch die Deutsche Bahn kurzsichtig.. Politisch werde mit der Wiederaufnahme ein Signal gesetzt.

CSU Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk forderte, Zapf bei dem ersehnten Projekt "Hütten am See" (der Kurier berichtete) zu unterstützen. stn

Antworten:

Zitat
Neuenmarkt aus dem Kurier
...
"Personenverkehr Verschwendung von Steuermitteln"

Landrat Hübner bezeichnete die Wiederaufnahme des Güterverkehrs auf Bahnlinie von Bayreuth nach Weidenberg als deutliche Aufwertung dieser Nebenstrecke.

Nur mit dem bisherigen Personenverkehr allein wäre die Inbetriebnahme der Schiene eine Verschwendung von Steuern gewesen.


Sein Vorgänger sah das ganz anders. In der Festschrift zur Wiederinbetriebnahme 2007 ist nicht in einem einzigen Satz potentieller Güterverkehr erwähnt.

Zitat
Neuenmarkt aus dem Kurier
Bei der Wiederinbetriebnahme der Bahnline für den Personenverkehr vor zwei Jahren seien die Gleisanlagen noch nich für den Güterverkehr ausgelegt gewesen, so Gerhard Curth von der Regionaleisenbahn.

Wie interessant! Was hat denn die DRE nach der Wiedereröffnung noch groß an der Strecke gemacht? Die Sanierungsarbeiten am Görschnitzer Viadukt? Die waren doch meiner Erinnerung nach fällig, weil ansonsten nicht mal Triebwagen hätten fahren können.

Zitat
Neuenmarkt aus dem Kurier
Die betreibt das Schienenetz heute und wertet den Streckenabschnitt zwischen Bayreuth und Weidenberg als Modellfall, die Bahn nach dem "Rückzug der Großen" aufrechterhalten zu können.
...

Ich würde eher sagen: es ist das einzige Mal, wo es wegen des massiven Rückhalt in der Bevölkerung und der Politik geklappt hat. Aber wahrscheinlich hätte es auch mit jedem anderen EIU DB Netz geklappt.

von Martin Pfeifer - am 11.09.2009 12:18

Vorbildlich

Zitat
Neuenmarkt
In Österreich sind die Restriktionen und damit die Kosten für den Schwerlastverkehr auf der Straße besonders hoch. Beispiel sind die sogenannten sektoralen Fahrverbote für Lastwagen.


Das ist vorbildlich in unserem Nachbarland, bitte nachmachen.

Zitat
Neuenmarkt
Angesichts von Tonnagenbeschränkungen, Tagesfahrsperren und Mautgebühren werde der Kreis in Zukunft enger.


Positiv für die Schiene, allerdings ist die Lkw-Maut immer noch viel zu niedrig und zahlt nicht mal die verursachten Kosten. Auch hier muss man gegen eine wahnsinnig starke Lobby ankämpfen.

Zitat
Neuenmarkt
Landrat Hübner bezeichnete die Wiederaufnahme des Güterverkehrs auf Bahnlinie von Bayreuth nach Weidenberg als deutliche Aufwertung dieser Nebenstrecke.
Nur mit dem bisherigen Personenverkehr allein wäre die Inbetriebnahme der Schiene eine Verschwendung von Steuern gewesen.


Wir wissen doch alle welch großer Eisenbahnfreund der Landrat ist, daher muss man das doch nicht ernst nehmen.

Zitat
Neuenmarkt
CSU Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk forderte, Zapf bei dem ersehnten Projekt "Hütten am See" (der Kurier berichtete) zu unterstützen. stn


Das hat ja mit dem Thema wenig zu tun, aber wieso sollte der Steuerzahler hier Wohnungen für Armeeangehörige finanzieren nur weil der Investor abgesprungen ist?

von Stilllegungskandidat - am 11.09.2009 12:27
Die DRE hat nach der Sanierung nichts bezüglich des Unterhalts der Strecke getan. Von einigen Lokführern weiß ich mittlerweile, das es bei Untersteinach einen Streckenabschnitt gibt, an dem der Zug sehr stark schlingert. Das liegt sehr wahrscheinlich an dem dortigen schlechten Wasserabfluß.

von --------------------------------- - am 11.09.2009 14:00
Hallo !

Die Fa. Bangerl ist der größte Vertreiber von Fertiggaragen in Österreich mit Sitz in Schlüßlberg in der Nähe von Wels und unterhält in Wien ein großes Logistikzentrum. Hier werden die Zapf Fertiggaragen auf spezielle Transport-Lkw verladen und kommen anschließend auf Huckepack-Wagen für den Weitertransport nach Italien. Die 2000 Fertiggaragen sind alle für Kunden im Großraum von Milano vorgesehen.

Noch einen schönen Tag.

Axel

von --------------------------------- - am 11.09.2009 15:04

Habe ich das jetzt richtig verstanden, die Graagen gehen über Wien nach Milano?

Das ist ja nun überhaupt gar kein Umweg!?

von PeterP - am 11.09.2009 20:42

Wieso auf der Straße weiter nach Italien?

Hallo zusammen,

das ist ja interessant! Ich verstehe nur nicht, wieso in Österreich wieder von der Schiene auf die Straße umgeladen wird, um die Garagen dann per LKW nach Mailand zu transportieren. Der Weg von Weidenberg nach Mailand über Wien ist ja auch nicht gerade der nächste. Irgendwie stimmt dann auch die Argumentation nicht, dass über 400 km die Eisenbahn wirtschaftlicher sei. Da müssen noch ganz andere Gründe eine Rolle spielen.

Gruss Roland Pawel

P.S.: Danke Roter Baron für Deine aktuellen Bildberichte!

von Roland Pawel - am 11.09.2009 20:43

Re: Wieso auf der Straße weiter nach Italien?

Guten Abend !

In Östereich besteht für bestimmte LKW Transporte ein Transitverbot. Die Spezialfahrzeuge für den Garagentransport auf der Straße können also so nicht nach Italien fahren. Daher die Verladung auf die Huckepackwagen.

Gruß

Axel

von --------------------------------- - am 11.09.2009 21:28
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.