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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren
Letzter Beitrag:
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Martin Pfeifer, Neuenmarkt

Wende im Streit um geschlossenen BÜ bei Bindlach

Startbeitrag von Neuenmarkt am 27.01.2010 18:43

Seit einigen Jahren ist der Bahnübergang im Bindlacher Ortsteil Gemein für den Straßenverkehr geschlossen indem man einfach 2 Absperrgitter davor aufstellte die bei Bedarf von Rettungskräften auf die Seite gezogen werden können. Der BÜ ist nur Blinklicht ausgestattet was im Hinblick auf die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 160 KM/H (vermutlich werden dann die RE bei Beginn des Dieselnetzes 2011 hier gottseidank ohne Halt bis NNE brausen - ist aber nur eine Vermutung von mir).

Hier der Artikel aus dem Nordbayerischen Kurier von heute:

"Sicherer Bahnübergang: Bahn stellt Weichen neu

Information und Diskussion: DB Netz sieht Alternative zu Brückenbau - Bindlacher Gemeinderat überrascht.

Und wieder eine Überraschung in der seit über einem Jahrzehnt andauernden, schier unendlichen Geschichte um den Bahnübergang bei Gemein: Beim möglichen Bau einer Brücke für mehr Sicherheit legt die Bahn nun den Rückwärtsgang ein.

Nach ihrer Dezembersitzung hatten die damals überraschten Bindlacher Gemeinderäte jeden Grund, zu glauben, die Deutsche Bahn sehe im Neubau einer Brücke über die Bahnlinie und in der Auflassung der bisherigen Übergänge in Gemein und Crottendorf die einzig denkbare Variante, um die Gefahrenstellen der niveaugleichen Übergänge zu entschärfen.

Jetzt überrascht die Bahn die Räte erneut: Nach fast 2 Stunden Information und Diskussion fasste Bürgermeister Gerald Kolb in der Sitzung am Montagabend für einen verblüffenden, ja phasenweise konsternierten Gemeinderat zusammen:

Die Brücke, deren Kosten auf drei Millionen Euro geschätz werden, ist nicht mehr die einzige Möglichkeit, die sich der Netzbetreiber der Bahn, DB Netz, vorstellen kann, um am Bahnübergang in Gemein für mehr Sicherheit zu sorgen. Tatsächlich liegen jetzt sogar drei weitere Alternativen auf dem Tisch.

Grünes Licht für Umlaufsperre

Thomas Dankowski, dessen Unternehmen DB Netz noch vor ein paar Wochen ausschließlich auf eine Brücke gedrungen hatte, räumte gegenüber dem Gemeinderat ein, man habe sich inzwischen mit dem Eisenbahnbundesamt abgestimmt und dabei wider Erwarten grünes Licht für eine sogenannte Umlaufsperre erhalten. Damit würden Fußgänger am Bahnübergang so geleitet, dass sie gar nicht anders könnten, als den Blick auf die Gleise zu richten.

Auf diesen Gleisen sollen Züge künftig mit bis zu 160 Stundenkilomter unterwegs sein.


Neu in der Überlegungen der DB Netz ist auch die Variante, einen Längsweg entlang der Bahnlinie für Fußgänger und Radfahrer bis zur Sandstraße und damit zum beschrankten Bindlacher Übergang anzulegen. Und: Einer von den Gemeinderäten in die Diskussion gebrachten Unterführung an der Stelle des jetzigen Übergangs in Gemein erteilte Dankowski keine gernelle Absage - auch wenn er an der Wirtschaftlichkeit einer solchen Lösung zweifelte.

Unmißverständlich äußerte sich Uwe Zeuschel, Baudirektor bei der Regierung von Oberfranken: Die Regierung wird der Gemeinde Bindlach die Förderung nicht versagen, sollte sie sich nicht für eine Brücke, sondern für eine andere Sicherung des Überganges entscheiden. Tatsächlich aber halte sein Haus ein Brücke nach wie vor für die beste Lösung.

Zweifellos sei eine Brücke nicht nur die sicherste, sondern auch die teuerste Lösung. Allerdings gelte bis zum Jahr 2014 die Zusage, dass Bund. Bahn und Gemeinde die Kosten zu gleichen Teilen zu tragen hätten. Und die Gemeinde könne zudem von der Unterstützung des Freistaates ausgehen. Damit reduziere sich der Anteil, den die Kommune zu tragen habe, nochmals deutlich, so Zeuschel.

Brücke: teuer, aber sicherer

Dem Gemeinderat steht nunmehr eine schwere Entscheidung ins Haus. Die höchste Sicherheit und beste Anbindung für Gemein und Crottendorf würde wohl eine Brücke gewährleisten. Gegen die sprechen die vergleichsweise hohe Investition, der Eingriff in die Landschaft, die Frage nach der Verfügbarkeit der angrenzenden Grundstücke und nicht zuletzt die Beschaffenheit des Baulandes.

Eine Umlaufsperre wäre die güngstigste, aber wohl kaum die sicherste Lösung. Eine Kombination mit einem Ausbau eines Weges, der nicht für Autos befahrbar wäre, entlang der Schienen zur Sandstrasse, schließt die Bahn aus. Ein solcher Weg würde die Verkehrsanbindung für Gemein und Crottendorf gegenüber dem jetzigen Stand nicht wesentlich verbessern, die Erreichbarkeit auch für Rettungsfahrzeuge bliebe weiterhin schlecht. Ob eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger in Gemein angesichts der Grundwassersituation mit vertretbarem Aufwand zu realisieren ist, bleibt abzuwarten. Vor Jahren war die Planung einer auch für Fahrzeuge zu durchfahrenden Unterführung bereits am Geld gescheitert.

Übrigens: Nicht nur in Bindlach stellt sich die Frage nach der Sicherheit an Bahnübergängen. Nicht nur in Bindlach wird darüber diskutiert, ob Brücken die Landschaft im Trebgasttal verschandeln werden. Ramsenthal hat zwei niveaugleiche Bahnübergänge, Harsdorf sogar drei. "


Soviel zum Bericht aus dem nordbayerischen Kurier von heute. Übrigens die Brücke, die den Übergang über die Staatstraße nach Neuenmarkt ersetzen soll, steht seit Jahren als Fremdkörper in der Landschaft nachdem sich der Untgrund für die Straße als nicht tragfähig erwiesen hat (die Brücke steht wegen Schwemmland auf Pfeilern).

Es ist ungewiss wann hier die Dämme geschüttet werden.

Antworten:

Servus,

mich überrascht vor allem, das das EBA eine schlichte Umlaufsperre zulassen würde. Wird das EBA da technische Sondereinrichtungen wie Stöpsel-im-Ohr-überbrüllende Pfeifen an den Fahrzeugen fordern? Eine Umlaufsperre bei 160 km/h und den örtlichen Verhältnissen ist meines Erachtens recht mutig.

von Martin Pfeifer - am 28.01.2010 09:03
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