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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Martin Pfeifer, Guliver

[PM] "Ein „GUTI“ für die Bayerwaldtouristen" (Bayerwaldticket kostenlos für Gäste in 8 Gemeinden)

Startbeitrag von Guliver am 14.04.2010 05:01

Passauer Neue Presse 14. April 2010 Ausgabe F
Zitat

Ein „GUTI“ für die Bayerwaldtouristen

Ab 1. Mai können Urlauber von acht Kommunen mit der Gästekarte kostenlos Bahn und Busse nutzen

Von Hermann Haydn

FRG. In Spiegelau in den Zug steigen und bis zum „Haus zur Wildnis“ fahren, ohne sich den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, wie man hin findet, wo man parkt, wer nach dem Biergartenbesuch noch fahren darf. Am anderen Tag per Igelbus zum Baum-Ei am Hans Eisenmann-Haus oder aus Schönberg mit dem öffentlichen Nahverkehr den Anschluss an die Nationalparkgemeinden kostenlos finden. Ab 1. Mai ist das für viele Gäste im Bayerischen Wald problemlos möglich, wenn sie in den „richtigen“ Kommunen Urlaub machen. Den öffentlichen Startschuss gab es am Dienstag in der Grafenauer Tourist-Information.
Projektleiterin Christina Wiebmer stellte das landkreisverbindende Konzept nochmals vor. Wer in Grafenau, Spiegelau, Schönberg, St. Oswald/Riedlhütte, Bayerisch Eisenstein und Frauenau beziehungsweise in Neuschönau oder Hohenau - hier müssen die Gemeinderäte dem erst noch zustimmen - zu seiner Unterkunft kommt, der bekommt dank neuem elektronischem Meldewesen schnell und pro Mitreisendem Gästekarten ausgehändigt, mit denen er zugleich auch vor der Haustüre in Bus und Bahn einsteigen kann, um den Geltungsbereich des Bayerwaldtickets kostenlos auf und ab und kreuz und quer durchreisen zu können. Natürlich ist der Fahrplandschungel da erst einmal etwas kompliziert. Aber es sollen den Gästen mit der Zeit auch Tourvorschläge an die Hand gegeben werden. Recht übersichtlich sind ohnehin die Routen der Igelbusse und die Taktung der Waldbahn auf ihren Strecken. Weiteres wird sich finden müssen. Immerhin wurde die „Bayerwaldcard“ nach der Spiegelauer Initialzündung im Vorjahr fast in einem halben Jahr samt Kostenkalkulation, Vertragsverhandlungen mit den Kommunen und Verkehrsbetrieben, Vertrauensarbeit bei den Vermietern und bis hin zur juristisch geprüften Vertragsreife aus dem Boden gestampft. Andere Regionen hätten dafür Jahre gebraucht, sagt Christina Wibmer nicht ohne Stolz. Allerdings hatte die Projektgruppe auch mit der Schwarzwaldregion ein Vorbild, an dem man sich viele Erfahrungen und Vorgaben ablesen konnte.
Die Landräte Heinz Wölfl (Regen) und Ludwig Lankl (Freyung-Grafenau) bekamen nun als erste das umfangreiche Vertragswerk zur Unterschrift vorgelegt, bevor auch die beteiligten Kommunen den Federstrich für mehr Urlaubswert in der Region führen durften. Heinz Wölfl erinnerte in seinem Grußwort, dass die Projektstelle Nationalparkverkehrskonzept permanent zur Verbesserung der ÖPNV-Strukturen beigetragen habe. War ursprünglich auch die Diskussion in die Richtung geführt worden, den Zugverkehr auf der Trasse Zwiesel-Grafenau still zu legen, so wurde mittlerweile dort saniert und die Infrastruktur auch darum herum verbessert, so dass auch so die Basis für ein Bayerwaldticket stabil gehalten wurde.Verschiedenste Kooperationen und eine Auszeichnung mit dem Fahrtziel-Natur-Award 2009 bezeichnen zwei Seiten des Weges, auf dem viel Detailarbeit mit entsprechender Anerkennung gewürdigt wurde. Noch wichtiger sei es aber, dass es die berechtigte Aussicht gebe, dass mit der verstärkten Nahverkehrsnutzung durch Urlauber auch die Infrastruktur für die Region selbst neuen Schub erhalten könne. So spare nicht nur der Gast pro Tag bis zu sieben Euro (vergleichsweise zu dem, der sich für die gleiche Leistung das Bayerwaldticket kauft). Der Region werde zudem auch ein Instrument an die Hand gegeben, Nahverkehr als öklogisch sinnvolle Alternative zum Individualverkehr am Urlaubsort auch als Alleinstellungsmerkmal und für Marketing zu nutzen. So werde ein Win-Win-Modell angestoßen, bei dem die Urlauber Qualität ernten, die Gastgeber ein zugstarkes Angebot bekämen, die Verkehrsunternehmen Zulauf und die Bürger infrastrukturelle Verstärkung. Er war sich zudem sicher, dass nach den engagierten Start-Kommunen auch sehr schnell weitere Gemeinden zu dem Projekt dazu stoßen würden, um der ÖPNV-Bayerwaldcard noch mehr Zugkraft zu verleihen.
Immerhin stünde nun den Gästen ein Streckennetz von 1 145 Kilometern kostenlos per Kartenzeig offen, so Ludwig Lankl. Nicht nur die Busse und Bahnen würden so besser ausgelastet, sondern auch die Einrichtungen an deren Zielpunkten. Und auch die Bettenbelegungen an den Zusteigepunkten sollen dadurch höher werden, so seine Hoffnung. Ebenso wie sein Kollege aus Regen bedankte er sich bei allen, die den Projektstart dadurch möglich gemacht haben, dass sie sich von der Tragfähigkeit des Konzepts begeistern ließen. Es könne zu einem wichtigen Baustein werden, um die Region insgesamt nach vorne zu bringen.
Projektleiterin Christina Wibmer stellte bei dieser Gelegenheit auch das verbindende Logo vor, das den Gästeservice Umwelt-Ticket abkürzt in „GUTI“. Das soll künftig auch als Erkennungszeichen auf den Gästekarten prangen. Das Mobilitätsbonbon bringt je nach Kommune dann nicht nur die kostenlose Nutzung von Igelbussen, Waldbahn und Zubringern mit sich, sondern auch verschiedene weitere Vergünstigungen je nach kommunaler Gästekarte. Das verbindende Element, Barcode und elektronische Gästemeldung bringen es mit sich, dass das Ticket dann recht einfach zu handhaben ist. Dabei sieht die Gegenfinanzierung so aus: 30 Cent pro Tag und Gast aus der Kurtaxe gehen an die Koordinierungsstelle und von dort weiter als Fahrtgeldersatz. Ein weiterer Cent wird als Ansatz für Verwaltung und Marketing erhoben. Damit soll dann auch gesichert sein, dass die Arbeit mit der Vertragsunterzeichnung über laufende Förderzeiträume hinaus nicht stockt sondern mit neuen Ideen weiter gehen kann.

Antworten:

Re: [PM] "Ein GUTI für die Bayerwaldtouristen" (Bayerwaldticket kostenlos für Gäste in 8 Gemeinden)

Servus,

löblich, vorbildlich!

von Martin Pfeifer - am 14.04.2010 18:28
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