Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
23
Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 7 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
domos, Martin Pfeifer, TEE, Schwandorfer, ChristianMUC, Rainer Michael, winni259, 294-762

Das Spiel ist aus ... (4 Bilder Bf Vilseck ohne Formsignale 2010-09-05)

Startbeitrag von Martin Pfeifer am 05.09.2010 19:23

Servus,

wie weiter unten schon zu lesen, hat Vilseck ja seit heute morgen Betriebsbeginn ein ESTW statt mechanischer Stellwerke mit Formsignalen.

Ich war trotzdem noch mal da.

Man sieht dem Fdl-Stellwerk 1 zum Glück äußerlich nicht an, das es seit etwas mehr als 2 Stunden außer Betrieb ist, dem Kenner fällt sicherlich die fehlende Weichenlaterne an der Weiche 1 auf.


Ist der Franken-Sachsen-Expreß-612'er am Sonntag beim RE 3509 normal oder war das eine Verlegenheits-Lösung?

Das letztendlich für das ESTW notwendige Brücken-Bauwerk einmal von der Seite, noch mit Stellwerk 1.


Dann ging es zur Laderampe. Schön das es jetzt auch in Richtung Weiden eine Zugankündigung durch einen Fahrtbegriff an einem der Ausfahrsignale gibt. Wenn dies zur Unzeit für den Regionalverkehr passiert, darf man etwas Besonders erwarten.


Da 612'er nicht so oft auf den Ast nach Neustadt (Waldnaab) der KBS 870 kommen, wartete ich noch die Rückfahrt ab.



Antworten:

...und sie leuchten doch, die Ks-Signale im Bf Vilseck

Irgendwie doch gut, dass jetzt endlich mehr Flexibilität für die Strecke vorhanden ist.


Gruß, domos

von domos - am 05.09.2010 20:38
Hallo Martin,
zur Info, die 612er Leistung RE 3509/10 habe ich schön öfters am Sonntag gesehen.

von winni259 - am 05.09.2010 21:14
Zitat

Das letztendlich für das ESTW notwendige Brücken-Bauwerk einmal von der Seite, noch mit Stellwerk 1.


Warum war die Brücke für das ESTW notwendig?

Zitat

Dann ging es zur Laderampe. Schön das es jetzt auch in Richtung Weiden eine Zugankündigung durch einen Fahrtbegriff an einem der Ausfahrsignale gibt. Wenn dies zur Unzeit für den Regionalverkehr passiert, darf man etwas Besonders erwarten.


Nette Umsetzung - man beachte auch die unteren Lampen der 233.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 05.09.2010 21:19

Ja toll umgesetz,

Die 233 ist übrigens derzeit die einzige mit Fernlichtern!

Gruß Schumi

von 294-762 - am 06.09.2010 05:48
Zitat
294-762
Ja toll umgesetz,

Die 233 ist übrigens derzeit die einzige mit Fernlichtern!


Eine oder zwei 215-218/225 dran, wäre trotzdem schöner gewesen.
Ludmillas ins Altersheim Bender, Steil etc. :-)

von TEE - am 06.09.2010 09:49

Gutes Ereignis

Zitat
domos
Irgendwie doch gut, dass jetzt endlich mehr Flexibilität für die Strecke vorhanden ist.


Und wie das gut ist, eigentlich dürfte es im Jahr 2010 (!) keinen Bahnhof mit Formsignalen mehr geben, eigentlich müssten alle zweigleisigen Strecken mit Gleiswechselbetrieb ausgestattet sein (geht mit mech. Technik schwer).......

Die Eisenbahn ist eben nicht für Nostalgieschwärmer gedacht, eigentlich solltet ihr dankbar sein dass es noch so viele (zu viele) mechanische Stellwerke inkl. Formsignalen gibt.

Man kann für die Region nur hoffen dass es weiter geht mit dem Estw-Ausbau (muss ja nicht zwangsläuft mit einer Spurplanoptimierung zusammenhängen, das liegt rein an der Netzpolitik und ein gutes Netz ist eben ein von der DB unabhängiges Netz).
Für Hof - Regensburg dürfte die Elektrifizierung (wann auch immer sie kommt) einen Schub geben und ich hoffe komplett mit Gleiswechselbetrieb, so wie z. B. zwischen Oberkotzau und Marktredwitz.


von TEE - am 06.09.2010 14:11

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Peter Griffin
ein gutes Netz ist eben ein von der DB unabhängiges Netz).


Zunächst: ja, ich bin da vermutlich befangen - aber ich würde für diese These gerne eine genauere Begründung haben...
Warum glaubst du, dass ein von der DB unabhängiges Netz in Staatshand bei gleich bleibender Finanzierung und gleich bleibenden politischen Vorraussetzungen in Punkto Investitionen anders arbeiten wird?

von ChristianMUC - am 06.09.2010 15:18
An der Stelle der heutigen EBR war ein BÜ vorhanden (vom Fdl NVK bediente Schrankenanlage). Dieser BÜ hat beseitigt werden müsssen, sonst hätte hier
auch noch eine neue (in das ESTW integrierte) zuggesteuerte Sicherungsanlage gebaut werden müssen.

Feine Sache. Wieder ein potenzieller "Gefahrenherd" beseitigt.

von Rainer Michael - am 06.09.2010 15:58

Re: Gutes Ereignis

Zitat
ChristianMUC
Zitat
Peter Griffin
ein gutes Netz ist eben ein von der DB unabhängiges Netz).


Zunächst: ja, ich bin da vermutlich befangen - aber ich würde für diese These gerne eine genauere Begründung haben...
Warum glaubst du, dass ein von der DB unabhängiges Netz in Staatshand bei gleich bleibender Finanzierung und gleich bleibenden politischen Vorraussetzungen in Punkto Investitionen anders arbeiten wird?


Bei gleichbleibender Finanzierung alleine wäre schon mehr Geld fürs Netz da, da es keine Abführung an die Holding oder wohin auch immer mehr geben würde. Außerdem ist immer noch eine Politik zugunsten der eigenen EVU möglich, auch wenn du das sicher anders sehen willst.
Es würde bei einer unabhängigen Netzgesellschaft keine Ausreden mehr geben von Seiten der Politik.
Für dich kann es doch auch nicht schlechter werden, dann wärst du eben Fdl bei der Bundesnetzgesellschaft oder wie auch immer, so wie es Fdl bei Railtrack oder der RFF gibt.

Ein gewisser Vorteil ist immer da, so wie DB Vertrieb übertriebene Provisionen verlangt, z. B. für schlichte Automatenkäufe, die keinen hohen Aufwand erfordern.

Das Schienennetz wie Infrastruktur allgemein gehört einfach in staatliche Hände und zwar in unabhängige. Klar ist der Bund Eigentümer der DB, aber hat doch gar keinen großen Einfluss. Bei einer Behörde ist der direkte Einfluss eh immer größer als bei einem privatwirtschaftlich organisiertem Unternehmen dass dem Staat gehört.

Kann es dir nicht eigentlich egal sein ob du nun Fdl beim DB-Konzern oder bei einer Bundesbehörde bist? Mir wäre das als Fdl egal, weil ob jetzt DB oder XXX auf dem Gehaltsauszug steht, kann einem doch wirklich egal sein.

von TEE - am 06.09.2010 16:08

Re: Gutes Ereignis

Die berufliche Perspektive würde ich in meiner aktuellen Situation als nicht mehr ganz so egal einstufen - nach Abschluss der Fortbildung habe ich bei der derzeitigen Organisationsstruktur durchaus Vorteile... Aber das war jetzt weniger der Hintergrundgedanke.
Bei den finanziellen Beziehungen zur Holding fehlt mir das exakte Hintergrundwissen - vorallem wäre halt hier die Frage, in wieweit eine Bundesnetzgesellschaft dann eventuelle Zahlungen an den Staat zu leisten hätte - ich erinnere an die mehreren Millionen Euro, die der Staat aktuell als "Dividende" für den einzigen Aktionär fordert.

von ChristianMUC - am 06.09.2010 19:59

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Peter Griffin
...
Das Schienennetz wie Infrastruktur allgemein gehört einfach in staatliche Hände und zwar in unabhängige. Klar ist der Bund Eigentümer der DB, aber hat doch gar keinen großen Einfluss. Bei einer Behörde ist der direkte Einfluss eh immer größer als bei einem privatwirtschaftlich organisiertem Unternehmen dass dem Staat gehört.
...


Servus,

in der Realität scheint es eher so zu sein, das das Unternehmen seinen Eigentümer steuert. Auch in der heutigen Struktur könnte der Bund als Eigentümer die Bahn AG in eine andere Richtung schubsen, wenn er wollte. Aber ich glaube, im Verkehrsministerium hoffen sie immer noch auf die große Einnahme aus dem Börsengang. Insofern sehe ich da überhaupt keinen Unterschied zwischen der jetzigen AG und einer Behörde.

von Martin Pfeifer - am 06.09.2010 20:23

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Peter Griffin
Man kann für die Region nur hoffen dass es weiter geht mit dem Estw-Ausbau (muss ja nicht zwangsläuft mit einer Spurplanoptimierung zusammenhängen, das liegt rein an der Netzpolitik und ein gutes Netz ist eben ein von der DB unabhängiges Netz)


Netzpolitik ist ja nicht nur von der DB gemacht sondern steht auch unter bestimmten Vorgaben des EBA. Bei gewissen ESTW-Bauten wurde auch von diesem gefordert, dass nicht alles komplett kaputtgespart wurde.


In Vilseck dagegen war es wohl auch ein Projekt der BEG, wenn ich mich nicht täusche.

von domos - am 06.09.2010 21:56

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Martin Pfeifer
Aber ich glaube, im Verkehrsministerium hoffen sie immer noch auf die große Einnahme aus dem Börsengang. Insofern sehe ich da überhaupt keinen Unterschied zwischen der jetzigen AG und einer Behörde.


Wenn man im Verkehrsministerium auf große Einnahmen durch den Börsengang hoffen würde, könnte es doch schlecht eine Behörde bleiben?


Gruß, domos

von domos - am 06.09.2010 21:59
Zitat

sonst hätte hier
auch noch eine neue (in das ESTW integrierte) zuggesteuerte Sicherungsanlage gebaut werden müssen.


Damit hätte man den Übergang für das ESTW aber nicht ZWINGEND beseitigen müssen. :-)

Zitat

Feine Sache. Wieder ein potenzieller "Gefahrenherd" beseitigt.


Da stimme ich allerdings zu.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 07.09.2010 09:24

Re: Gutes Ereignis

Zitat
ChristianMUC
Bei den finanziellen Beziehungen zur Holding fehlt mir das exakte Hintergrundwissen - vorallem wäre halt hier die Frage, in wieweit eine Bundesnetzgesellschaft dann eventuelle Zahlungen an den Staat zu leisten hätte - ich erinnere an die mehreren Millionen Euro, die der Staat aktuell als "Dividende" für den einzigen Aktionär fordert.


Das Problem sehe ich nicht, da eine Infrastrukturbehörde so geführt werden könnte und wahrscheinlich würde, dass sie keine Gewinne schaufeln muss, das ist auch nicht Sinn und Zweck von staatlichen Infrastrukturbetreibern.

Egal was kommt, es kann nicht mehr schlimmer werden. Würde das EBA und die Bundesnetzagentur die Netz AG nicht ausbremsen, wäre bereits noch mehr verschwunden und noch mehr Infrastruktur "optimiert".

Wie läuft es denn ab? Strecken werden wegen Bewuchs (!) gesperrt und das bei den hohen Trassengebühren, wo ist da die Gegenleistung? Signale sind zugewachsen. Man schafft es nicht die La's mit Oberbaumangel innerhalb kürzester Zeit zu entfernen und da man massiv Infrastruktur rückgebaut hat, wirkt sich das schnell zu einem gewaltigen Dominoeffekt mit Verspätungen aus. Dann werden vorübergehende La einfach zu dauerhaften La gemacht, toller Trick um die Statistik zu schönen um dann zu behaupten die Zahl der La wäre zurückgegangen.
Von den ausgelagerten, von Billigfirmen getätigten Leistungen brauchen wir gar nicht erst reden, wo Gartenbaufirmen freischneiden und zwar nur so viel wie nötig für den Folgeauftrag, mit einem Sipo der den Namen nicht verdient.

Infrastruktur ist einfach kein Spekulationsobjekt und DB Netze schaufelt sehr viel Gewinn, die Gegenleistung für die hohen Trassengebühren ist mehr als dürftig. Infrastruktur darf nicht den kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden, bei der Straßeninfrastruktur wird das ja auch nicht gemacht.

Aber wie gesagt, früher oder später wird die EU schon für eine unabhängige Netzgesellschaft sorgen.
Die Netzmitarbeiter sollten sich nicht von irgenwelcher Konzernpropaganda beeinflussen lassen, ihnen würde es doch hinterher nicht schlechter gehen als vorher.

von TEE - am 07.09.2010 15:27

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Peter Griffin
Infrastruktur ist einfach kein Spekulationsobjekt und DB Netze schaufelt sehr viel Gewinn, die Gegenleistung für die hohen Trassengebühren ist mehr als dürftig. Infrastruktur darf nicht den kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden, bei der Straßeninfrastruktur wird das ja auch nicht gemacht.


Da gibt es beim System "Eisenbahn" aber mehrere Dinge, die nicht den rein kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden sollten, man denke da nur an den Fahrzeugbau.
Hinzuzufügen ist aber schon, dass bei Straßenbauprojekten dank Ausschreibungen doch auch massivst gespart wird - gabs da nicht ein Stück auf der A9, das auch wegen zu schlechtem Teer innerhalb kürzester Zeit wieder eine Sanierung nötig hatte?


Nachdenkliche Grüße, domos

von domos - am 07.09.2010 20:13

Re: Gutes Ereignis

Servus,

Zitat
domos
Zitat
Peter Griffin
Infrastruktur ist einfach kein Spekulationsobjekt und DB Netze schaufelt sehr viel Gewinn, die Gegenleistung für die hohen Trassengebühren ist mehr als dürftig. Infrastruktur darf nicht den kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden, bei der Straßeninfrastruktur wird das ja auch nicht gemacht.


Da gibt es beim System "Eisenbahn" aber mehrere Dinge, die nicht den rein kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden sollten, man denke da nur an den Fahrzeugbau.


auch beim Fahrzeugbau wird gespart, das sich die Balken biegen. Gut, es gibt Vorgaben hinsichtlich der Festigkeit der Fahrzeuge (Crash-versuche, Längskraft des Rahmens usw) und der Bremsanlage, aber der Rest ist auch ein weites feld zum Kosteneinsparen. Man denke nur an die Bestuhlung und Ausstattung der Fahrzeuge. Wenn der Besteller keine Kleiderhaken oder Gardinen fordert, wird es ganz im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Optimierung nicht eingebaut. Und wenn der Besteller brettharte Sitze aus Holz plus kosmetischen Überzug zulässt, kommen die rein, weil sie billiger sind als anständig gepolstere Sitze. Auch rein kaufmännisch gedacht.

Zitat
domos
Hinzuzufügen ist aber schon, dass bei Straßenbauprojekten dank Ausschreibungen doch auch massivst gespart wird - gabs da nicht ein Stück auf der A9, das auch wegen zu schlechtem Teer innerhalb kürzester Zeit wieder eine Sanierung nötig hatte?


Nachdenkliche Grüße, domos


Das ist schon seit langem in der Baubranche so. Die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) ist eine uralte Sache. Da nützen beste Erfahrungen mit einem langjährigem Unternehmer nichts, wenn die Baufirma die geforderten Referenzen aufweist, muß sie genommen werden. Was glaubst Du wohl, wieviele Baustellen neu vergeben werden, weil der Sieger der Ausschreibung zwischenzeitlich pleite gemacht hat?

von Martin Pfeifer - am 08.09.2010 07:43

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Martin Pfeifer
Servus,

Zitat
domos
Zitat
Peter Griffin
Infrastruktur ist einfach kein Spekulationsobjekt und DB Netze schaufelt sehr viel Gewinn, die Gegenleistung für die hohen Trassengebühren ist mehr als dürftig. Infrastruktur darf nicht den kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden, bei der Straßeninfrastruktur wird das ja auch nicht gemacht.


Da gibt es beim System "Eisenbahn" aber mehrere Dinge, die nicht den rein kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden sollten, man denke da nur an den Fahrzeugbau.


auch beim Fahrzeugbau wird gespart, das sich die Balken biegen. Gut, es gibt Vorgaben hinsichtlich der Festigkeit der Fahrzeuge (Crash-versuche, Längskraft des Rahmens usw) und der Bremsanlage, aber der Rest ist auch ein weites feld zum Kosteneinsparen. Man denke nur an die Bestuhlung und Ausstattung der Fahrzeuge. Wenn der Besteller keine Kleiderhaken oder Gardinen fordert, wird es ganz im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Optimierung nicht eingebaut. Und wenn der Besteller brettharte Sitze aus Holz plus kosmetischen Überzug zulässt, kommen die rein, weil sie billiger sind als anständig gepolstere Sitze. Auch rein kaufmännisch gedacht.


Das ganze geht denke ich durchaus etwas weiter, als nur ein paar Polster oder Vorhänge (die ohnehin sicher schon lange zum Aufpreisprogramm gehören). Ich dachte ohnehin mehr an die Herstellerseite als die Seite des Käufers, der sich gewisse Extras leistet (oder auch nicht).

von domos - am 08.09.2010 14:06

Re: Gutes Ereignis

Zitat
domos
Zitat
Martin Pfeifer
Servus,

Zitat
domos
Zitat
Peter Griffin
Infrastruktur ist einfach kein Spekulationsobjekt und DB Netze schaufelt sehr viel Gewinn, die Gegenleistung für die hohen Trassengebühren ist mehr als dürftig. Infrastruktur darf nicht den kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden, bei der Straßeninfrastruktur wird das ja auch nicht gemacht.


Da gibt es beim System "Eisenbahn" aber mehrere Dinge, die nicht den rein kapitalistischen BWL-Gesetzen unterworfen werden sollten, man denke da nur an den Fahrzeugbau.


auch beim Fahrzeugbau wird gespart, das sich die Balken biegen. Gut, es gibt Vorgaben hinsichtlich der Festigkeit der Fahrzeuge (Crash-versuche, Längskraft des Rahmens usw) und der Bremsanlage, aber der Rest ist auch ein weites feld zum Kosteneinsparen. Man denke nur an die Bestuhlung und Ausstattung der Fahrzeuge. Wenn der Besteller keine Kleiderhaken oder Gardinen fordert, wird es ganz im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Optimierung nicht eingebaut. Und wenn der Besteller brettharte Sitze aus Holz plus kosmetischen Überzug zulässt, kommen die rein, weil sie billiger sind als anständig gepolstere Sitze. Auch rein kaufmännisch gedacht.


Das ganze geht denke ich durchaus etwas weiter, als nur ein paar Polster oder Vorhänge (die ohnehin sicher schon lange zum Aufpreisprogramm gehören). Ich dachte ohnehin mehr an die Herstellerseite als die Seite des Käufers, der sich gewisse Extras leistet (oder auch nicht).


Sicherlich wurde bei den modernen Fahrzeugen auch an den Fertigungskosten gespart. Ein großes Potential bieten hier allein größere Stückzahlen, die man heutzutage auch durch Baukasten-Systeme erreichen kann. Man denke nur an den Taurus / Euro-Runner von Siemens, bei dem die Diesel- und die E-Lok eine Menge identischer Teile haben. Die moderne Computertechnik ermöglicht heute durch Bus-Systeme eine enorme Reduktion des Verkabelungsaufwand gegenüber der konventionellen Punkt-zu-Punkt-Verkabelung.

Um einmal einen Vergleich zum Netz zu ziehen: so etwas schränkt die Sicherheit nicht ein, weil ja die normativen und Kundenanforderungen weiterhin erfüllt werden. Bei DB Netz hat ja auch weiterhin jedes Signal seinen eigenen PZB90-Magneten. Es ist eher der nach hin sichtbare Komfort, der nach außen hin auffällt. Beim Netz halt die fehlenden Überholungsgleise, bei den Fahrzeugen Polster, Gardinen und Armlehnen.

von Martin Pfeifer - am 08.09.2010 16:42

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Martin Pfeifer
Um einmal einen Vergleich zum Netz zu ziehen: so etwas schränkt die Sicherheit nicht ein, weil ja die normativen und Kundenanforderungen weiterhin erfüllt werden. Bei DB Netz hat ja auch weiterhin jedes Signal seinen eigenen PZB90-Magneten. Es ist eher der nach hin sichtbare Komfort, der nach außen hin auffällt. Beim Netz halt die fehlenden Überholungsgleise, bei den Fahrzeugen Polster, Gardinen und Armlehnen.


Die meinte ich allerdings nicht, sondern wirklich Dinge, die auch mit dem Eisenbahnverkehr zu tun haben. (Deshalb ja Fahrzeugbau und nicht nur Triebwagenbau). Man denke nur an die Steuerung einiger aktueller Fahrzeuge.

von domos - am 08.09.2010 17:12

Re: Gutes Ereignis

Zitat

Man denke nur an den Taurus / Euro-Runner von Siemens, bei dem die Diesel- und die E-Lok eine Menge identischer Teile haben.


Mich als Unwissenden würde es mal interessieren, welche Teile da konkret identisch sind. Kannst Du das eventl. etwas näher erläutern?

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 08.09.2010 17:16

Re: Gutes Ereignis

Zitat
Schwandorfer
Zitat

Man denke nur an den Taurus / Euro-Runner von Siemens, bei dem die Diesel- und die E-Lok eine Menge identischer Teile haben.


Mich als Unwissenden würde es mal interessieren, welche Teile da konkret identisch sind. Kannst Du das eventl. etwas näher erläutern?

Viele Grüße

Tobias
...


Servus,

zur von Dir gewünschten Hebung des Niveaus im NOBF werde ich meine populärwissenschaftlichen Ausführungen diesmal nicht darbieten.

von Martin Pfeifer - am 08.09.2010 19:18
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.