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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 6 Jahren, 10 Monaten
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vor 6 Jahren, 10 Monaten
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Neuenmarkt, Martin Pfeifer, Bahnwärter1848

Nordbayerischer Kurier: Chaos im Regionalzug

Startbeitrag von Neuenmarkt am 30.12.2010 19:44

Lange hat es gedauert bis auch der Kurier dahinter kam

[www.nordbayerischer-kurier.de]

Wolfgang Pausch stieg am Montagnachmittag in den Zug, um nach Altenburg in Sachsen zu fahren. Was er vor sich hatte, konnte der 29-Jährige aus Untersteinach nicht ahnen. Dem Kurier schilderte er seine abenteuerliche Reise. „Zusammengefasst endete die Fahrt mit 120 Minuten Verspätung, vor allem der IRE 3091 war zudem völlig überfüllt“, so Wolfgang Pausch. Wie er weiter schildert, musste das Gepäck der vielen Reisenden aus Platzgründen sogar im WC gestapelt. Weil der Zug völlig überfüllt war, musste in Hof eine größere Anzahl von Reisenden bei eisigen Temperaturen auf dem Bahnsteig zurückbleiben.

Wie Pausch berichtet, kam der Regionalexpress in Neuenmarkt-Wirsberg planmäßige Ankunft 13:21, bereits mit rund 20 Minuten Verspätung an. Der Zug bestand nicht aus den üblichen Dieseltriebwagen mit Neigetechnik, sondern aus einem schwächer motorisierten, älteren Dieseltriebwagen der Baureihe 628.

Dementsprechend, so der enttäuschte Pausch, erhöhte sich die Verspätung bis Münchberg auf 30 Minuten. Laut Aussage von Bahnbediensteten, so der 29-Jährige, seien keine anderen Züge mehr übrig gewesen und die Neigetechnik aus Witterungsgründen ohnehin abgeschaltet worden, um Schäden zu vermeiden.

„Der Franken-Sachsen-Express verkehrte als Einfachgarnitur, nicht wie in der Vergangenheit üblich als Doppelgarnitur“, erklärt Pausch die Umstände seiner Abenteuerreise weiter. Dann geht er auch auf die Bahnmitarbeiter ein, die sich massiven Vorwürfen der Reisenden ausgesetzt sahen. „Gespräche insbesondere mit Bahnbediensteten zeigten, dass die heutigen Zustände derzeit die Regel und nicht die Ausnahme sind.“

Der Pannen aber noch nicht genug: Nachdem der Zug Hof hinter sich gelassen hatte, kam zu der bereits erfolgten Durchsage wegen der Neigetechnik noch die Durchsage, dass nunmehr auch einer der Motoren ausgefallen sei und der Zugleider noch etwas langsamer fahre. Das Personal im Zug tat sein mögliches, so Pausch weiter. Sein Problem: Er verpasste den Anschluss nach Altenburg durch die eingetretenen Verzögerungen. Sein Ziel Altenburg erreicht der Untersteinacher gegen 18 Uhr werden – ziemlich verärgert.

Ein anderer Reisender, der sich am Montag auf dem Bayreuther Bahnhof aufhielt, erfuhr dort von weiteren Verspätungen auf der Franken-Sachsen-Magistrale. So sei der Zug aus Dresden mit 80 Minuten Verspätungen in Bayreuth eingetroffen. Der Zug aus Nürnberg erreichte Bayreuth 35 Minuten später.

Zug gestrichen

Doch die Verspätungen waren nur die eine Seite des Winterchaos. Die Bahn sagte ganze Züge offenbar ab, wie ein Leser mitteilt. Am Dienstagnachmittag, so Peter Festel aus Bayreuth, habe die Bahn gegen 17 Uhr den Regionalexpress nach Nürnberg ersatzlos gestrichen, ohne einen Grund zu nennen, wie der Kurier gestern erfuhr.

Auf Anfrage unserer Zeitung äußerte sich gestern ein Bahnsprecher in München zu den Problemen auf der Franken-Sachsen-Magistrale.

Demnach trifft es zu, dass das Unternehmen gegenwärtig über zu wenig Züge verfügen kann. Nach Angaben des Bahnsprechers seien in Hof 55 Züge stationiert, von denen allerdings ein Dutzend nicht einsatzbereit sei. Hauptursache seien Witterungsschäden, deren Reparaturen sich verzögerten. Zum einen, weil die Züge erst zeitraubend aufgetaut werden müssten, zum anderen, weil sich die Lieferung von Austauschachsen verzögere. Der Bahnsprecher weiter: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran.“ Insgesamt hätten sich unglückliche Umstände verkettet, die zu der Situation Anfang der Woche geführt haben. Das Problem werde sich auch in den nächsten Tagen nicht bessern, so die Auskunft aus München. „Ärgerlich für unsere Fahrgäste und für uns“, so der Pressesprecher, der auch gleich um Entschuldigung bat.

Schneepflug fiel aus

Im Übrigen habe die Bahn sehr wohl Vorkehrungen gegen das winterliche Wetter getroffen. So standen zwei Schneepflüge in Kronach und Marktredwitz bereit. Ausgerechnet das Gerät in Marktredwitz sei ausgefallen. Als Ersatz sei ein Schneepflug aus Südbayern nach Oberfranken gefahren worden. Der Pflug habe die blockierten Nebenstrecken Hof-Selb, Hof-Bad Steben und Münchberg-Helmbrechts frei gemacht.


Antworten:

Ausfall und Ausfall

wenn das RIS stimmt dann fällt der RE um 21:04 genauso wie der um 19:04 ersatzlos aus (RE aus NN steht mit Plus 80 drinn)

von Neuenmarkt - am 30.12.2010 19:55

Re: Ausfall und Ausfall und Ausfall

RIS - was ist denn das?

Ein Reisenden-Informations-System sicher nicht. Ich habe das Gefühl, da ist die Einstellung "pünktlich" voreingestellt - und nur wenn einer dazu kommt, Verspätungen oder Ausfälle einzugeben, tauchen die (mit unzuverlässigen) Angaben auf.

Beispiele brauche ich hier nicht nennen, kennt sicher zwischenzeitlich jeder (doch eines: der Zug in die eine Richtung fällt aus, der zwangsläufige Gegenzug steht aber immer noch pünktlich drin, 10 min vor der Abfahrt)

von Bahnwärter1848 - am 30.12.2010 20:03

Re: Ausfall und Ausfall und Ausfall

Zitat
Bahnwärter1848
RIS - was ist denn das?

Ein Reisenden-Informations-System sicher nicht. Ich habe das Gefühl, da ist die Einstellung "pünktlich" voreingestellt - und nur wenn einer dazu kommt, Verspätungen oder Ausfälle einzugeben, tauchen die (mit unzuverlässigen) Angaben auf.

Beispiele brauche ich hier nicht nennen, kennt sicher zwischenzeitlich jeder (doch eines: der Zug in die eine Richtung fällt aus, der zwangsläufige Gegenzug steht aber immer noch pünktlich drin, 10 min vor der Abfahrt)


Servus,

das ist in der Tat so, zumindest bei DB-Zügen (bei den Privaten steht ja bekanntermaßen "keine Angabe" drin). Irgendwelche Umläufe, Wenden oder sonstige betriebliche Zwangepunkte wie "einzige Kreuzung auf einer ansonsten eingleisigen Strecke" sind im RIS gar nicht abgebildet und auch sich weiter aufbauende Verspätungen durch reduzierte Höchstgeschwindigkeiten sind nicht automatisch verfügbar. RIS lebt im wesentlichen von den Daten, die die Zugbegleiter über ihre Handy's einspeisen. Auch wenn der Zug am Grenzbahnhof verspätet ankommt, merkt das RIS dies erst, wenn der Zugbegleiter die Verspätung kennt und sie ins RIS einhackt.

von Martin Pfeifer - am 31.12.2010 10:39
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