Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 7 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
der Schreiner, Martin Pfeifer, Neuenmarkt

Selb: Kreil gegen Bahn, gibt aber 4,1 Millionen für Erwerb und Abriss einer Ruine aus

Startbeitrag von Neuenmarkt am 10.01.2011 14:13

Hier 2 Artikel von heute:

Erschienen am 10.01.2011 00:00
Vorlesen

Stadt kauft das Werk B
Von Andreas Godawa
Beim Neujahrsempfang überrascht OB Wolfgang Kreil die Gäste mit dem Nachricht vom Ankauf. Der Abriss wird rund vier Millionen Euro kosten.

Die Stadt hat das Hutschenreuther-Werk B gekauft, in den "Altselber Stuben" gibt es einen neuen Wirt und die Firma Packtrans hat das alte Aldi-Gebäude gekauft: Dies waren drei der Neuigkeiten, mit denen Oberbürgermeister Wolfgang Kreil die Gästen beim Neujahrsempfang überraschte.


Selb - Die größte Überraschung kam mittendrin: In seiner Ansprache zum Neujahrsempfang im Rosenthal-Theater verkündete Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, dass die Stadt das Hutschenreuther-Werk B gekauft hat. Wie er ausführte, gehörte das Werk zur Insolvenzmasse der Winterling AG. Die Insolvenzverwaltung hatte die Liegenschaften der Stadt angeboten. "Letztlich haben wir uns entschieden, das Werk zu erwerben und das ist in den letzten Tagen auch geschehen", so Kreil.

100 000 Euro

Die Alternative hätte darin bestanden, dass das Werk B aus der Insolvenzmasse entlassen worden und damit an die Winterling AG zurückgefallen wäre. Die Winterling AG wiederum existiere zwar als rechtliche Form, habe aber keinen Vorstand. "Wir hätten nicht einmal einen Ansprechpartner gehabt, mit dem wir über das Werk hätten reden können", argumentierte Kreil.

Zum Preis von 100 000 Euro hat also die Stadt die Gebäude erworben. Nicht dazu gehörten die Roland-Dorschner-Halle und verschiedene Grundstücke auf dem Gelände der ehemaligen Deponie. Bereits im Besitz der Stadt befindet sich das Gelände des ehemaligen Freibades.

Auch zum weiteren Schicksal der alten Fabrik äußerte sich Kreil: "Mehr als ein Abriss wird nicht sinnvoll sein. Wir erwarten derzeit einen Kostenaufwand von rund vier Millionen Euro." Ohne Städtebauförderung werde dies wohl nicht gehen, sagte Kreil an Regierungspräsident Wilhelm Wenning gewandt, der ebenfalls unter den Gästen war. Nachdem der Erwerb der alten Müller-Fabrik gescheitert sei, befasse sich die Stadt jetzt halt mit der "B". Aber immerhin habe man Erfahrung: "Mit der Hutschenreuther A haben wir das Ganze ja schon einmal durchexerziert."

Aber der Selber OB hatte noch einige weitere Neuigkeiten im Gepäck: So habe die Stadt das alte Aldi-Gebäude an die Firma Packtrans verkauft, die mit ihren elf Mitarbeitern vom Bahnhof dorthin umziehen werde. Somit habe der Stadtrat auch sicherstellen können, dass kein weiterer Einkaufsmarkt am Stadtrand entsteht. Neu ist aus, dass das "Hotel am Dom" einen neuen Eigentümer bekommen hat. Die Stadt werde dem neuen Besitzer, der das Haus auch selbst betreiben will, beim Start zur Seite stehen.

Natürlich ging der Selber Oberbürgermeister auch auf die Diskussion um das geplante Factory Outlet Center (FOC) ein, das weit über die Stadtgrenzen hinaus diskutiert werde. Zumindest habe die Stadt Hof ihre Klage dagegen zurückgezogen und auch der bayerische Einzelhandelsverband argumentiere nicht mehr dagegen. Die Städte Marktredwitz, Mitterteich und Weiden hielten an ihren Klagen fest. Allerdings gebe es immer Gespräche darüber. Kreil dankte Landrat Dr. Karl Döhler dafür, dass er die Vermittlung mit der Stadt Marktredwitz übernehmen wolle. [www.frankenpost.de]

und zu Selb-Asch

Erschienen am 10.01.2011 00:00
Vorlesen

Pläne zur Bahnlinie sind da

Selb - Leidenschaftlich sei die Diskussion um die Bahnlinie Selb-Plößberg - Asch geführt worden, so Oberbürgermeister Wolfgang Kreil in seiner Neujahrsansprache - sowohl von den Befürwortern als auch von den Gegnern. Er wolle den Streit nicht beim Neujahrsempfang austragen, so der OB weiter, aber dennoch drei Anmerkungen machen.

Die Strecke existiere und sei nicht entwidmet. Die Betreiber könnten sie jederzeit in Betrieb nehmen. Allerdings sollen sie dann nach Kreils Meinung auch die Rechnungen bezahlen.

Unstrittig sei, dass die Schaffung von Bahninfrastruktur keine Aufgabe der Stadt sei. Bahn, Bund, der Freistaat - "und beim Nahverkehr vielleicht der Landkreis" - hätten per Gesetz diese Aufgabe.

Die Fristen, die das Wirtschaftsministerium gesetzt habe, liefen zuerst im September 2010, dann im November 2010 und aktuell im Januar 2011 aus. "Diese Fristen haben nur den Zweck, die Verhandlungspartner unter Druck zu setzen. Und wir lassen uns nicht unter Druck setzen", so Kreil.

Am vergangenen Freitag seien die Pläne der Bahn eingegangen, in denen Ersatzwege für die strittigen Bahnübergänge vorgeschlagen werden. "Wir werden den Betroffenen diese Pläne in einer Bürgerversammlung vorstellen und sie diskutieren", so der Oberbürgermeister abschließend. ago[www.frankenpost.de]

Antworten:

Servus,

also das sie 4 Millionen Euro ausgeben um eine Ruine aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen, verstehe ich ja gerade noch so. Aber die 100.000 Euro für die Ruine selber sind doch herausgeschmissenes Geld, damit werden doch höchstens die Banken noch glücklich - oder stehen etwa noch Löhne und Gehälter aus?

Zitat

Wie er ausführte, gehörte das Werk zur Insolvenzmasse der Winterling AG. Die Insolvenzverwaltung hatte die Liegenschaften der Stadt angeboten. "Letztlich haben wir uns entschieden, das Werk zu erwerben und das ist in den letzten Tagen auch geschehen", so Kreil.

100 000 Euro

Die Alternative hätte darin bestanden, dass das Werk B aus der Insolvenzmasse entlassen worden und damit an die Winterling AG zurückgefallen wäre. Die Winterling AG wiederum existiere zwar als rechtliche Form, habe aber keinen Vorstand. "Wir hätten nicht einmal einen Ansprechpartner gehabt, mit dem wir über das Werk hätten reden können", argumentierte Kreil.


Dieses Konstrukt muß mir mal jemand erklären... Wenn die Firma insolvent ist, gibt es doch eh keinen regulären Vorstand, sondern den Insolvenzverwalter, welcher die Aufgaben des Vorstandes wahrnimmt. Somit gibt es keinen Vorstand, aber einen Ansprechpartner. Und wenn die Firma nach der Insolvenz weiter läuft, gibt es ja einen Geschäftsführer / Vorstand, der Ansprechpartner wäre. Außerdem: wie kann das Grundstück nach der Entlassung aus der Insolvenzmasse an die insolvente Firma zurückfallen? Damit wäre es doch automatisch wieder in der Insolvenzmasse, weil bei der Insolvenz einer Firma auch automatisch das Insolvenzverfahren über alle ihre Töchter eröffnet wird. So jedenfalls mein Kenntnis- und Verständnisstand dieser recht komischen Angelegenheit.

Und wer sich durch Fristen vom Wirtschaftsministerium unter Druck gesetzt fühlt, der sollte mal in der freien Wirtschaft arbeiten. Da gäbe es keine größer gleich zwei Verlängerungen, bis auch der letzte uneinsichtige OB seinen Beitrag zu einem seiner Stadt erwachsenden Vorteil bereit ist zu leisten. Da gibt es ein paar Tage vor dem Termin ein sehr unangenehmes Gespräch mit der nächsten Führungsebene zum Stand der Dinge und ein regelmäßiges Reporting sowieso. Aussitzen bis die Chance vorbei ist oder andere sich im Wissen um ihre Vorteile der Stadt Selb erbarmen gibt es hier nicht - ansonsten sollte mal darüber nachdenken, Selb-Plößberg zukünftig nur als Betriebshalt zu betreiben. Erste eher symbolische Aktionen in die Richtung "Selb ohne Bahnanschluß" laufen ja schon...



von Martin Pfeifer - am 10.01.2011 15:46
Zitat
Martin Pfeifer
Außerdem: wie kann das Grundstück nach der Entlassung aus der Insolvenzmasse an die insolvente Firma zurückfallen? Damit wäre es doch automatisch wieder in der Insolvenzmasse


Quatsch. Insolvenz ist doch nichts anderes als die Verwaltung durch Extern, die Gesellschaft an sich und deren Vermögen ist doch noch da. Die Insolvenz soll ja mit dafür dienen dass die Gläubiger zu gleichen Teilen bedient werden und nicht der Stärkste alles abkassiert über Zwangsvollstreckung oder ähnliches. Es gilt daher während der Insolvenz ein Vollstreckungsverbot über die Insolvenzmasse. Der Verwalter verwaltet das Vermögen (die Masse), der Schuldner ist noch in deren Besitz hat aber nunn keine Verfügungsgewalt mehr darüber. Gibt der Verwalter nun ein Teil frei - aus welchen Gründen auch immer - fällt es in zurück in die Verfügungsgewalt das Schuldners. Auch dieses nun als Sondervermögen bezeichnete Vermögen ist natürlich geschützt vor Vollstreckung.


von der Schreiner - am 11.01.2011 00:38
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.