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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Eisenbahner1, Martin Pfeifer, cjev, Zugbeobachter, Neuenmarkt

Rekordstrafen durch die BEG für die EVU

Startbeitrag von Neuenmarkt am 28.02.2011 21:03

obwohl oft das EVU nicht der Schuldige war sondern DB Netz, ich denke an den Winter, Weichen und Signalstörungen:

Pressemitteilung vom 28.02.2011
Bayerische Eisenbahngesellschaft erhebt 2010 Vertragsstrafen in bisher nicht erreichter Höhe

München. Pünktlich, sauber, kundenorientiert – so sollte der Schienenpersonennahverkehr(SPNV) in Bayern aussehen. Erfüllen Bahnen diese Standards nicht, dann wird es für sie doppelt teuer: Neben Erlösrückgängen durch ausbleibende Kunden müssen sie auch Strafzahlungen leisten. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat für nicht vertragskonforme Leistungen für das Jahr 2010 Strafgelder in Höhe von rund 24 Millionen Euro erhoben – mehr als je zuvor. Grundlage dieser sogenannten Pönale sind Pünktlichkeitsmessungen, offene und verdeckte Tests sowie Fahrgastbefragungen der BEG.

Die BEG plant, finanziert und kontrolliert im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums den SPNV im Freistaat. Der bayerische Regional- und S-Bahn-Verkehr wäre ohne öffentliche Finanzierung nicht wirtschaftlich. Daher übernimmt der Freistaat Bayern rund zwei Drittel der Kosten durch sogenannte Regionalisierungsmittel, die die Länder vom Bund für die Bestellung von Verkehrsleistungen erhalten. Mit zahlreichen Instrumenten kontrolliert die BEG die Qualität der bayerischen Bahnen und die Einhaltung der mit den Verkehrsunternehmen geschlossenen Verträge. So wird u. a. die Pünktlichkeit der Züge täglich an rund 100 Messstellen in ganz Bayern erfasst, Testkunden kontrollieren die Qualität und Interviewer befragen Fahrgäste. Werden Qualitätsvereinbarungen nicht eingehalten oder Qualitätsziele nicht erreicht, erhebt die BEG Strafzahlungen.

Fritz Czeschka, Geschäftsführer der BEG: „Es ist nicht unser Ziel, Strafgelder zu kassieren. Wir wollen in erster Linie, dass die Unternehmen eine gute Leistung erbringen. Unser Pönalesystem soll den Bahnen aber zusätzlich zu ihren Fahrgeldeinnahmen einen Anreiz geben, die Qualität in den Regionalzügen und S-Bahnen hochzuhalten.“
17 Millionen Euro Pönalen aufgrund unpünktlicher Züge

Wegen der gravierenden Probleme während der Winterperiode erreichte insbesondere die Pünktlichkeit im Jahr 2010 nicht das von der BEG geforderte Niveau. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat allein im Dezember rund 4 Millionen Euro an Strafgeldern einbehalten. Die Pünktlichkeitspönalen für das gesamte letzte Jahr beliefen sich auf über 17 Millionen Euro*. Die Summe hat sich gegenüber 2009 mehr als verdoppelt. Gründe für weitere Strafzahlungen sind der Neigetechnikausfall in Franken, nicht vertragskonforme Leistungen der Mainfrankenbahn und des Donau-Isar-Expresses, Abweichungen von Regelzugbildungen und vereinbarten Zugbegleiterquoten sowie negative Ergebnisse von standardisierten Qualitätstests und Fahrgastbefragungen. Die Zufriedenheit der Fahrgäste fließt somit bei der Berechnung der Pönalezahlungen mit ein.
BEG verwendet Pönalemittel für qualitätsverbessernde Maßnahmen

Damit die Pönalezahlungen unmittelbar den Fahrgästen zugutekommen, verwendet die Bayerische Eisenbahngesellschaft einen Großteil der Gelder wieder zur Mitfinanzierung qualitätsverbessernder Maßnahmen. Im Regelfall müssen die Unternehmen mindestens die Hälfte der Kosten selbst tragen.
Beispiele für Pönaleprojekte

• Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit
• Verbesserung der Kundeninformation im Störfall durch zusätzliche Mitarbeiter und unterstützende technische Einrichtungen in der Transportleitung der Verkehrsunternehmen
• schnellere Behebung kleinerer Schäden während der Fahrt durch technische Zugbegleiter
• Videoüberwachung von Zügen zur Verminderung von Vandalismus und zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsempfindens
• Ausweitung der Unterwegsreinigung in Zügen
• Modernisierung der Reisezugwagen der S2 in Nürnberg

* Weitere Einzelsummen kann die BEG aus vertraglichen Gründen nicht nennen.
[www.bahnland-bayern.de]

Wie man so hört sollen viele Teile der Pönalstrafen für Infrastrukturprojekte bei der S-München wie z.B. Installation von ZP 10 und ZP 9 Anlagen an der Hackerbrücke, Donnersberberbrücke usw. sowie in die Erneuerung von Signalanlagen und Aufweitung von Kurven auf der S 7 mitverwendet werden.



Antworten:

Wie stellt die BEG das fest?

Ausfallende Züge werden doch in den Systemen RIS, IRIS usw nicht verspätet geführt sondern "neutral".

von Zugbeobachter - am 01.03.2011 06:40

Re: Wie stellt die BEG das fest?

Hi,

ein ausfallender Zug wird ja nicht als verspätet gezählt.
Für einen ausfallenden Zug müssen die Bestellerentgelte zurückgezahlt werden.

Die BEG erhält diese Daten von den EVU bzw. DB Netz

von cjev - am 01.03.2011 07:46

Re: Wie stellt die BEG das fest?

Zitat
Zugbeobachter
Ausfallende Züge werden doch in den Systemen RIS, IRIS usw nicht verspätet geführt sondern "neutral".


Servus,

einige Threads hier zeigen, das ausfallende Züge sehr wohl im RIS (damit meine ich das für mich als Dritter im Internet zugängliche System zur Information über Verspätungen) dokumentiert werden. Im bahninternen-RIS dann wohl erst Recht.

Neutral wurden sie nur in jenem System geführt, das zur Abrechung der Pönalen zwischen DB Netz und den EVU diente (Malus für DB Netz bei Verspätungen aufgrund Problemen in der Infrastruktur - Malus für das EVU, weil jenes nicht rechtzeitig fertg geworden ist oder weil der Zug unterwegs Störungen verursacht hat). Ob dieses System heute noch (oder wieder) angewendet wird, weiß ich nicht.

Wie schon erwähnt, müssen nicht gefahrene Züge gar nicht erst bezahlt werden, das ist auch (vermutlich auch) ein Teil der Strafzahlungen. Pönale gibt es aber für pünktliche Züge, die dreckig sind sowie für schlechte Leistungen gemäß einer Kundenzufriedenheits-Umfrage. Vermutlich ist auch die nicht-Einhaltung der geforderten Platzzahlen pönalisiert, das heißt ein ausgefallener Triebwagen von drei führt auch zu Abzügen. Dazu dienen neben der Umfrage auch stichprobenartige Kontrollen der Züge.

von Martin Pfeifer - am 01.03.2011 18:21

Re: Wie stellt die BEG das fest?

So viel ich weiß, werden auch die Leibit-Angaben dazu genutzt. Da werden normalerweise die Verspätung bzw. Ausfall und der Grund dafür genannt. Die EVU's werden aber auch Garantiert eigene Aufzeichnungen haben, um Streitigkeiten vorzubeugen. Es werden auch nur bestimmte Bahnhöfe, bzw der Zielbahnhof für die Berechnung zu Grunde gelegt.

von Eisenbahner1 - am 01.03.2011 18:59
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