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Eisenbahnforum Nordostbayern
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11
Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 7 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rainer Michael, TEE, Höllenthal, Bahnwärter1848, Oberfranke, ChristianMUC, Martin Pfeifer, nix mehr

Nochmals "Hof alter Bahnhof, und Spuren davon

Startbeitrag von nix mehr am 06.04.2011 19:04

Geneigte Forscher, Mitwissende und Neugierige zum alten Hofer Bahnhof.

Malo hat mal in seinem „oldn Glump“ herum gesucht, und hat sie wieder gefunden!
Sonst hätte ich es schon bei der letzten Diskussion mit kredenzt. Aber ein Umzug vor zwei Jahren brachte erhebliches Durcheinander in die Sammlung.

Wie dem auch sei, es war damals glücklicher Umstand, an gut einen Zentner Altpapier der DB zu gelangen.
Es war auf Haus Nr. 14 im! Hofer Bahnhof, wo ich bis etwa 1978 wohnte. Der Umzug ging auf Nr. 8...
Drunten im Keller war ein Wasserrohrbruch. Nur in einem Kellerraum. Irgendwie schafften es die schwarz gekleideten Bahnerer damals, per Bretter links und rechts in die Türzarge mit Schraubzwingen geklemmt, den Raum dazwischen mit Sand aufgefüllt, das sich das Nass nicht in den gesamten Kellerräumen verbreiten konnte.
Was in dem Raum gelagert war? Altpapier! Das warf man dann weg. Es war ja vollgesogen.
Was tat ich? Briefmarken von diverser Geschäftskorrespondenz ablösen. Lübke und Heinemann waren da wohl drauf. Aber eine Mauritius fand ich nicht. Dafür anderes mit der Unterschrift „Heil.....“ und Windmühlen-Stempel...
Und einiges an Plänen. Ich durchwühlte einige Zentner dieser feuchten Lappen.
Das meiste übergab ich ca. 1985 an den MEC-Münchberg, da hier diverses zu Hochbauten, wie Bahnhöfen, Stellwerken der Bamberger Strecke dabei war.
Das Hofer Zeugs behielt ich mir.
Bahnhofsplan 1938, Maßstab 1:1000. Das Ding ist fast zwei Meter lang.
Bahnhofsplan 1:2000, wo unten Ausschnitte zu sehen sind.
Bau-Aufschnitte des Hofer Bahnhofsgebäudes. Alle Stockwerke, alle Kellerräume.
Schnitt durch den Mittelbau. Stellwerkslageplan, etc...
Solch Zeug wird sicher in besserem Zustand im Archiv in Nürnberg lagern.
Außerdem vergilbt es immer mehr trotz dunkler Lagerung.


Hier mal der südliche Teil mit sichtbarer alter Streckenführung.

Rot eingezeichnet die Lage des Hochhauses und weiterer Häuser der Orleanstraße.
Der Prellbock reichte bis in die 70er an die Ecke des Hochhauses. Da spielten wir als Kinder oft. Es war sicher nicht mehr das originale Gleis, aber doch sehr genau auf der Stelle, wo früher die Strecke lag.

Dann Hof nördlicher Teil.

Links oben auf Höhe „EZO“ (heute Rewe oder sowas), der Pfeil markiert den noch existenten Durchlass. Eingekreist das vermeintliche Bahnhaus, was heute noch steht. Also wohl nix von der Bahn!
Anschluß Brabeck, Baugeschäft, Anschluß mit Lagerplatz Babette Robloff, später Holz-Wurzbacher, usw...

Der Stellwerksplan zeigt den Abzweig von der Stebener Strecke.


Bonus: da wo heute der MEC Hof haust, hatten die DRG-Strategen den Tw-Schuppen für die in Hof übernachtenden SVT-Schnelltriebwagen geplant!


Und: beim MEC-Hof existiert eine Papprolle, in denen der Plan des Erweiterungsbaues des Bw Hof zu sehen ist. Über den zu verfüllenden !!! Schollenteich wollte man noch drei !!!
Drehscheiben bauen !!!
Hätte es nicht gekracht, wäre kein Krieg gekommen, was dann? Träumt davon. Bw Hof und sieben Drehscheiben. Wahnsinn.

Und träumt nicht mehr davon, was seit 40 Jahren schweinedumme Verkehrspolitik dem Land, der Umwelt, und den Menschen antut. Das ist Realität.

malo

Antworten:

Servus,

wäre es möglich, dass du den Stellwerksplan in seiner ganzen Schönheit hier zeigst?

von ChristianMUC - am 06.04.2011 19:13
Servus,

vielen Dank für diesen Blick in Dein Altpapier! Das Aufheben hat sich gelohnt.

von Martin Pfeifer - am 06.04.2011 19:28

Re: Nochmals "Hof - alte Spuren von 1. Trasse

Hi Malo!

Der Bf-Plan vom Hbf ist erste Sahne! Leider ist der Ausschnitt rechts und unten rechts zu knapp. Du weisst schon, die grosse Kurve Richtung Jahnplatz.

Hast Du auch schon die Brauerei und die alte Villa entdeckt, die ja leider platt gemacht wurde? Jedesmal wenn ich die Reuter-Straße fahren muss, denke ich daran, dass hier mal ne Bahn war in dem Bereich. Irgendwie faszinierend, wie ein gewisser Halbvulkanier jetzt sagen würde.

Danke jedenfalls für diese tollen "Einblicke in die Geschichte".

Servus und gute Nacht

von Oberfranke - am 06.04.2011 19:40
Es war sogar der dreigleisige Ausbau zwischen Reichenbach und Hof vorgesehen. Heute kaum zu glauben, dass dieser Streckenabschnitt seinerzeit als einer der dicht belegtesten im Deutschen Reich galt. Die Pläne für die Elektrifizierung lagen auch schon in der Schublade.

Übrigens. Im Lehmgrubenweg (unterhalb des Fußweges über das Streckengleis zwischen Hof Hbf und Hof-Neuhof / BRK-Heim) kann man noch die ehemaligen Böschungshügel einer Eisenbahnbrücke erkennen.

von Rainer Michael - am 07.04.2011 16:47
Zitat
Rainer Michael
Es war sogar der dreigleisige Ausbau zwischen Reichenbach und Hof vorgesehen. Heute kaum zu glauben, dass dieser Streckenabschnitt seinerzeit als einer der dicht belegtesten im Deutschen Reich galt. Die Pläne für die Elektrifizierung lagen auch schon in der Schublade.


Da sieht man auch was die NS-Zeit alles zerstört hat, denn gerade Hof - Regensburg hätte eine ganz andere Bedeutung gehabt, ohne die NSler die viel Leid und Elend in nur 12 Jahren angerichtet haben.
Wie auch immer, mitgejubelt, mitbezahlt...

von TEE - am 07.04.2011 17:11

Schollenteich

Übrigens hatte der Schollenteich ein wesentliche Bedeutung für die Eisenbahn. Wer von den Hofern kann sich noch erinnern?

von Rainer Michael - am 07.04.2011 17:38

Re: Detailfrage "Hof alter Bahnhof, und Spuren davon

Na prima - da bin ich bei meiner kürzlichen Spurensuche auf malo's Hinweise hin ja blind durch die Gegend gelatscht. Über den Überweg über die Stebener Bahn und unter der Magistrale hindurch - und dazwischen nix von den Brückenwiderlagerresten entdeckt!

Wo muß ich mir denn die Reste vorstellen, wenn ich untenstehenden Fotostandpunkt als Ausgangspunkt sehe? (Sicherlich erst mal um 180 Grad drehen, und dann auf dem Lehmgrubenweg in welche Richtung?)




von Bahnwärter1848 - am 08.04.2011 14:43

Re: Detailfrage "Hof alter Bahnhof, und Spuren davon

Das ist auch wirklich nicht einfach zu finden. Ohne meinen alten Herrn, der mich in die Geheimnisse eingeweiht hat, hätte ich diese "Brückenköpfe" auch nie gefunden.

Vom Fotostandpunkt aus im Winkel von 90 Grad nach rechts blicken.

Also, über das Stebener Streckengleis den Fußweg hinunter und dann, wo der Fußweg in den Lehmgrubenweg einmündet (unterhalb des kleinen Einfamilienhauses) hart links halten. Der Lehmgrubenweg macht hier einen Bogen nach rechts um die Wohnhäuser der Eisenbahnerbaugenossenschaft.

Viel Spaß beim Suchen. Sollte es jemals eine funktionierende Zeitmaschine geben, melde ich mich freiwillig zur Zeitreise...

von Rainer Michael - am 08.04.2011 15:03

Re: Detailfrage "Hof alter Bahnhof, und Spuren davon

Zitat
Bahnwärter1848
... und dazwischen nix von den Brückenwiderlagerresten entdeckt!

Brückenwiderlagerreste gibt's auch keine - nur den Bahndamm, der vor einem Weg endet und danach wieder beginnt. Falls der Weg schon da war, als die Bahn fuhr, dann hätte da eine Brücke sein müssen ...

Zitat
Bahnwärter1848
Wo muß ich mir denn die Reste vorstellen, wenn ich untenstehenden Fotostandpunkt als Ausgangspunkt sehe? (Sicherlich erst mal um 180 Grad drehen, und dann auf dem Lehmgrubenweg in welche Richtung?)

Die heutige "Sachsenbahn" ist ein schlechter Ausgangspunkt. Nimm lieber den Fußwegübergang an der Nailaer Bahn. Wenn Du da auf die mehrstöckigen Häuser am Lehmgrubenweg schaust ... dann schweift dein Blick über die alte Strecke.

Viele Grüße vom Haltepunkt Höllenthal,
den es damals noch nicht gab.



von Höllenthal - am 08.04.2011 15:58

Zentrale Entnahmestelle für die Wasserkräne. o.w.T.

nix

von Rainer Michael - am 13.04.2011 21:03
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