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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Russenfahrer, Stilllegungskandidat, Schwandorfer, desperate Engineer, Neuenmarkt

Lobbyisten der DB ringen Brüssel erstmal nieder

Startbeitrag von Neuenmarkt am 18.11.2011 08:58

wie ja gestern in der Zeitung zu lesen war, so findet die EU den Wettbewerb in Deutschland nicht gerecht und frei weil das Netz noch zur DB gehört und hier Erlöse hin und her geschoben werden und es somit zur Wettbewerbsverzerrung kommt.

Deshalb hat man nun den Druck auf Brüssel erhöht, vom Tisch ist es (die DB Zerschlagung) aber noch lange nicht

Hier einige ZM dazu:

[www.wiwo.de]

[www.handelsblatt.com]

[www.wienerzeitung.at]

Antworten:

Lobbyisten der DB - der war gut!!!!!! owt



von desperate Engineer - am 18.11.2011 10:53

Kann man so und so sehen

Beim derzeitigen Wettbewerbssystem muss das Netz klar getrennt werden. Allerdings halte ich auch recht wenig vom deutschen Pseudowettbewerb, der volkswirtschaftlich ein Draufzahlgeschäft ist und nichts anderes als ein Taschen vollstopfen für Großkonzerne, sei es die DB-Holding oder internat. Staatsbahnen und Mischkonzerne.
Weder Mitarbeiter noch Kunden haben was davon und der Staat spart auf den ersten Blick, hintenrum gerechnet zahlt er drauf, aber sind ja andere Kostenstellen...

Da wäre mir ehrlich gesagt das schweizer Modell lieber, das sollte es uns auch wert sein.



von Stilllegungskandidat - am 18.11.2011 16:00
Servus!

Wettbewerb - wenn ich sowas schon höre, könnte ich schon platzen... Wann begreifen die Politiker und auch die von dieser gottverfluchten EU endlich, daß es im Gebiet des Schienenverkehrs keinen Wettbewerb zu geben hat? Das Ganze gehört in die Hand der jeweiligen Staaten und hat vom Staat verantwortungsvoll geführt zu werden. Aber genau hier liegt ja leider das Problem! Wenn man natürlich solch einen Autostaat hat wie Deutschland und die Politiker nur von der Autolobby und der Mineralölindustrie geschmiert werden, dann tun die natürlich nichts für die Eisenbahn, das ist ja auch klar. Und dann kommt man auch mit einer Staatsbahn nicht weit.
Wo die ganze Entwicklung mit den Privatbahnen zum Teil hinführt, sieht man ja: Immer mehr schlechter ausgebildetes Personal, keine Streckenkenntnis mehr, keine örtliche Einweisung der Leute, Lohndrückerei, keine Betriebsräte in den Unternehmen usw. Und das Ganze wird immer schlimmer. Seit neuesten können z.B.die Privaten schon selber festlegen, wie sie ihre abgestellten Züge sichern wollen, wenn die Gleisneigung bekannt ist, weil das jetzt von dieser EU so vorgeschrieben wird. Ja wo sind wir denn? Wenn ein 1600 Tonnen-Zug davonrollt, ist das dem Zug schnurzegal, ob der der DB oder TX oder sonstwem gehört, sollte man meinen.
Und das nennt man dann Wettbewerb? Wenn z.B. ein Privatbahn-Lokführer Ersatzsignal bekommt und dann sagt (Zitat) "Das Signal kenn ich nicht, da fahr ich nicht los"? Na dann gute Nacht...

Grüße, Russenfahrer


von Russenfahrer - am 18.11.2011 16:07
Zitat

Seit neuesten können z.B.die Privaten schon selber festlegen, wie sie ihre abgestellten Züge sichern wollen, wenn die Gleisneigung bekannt ist,


Das können aber nicht nur "die Privaten", sondern die einzelnen DB-EVU genauso. Und zwar nicht "seit neuesten", sondern ab Fahrplanwechsel im Dez.

Zitat

Ja wo sind wir denn? Wenn ein 1600 Tonnen-Zug davonrollt, ist das dem Zug schnurzegal, ob der der DB oder TX oder sonstwem gehört, sollte man meinen.


Wer sagt denn, daß nicht einzelne EVU auch sicherere Vorgaben machen als die bisherigen? ;-)

Zitat

Wenn z.B. ein Privatbahn-Lokführer Ersatzsignal bekommt und dann sagt (Zitat) "Das Signal kenn ich nicht, da fahr ich nicht los"? Na dann gute Nacht...


Richtig - das hat aber weniger was mit Wettbewerb an sich, als mit fehlenden Ausbildungs- und Qualifikationsstandards zu tun.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 18.11.2011 16:29
Servus!

Zu den einzelnen DB EVU's möchte ich anmerken: Auch die Aufteilung der DB in die einzelnen Tochtergesellschaften finde ich nicht richtig. Denn was dabei rauskommt, wenn der eine vom anderen nichts weiß, sieht man ja. Und mit "seit neuesten" hab ich ja den Planwechsel gemeint.

Was die Sicherung von den Zügen betrifft, mag es schon sein, daß es manche Betriebe gibt, die sicherere Vorgaben machen, aber diejenigen, die diese Regelung mißbrauchen, wird mit Sicherheit überwiegen. Denn warum mehr Arbeit machen als nötig? Arbeit kostet Geld und Zeit und alles, was Geld kostet, ist Mist...


Und die fehlenden Ausbildungs- und Qualifikationsstandards sind meiner Meinung nach oft eine Folge dieses Wettbewerbs. Denn wenn es um Wettbewerb geht, dann geht es immer auch ums Geld. Im Wettbewerb kann nur der bestehen, der am wenigsten Geld verbraucht, denn auf die Qualität wird meist leider nur an zweiter Stelle geachtet. Für die Ausbildung und Qualifikation des Personals wird leider nunmal Geld benötigt und da wird dann eben gespart.

Grüße, Russenfahrer

von Russenfahrer - am 18.11.2011 16:44
Zitat
Schwandorfer
Richtig - das hat aber weniger was mit Wettbewerb an sich, als mit fehlenden Ausbildungs- und Qualifikationsstandards zu tun.


Und die DB mischt da munter mit, sie kann man also genausowenig freisprechen wie die anderen.
Einheitliche Standards wären wichtig und bei Umschulungen wären das meiner Meinung nach 9 Monate als Untergrenze und eine abgeschlossene Ausbildung, vorzugsweise aus dem gewerbl.-techn. Bereich.

Der Kosten- und Renditedruck zwingt die EVU, auch die DB, möglichst viel Zeit zu sparen, da jeder Monat eine menge Geld kostet. Man kann dies aber nicht dem Wettbewerb an sich anlasten, denn ohne Untergrenze wird immer versucht möglichst wenig Kosten zu haben.
Hier würden nur gesetzliche Mindestvorgaben helfen.

Manchmal hat man den Eindruck dass manche meinen bei den NE-Bahnen wären nur Betriebsgefahren unterwegs, was so überhaupt nicht stimmt. Die meisten sind genauso gut oder schlecht ausgebildet wie bei der DB bzw. es gibt viele exDBler (oder exDRler) bei den NE-Bahnen (je nach EVU).
Schwarze Schafe gibt es überall, die einen haben mehr davon, die anderen weniger. Aber dieses Schwarz-Weiß-Bild mag ich gar nicht. Da hast du zu viele Vorurteile Russenfahrer, ist ja nicht der Regelfall was du geschildert hast (abgesehen davon gehe ich davon aus dass der Zs1-Verweigerer hoffentlich aus dem Bahnbetrieb entfernt wurde).




von Stilllegungskandidat - am 20.11.2011 12:55
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