Weiterer Velaro-Auftrag für Siemens aus Russland (PM)

Startbeitrag von Gestern am 20.12.2011 08:29

In Höchstgeschwindigkeit durch den Winter
Auftrag über acht Velaro RUS plus Service-Vertrag – Gesamtwert rund 600 Millionen Euro

Die russische Bahngesellschaft RZD hat bei Siemens acht weitere Hochgeschwindigkeitszüge „Velaro RUS“ in Auftrag gegeben. Hinzu kommt ein Instandhaltungsvertrag für die Dauer von 30 Jahren. Insgesamt beträgt das Auftragsvolumen rund 600 Millionen Euro. Die Auslieferung der Züge, die im Werk Uerdingen gefertigt werden, beginnt im Januar 2014. „Es freut uns sehr, dass die RZD beim weiteren Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs wieder auf Siemens setzt“, sagte Siemens-CEO Peter Löscher, der heute in Moskau die entsprechenden Vereinbarungen mit Vladimir Yakunin, Präsident der RZD, unterzeichnete.

Durch den Nachfolgeauftrag wird die Kapazität der RZD-Hochgeschwindigkeitsflotte, die heute ausschließlich aus Zügen von Siemens besteht, mit einem Schlag verdoppelt. Die zusätzlich bestellten acht Züge mit jeweils zehn Wagen sollen auf der Strecke Moskau – Sankt Petersburg eingesetzt werden, um die hohe Nachfrage der Kunden bedienen zu können. Das in Russland Sapsan – zu Deutsch „Wanderfalke“ – genannte Modell basiert auf der Velaro-Plattform von Siemens,dem aktuell erfolgreichsten Hochgeschwindigkeitszug der Welt.

Seit Ende 2009 verbinden acht Sapsan-Einheiten die Hauptstadt Moskau mit den Metropolen Sankt Petersburg und Nischni Nowgorod. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern verkürzte sich die Fahrzeit gegenüber den bislang eingesetzten Zügen erheblich, beispielsweise nach Sankt Petersburg um eine Stunde. Die Züge sind für extreme Witterungsbedingungen von minus 40 bis plus 40 Grad ausgelegt und haben sich in der Praxis durch einen reibungslosen Betrieb sowie höchste Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit bewährt. Bereits seit 2009 ist Siemens auch für die Instandhaltung der Flotte verantwortlich. Die Wartung der Züge erfolgt in einem der weltweit modernsten Depots etwas außerhalb von Sankt Petersburg. Die dort eingesetzten neuen Instandhaltungstechniken, wie etwa Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung), sowie die kontinuierliche Überwachung der Fahrzeuge im Betrieb sorgen dafür, dass seit Vertragsbeginn die vertraglich vereinbarte Verfügbarkeit von 98 Prozent stets deutlich übertroffen werden konnte.

Der Velaro RUS nutzt die sogenannte verteilte Traktion. Dabei sind Antrieb und alle Technikmodule im gesamten Unterflurbereich verteilt und nicht wie bei herkömmlichen Zügen in den Lokomotiven am Kopf und Ende des Zuges untergebracht. Auf diese Weise wird eine um rund 20 Prozent höhere Sitzplatzkapazität, eine stärkere Beschleunigung und bessere Steigfähigkeit erreicht. Mit dieser Technologie erhöht sich die Wirtschaftlichkeit insgesamt im Vergleich zu konventionellen Zügen erheblich.

Die zehnteiligen Triebzüge des Velaro RUS sind jeweils 250 Meter lang und bieten Platz für 600 Fahrgäste. Die Fahrzeuge sind für die russische Spurweite und das russische Umgrenzungsprofil ausgelegt und rund 33 Zentimeter breiter als die in Deutschland eingesetzten ICE-3-Züge der Deutschen Bahn. In den jetzt bestellten Zügen wird es zusätzlich zur Business-Klasse eine Premium-Klasse sowie eine besonders komfortable VIP-Zone geben. Alle Wagen verfügen außerdem über Internet-Anschluss.

Antworten:

Bleibt zu wünschen, daß sich das Haus Siemens Mobility in der Einschätzung seiner Produktionskapazitäten und der existenten Man-Power im Werk Uerdingen an die
Gegebenheiten erinnert.
Das Auftragsportfolio für die 320 ICx-Triebzüge, die 16 Velaro-D, die 8 Velaro-RUS, die diversen Orders für MainLine-Regionaltriebzüge, könnte im Werk Uerdingen unerwartet zu neuerlichen Lieferverzögerungen (siehe die 16 Velaro-D) führen.

Es ist leider Branchen-Usus, Aquiso voranzusetzen und heimlich eine Lieferverzögerung mit einzukalkulieren. - In der Erkenntnis, dem Auftraggeber bleibt nach der Order keine Alternative, um zu seinen Fahrzeugen zu kommen; selbst wenn sich die Auslieferung nicht nur um Quartale sondern Jahre verzögert.
Dem Auftraggeber bleibt nur der schwache "Trost", bei Lieferverzögerungen Konventionalstrafen geltend machen zu können. Die jedoch in der Kaufpreiskalkulation herstellerseitig schon einkalkuliert sind.

Widrigenfalls wären alle Bahnhersteller längst pleite.

von Noricus - am 20.12.2011 20:00
Uerdingen kriegt das schon hin, die ICx Wagenkaesten werden ja in grossen Teilen von Bombardier vorgefertigt, ausserdem kann Wien bei Bedarf auch noch was stemmen.

Das Hauptproblem beim Velaro D sind ja nicht die Werkskapazitaeten von Siemens sondern die Zulieferer.

Du hast btw. die 10 Eurostart 320 Velaros vergessen ;-)

von Siemensianer - am 20.12.2011 20:34
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.