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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 1 Monat
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Martin Pfeifer, 223 061, nix mehr, V90-Fahrer, 183 001

Off-topic: Ein paar Bilder von der OSEF-Fahrt auf den Vattenfall-Gleisen im Lausitzer Braunkohlerevier am 28. Juli 2012

Startbeitrag von Martin Pfeifer am 31.07.2012 19:56

Servus,

am Samstag konnte ich endlich an der von den Ostsächsischen Eisenbahnfreunden schon seit einigen Jahren angebotenen Rundfahrten über die Vattenfall-Gleise im Lausitzer Braunkohle-Revier teilnehmen. Die Fahrt begann für mich in Dresden und ging zunächst über Bahn-AG-Gleise bis nach Peitz Ost. Es folgte eine Fahrt auf der Kohlenverbindungsbahn bis zur Hauptwerkstatt in Schwarze Pumpe. Die Strecken mit Zugbetrieb sind mit älteren Relais-Stellwerken und einigen neueren ESTW ausgerüstet, die von einem Zentralstellwerk in Schwarze Pumpe aus ferngesteuert werden. Hier mal ein Blick auf die Signale im Bereich des Stellwerkes "552"


Besonderheit ist das rechts stehende Signal, welches geschobenen Züge Halt gebietet (Halt erwarten plus gelber Streifen). In bestimmten Bereichen des Braunkohlen-Tagebaues verkehren die Kohlezüge in einer Richtung geschoben (ohne Steuerwagen), so das hierfür ein spezielles Haltsignal erforderlich ist. Früher wurde dafür "Hl S" - zwei blaue Lichter nebeneinander - verwendet.

Wir haben mittlerweile die Hauptwerkstatt in Schwarze Pumpe erreicht, wo es vor dem Zentralstellwerk des zentralen Eisenbahn-Betriebes sogar einen richtigen Bahnsteig und ein (allerdings ungültiges) Formsignal gibt.


Nach dem Besuch des Zentralstellwerkes war eine Besichtung des Kraftwerkes Schwarze Pumpe angesagt. Wo der Strom herkommt, bis er bei Euch aus der Steckdose kommt, dürfte Euch nicht besonders interessieren (ich habe auch nicht viel fotografiert), aber der Blick aus der Aussichtsplattform auf dem 161 m hohen Turm ist schon überwältigend.


Wir sehen unter anderem die modernisierte alte Brikettfabrik "Schwarze Pumpe" sowie im Vordergrund auf den beiden Beton-Bogenbrücken die Bunkergleise für die Brikettfabrik (rechts deren Entladung) und das Kraftwerk.

Auch darf der Blick in das Feuer nicht fehlen, auf dem Bild ist allerdings mit 700°C eher der kältere Teil.


Zum Schluß noch die VT-Einheit der OESF auf dem "Trafo"-Gleis des Kraftwerkes.


Auf dem Rückweg waren wir dann vom "Haufen" in Hosena betroffen. Der Fahrplan für die Umleitung (über Knappenrode (Kopfmachen, weil von Spreewitz keine direkte Ausfahrt nach Bbf Graustein möglich ist) - Spremberg - Cottbus nach Ruhland) wurde erst in Spreewitz aus dem Stellwerk überreicht.


Die Rückfahrt war "Ferkeltaxe" intensiv, den mit entsprechend gekonnter Fahrweise hart am Limit von 90 km/h konnte der Tf immerhin 10 min Verspätung aufholen. Inklusive einer Durchfahrt in Ruhland über die Güterzuggleise, weil alle Bahnsteiggleise besetzt waren - gut gemacht, liebe Fdl und Tf...

Antworten:

Lebt denn die alte Kreisscheibe noch?

Jaaaaa, sie lebt noch, sie lebt noch, stirbt nicht.

Was ist denn das eigentlich für ein Lichtsignalsystem? Wahrscheinlich ein komplett eigenes System?

Gruß 223 061


Zitat
Martin Pfeifer
Hier mal ein Blick auf die Signale im Bereich des Stellwerkes "552"


von 223 061 - am 31.07.2012 20:13

Re: Lebt denn die alte Kreisscheibe noch?

Zitat
223 061
Jaaaaa, sie lebt noch, sie lebt noch, stirbt nicht.

Was ist denn das eigentlich für ein Lichtsignalsystem? Wahrscheinlich ein komplett eigenes System?

Gruß 223 061


Zitat
Martin Pfeifer
Hier mal ein Blick auf die Signale im Bereich des Stellwerkes "552"
...


Servus,

ich kenne nur einige ältere Signalbücher ("SOBr") aus der DDR-Zeit. Damals waren die Signale vom Signalbild, der Bezeichnung und der Anwendung her ganz normale Eisenbahn-Signale. Zum Teil gab es natürlich Anpassungen an die Verhältnisse im Braunkohlen-Tagebau.

Es spricht eigentlich nichts dagegen, ein aus der ESO für die "richtige" Eisenbahn geflogenes Signal im Braunkohlen-Tagebau weiterhin zu benutzen. Nur Widersprüche zur ESO darf es nicht geben. Die Bahn AG leistet sich solche Abweichungen von der ESO mittlerweile auch, und zwar bei den Überwachungssignalen für Rückfallweichen.

von Martin Pfeifer - am 01.08.2012 07:43

noch schnell eine Ergänzung

Servus,

habe ich vergessen: falls Interesse am Ausblick oder dem Einblick ins Feuer besteht, im Kraftwerk gibt es an Samstagen um 10:00 Uhr, 12:00 Uhr und 14:00 Uhr auch öffentliche Führungen, die ohne vorherige Anmeldungen zugänglich sind.

von Martin Pfeifer - am 01.08.2012 07:45

Link dazu

Hallo!

Hier mal ein Link mit Erklärungen:[www.stellwerke.de]

Auch sonst eine sehr gute Seite.

Gruß aus Nürnberg

V90-Fahrer

von V90-Fahrer - am 01.08.2012 09:37
Hallo Martin.

Ja so Industriefahrten sind immer recht interessant. Ich habe da auch schon mehrere mit gemacht. Was Ich Dir empfehlen kann, und sogar noch näher dran ist, ist die Wismut-Fahrt der IG 58 3047 aus Glauchau. Da macht die Wismut dann auch am Samstag Fahrten mit Ihren Sandzügen. Und die Großgeräte bei denen sind auch nicht uninteressant.

Gruß Thomas

von 183 001 - am 01.08.2012 10:34

Erinnerungen an die IBSE-Fahrt 1990er

Hallo,

so eine Kohlenanschlußbahnfahrt gab es mit der IBSE, wo ich etliche Jahre Mitglied war, Anfang der 90er.

Bereisung der Schmalspur mit V10B rund um Senftenberg/Hoyerswerda.
Man SAH! Man sah so viel an jenem Tage. Man wurde auf allen möglichen Strecken gefahren. Der Abbau der Fahrleitung war schon in Gange.
Leider ist das alles begrabene und abgerissene Geschichte.
Einige Dias im Archiv zeugen von jenem Erlebniss.


malo

von nix mehr - am 01.08.2012 15:47
Zitat
183 001
Hallo Martin.

Ja so Industriefahrten sind immer recht interessant. Ich habe da auch schon mehrere mit gemacht. Was Ich Dir empfehlen kann, und sogar noch näher dran ist, ist die Wismut-Fahrt der IG 58 3047 aus Glauchau. Da macht die Wismut dann auch am Samstag Fahrten mit Ihren Sandzügen. Und die Großgeräte bei denen sind auch nicht uninteressant.

Gruß Thomas


Servus,

eine Wismut-Fahrt habe schon zweimal mitgemacht, einmal mit den Glauchauern und einmal mit der Wisentatalbahn in der Ferkeltaxe. Die lohnt sich, auch wenn es von Jahr zu Jahr weniger Wismut und mehr rekultivierte Landschaft wird.

von Martin Pfeifer - am 01.08.2012 19:18

Re: Link dazu

Zitat
V90-Fahrer
Hier mal ein Link mit Erklärungen:[www.stellwerke.de]


Danke für diesen interessanten Link. Das erklärt vieles, wenn es auch nicht ganz zu dem obigen Bild passt. Statt zweimal Blau scheint man hier Gelb plus gelben Streifen zu benutzen. Ra12 und Kreisscheibe sind aber beschrieben.

@Martin: Hast Du so ein grün blinkendes Vorsignal gesehen? Grün blinkend als Halt-Ankündigung ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Gruß 223 061

von 223 061 - am 01.08.2012 20:01

Re: Link dazu

Zitat
223 061
Zitat
V90-Fahrer
Hier mal ein Link mit Erklärungen:[www.stellwerke.de]


Danke für diesen interessanten Link. Das erklärt vieles, wenn es auch nicht ganz zu dem obigen Bild passt. Statt zweimal Blau scheint man hier Gelb plus gelben Streifen zu benutzen. Ra12 und Kreisscheibe sind aber beschrieben.

@Martin: Hast Du so ein grün blinkendes Vorsignal gesehen? Grün blinkend als Halt-Ankündigung ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Gruß 223 061


Servus,

das gelbe Licht mit dem gelben Balken ist der Nachfolger vom Hl S. Das alte Hl S habe ich in Peitz, Bezirk "B2" noch an zwei Signalen gesehen, der Rest wurde schon umgebaut.

Nein, das grüne Blinklicht als "Halt erwarten" habe ich nicht bemerkt. Das dürfte bei so einer Sonderfahrt allerdings auch kaum vorkommen. Der Zug hat nämlich gemäß den örtlichen Vorschriften Vorrang vor allen anderen Zügen, so das wir höchstens beim planmäßigen Übergang in die Rangierbereiche (ohne stellwerksbediente Weichen, vor allem bei der Fahrt in den Bereich der Hauptwerkstatt) überhaupt mal "Halt erwarten" gesehen haben. Ich habe auch nicht die ganze Zeit vorne gestanden und alles fotografiert...

von Martin Pfeifer - am 01.08.2012 20:17
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