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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Joachim Piephans, 111227-5, Martin Pfeifer, dejue, 403, K. R., 218 002-4, 225 030, JimKnopff, Gradausfahrer, Gerald H

Ortstermin im Bw Regensburg: Ende (218 217) und Anfang (753 001) (m13B)

Startbeitrag von Joachim Piephans am 16.03.2013 19:52

Auf Wunsch von Jim Knopff und sicher einigen anderen hier einige Bilder aus dem Bw Regensburg 1, als es jedenfalls noch an ein solches erinnerte. Denn beide Ortstermine fanden eigentlich bei "DB Regio, Werk Regensburg" statt.

Aber zuvor noch drei Bilder Regensburger 218, die eher zufällig entstanden sind; hauptsächlich habe ich sie (und die 217!!) zwischen 1998 und 2004 auf meiner damaligen Hausstrecke Schwandorf - Furth i Wald abgelichtet. Etliche Aufnahmen davon sind bekannt, entweder schon hier gezeigt, oder aber im Buch "Von der Further Senke ins Egerland" der edition bohemica abgedruckt. Alle folgenden Aufnahmen sind Dias, jeweils einfach mit 1800 dpi gescannt und nur grob bearbeitet.




Aus meiner Anfangszeit, ich hatte seit zwei Jahren eine Spiegelreflex (die gute Minolta XG 1) und fotografierte seit zwei Monaten auf Diafilm: am 8.7.1983 rauscht 218 308 mit einem Schnellzug Stuttgart - Nürnberg durch den auf Crailsheim folgenden Bahnhof Ellrichshausen. Die Achse nach Stuttgart (via Rems- und Murrbahn) war damals noch eine Domäne der Regensburger 218, denn die Bespannung oblag der BD Nürnberg. Im Jahr darauf begann die Elektrifizierung Ansbach - Crailsheim - Aalen, und die Regensburger verloren das erste Stück ihres großen Zf-Kuchens.




Sprung in den Heimatbahnhof: gerade eben von der Schwandorfer Richtung her waren 218 308 (!!, an der Spitze) und 244 im Sandwich eingefahren, Aufnahmedatum war der 29.1.2001, Zugnummer RB 30245.




Impression aus dem Bw Regensburg, morgendliches Treffen von 323 646 und 218 005 auf den beiden Freiständen neben dem Ringschuppen an dessen Hof- (Ost-)Seite, 30.7.2001.

Nun aber zu den beiden Hauptterminen dieses Beitrages. Wie schon im anderen Beitrag gesagt, war ich in jenen Jahren um 2000 immer wieder auf Besuch in dem, was zu Bundesbahnzeiten die C-Gruppe war, also die Fahrzeugverwaltung mit angeschlossener Werkstatt. Ob das noch aus meiner früheren Vorliebe für die Nebenfahrzeuge herrührte (immerhin hatte Regensburg Klv 60-9001 und 96-0025 im Bestand) - ich weiß es beim besten Willen nicht mehr. Jedenfalls finden sich in den alten Notizbüchern die Namen und Durchwahlen noch von der C-Gruppe und später der Fahrzeugverwaltung des Regiowerkes und anderer. So bekam ich mit, daß die 218 217, die im ganzen Bestand (2000 waren das noch 54 Maschinen!) herausstach, nicht nur nach Trier abgegeben werden sollte, sondern auch die vergeblichen Bemühungen der Regensburger, die Maschine zu behalten - und die Woche, in der sie abgehen sollte. Also am einzig möglichen Tag von Roding nach Regensburg, es war gleich der Montag, der letzte Tag der Sommerferien (tags darauf geschah Schreckliches in den USA), und es regnete, aber das half ja nichts:



218 217 stand buchstäblich schon "auf dem Hof", nämlich auf dem Verbindungsgleis zwischen Werkhalle und Drehscheibe (im Rücken), links die E-Werkstatt, rechts ist die Verwaltung und dahinter die Kirchmaierstraße zu denken. Geputzt war sie nicht. Für die Trierer etwa? Der Lack war nach 27 Jahren ohnehin schon sehr verblichen, das wissen alle diejenigen nicht, die heute einer frisch lackierten 218 105 etc. nachjagen.




Dann gab es erst einmal ein Gruppenbild mit allen, die grad zur Verfügung waren. Den einzigen, den ich namentlich identifizieren kann, ist Alfons Michel (3. von links mit der hellblauen Strickjacke), er hatte die Arbeitsvorbereitung und Fz-Stelle, Herrscher über den Stahlschrank mit den Betriebsbüchern, mein Gewährsmann damals, extrem zuvorkommend. "Regensburger Maschinenmänner", klingt schwülstig, stimmt wohl aber. Die Stimmung war nicht besonders an jenem Tag ...




Extra wurde auf die Scheibe gefahren ...




... und dann in die Halle. Regensburg hatte ja eine nach damaligen Maßstäben moderne Werkstatt in die Deutsche Bahn eingebracht.




Zum Abschluß noch ein Schatz, von dem ich hoffe, daß er - wenn die Vorgaben heute noch gelten - ins Verkehrsarchiv Nürnberg, Abteilung Betriebsbucharchiv, gefunden hat oder finden wird. Alfons Michel hat ihn mir damals auf den Tisch zum Fotografieren gelegt. Groß auf dem Umschlag der Verweis auf die Verfügung (noch aus letzten Bundesbahntagen), die Lok im "Originalzustand" zu belassen, was besonders das äußere Erscheinungsbild betraf. Von vielen Baureihen sollte ja eine Maschine im Ursprungszustand erhalten bleiben (sog. Museumsloks des DB-Bestandes). Dies traf auch 218 217 wegen ihres solitären Lacks. Der hat übrigens mit den TEE-Zügen nur insoweit zu tun, als die beiden Farbtöne deren Erscheinungsbild entliehen sind. Und das kam so:
Für das neue Farbkonzept der Bundesbahn ab 1974 war für die Baureihe 218 (und andere) noch nicht klar, welche Farben sie erhalten sollten. Reisezugwagen sollten in der 2. Klasse ozeanblau-beige, in der 1. Klasse rot-beige (abgeleitet von der TEE-Farbgebung bzw. von den erstklassigen InterCities des IC 71-Netzes) werden. Aber die Loks? So bekamen die beiden Maschinen 218 217 und 218 218 in jenem Jahr als erste ihrer Baureihe die neue, gelungene Farbaufteilung: beiger Grundlack, darauf Dach, Abschlußbinde,Schürze und dynamischer Streifen im anderen Farbton - nur eben die 218 in ob, die 217 in rot. Beide wurde nebeneinander im AW Nürnberg vorgestellt. Die Aufteilung gefiel, und beim deckenden Farbton fand - warum auch immer - die ob-Variante den Vorzug. Heerscharen von Eisenbahnfreunden hätten vermutlich anders entschieden. So aber bekam die 218 218 hunderte Schwestern, die 218 217 blieb ein Einzelgänger. Sparsam, wie die Bundesbahn war, lief sie in dem nun einmal aufgetragenem Lack durch die Jahrzehnte, welcher ihr zum Aufkleber auf dem Betriebsbuch verhalf. Aber was scherte die neue Deutsche Bahn eine Verfügung der alten Bundesbahn? 218 217 fuhr einige Zeit rot-beige durch die Eifel, wurde HU-pflichtig und versank im verkehrsroten Farbtopf. Seitdem war sie nur noch eine 218 unter vielen ... Wo steckt sie eigentlich, existiert sie noch? Ich weiß es nicht.

Schnitt, Sprung: siebzehn Monate später stand doch tatsächlich wieder eine rot-beige V 160 auf dem Regensburger Hof. Aber es war natürlich keine 218 217, und es war auch keine *Baureihe* 217 des Regelbestandes, den hatte Regensburg Anfang November 2000 nach Mühldorf abgegeben (woraufhin der Hype im sog. "Dieselparadies" einsetzte; ich war nur einmal, gleich drei Wochen danach, in Mühldorf und Tüßling, seitdem nicht mehr), seitdem brummten ukrainische Großdiesel vor unseren Kohlenfrachten. Es war eine der beiden Bremslokomotiven des FTZ, früher VersA München-Freimann, die 217 001, die jetzt 753 001 hieß. Unterhalten wurden die beiden nach wie vor in Regensburg. Und ich hatte natürlich Bescheid, daß sie den "Traditionslack" bekommen hatte, und der 13. Februar 2003 war ein wunderschöner Wintertag. Die 218 217 war es freilich nicht mehr, so eine Geschichte kann man nicht einfach mit anderer Nadel weiterstricken!




Erst einmal ein Standard an der E-Werkstatt.




Die Front.




Ein verschubberechtigter Werkstattmitarbeiter hat mir die Maschine dann verfahren.




Die Aufnahme auf der Scheibe bewies bald darauf Titelbildqualität. Die Scheibe selbst war noch umfangreich für Lokführer-Selbstbedienung (Steuerung aus dem Führerstandsfenster erreichbar; Einsparung des Wärters) eingerichtet worden; der Schuppen erfuhr keinerlei Instandhaltung mehr. Stand auch nicht mehr viel drin, ein oder zwei Dreiachser, mehr meistens nicht.




Und das Letzte, weil die Sonne gar so schön schien.


Soweit. Gibt es eigentlich Aufnahmen von den oder der letzten 218 im Bw Regensburg, also unmittelbar vor der Abgabe, Gruppenbilder mit Personal oder dergleichen - oder ging das alles sehr still vonstatten?


Von der ersten hier gezeigten Aufnahme der 753 001 sowie vom Motiv an der Scheibe habe ich übrigens noch ungerahmte Varianten bei mir, insgesamt vier Originaldias (an der Scheibe quer und hochkant). Ich würde diese tauschen, wenn mir jemand unter den geschätzten Forumsmitgliedern adäquate Originaldias in gleicher Stückzahl und bester Qualität anbieten könnte (etwa Prager mit 218 zwischen Hersbruck und Schwandorf oder 610-Mehrfachtraktion in türkis-mintgrün an schöner Stelle). ;-) ;-) Bitte per PN melden.

Schönen Abend,
Joachim

Antworten:

Auch wenn ich nicht gerade größter Freund des Diesels bin: Immer wieder schön diese Bilder aus der Heimat in alten Zeiten...

Dank an alle die ihre Schätzchen hier zeigen!

von 403 - am 16.03.2013 19:59

hat sich erledigt ;-)

owt

von Gradausfahrer - am 16.03.2013 21:04
(-;

von 403 - am 16.03.2013 21:21
Servus !

...also erstmal vielen Dank für die Fotos ;-)...

...aber jetza muss ich doch noch a bissle ausholen...

...zur 218 217: ja, die gibts noch...steht in mehr bescheidenem Zustand in Koblenz...
...jaja, ich alter Narr...bin doch tatsächlich mit nem Kumpel kurz vor ihrer Abstellung nach Trier gefahren und wir haben uns von ihr nen ganzen Tag durch die Eifel fahren lassen, an dieser Aktion waren übrigens auch 218 137 (jetza wieder in City-Bahn-Lackierung) und die aktuell in Mühldorf auf ihr letztes Stündlein wartenden 218 206 und 218 216 (einst auch 20 und 26 Jahre in NRH daheim) beteiligt...
...aber die Abgabe der 218 217 nach Trier war ein Sinnbild für das Los der Regensburger...nach ca 1992 fast zu jedem Planwechsel das gleiche Spiel...
...irgendwelche Loks wurden getauscht bzw besser mußten mit anderen Werken getauscht werden...und wenn die "Neuen" vom teilweise rollenden Schrotthaufen zur tauglichen Maschin`aufgearbeitet waren...dann ging das Ganze von Neuem los...

...schö find ich auch das Bild in der Werkstatt mit dem Glasreiniger im Fenster der 218 217...nach abgeschlossener Frist und Außenreinigung immer das gleiche Ritual: mit Schaufel und Besla die Führerstände rauskehren und dann noch die Fenster putzen, aber nein...nicht nur die Führerstandsfenster...auch die Fenster im Maschinenraum...habt ihr zu jener Zeit mal Maschinen aus Ulm, Darmstadt, Hagen oder Kaiserslautern angschaut ? die haben netmal regelmäßig eine Außenreinigung gemacht, geschweige denn ein Fenster geputzt...

...Abschiedsfotos von den letzten Loks ?...waren doch eh nur noch drei, die damals an jenem Freitag Abend noch unten an der Scheibe standen...am Samstag warens dann glaub i eh scho weg...


...jetza nochma zu dem Beitrag weiter unten wegen der "mangelden Wirtschaftlichkeit"...
...wenn es nur von irgendeiner Seite Unterstützung gegeben hätte...und mit der BEG-Entscheidung zum Regensburger Stern war das Ende endgültig besiegelt, das ist scho klar...
...aber es war ja scho immer so...die Einen haben sich vollgesaugt und die Anderen glotzen in die Röhre...
...nehmen wir mal Hof: seit dem Ende der 01-Einsätze hat das Bw bei der Fahrzeugunterhaltung zu mindestens 75% nur von aufzulösenden Beständen (Bayreuth,Kirchenlaibach,Bamberg,Lichtenfels,Schwandorf,Plattling usw) und den aus politischen Gründen in Hof beheimateten 628 gelebt...
...mit welcher Begründung stellt Nürnberg aktuell die Fahrzeuge des Ringzug Ost?...
...`München wär ja noch zu verstehen, aber mit Regio Franken hat die bediente Strecke wenig zutun...
...was ist mit den VT der Gäubodenbahn?...ja, selbst die 610 hätten bei dem jetzigen Einsatzgebiet theoretisch eine Berechtigung in NRH...

...aber dazu muss ma vielleicht die Regensburger Bahngschichte etwas bemühen...
...bis 1976 gab es hier ja noch eine Bundesbahndirektion...als sich jene in Auflösung befand...wurde den Regensburgern als Entschädigung oder auch als Beruhigung der erhitzten Gemüter die Beheimatung der Großdiesel (218) für die BD Nürnberg zugesichert...dazu noch ein Exkurs: vor den 217/218 waren in Regensburg neben den allgegenwärtigen Rangierloks ja auch E-Lok,andere V-Lok,ET oder VT daheim (118,194,211,216,426,795/995)...
...gut, das Bw NRH war mit den V160 gut ausgelastet...aber scho alleins die Tatsache, das beispielsweise die Gestellung der V100 für die Waldbahn nach der Auflösung von Plattling dem Bw Hof übertragen wurde und das die Gestellung der Fahrzeuge für die Gäubodenbahn in den letzten 20 Jahren gefühlte fünfmal zwischen Hof und Mühldorf hin- und wieder zurück geschoben wurde...sind neben den ständigen Umwelzungen seit der Bahnreform die ersten Anfänge für den Untergang des Werkes in Regensburg gewesen...

...ich phanthasiere mal: 14 111 für den Ringzug Ost und der verbliebenen Leistungen zwischen München/Landshut und Passau samt den Dostogarnituren, 6 628 für die Gäubodenbahn und die 15 610...dazu als Auftragnehmer für Schenker die Rangierloks Regensburg Ost, Plattling und Landshut...scho hätte ma das Werk (zumindest vorläufig) erhalten können...

...gut, auch andere ehemalige Dienststellen und Regionen in den alten Bundesländern hat es ähnlich hart getroffen...aber in knapp vier Jahrzehnten vom Sitz einer Bundesdirektion zur mickrigen Personal-Meldestelle...ein beispielloser Untergang...der noch mehr weh tut, weil a.) stets ordentliche und gute Arbeit gemacht wurde...und b.) die Regensburger stets zugänglich, aufgeschlossen und auch kundenorientiert gewirkt haben...

in diesem Sinne
Oli

von 111227-5 - am 17.03.2013 00:45
Mal eine Frage an Insider:

Wie kommt es dazu, das gerade eine bestimmte Lok abgegeben werden muss? Joachims Ausführungen vermittelten den Eindruck, dass die Regensburger diese Lok gerne behalten hätten. Und beim damaligen Umbeimatungskarussel war es so, dass es nicht etwa um ZWS oder andere Sonderausstattungen ging, sondern nur 218.1 (zu denen ich mehr als die Loks mit 100er-Nummern zähle) geschoben wurden.

von Gerald H - am 17.03.2013 08:52

Herzlichen Dank!

Servus Joachim!

Danke für den schönen Bilderbogen! Damals war halt noch was los im Bw Regensburg. Muss mich auch noch auf die Suche nach "alten" Aufnahmen (1999 bis heute) machen. Durch meine Loküberführungen (V60/V90/203.1) kam ich auch des öfteren in die Werkstatt und die Kamera war eigentlich auch immer dabei.

Schönen Gruß
Gabriel

von JimKnopff - am 17.03.2013 10:55
Zitat
Gerald H
Mal eine Frage an Insider:

Wie kommt es dazu, das gerade eine bestimmte Lok abgegeben werden muss? Joachims Ausführungen vermittelten den Eindruck, dass die Regensburger diese Lok gerne behalten hätten. Und beim damaligen Umbeimatungskarussel war es so, dass es nicht etwa um ZWS oder andere Sonderausstattungen ging, sondern nur 218.1 (zu denen ich mehr als die Loks mit 100er-Nummern zähle) geschoben wurden.


Servus,

meines Wissens hatte die 218 217 kurz nach ihrer Umbeheimatung nach Trier Fristablauf, der nochmal um ein Jahr verlängert wurde - danalch kam dann der vr-Farbtopf zum Einsatz.

Meines Wissens nach hatte die ganze Verschieberei eigentlich nur kaufmännische Hintergründe. Die diversen DB-AG-Gesellschaften verschachern sich ja untereinander Fahrzeuge wie Dritte untereinander. Das Werk Regensburg hatte also durch den Verlust von Leistungen einen Überbestand an 218'er und konnte folglich Maschinen verkaufen. Anderere Werke hatten Tfz-Mangel, aber noch längere Zeit Bedarf. Es war für diese Werke preiswerter, eine gute erhaltene Lok mit fast abgelaufenen Fristen eines anderen Werkes zu kaufen und dieser Lok nach einer (so weit möglich) Fristverlängerung eine erneute Hauptuntersuchung zu verpassen. Es war damals schon absehbar, das diese "verschacherten" Loks keine weitere Hauptuntersuchung bekommen, weil zum Ende ihrer Fristen ja wieder woanders Loks frei werden, die auf die gleiche Art und Weise weitergereicht werden.

Extrem sieht man dies bei DB Autozug Sylt, die sich um 2002 herum mit 215 (als 215.9 geführt) vollgesogen haben und diese Loks nach Fristablauf durch günstig beschaffte 218'er ersetzt haben. Auch DB Nachtzug macht dieses Spiel mit ihren 110'ern schon einige Zeit.

von Martin Pfeifer - am 17.03.2013 20:51
Servus !

...naja...nachvollziehbar ist das dann doch schon irgendwo...
...das ma zuerst das abgibt, wo in absehbarer Zeit die größten Kosten anfallen...und die Zeit der Wohltäter in den Führungsetagen war 2001 auch schon vorbei, jene die aus Sentimentalität dafür gesorgt hätten, das die 218 217 in der Oberpfalz bleibt...

...aber auch hier muss ma a bissle ausholen...
...wegfallende Leistungen...
...30.09.2001...zum Fahrplanwechsel im Juni 2001 Übernahme der RE`s Hof-Bamberg durch 612...zum gleichen Datum übernahm auch die VBG die vorher mit 218 gefahrenen Leistungen zwischen Hof und Weiden...
...und zum Fahrplanwechsel eben im September tauchten die im Herbst 2000 stillgelegten 610 wieder auf...und zwar auf der RE-Linie Regensburg-Hof...
...zum Fahren des 610-Ersatzverkehrs von Nov 2000 bis Jun 2001 hat Regensburg mit seinen 218 scho taugt...aber wer hat anschließend mit ständig weniger werdenden 218 für entsprechende Bestand habende Ersatztätigkeiten für das Bw Regensburg gesorgt ?...

...mit der 218 217 mußten am 30.09.2001 gehen...
...218 251, 270, 305 und 306 nach Trier...
...218 264, 265 und 266 nach Lübeck...
...218 409 und 410 nach Leipzig...

...zur Frage was geb ich warum ab...
...Regensburg hatte zu jener Zeit ja noch die Vorserien im Bestand...die wollte sowieso niemand ;-)...und bei den Serienloks gings halt dann um die Restzeitfristen sowie teilweise auch um die Motorenbauart (TB10)...und da hatte die 218 217 mit ihrer letzten HU vom 11.10.94 eben schlechte Karten...spätestens im Oktober 2002 hätte sie ihr "rot-beige" vermutlich auch bei einer weiteren Beheimatung in Regensburg verloren...oder glaubt jemand ernsthaft daran, das sie in Bayern der Umlackierung entkommen wär ? (wo wir wieder bei den nicht mehr vorhandenen Wohltätern von oben wären)...
...übrigens: die letzte Hauptuntersuchung einer Regensburger Serien-218 wurde am 07.06.2001 an der 218 188 durchgeführt...

Gut N8
Oli

von 111227-5 - am 17.03.2013 23:31
Zitat
111227-5
...und da hatte die 218 217 mit ihrer letzten HU vom 11.10.94 eben schlechte Karten...spätestens im Oktober 2002 hätte sie ihr "rot-beige" vermutlich auch bei einer weiteren Beheimatung in Regensburg verloren...oder glaubt jemand ernsthaft daran, das sie in Bayern der Umlackierung entkommen wär ?


Und warum wurde dann im Winter 2002/2003 die 753 001 rot-beige lackiert, ein Retorten-Projekt sozusagen? Da muß doch jemand massiv dafür gesprochen haben und das durchgesetzt haben? Warum hätte das dann im gleichen Zeitraum. vieleicht drei Monate früher, nicht auch und erst recht bei der 218 217 klappen sollen??
Einzige Erklärung: 753 001 war schon dem FTZ zugeschrieben, da gab es eine gewisse Narrenfreiheit, während bei DB Regio die strenge Linie gefahren wurde, der CI (Konzern-Erscheinungsbild) alles, aber auch alles unterzuordnen.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 18.03.2013 11:28
Bzgl. 753 001 und später 753 002:
Richtig, die einzelnen Konzernbereiche hatten da einen gewissen Spielraum.
Bei Regio war der zur damaligen Zeit bzgl. Lackierung eine Toleranz Abweichung
von 0,0 Prozent.
Die beiden 753 gehörten dem FTZ und da gab es einige Leute denen der rot-beige Farbton gut gefiel. Damals waren ja auch 750 003 und 103 226, später 103 235 beim FTZ und die waren eh rot-beige.
Es wurde kurzzeitig sogar mal darüber nachgedacht auch die 110 169 rot-beige lackieren zu lassen.

Bzgl. 218 217:
Sicher wurden die Loks nach den bereits genannten Regeln "umhergeschoben", die
218 217 hätte aber ihr letztes Jahr vor der Hauptuntersuchung weiterhin in der Oberpfalz statt der Eifel verbracht wenn nicht entscheidende Leute Ende September 01 im Urlaub gewesen wären.
Einer Umlackierung wäre sie aber wie bereits erwähnt auch in Bayern nicht entgangen bei der HU.

Die Lok war im eintägigen Umlauf zwischen Forchheim und Ebermannstadt im Einsatz wo planmässig einmal pro Woche nachts getauscht wurde.
Ich habe 218 217 zu dieser Zeit auch dort einen ganzen Tag fotografisch begleitet.
Als ich am nächsten Tag während der damals üblichen Zugpause am Nachmittag nach Forchheim kam, sah ich sie gerade noch Lz Richtung Nürnberg verschwinden.
Auf Nachfrage bei einem Bekannten (Lokleiter in NN) bekam ich die Auskunft, die Lok müsse dringend einem Güterzug nach Saarbrücken beigestellt werden wegen Umbeheimatung. Das Ganze hat dann sogar den Ausfall einer RB nach der Zugpause nach sich gezogen.
Denke da haben welche die Gunst der Stunde (siehe oben) genutzt......


Frage zu einem damaligen Gerücht:
Stimmt es eigentlich, dass die 218 217 schon etwas früher einer Umbeheimatung nur entging, indem sie kurzfristig leihweise ins oberbayrische verliehen wurde und deshalb nicht greifbar war?

Viele Grüße,
dejue

von dejue - am 18.03.2013 15:26
Jetzt würde mich aber der genaue Tag interessieren, an dem die Maschine von Forchheim weg Lz nach regensburg und sofort weiter nach Trier ging (müßtest Du ja anhand deines Bildarchivs, Aufnahmen vom Vortag, rausfinden können).

... weil entscheidende Leute Ende September 2001 im Urlaub waren? Ich habe irgendwann in der Woche vor dem 10. September von der Umbeheimatung erfahren, sonst hätte ich den Fototermin damals nicht gemacht und wäre nicht extra nach Regensburg reingefahren. Es muß also schon Anfang September klar gewesen sein, daß die Maschine weggeht.

Vieleicht können wir beide das datumsmäßig synchronisieren, schau doch bitte mal in deinen Notizbüchern nach. Die tatsächliche Abgabe war dann, wie du schilderst, wohl wirklich ein Husarenstreich. Da befürchtete jemand, die Regensburger könnten eine andere Lok schicken, und würden Theater wegen des Einzelgängers machen. Also nur schnell weg aus deren Einzugsbereich ... den Trierern wird wurscht gewesen sein, wie der Neuzugang bepinselt war, und welche Farbe er nach einer HU bekommt.

J.

von Joachim Piephans - am 18.03.2013 16:00
Hallo,

Zitat

Frage zu einem damaligen Gerücht:
Stimmt es eigentlich, dass die 218 217 schon etwas früher einer Umbeheimatung nur entging, indem sie kurzfristig leihweise ins oberbayrische verliehen wurde und deshalb nicht greifbar war?


diese Frage kann ich zwar nicht beantworten, aber dafür ein weiteres Gerücht liefern: in Mühldorf sollte vor einigen Jahren der damalige Paradiesvogel 218 418 an eine andere Dienststelle abgegeben werden, hatte jedoch zum anvisierten Abgabetermin plötzlich "zufällig" einen Defekt und musste mangels Lauffähigkeit in die Werkstatt, weswegen dann eine andere 218.4 abgegeben wurde. Ob's stimmt - keine Ahnung.

von 218 002-4 - am 18.03.2013 16:04
NEIN - das war wirklich nur tooooooooooooooooooooootaler Zufall ;-) EHRLICH!!

Mehr sag ich dazu jetzt nicht! :-)

Die Mühldorfer hatten auch so "Ihre Schätzchen", wobei das ozeanblau-beige V60-Schätzchen nicht so ihr Fall ist.

Gruß K. R.

von K. R. - am 18.03.2013 16:55
Zitat
dejue

Die Lok war im eintägigen Umlauf zwischen Forchheim und Ebermannstadt im Einsatz wo planmässig einmal pro Woche nachts getauscht wurde.
Ich habe 218 217 zu dieser Zeit auch dort einen ganzen Tag fotografisch begleitet.
Als ich am nächsten Tag während der damals üblichen Zugpause am Nachmittag nach Forchheim kam, sah ich sie gerade noch Lz Richtung Nürnberg verschwinden.
Auf Nachfrage bei einem Bekannten (Lokleiter in NN) bekam ich die Auskunft, die Lok müsse dringend einem Güterzug nach Saarbrücken beigestellt werden wegen Umbeheimatung. Das Ganze hat dann sogar den Ausfall einer RB nach der Zugpause nach sich gezogen.
Denke da haben welche die Gunst der Stunde (siehe oben) genutzt......


Frage zu einem damaligen Gerücht:
Stimmt es eigentlich, dass die 218 217 schon etwas früher einer Umbeheimatung nur entging, indem sie kurzfristig leihweise ins oberbayrische verliehen wurde und deshalb nicht greifbar war?

Viele Grüße,
dejue


Servus !

...wenn es net so lang her wäre ;-) ...

...aber soweit ich mich erinnern kann: ja, da war mal was, die Lok war vorher mal verborgt...nach Kempten...aber zeitlich kann ich das nicht mehr eingrenzen...
...das mit dem Einsatz Forchheim-Ebermannstadt kurz vor dem Ende dämmert mir auch noch irgendwo...aber im Güterzug nach Saarbrücken ?...
...und: wer soll da im Urlaub gewesen sein ? und wie hättens denn die Umbeheimatung verhindern sollen ?...die Maschin` in Schwandorf im Schuppen verstecken oderwie ;-) ?...

Pfürti Oli

von 111227-5 - am 18.03.2013 21:46
Zitat
111227-5
Zitat
dejue

...
Viele Grüße,
dejue


Servus !

...wenn es net so lang her wäre ;-) ...

...
...das mit dem Einsatz Forchheim-Ebermannstadt kurz vor dem Ende dämmert mir auch noch irgendwo...aber im Güterzug nach Saarbrücken ?...

Pfürti Oli


Servus,

ich habe damals(R) die Umbeheimatung der 218 217 nach Trier natürlich aus der Perspektive meines damaligens Wohnsitzes im Rhein-Neckar-Gebiet verfolgt. 12 Jahre später erlaube ich mir daher einfach mal ein Zitat aus einem damals von mir verfassten Email mit der Vollzugs-Meldung der Umbeheimatung.

Zitat
Martin Pfeifer
Hallo Leute,

wegen der unklaren Nachrichtenlage gestern abend (DS-Forum wurde gewartet) hab ich mich heute abend mal bei der Lokleitung RMR nach der 218 217 erkundigt. Laut DB-Computer von 26.09.2001 19:03 Uhr ist die Lok eine Trierer Maschine. Der FZ-Auftragskette nach wurde die Lok als GA-Lok mit dem 44540 NNR ab 23.35 nach SSR an 07.05 überführt.

Zum Zeitpunkt des Ausdrucks fährt die Lok als "WC" (Wendezug, die Stellung der Lok kann ich daraus nicht so spontan erkennen) den RE 23010 Mainz Hbf ab 18.35 Saarbrücken Hbf an 20.57. Dann ist als Leistung nach von 21.25 bis 21.35 OK--T vorgesehen, das könnte wohl eine Betankung sein. Dann endet die Auftragskette leider.
...


Mir gelang es dann tatsächlich am 28.09.2001 eine Fahrt zu meinen Eltern über Trier "umzuleiten", vielleicht zeige ich die Bilder dieser Aktion hier später mal - die Dias müssen aber erstmal eingescannt werden.

von Martin Pfeifer - am 19.03.2013 18:42
Anhand alter Dienstpläne hatte ich am Mo dem 24.09 frei und am Di den 25.09 bis 14 Uhr Dienst. Da die Zugpause auf der Strecke den Zug zur Std. 15 ab Forchheim betraf,
kann es sich nur um diese beiden Tage gehandelt haben.

Leider war das Wetter an diesen Tagen nicht sonderlich Fotofreundlich, da die 218 217
zuvor aber auch öfter mal auf der Strecke fuhr, gibt es von anderen Tagen wenigstens Sonnenaufnahmen im Archiv.

Das die Lok Regensburg verlassen muss war so geplant, aber das war es vorher auch schon mind. 2 Mal und da konnte es verhindert werden.
Die eine Sache war die mit dem Gerücht, Jahre zuvor konnte es ein ehemaliger Mitarbeiter der damaligen BD Nürnberg verhindern, weil die Lok als Ersatz bzw. Ausstellungsobjekt bei diversen Bahnhofsfesten und Nostalgie Fahrten der damaligen Nürnberger Dampflok Flotte dienen "musste".

Viele Grüße,
dejue

von dejue - am 19.03.2013 18:53
Servus !

...danke dir für die genauen Infos von damals...so ergibt das Ganze schon ein ziemlich eindeutiges Bild, vielleicht wär der Schuppen in Schwandorf dann doch der sicherere Platz gewesen :-)...war mir ehrlich gsagt nicht mehr so in Erinnerung...


...zwei Dinge fallen mir dazu spontan ein...

...das Ende der anderen Hälfte des Farbkonzeptes anno 1974, nämlich die 218 218, blieb dagegen weitgehend unbeachtet, leider...scho alleins wegen der Nummer...

...und dann gibt es im Jahr 2013 Fernverkehr München...da gibts Herren, die dafür gesorgt haben...na ihr wißt schon...103 245...und dann fährt das Teil auch noch Planzüge...
...und was muss ich nach den ersten Betriebstagen in den verschiedenen Foren
lesen...da wird sich über alles aufgeregt...das falsche DB-Logo, der Steuerwagen in der Garnitur hinter der Lok stört sowieso, usw...mei, mei, mei...
...wie wäre es schön, wenn die 218 217 in rot-beige einmal am Tag mit 5 n-Wagen ein RE-Zugpaar von Regensburg nach Hof oder von Mühldorf nach München fahren würde...

in diesem Sinne
Pfürti Oli

von 111227-5 - am 19.03.2013 19:56
Geb ich dir völlig recht. Ich hab die 103 245 hier vor meiner Haustür. Was für eine sanfte Anfahrt in Treuchtlingen, was für eine leise sausende Durchfahrt in Ellingen - da ist mir das invertierte Logo und der Steuerwagen doch völlig egal. Sie fährt in aller Eleganz, und das allein zählt.

J.

von Joachim Piephans - am 19.03.2013 23:20

Danke fürs Zeigen, Joachim :-)

Servus,

leider bin ich erst heute auf diesen schönen Beitrag gestoßen, der mir viel Spaß gemacht hat.
Ich kann mich auch noch gut an einen Besuch im Bw Regensburg im Jahre 1988 erinnern, als ich u.a. die 217 002, damals noch altrot und als"217" beschriftet fotografieren konnte...
Damals durfte man gegen Zahlung einer Versicherung noch in Begleitung eines Bereitschaftslokführers das Bw besichtigen.

218 217 konnte ich 1988 auch einmal im Allgäu erwischen, als sie einen Sonderzug von Oberstdorf nach Kempten zu fahren hatte.

Viele Grüße aus dem (Ost-) Allgäu

Wolfgang

von 225 030 - am 27.03.2013 08:14
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