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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bundesland Franken, Höllenthal, derSchlömener, Martin Pfeifer, Stilllegungskandidat, domos, Neuenmarkt, Frankenland

Freistaat sieht keine Chance für Warmensteinach, im Gegenteil er erwartet drastischen Einwohnerrückgang

Startbeitrag von Neuenmarkt am 20.03.2013 14:35

[www.nordbayerischer-kurier.de]

dafür geht es hier stark vorwärts (es werden hier auch dringend noch TF gesucht)
[beg.bahnland-bayern.de]

Antworten:

Ohne Bahnlinie gibt es sicherlich einen drastischen Einwohnerrückgang

Mit Bahnlinie rücken alle Ort an der Strecke quasi näher an die Stadt Bayreuth,
ohne die Bahnstrecke wohnt man in Warmensteinach&Co eben in der "Provinz".

Dieses Tatsachen sollte man auch nicht unberücksichtigt lassen.
Wer zieht denn freiwillig in eine Gegend ohne guter ÖPNV-Anbindung?

Viele Grüße,
Johannes

von derSchlömener - am 20.03.2013 16:05
Bravo, liebe FDP. Das hätte die CSU nicht besser hinbekommen. Wozu braucht es da noch die FDP? Da vernachlässigt man jahrelang die fränkische Region und wundert sich dann, dass die Leute wegziehen. Bekanntlich wurde schon der Takt- und Wochenendverkehr nach Weidenberg mit sage und schreibe 15 Jahren Verspätung eingeführt. Mit keinem Wort wird die seitdem stark zunehmende Anzahl an Ausflügler aus dem Nürnberger Raum erwähnt. Aber bekanntlich reicht der Horizont der bayerischen Staatsregierung nur bis zum Münchener Flughafen.

von Bundesland Franken - am 20.03.2013 17:01

Bahnstrecken Heilmittel gegen das Demographie-Problem?

Ich würd' ja zugern wieder mit dem Zug nach Warmensteinach fahren.
Aber das Bahnstrecken mit Personenverkehr
das Heilmittel gegen das Demographie-Problem sind, halte ich doch für gewagt.

In Selb sieht es leider trotz Bahn demographisch nicht gut aus:

Datum ..................... Einwohner
6. Juni 1961 .............. 24.532
27. Mai 1970 ............. 24.039
25. Mai 1987 ............. 19.615
31. Dezember 2001 ..... 17.870
31. Dezember 2010 ..... 15.894

von Höllenthal - am 20.03.2013 17:36

Re: Bahnstrecken Heilmittel gegen das Demographie-Problem?

Zitat
Höllenthal
Aber das Bahnstrecken mit Personenverkehr
das Heilmittel gegen das Demographie-Problem sind, halte ich doch für gewagt.

Das Allheilmittel wohl nicht, aber ein funktionierender ÖPNV am Land stellt sicher eine zuverlässige Stütze dar. Dass es darüber hinaus noch viel mehr braucht, ist natürlich klar. Dennoch sehe ich hier einen großen Faktor bei der Infrastruktur (egal welcher Art, das können auch Schulen, Kindergärten und andere Institutionen sein).

Ich finde hier nur, dass falsche Zeichen an die Region geschickt werden. Man wundert sich über eine überflutete Stadt München (eben weil dort Arbeitsplätze besonders in Fachbereichen angesiedelt sind und die Infrastruktur stimmt) und baut dort fleißig an der 2.Stammstrecke. Also fließt weiter fleißig Kohle in die Stadt, sodass selbige (scheinbar) immer noch attraktiver (aber sicher nicht preiswerter von den Lebenshaltungskosten) wird.


Gruß, domos

von domos - am 20.03.2013 21:56

Die Selber haben ihre "Hauptstrecke" ja auch schon längt abgebaut

Von Hof aus fährt man hauptsächlich nach Rehau.
Von Selb aus ist Marktredwitz oder die inzwischen auch bahnlose "Kreisstadt" Wunsiedel doch das Ziel.
Die Bahn ist sicher kein "Allheilmittel", aber eine Grundlage, auf derer man weitere Planungen anstellen bzw. Entwicklungen anstoßen kann.

Die vor einigen Jahren (nach langem Ringen) in Marktredwitz eingerichtete Fachoberschule ist z.B. auch deshalb nicht in Tirschenreuth, weil diese Stadt praktisch nicht mehr erreichbar ist.

Mobilität wird in den nächsten Jahren kaum billiger werden. Da ist es doch nur logisch, dass sich bei insgesamt stark zurückgehender Einwohnerzahl die Aktivitäten an den Zentren bündeln.

Der ÖPNV wird auch sicher meßbar sich z.B. beim Wohnungspreis bemerkbar machen, nehme ich an.


Viele Grüße,
Johannes

von derSchlömener - am 20.03.2013 22:59

Re: Bahnstrecken Heilmittel gegen das Demographie-Problem?

Zitat
Höllenthal
Ich würd' ja zugern wieder mit dem Zug nach Warmensteinach fahren.
Aber das Bahnstrecken mit Personenverkehr
das Heilmittel gegen das Demographie-Problem sind, halte ich doch für gewagt.

In Selb sieht es leider trotz Bahn demographisch nicht gut aus:

Datum ..................... Einwohner
6. Juni 1961 .............. 24.532
27. Mai 1970 ............. 24.039
25. Mai 1987 ............. 19.615
31. Dezember 2001 ..... 17.870
31. Dezember 2010 ..... 15.894



Du darfst dabei aber nicht übersehen, dass der starke Einwohnerrückgang zwischen 1970 und 1987 unmittelbar mit dem Niedergang der Porzellanindustrie in Selb und Umgebung in genau diesem Zeitraum, zusammen hängt und absolut nichts mit der Verkehrserschließung zu tun hatte.


Grüße
Karlheinz

von Frankenland - am 21.03.2013 09:22

Es braucht eine Grundlage

Zitat
derSchlömener
Von Hof aus fährt man hauptsächlich nach Rehau.
Von Selb aus ist Marktredwitz oder die inzwischen auch bahnlose "Kreisstadt" Wunsiedel doch das Ziel.


Auf Betreiber des Kreises Wunsiedel muss man dazu auch noch sagen. Die Ecke dort könnte heute noch ihren Bahnanschluss haben, da kurze Zeit (1-3 Jahre) nach der Stilllegung bereits ein Sicherungsvertrag zwischen Bayern und der Bundesbahn geschlossen wurde.

Zitat
derSchlömener
Die vor einigen Jahren (nach langem Ringen) in Marktredwitz eingerichtete Fachoberschule ist z.B. auch deshalb nicht in Tirschenreuth, weil diese Stadt praktisch nicht mehr erreichbar ist.


Eigentlich müsste ja Marktredwitz die Kreisstadt im Kreis Wunsiedel sein. Im Kreis Tirschenreuth hätte man vieles auf Wiesau (obwohl klein) konzentrieren müssen mit seinem Kreis-Hbf.
Tirschenreuth hatte eigentlich eine konkurrenzlose Bahnanbindung von Wiesau her, keine Straße schafft das bis heute so eine direkte Verbindung herzustellen.

Zitat
derSchlömener
Die Bahn ist sicher kein "Allheilmittel", aber eine Grundlage, auf derer man weitere Planungen anstellen bzw. Entwicklungen anstoßen kann.
Mobilität wird in den nächsten Jahren kaum billiger werden. Da ist es doch nur logisch, dass sich bei insgesamt stark zurückgehender Einwohnerzahl die Aktivitäten an den Zentren bündeln.


Mit Infrastruktur alleine kann man die Probleme nicht lösen, sie sind aber wichtige Vorraussetzungen. Am Beispiel Selb sieht man ja dass selbst die Autobahn (der vielgepriesene Heilsbringer) dort nichts bringt. Es fehlen einfach die Arbeitsplätze.
Es müssten in Nordostbayern mehr Betriebe angesiedelt werden. Nur wird es schwierig, da man die Betriebe nicht zwingen kann. Es müssten daher Fördergelder bezahlt werden, um gleichwertige Lebensbedingungen zu schaffen, auch zu lasten von Oberbayern.

Wenn die Entwicklung so weitergeht wie vermutet, dann werden einige Bahnstrecken in Nordostbayern nicht überleben, z. B. Münchberg - Helmbrechts oder die Selber Strecke.
Hier würde nur helfen die jungen Leute in der Region zu halten, aber dazu braucht es auch Arbeitsplätze, auch Arbeitsplätze für Akademiker die z. B. die FH der Region besuchen.
Außerdem muss man versuchen die Neubaugebiete strategisch zu konzentrieren, da Zersiedlung gerade in dünn besiedelten Regionen ein ÖPNV-Killer ist. Es gäbe durchaus Konzepte dass man Neubaugebiete auf Orte konzentriert wo man per ÖPNV gut angebunden ist und wo das wirtschaftlich darstellbar ist, also vor allem an den Bahnachsen.

von Stilllegungskandidat - am 21.03.2013 11:15

Re: Bahnstrecken Heilmittel gegen das Demographie-Problem?

Zitat
Frankenland
...
Du darfst dabei aber nicht übersehen, dass der starke Einwohnerrückgang zwischen 1970 und 1987 unmittelbar mit dem Niedergang der Porzellanindustrie in Selb und Umgebung in genau diesem Zeitraum, zusammen hängt und absolut nichts mit der Verkehrserschließung zu tun hatte.
...


... wie anderswo aus ähnlichen Gründen auch ...

Ich seh' es so wie oben oft geschrieben:
Infrastruktur - also auch Bahnstrecken - sind ein Teilchen im Demografie-Puzzel.
Sicher sind Bahnstrecken positiv zu werten.
EINE Bahn ist immer besser als KEINE Bahn.
... aber eben kein Allheilmittel.

>> bahnHOFbilder: [www.schienenschrate.de]

von Höllenthal - am 21.03.2013 13:10

Re: Bahnstrecken Heilmittel gegen das Demographie-Problem?

Wie steht eigentlich der Bayreuther Landrat Hübner (CSU) zu der Strecke? Dazu liest man in der Online-Version des Artikels leider nichts. Sein Vorgänger hatte ja auch gegen die Parteilinie immer für die Strecke gekämpft.

Man sollte direkt bei Herrn Seehofer intervenieren. Der ist ja bekannt dafür, dass er seine Fahne gerne in den Wind hängt und seine Meinung um 180 Grad ändert, auch wenn er damit seinen Koalitionspartner brüskiert. Warum nicht auch bei der Strecke nach Warmensteinach?

von Bundesland Franken - am 21.03.2013 13:59

Re: Bahnstrecken Heilmittel gegen das Demographie-Problem?

Servus,

Zitat
Bundesland Franken
Wie steht eigentlich der Bayreuther Landrat Hübner (CSU) zu der Strecke? Dazu liest man in der Online-Version des Artikels leider nichts. Sein Vorgänger hatte ja auch gegen die Parteilinie immer für die Strecke gekämpft.



als besonders bahnfreundlich ist der mir bisher nicht aufgefallen. Manchmal habe ich den Eindruck, das im das Werk seines Vorgängers, die Strecke Bayreuth - Weidenberg ziemlich egal ist. Der hätte lieber die Taube auf dem Dach (= ICE-Halt) statt dem Spatz in der Hand (gescheiter Regionalverkehr). Typisches Prestigedenken und "ich will wieder gewählt werden"

Andrerseits: sein Vorgänger hat sehr viel Herzblut und Engagement in diese Strecke gesteckt und es "nur" zu diesem Kompromiß gebracht. Dafür hat er schon ganz schöne dicke Bretter gebohrt - für die weitere Strecke nach Warmensteinach werden diese Bretter nochmal dicker.

Zitat
Bundesland Franken
Man sollte direkt bei Herrn Seehofer intervenieren. Der ist ja bekannt dafür, dass er seine Fahne gerne in den Wind hängt und seine Meinung um 180 Grad ändert, auch wenn er damit seinen Koalitionspartner brüskiert. Warum nicht auch bei der Strecke nach Warmensteinach?


Herr Seehofer ändert nur dort seine Meinung, wo es populär ist. Wenn die Strecke nach Warmensteinach kommt, bringt ihm das ein paar Stimmen ein, die er sich woanders durch fehlendes Geld für dort einen Segen darstellten Investitionen verspielt. Ergebnis also für ihn negativ und damit nicht wirtschaftlich.

von Martin Pfeifer - am 24.03.2013 10:32
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