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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 5 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 4 Monaten
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K. R., Stilllegungskandidat, Cargonaut, Schwandorfer, Mannerl, Neuenmarkt, V90-Fahrer

Keine Ausbau (Nürnberg)-Marktredwitz-Pilsen vor 2050, aus TEN gestrichen

Startbeitrag von Neuenmarkt am 09.04.2013 07:48

[www.martin-burkert.de]

Der Europäische Ministerrat hat die Bahnstrecke zwischen Marktredwitz und der tschechischen Grenze aus dem Kernnetz der Transeuropäischen Verkehrsnetze gestrichen. Damit wird der Ausbau zwischen Marktredwitz und Pilsen, der bis spätestens 2030 erfolgen sollte, auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Die Strecke gehört jetzt zur Kategorie ‚ferner liefen‘. Neuer Zeithorizont: 2050.

Es ist mir unverständlich, dass sowohl die tschechischen Minister Zbyněk Stanjura und Miroslav Kalousek sowie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei der Infrastruktur den Eisernen Vorhang faktisch wieder aufbauen wollen.

Tschechien will keine Mittel für den Ausbau zur Verfügung stellen. Und Ramsauer ist bei der Schandtat gleich mit dabei und streicht die Unterstützung auch auf deutscher Seite.

Ich appelliere eindringlich an Peter Ramsauer, Zbyněk Stanjura und Miroslav Kalousek: Ostbayern darf nicht dauerhaft abgehängt werden! Das schadet auch der Metropolregion Nürnberg.

Seit der Reise der Landesgruppe Bayern in der SPD-Bundestagsfraktion vor gut eineinhalb Jahren habe ich bereits das Aus befürchtet: Beim Gespräch mit dem stellvertretenden Verkehrsminister erfuhr ich schon damals, dass die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Markredwitz von deutscher Seite nicht mehr vorgesehen sei. Scheinheilige Beteuerungen aus dem Ministerium haben sich nun als Lüge herausgestellt.

Antworten:

Hallo!

Wieder ein Zeichen dafür das "der Tscheche" nicht über Eger fahren will.Unsere Dieselkutscher im Bw meinten nur das zur Zeit wieder vermehrt Bedarfszüge über Furth im Wald laufen.

Gruß aus Nürnberg

V90-Fahrer

von V90-Fahrer - am 09.04.2013 09:05

Tja Herr Burkert, ...

... Sie müßten nur näher an der Realität sein und wüßten, dass der Nachbar die Verbindung über Furth im Wald schon seit Jahren bevorzugt. Aber mit Scheuklappen sieht man sowas natürlich nicht.

MfG

von Cargonaut - am 09.04.2013 10:48

Furth im Wald

Guten Abend,

naja die Further Strecke hat auch, sowohl für SC Henker als auch die sehr kriesengeplagte CD mehrere Vorteile. Wobei es von Seitens der DB Schenker auch Taktik ist und mehrere Vorteile bietet, den NFW ist ja ein deutscher Grenzbahnhof, Cheb/Eger hingegen liegt ja schon in der CZ.

Im Jahre 2000 hat man den damalig fertig werdenden EiB L/T-Azubis`s noch gesagt, da man in Nürnberg keine Arbeit hat würde man Ihnen als Übernahmeangebot den Einsatzort Furth im Wald als kriesensicheren Arbeitsplatz anbieten. Immerhin war damals noch eine V60 stationiert, welche eben von NFW bis Cham alles mitgemacht hatte inkl. dem Müll. Heute fährt man für so etwas extra mit einer 294 spazieren von NSCH aus. Nach Mora C (2004 endgültig) war Furth im Wald aber komplett tot.
Aber wie es bei der Eisenbahn so ist - totgesagte leben länger. Auf Grund der nur geringen Neigung von NSCH durch die Cham-Further-Senke bis NFW (dafür ab NFW in Ri Grenze umso mehr) sind sehr hohe Anhängelasten möglich. Der Steigungsreiche Abschnitt von NFW bis Ceska Kubice ist zwar dann ein Problem, aber salopp formuliert ein tschechisches Problem, den hier wird ja auf die CD-Loks umgespannt. Somit ist SC Henker wieder fein raus.
Auch durch die geplante Erweiterung des ESTW`s von Furth im Wald wird die Leistungsfähigkeit der Strecke noch weiter gesteiger und verbessert. Ab Furth im Wald Ri Grenze ist von der tschechischen Seite ja eh nur Zwei-Stundentakt - also sind Kapazitäten für Güterzüge "ohne Ende" (alles hat ein Ende) vorhanden.
Auch ist eben für direkte Züge der Knoten Schwandorf (und somit der Grenzübergang Furth im Wald) besser, da hier durch die Nähe zu Regensburg unmittelbar direkte Verteilungen in alle Richtungen möglich sind. Wobei die Auslastung des Knotens Schwandorf für SC Henker (also nur die Bedienungsfahrten) zu fast 2/3 extrem vom Müllverkehr der ZAS abhängig sind. Ein Verlust dieses Verkehrs bei der neuen Ausschreibung ist also für SC Henker in Ostbayern sehr gefährlich!

gruß K. R.

von K. R. - am 09.04.2013 14:42

Re: Furth im Wald

Zitat

Wobei die Auslastung des Knotens Schwandorf für SC Henker (also nur die Bedienungsfahrten) zu fast 2/3 extrem vom Müllverkehr der ZAS abhängig sind. Ein Verlust dieses Verkehrs bei der neuen Ausschreibung ist also für SC Henker in Ostbayern sehr gefährlich!


In Schwandorf wird der Müllverkehr natürlich nicht von ZAS, sondern vom ZMS (Zweckverband Müllverwertung Schwandorf) beauftragt.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 09.04.2013 17:28

Wo ist eigentlich Noricus?

Der war sich doch immer so sicher mit dem Ausbau über Eger.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 09.04.2013 17:29

Re: Furth im Wald

Guten Abend

I´m Sorry :-) War gedanklich schon wieder bei meinem Freitagstermin in Mü(h)lldorf :-)

gruß Kurt

von K. R. - am 09.04.2013 18:15

Re: Furth im Wald

Mir geht diese ständige, irgendwie längst nicht mehr originelle und mittlerweile nervige Herabwürdigung von DB Schenker-Rail als SC Henker langsam auf die Nerven.

von Stilllegungskandidat - am 09.04.2013 20:09

Re: Furth im Wald

Mahlzeit,

also diesen schönen Namen gab sich besagte Firma sogar selbst (!!!). Bei einem Fussballturnier der DB zwischen den einzelnen Dienststellen und Geschäftsbereichen traten die Münchener + Ingolstädter Spieler als "SC (Sportclub) Henker" auf.
Stand sogar auf den Trikos.

Also sorry wenn man selbst solche Werbung für sich macht und das ganze noch publiziert im DB-eigenem Propagandablatt :-)


Gruß K. R.

von K. R. - am 10.04.2013 13:32

Re: Furth im Wald

es wäre mal interessant ob die Fa. Schenker besser oder weniger im Vergleich zu den Wettbewerber ihre Mitarbeiter entlohnt (hat jetzt nix direkt mit dem Wortspiel zu tun)

von Mannerl - am 10.04.2013 13:38

Re: Furth im Wald

das kann man so pauschal nicht sagen. Weil man da nicht nur das reine Gehalt vergleichen kann. Da müßtest Du mal auf den Stundenlohn runterrechnen. Und Geld ist auch nicht alles im Leben. ;-)

MfG

von Cargonaut - am 10.04.2013 13:44

Re: Furth im Wald

Zitat
Mannerl
es wäre mal interessant ob die Fa. Schenker besser oder weniger im Vergleich zu den Wettbewerber ihre Mitarbeiter entlohnt (hat jetzt nix direkt mit dem Wortspiel zu tun)


Das wirst du nicht pauschal beantworten können.
Viele Güterbahnen zahlen auf den ersten Blick sehr gut und deutlich mehr als Schenker-Rail, aber wenn man es dann auf den Stundenlohn runterrechnet sieht die Bilanz oftmals ganz anders aus.
Es gibt eigentlich nur wenige richtig gute EVU im Güterverkehr mit anständigen Bedingungen und dazu gehört eben mehr als nur die Bezahlung!

Der Güterverkehr der Eisenbahn hat sich leider fürs Personal negativ entwickelt, da man bei den meisten privaten Güter-EVU ein reines Nomadenleben führt und tagelang die eigene Wohnung nicht sieht. Auf Dauer kannst du da ein normales Privatleben vergessen.
Dazu wird bei vielen EVU mit mehreren PZB-Nummern gefahren und ohne Streckenkunde durch die ganze Republik mit oftmals zweifelhaftem Personal. Solange hier nicht mal gesetzlich durchgegriffen wird, wird das eher zunehmen.

von Stilllegungskandidat - am 10.04.2013 13:49

DB SCHENKER RAIL D AG

Tach

also wie schon richtig gesagt muss man das drum herum und auch die Arbeitsbedingungen sehen. Wer nicht unbedingt jeden Tag abends zuhause sein will aber gern viel Geld haben möchte, der muss zu div. Namhaften (Namen werden bewusst jetzt nicht genannt) Dritt-EVU`s gehen.
Schenker bezahlt fair und berücksichtigt eben Pausen + Ruhezeiten bereits in den Dienstplänen. Bei vielen Privaten ist das wichtigste, dass der Zug ankommt. Wenn man dann mal 2h später drann ist gibts deswegen auch keinen Ablöser (den woher nehmen?).

Auch sollte das drum herum gesehen werden. Als MA von Schenker im DB Konzern mit den Sozialleistungen, Gewinnbeteiligungen, Prämien (Rangierprämie, Ausbildungspräme, Prämie für auswertiges Rangieren uvm) steht man wirklich sehr gut dar. Auch die Zulagen wie für Nacht-, WE- und Feiertagsarbeit sind sehr gut. Zudem hat man eben auch deutschlandweite Fahrvergünstigungen und div. andere Vorteile etc. Dass, sowie eben ein relativ Krisensicherer Arbeitsplatz sprechen für DB SCHENKER, weil bei Sozialplänen wird in der Regeln umgeschichtet oder eben Frührenten etc gemacht. Bei kleineren EVU`S kann eine Wirtschaftskriese schon mal zur Kündigung führen, weil wenn man von wenigen Kunden abhängig ist, hat man schnell eben Probleme.

Trotzdem verdienen meiner Meinung nach - alle Betriebspersonale im Vergleich zur Verantwortung die Sie haben sowie eben den Arbeitsbedingungen (WE-, Nachts- und feiertagsarbeit) zu wenig. Unabhängig zu welchen EVU man schaut. Aber so lange eben nur das Controlling regiert und nicht der gesunde Menschenverstand und eben wenn es günstiger (Sei es nur um 1 Cent) den Plastikbecher in Italien zu bedrucken, dann wird das gemacht.
Ist doch das gleiche mit den Giga-Linern. Warum werden die den u. a. gebraucht? Klar will man mehr transportieren etc. Aber warum? Auch im Lkw-sektor sind die Arbeitsbedingungen wirklich schlecht und familienunfreundlich - weshalb man keine Fahrer mehr findet. Es herscht bereits heute im Speditionsgewerbe großer Fahrermangel. Und die große Rentenwelle der geburtenstarken "Wiederaufbaugenerationen" steht uns erst noch richtig bevor!! Deswegen muss man jetzt schauen das man mehr mit weniger Personal fahren kann!

Logistik lebet eben sehr viel auch von der Dummheit und Ignoranz der Menscheit (und wenn ich mir manche Politiker anschauen, nimmt die Verdummung nur noch zu!). Und da ja immer nur "der eigene Teller" und nicht global betrachtet wird, auch im Bezug auf die Umwelt, wird das eben noch lange so weiter gehen. LEIDER

Gruß K. R.

von K. R. - am 10.04.2013 13:55

Re: Furth im Wald

danke für die Antworten.

(obwohl ich das "mit mehreren PZB Nummern" fahren nicht ganz verstanden habe.

Für mich als Eisenbahninteressierter und der der leider nicht ganz vorne sitzen darf wäre einmal eine Mitfahrt mit DB Schenker oder Kollegen einfach unbezahlbar :)

Wie schön ist es doch die Plattlinger Webcam zuzusehen und "dabei zu sein". Der Rangierverkehr ist sehr interssant, vor allem wenn man bedenkt wieviel da jeden Tag bewegt wird in Plattling.

Schönen Tag noch an alle die uns tagtäglich irgendwohin fahren ohne uns zu kennen.

von Mannerl - am 10.04.2013 13:58

PZB-Nummer = Fahrerkarte beim Lkw

Hey Mannerl,

unter der PZB-Nummer kannst du dir so etwas wie das Blatt eines Fahrtenschreibers (beim Kienzle-/VDO-Schreibe) bzw. eine Fahrerkarte bei den neuen Geräten vorstellen. Es wird u. a. (und noch vieles mehr, insbesondere bei den neuen Eloks wie 182 ff) die Geschwindigkeit und Zeit aufgezeichnet! Dadurch lässt sich dann anhand der Nummer leicht fest stellen, wer von wann bis wann gefahren ist. Eigentlich sollte ein Tf NUR EINE PZB-Nummer haben!!

Ist also einfach beschiss, um die Arbeitszeitvorschriften auszutrixen! Ähnlich wie es eben manche Lkw-Fahrer mit einer zweiten/anderen Fahrerkarte machen etc.

gruß K. R.

von K. R. - am 10.04.2013 14:07

PZB-Nummern+Mitfahrt

Zitat
Mannerl
danke für die Antworten.

(obwohl ich das "mit mehreren PZB Nummern" fahren nicht ganz verstanden habe.


Jeder TF hat im Normalfall eine PZB-Nummer.
Ist die gesetzliche Lenkzeit rum, wird einfach bei der Lok eine neue PZB-Nummer eingegeben. Kommt dann eine Überprüfung, sieht das EBA einen "Personalwechsel" durch den PZB-Nummernwechsel. In Wirklichkeit fährt immernoch der gleiche Tf jenseits der gesetzlichen Lenkzeiten.


Zitat
Mannerl
Für mich als Eisenbahninteressierter und der der leider nicht ganz vorne sitzen darf wäre einmal eine Mitfahrt mit DB Schenker oder Kollegen einfach unbezahlbar :)


Wenn das wirklich "unbezahlbar" für Dich ist, sollte der dreistellige Betrag für eine offizielle Mitfahrt doch kein Problem sein. Ob das dann nur in PV oder auch bei Schenker möglich ist, weiß ich leider nicht. Eine Kontaktadresse müßte man mal ergoogeln, wenn wirkliches Interesse besteht.

MfG Cargonaut

von Cargonaut - am 10.04.2013 14:08

PZB-Nummern

Zitat
Mannerl
(obwohl ich das "mit mehreren PZB Nummern" fahren nicht ganz verstanden habe.


Damit wird ein massiver Verstoß gegen das Arbeitsschutzgesetz kaschiert und wenn das rauskommt ist eh immer der unterste in der Kette schuld.

Wenn manche wüssten wie manche EVU so rumfahren. Da fährt ein Tf eben zwei oder drei theoretische Schichten am Stück, mit jew. einer anderen PZB-Nummer.

Wer das mitmacht ist übrigens nichts weiter als dämlich. Es wird aber schon so ein Klima geschaffen. Es gibt EVU die bezeichnen Mitarbeiter als Weicheier wenn sie z. B. nach 17 Stunden am Stück (was eh verboten ist) nicht mehr können und Ablösung wollen.
Freuen können sich diese Leute wenn sie nach wenigen Jahren gesundheitlich so ausgepumpt sind dass sie nicht mehr können. Dann hilft ihnen nämlich keiner und sie haben sich ihr Leben versaut.

Hier müsste eben der Gesetzgeber einschreiten.

von Stilllegungskandidat - am 10.04.2013 14:12
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