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Eisenbahnforum Nordostbayern
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13
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Stilllegungskandidat, Eisenbahner1, Neuenmarkt, Schwellenhupfer, Martin Pfeifer, Noricus, nix mehr, 294-762, UHM

Zeitung: 600 umweltfeindliche Betontransporte

Startbeitrag von Stilllegungskandidat am 12.04.2013 12:40

Ein interessanter Zeitungsartikel zu 600 Schwertransporten in den Raum Köln, die allesamt per Lkw durchgeführt werden und zeigen dass hier preislich etwas aus dem Ruder gelaufen ist und der Lkw-Transport immer noch viel zu billig ist.
Die Firma Markgraf sollte sich vielleicht mal ein Beispiel an der Firma Bögl nehmen!

Es folgt ein Zeitungsartikel dazu:
[www.oberpfalznetz.de]

Antworten:

Hallo

habe auch schön öfter Bekannten bei der Firma Markgraf vom Bahntransport vom Bögl erzählt. Die Bekannten, sollen immer wieder die Firmenleitung auf den Bahntransport aufmerksam machen. Verladen kann man doch sicher auch in Marktredwitz oder Kirchenlaibach. Oder (was wohl nicht möglich ist) man stellt wieder einen Gleisanschluss in Immenreuth entweder auf der Markgrafseite oder auf der Bahnhofsseite her. Der Markgraf liefert wie beschrieben sehr oft in Richtung Schweiz oder Hamburg. Zur Zeit gibt es auch Baustellen in Zwickau. Es muss ja nicht nur Beton sein, was transportiert wird, man kann auch eine ganze Menge an Maschinen per Bahn bewegen. Markgraf war auch massiv am Ausbau München - Augsburg im Bereich Mammendorf am werkeln. Zur Zeit auch in Tutzing. Was da an Maschinen aus Bayreuth/Marktredwitz/Immenreuth runter geschafft wurde/wird ist auch nicht zu verachten.

von Schwellenhupfer - am 12.04.2013 17:52
Mir stellt sich die Frage welche Behörde sowas genehmigt! Man muss ja solche Großraum- oder Schwertransporte extra anmelden und sich genehmigen lassen. Dabei genügt als Grund schon als Angabe "kein direkter Schienen- oder Wasserweg". Mir ist sowas nicht verständlich, weil die Behörden müssten eigentlich solche Optionen, wie "Umaldemöglichkeit ind Marktredwitz auf Bahn" eigentlich kennen. Aber solange die Leute, die das in den Behörden machen, nur das so machen "wie es schon immer gemacht wurde" und sich auf solche Sachen nicht schulen lassen, wird das nicht besser! Ich selbst kenne viele Kollegen, die eine Abneigung gegen Fortbildungen haben!

Gruß Schumi

von 294-762 - am 12.04.2013 19:06
Zitat
294-762
Mir stellt sich die Frage welche Behörde sowas genehmigt! Man muss ja solche Großraum- oder Schwertransporte extra anmelden und sich genehmigen lassen. Dabei genügt als Grund schon als Angabe "kein direkter Schienen- oder Wasserweg". Mir ist sowas nicht verständlich, weil die Behörden müssten eigentlich solche Optionen, wie "Umaldemöglichkeit ind Marktredwitz auf Bahn" eigentlich kennen. Aber solange die Leute, die das in den Behörden machen, nur das so machen "wie es schon immer gemacht wurde" und sich auf solche Sachen nicht schulen lassen, wird das nicht besser! Ich selbst kenne viele Kollegen, die eine Abneigung gegen Fortbildungen haben!


Meiner Meinung nach ist das Bundesverkehrsministerium und andere Einrichtungen von der Straßen- und Lkw-Lobby total unterwandert. Die haben dort genug Leute platziert um selbst bei einer eher bahnfreundlichen Regierung (die wir jetzt natürlich nicht haben!) ihre Ziele zu erreichen.

von Stilllegungskandidat - am 12.04.2013 20:48
Also für mich ist das mit den Betontransporten von Bögel nicht wirklich vergleichbar. In Köln muß so ein Betonteil ja auch noch ans Ziel gebracht werden.
Wollte man so ein Teil nun tatsächlich mit der Bahn ans Ziel bringen, so bräuchte man etwa folgende Fahrzeuge:
- Lkw-Schwertransporter vom Werk zum Umladebahnhof
- Autokran am Umladebahnhof
- Zug nach Köln
- Autokran am Kölner Umladebahnhof
- Lkw-Schwertransporter vom Kölner Umladebahnhof zur Baustelle
- Autokran an Baustelle

Zum Vergleich bei direkter Lkw-Zulieferung:
- Lkw-Schwertransporter Werk -> Baustelle
- Autokran an Baustelle

Sicherlich wesentlich einfacher zu organisieren und deutlich billiger, da auch weniger Personal gebraucht wird. Dann wäre auch noch die Frage, ob es für die Baustelle überhaupt Sinn macht, 30 Teile an einem Tag zu bekommen, die können das doch gar nicht auf einmal verbauen.

Die Bögel-Transporte verbinden dagegen zwei Werke miteinander, da entfällt das ganze Zwischenumladen -> insgesamt billiger. Die Baustellen sind immer wieder an anderen Orten, da kann man nicht immer extra einen Gleisanschluß hinlegen.

Nicht daß ich jetzt Lkw-Transporte toll finde, aber es gibt einfach noch viel mehr Gesichtspunkte bezüglich der Wirtschaftlichkeit die da mit reinspielen.

von UHM - am 12.04.2013 22:33

Zapf

bei der Fa. Zapf in der Awanst VG Weidenberg stehen seit November sich die Flachwagen die Räder platt, vermutlich sind sie schon angerostet.

Im übrigen, die Fa. Markgraf fährt ihre Betonteile teilweise von Immenreuth über Weidenberg nach Bayreuth zur Autobahn.

von Neuenmarkt - am 12.04.2013 22:38

Genehmigungsbehörde

Hallo,

Du stellst Dir die Frage, wer das genehmigt?

Hinter all dem steht die gleiche schmierige dreckige Lobby und Politbande wie hinter den Gigalinern, den tollen Buslinien, den Quertreibungen zu Reaktivierungen, etc...

Und die Masse schaut weiterhin zu. Sagst Du dieser Masse, wie und was es ist, heißt es "radikal", oder "sowas darf man nicht sagen"...

malo

von nix mehr - am 13.04.2013 01:17

Zapf Fertighäuser - Frage an den Roten Baron

Nach der Wende und dem Boom wurden von Weidenberg Ganzzüge mit Bauteilen für Fertighäuser in die Region Berlin mit der Bahn geliefert, um in Weidenberg aufwendig Rangierabeiten zu ersparen (Zeit hatte man ja ohnehin bei den 3-4 P-Zügen die es Mo-Fr gab) waren die Züge wie folgt bespannt:

An der Spitze nach Weidenberg 2 Loks (entweder 2x V 100 oder bei Ausfall auch mal 218+ V 100) dann die Leerwagen und am Schluß die Bayreuther Köf.

Bei dem Anschluß wurde wurde der Zug getrennt, die Loks vorgezogen und dann hat die Köf die Leerwagen in den Anschluß gedrückt, anschließend haben sich die beiden Streckenloks wieder davor gesetzt.

Frage an den Roten Baron oder an ein andres Forumsmitglied ob von diesen Zügen Fotos bekannt sind? Ich habe natürlich keine gemacht, da so etwas alltäglich, sch...

von Neuenmarkt - am 13.04.2013 08:38

...... weitere logistische Negativ-Tatsache

Im Raum Feldkirchen b.M. (vis-a-vis des Bf) waren auf einer Fläche von rund 9 ha etwa 24.000 Tonnen ex-DB Altschotter gelagert. Die Lagerfläche verfügte über reaktivierbaren Infrastrukturanschluss mit drei befahrbaren Umschlaggleisen.
Der Infrastrukturanschluss und die drei Gleise wären mit minimalsten technischen und finanziellen Aufwand abnahmefähig reaktivierbar gewesen.
- Doch nein, kein Transport mit der Bahn. Die gesamten Schotterhalden wurden per Lkw in 800 Fuhren ca. verfrachtet.
Verantwortungslose Umwelt- und Verkehrsbelastung in aktueller Reinkultur.

Was geht in Deutschland in machen Entscheider-Gehirnen - noch gesunden? - vor???

von Noricus - am 13.04.2013 09:56
Es ist immer wieder Amüsant, den Verschwörungstheoretikern zuzuhören. Es wird für den Transport auf der Straße im wesentlichen zwei Gründe geben. Als erstes wird es wie oben schon geschrieben einfachen zu Managen sein. Als zweites verdient der Landkreis/Staat an den Genehmigungen und auch der Polizeieinsatz wird nicht Umsonst sein. Bei einem Bahntransport geht die Behörde leer aus.
das ist ähnlich dem Sonntagsfahrgebot für LKW. Eine Ausnahmegenehmigung kostet Geld.
Und auch die Frage, ob die Bahn überhaupt in der Lage wäre, diese Transporte zu fahren, wird eine Rolle spielen. Man darf da nicht nur den einen Betrieb sehen, sondern das Deutschlandweit betrachten Lass da mal nur eine Hand voll betriebe ähnliche Transporte durchführen wollen.
Ach so. Noch ein Punkt. Der Lkw Spediteur richtet sich bei den Transportzeiten nach dem Kunden. Auf der Schiene hat sich der Kunde gefälligst nach der Bahn zu richten.
da braucht die Lkw-Lobby gar nicht aufstehen und kann lächelnd zusehen.

von Eisenbahner1 - am 13.04.2013 12:29
Zitat
UHM
Also für mich ist das mit den Betontransporten von Bögel nicht wirklich vergleichbar. In Köln muß so ein Betonteil ja auch noch ans Ziel gebracht werden.
Wollte man so ein Teil nun tatsächlich mit der Bahn ans Ziel bringen, so bräuchte man etwa folgende Fahrzeuge:
- Lkw-Schwertransporter vom Werk zum Umladebahnhof
- Autokran am Umladebahnhof
- Zug nach Köln
- Autokran am Kölner Umladebahnhof
- Lkw-Schwertransporter vom Kölner Umladebahnhof zur Baustelle
- Autokran an Baustelle

Zum Vergleich bei direkter Lkw-Zulieferung:
- Lkw-Schwertransporter Werk -> Baustelle
- Autokran an Baustelle

Sicherlich wesentlich einfacher zu organisieren und deutlich billiger, da auch weniger Personal gebraucht wird. Dann wäre auch noch die Frage, ob es für die Baustelle überhaupt Sinn macht, 30 Teile an einem Tag zu bekommen, die können das doch gar nicht auf einmal verbauen.

Die Bögel-Transporte verbinden dagegen zwei Werke miteinander, da entfällt das ganze Zwischenumladen -> insgesamt billiger. Die Baustellen sind immer wieder an anderen Orten, da kann man nicht immer extra einen Gleisanschluß hinlegen.

Nicht daß ich jetzt Lkw-Transporte toll finde, aber es gibt einfach noch viel mehr Gesichtspunkte bezüglich der Wirtschaftlichkeit die da mit reinspielen.


Servus,

Deine Rechnung könnte auch eine Milchmädchen-Rechnung. Der Schwertransporter kostet auch Geld, wenn er solch lange Strecken hin- und herfährt braucht man mehr als zwei Stück - soviele würde man beim Transport des Hauptweges mit der Bahn brauchen. Mit der Bahn braucht man genau diese zwei Stück, weil einer zwischen Werk und Verladestelle pendelt und der andere zwischen Entladestelle und Baustelle in Köln.

Ein weiterer Aspekt ist bei solchen Mengen auch die Belastung der Mitarbeiter. Die arbeiten tagelang nur nachts, weil Schwertransporte die lange Strecke meistens nachts zurücklegen. Gesund ist das sicher nicht.

Man muß fairerweise sagen, das bei solche einer Menge der Organisationsaufwand natürlich vergleichsweise gering ausfällt, weil ja die gleiche Strecke mehrfach benutzt wird.

Und - da muß dem Schumi rechtgeben - die Genehmigung solcher Schwertransporte wird viel zu oft ohne großes Nachdenken erteilt.

Zur Firma Bögl: ich glaube das haben einige nicht so richtig mitbekommen. Es gibt nicht nur den regelmäßigen Zementtransport, sondern immer wieder auch Transporte von Beton-Fertigteilen. Genau weiß ich es nicht, aber 2008 / 2009 wurden z.B. die "Zahnträger" für ein Stadion der Fußball-EM in Polen mit der Bahn transportiert.

Und nicht das jetzt behauptet, das hierfür ein eigenes Anschlußgleis erforderlich ist. In der Anfangszeit dieser Transporte, so etwa im Jahr 2000, wurden die Teile nicht im eigenen Anschluß, sondern im benachbarten Bahnhof Greißelbach umgeschlagen.

von Martin Pfeifer - am 13.04.2013 18:31
Ich gebe dir grundsätzlich recht, das ist so, aber man sollte auch ansprechen dass es änderbar ist.
Klar ist der Lkw-Transport systembedingt flexibler, aber das ist doch nicht alles. Der Staat kann auch lenken, denn die Umwelt sollte auch ein Argument sein und 600 Lkw-Transporte, die man mit wenigen Zügen fahren kann, sind ein gewichtiges.
Dein Geburtsland hatte da auch gute Regelungen zur Einschränkung des Lkw-Verkehrs. Die 50km-Regel ist natürlich übertrieben, überhaupt eine Km-Beschränkung, aber gewisse Regeln sollte es geben und dann dürfte es solche Transporte, wenn möglich, nicht auf der Straße geben.

Was die Transportzeiten angeht, so fährt die Eisenbahn nun mal nach einem Fahrplan und hat damit gewisse Zwänge, das war schon immer so und ist nicht änderbar. Die Eisenbahn kann aber trotzdem Züge zu vereinbarten Terminen fahren und vielleicht sollte man einfach mal das Konzept der rollenden Lagerhaltung aufgeben.
Möglich sind diese Transporte, Bögl beweist es. Man könnte hier wie einige Nachbarstaaten, also z. B. Österreich oder vor allem die Schweiz, klare Regelungen treffen und bestimmte Straßentransporte generell verbieten.
Zu billig sind sie eh immer noch, dazu das Dumping. Es gibt deutsche Speditionen da habe ich noch keinen einzigen Lkw ohne osteurop. Kennzeichen am Zugfahrzeug gesehen.
Mit Wettbewerbsverzerrung kann ich leicht oben stehen.

Wie gesagt, ich kann deine Argumente gut nachvollziehen, aber das ist nicht alternativlos und die systembedingten Nachteile der Eisenbahn gleichen sich an anderen Stellen aus. Will man dann Verkehr lenken, hat der Staat genug Möglichkeiten hier zu handeln. Er müsste es nur wollen. Es gibt Nachbarstaaten die machen das so.

von Stilllegungskandidat - am 15.04.2013 11:12
Natürlich wäre eine staatliche Lenkung gerade in sachen Umwelt Zielführend. Aber nicht mal die Grünen wollen das. Habe jedenfalls noch nichts derartiges von Denen gehört.
Und mit der Bahn meinte ich weniger die Fahrzeit oder das Sie an Fahrpläne gebunden ist. Da gibt es schon das Problem der Besetztzeiten von Strecken und Cargopersonal. Da ist die Bahn so flexibel wie ein Panzerschrank. Leider.
Umweltschutz ist in Deutschland nur wichtig, wenn der normale Autofahrer wieder mal zur Kasse gebeten werden soll. Oder Stromkunde. usw
Und dann bliebe ja noch die Frage: Will die Bahn den Auftrag überhaupt. Und wenn, zu welchen Kontitionen. Das AKW ist ja das beste Beispiel. Oder der Müll.
Und machen wir uns doch nichts vor: Mit der jetzigen privatisierten Bahn wird das nichts mehr.Nur ein Umdenken in Berlin und Brüssel könnte etwas ändern. Aber bevor das passiert...... Da hilft auch nichts die Grünen zu wählen. Die machen den selben Sch... nur anders angemalt und teurer.

von Eisenbahner1 - am 15.04.2013 11:46
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