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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
19
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Eisenbahner1, 223 061, Vierkant, Martin Pfeifer, Schwandorfer, Marcus798, Stilllegungskandidat, Zs 4, Joachim Piephans, DieselundDampf, Gradausfahrer, 403

Fehlende Fahrdienstleiter

Startbeitrag von DieselundDampf am 11.08.2013 13:15

Zu diesem aktuellen Thema habe ich vor ein paar Tagen bei T-Online gelesen, dass die DB AG ernsthaft darüber nachdenkt ehem. Schlecker-MA/innen im Schnellkurs zu Fahrdienstleiter/innen ausbilden möchte.

Als Nicht-Eisenbahner war mir ein so akuter Personalmangel bei Fahrdienstleiter bisher nicht bekannt.

Bei so einer misslungenen Personalpolitik stellt sich mir die Frage kann ich als Kunde der geschäftlich öfter mit der Bahn fährt noch Vertrauen in die Sicherheit haben oder sollte ich besser auf Miet-KFZ umsteigen?
Die überfüllten und unbequemen Regionalzüge sind eh schon eine Zumutung.

Gruß

Antworten:

Servus,

wo ist denn jetzt der Zusammenhang zwischen einem fehlenden Fdl und der Sicherheit? Wenn der nicht da ist fährt grundsätzlich mal kein Zug (wer soll auch das Stellwerk bedienen). Oder glaubst Du echt, dass ein Zug mit voller Fahrt auf einen fahrdienstlich nicht besetzten Bahnhof (nicht ferngestellt oder ferngesteuert oder durchgeschalten) zufährt und Weichen und Signale jetzt ein Eigenleben entwickeln?
Über Hilfszüge auf Strecken mit unterbrochener Arbeitszeit wollen wir uns, denke ich, nicht unterhalten.

Die überfüllten und unbequemen Regionalzüge schließen dann alle EVU mit ein, nehm ich an?! Oder hat jetzt wieder nur die Bahn die unbequemen und der Rest ist Spitzenklasse?

Um Deine Eingangsfrage zu beantworten: ja, kannst Du!

mfg
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 11.08.2013 14:00

Sehr fragwürdige Alternative

Zitat
DieselundDampf
... stellt sich mir die Frage kann ich als Kunde der geschäftlich öfter mit der Bahn fährt noch Vertrauen in die Sicherheit haben oder sollte ich besser auf Miet-KFZ umsteigen?



Zu dem Wahrheitsgehalt dieser Gerüchte bzw. zu eventuell geplanten Schnellkursen für Fdl kann ich nichts sagen. Da das notwendige Wissen und die benötigten Fertigkeiten für die große Zahl denkbarer Störungsfälle aber m.E. noch deutlich komplexer ist als bei Tf, halte ich persönlich solche Schnellkurse für ungeeignet.


Aber: Was ich auf jeden Fall sehr bemerkenswert finde, ist die Alternative, die Du ins Auge gefasst hast. Nur mal so zur Info:

Verunglückte Personen 2005 bis 2009 je 1 Mrd Personenkilometer:
Pkw: 275,8
Bus: 73,9
Strassenbahn: 42,3
Eisenbahn: 2,7
Flugzeug: 0,3

Getötete Personen 2005 bis 2009 je 1 Mrd Personenkilometer:
Pkw: 2,93
Bus: 0,17
Straßenbahn: 0,16
Eisenbahn: 0,04
Flugzeug: 0,003

Quelle:
[www.destatis.de]
(Seite 5 von 7)


Wenn Du also der Sicherheit bei der Eisenbahn nicht traust, solltest Du besser fliegen. Auf den eigenen Pkw auszuweichen, ist so ziemlich das Unsicherste, was Du machen kannst. Und wenn man sieht, was hinter manchem Pkw-Lenkrad für aggressive, gestresste oder gar mit Alkohol oder Drogen abgefüllte Leute sitzen (von Lkw ganz abgesehen), dann denke ich, Du kannst Dich in der Bahn im Vergleich nach wie vor sehr sicher fühlen, selbst wenn vielleicht nicht alles in Butter ist. Und die Divise "Sicherheit geht vor Pünktlichkeit" gilt bei der Bahn nach wie vor, im Straßenverkehr dagegen ist es oft umgekehrt. ;-)

Gruß 223 061

von 223 061 - am 11.08.2013 14:50

Re: nix Neues

Gibt's ja schon. Doch leider sind die Durchfallquoten zweistellige Zahlen meist mit einer 9 am Anfang. So bleibt der Großteil dem Arbeitsamt treu.

René

von Zs 4 - am 11.08.2013 16:43

Re: nix Neues

Echt so schlimm? Ich habe mich neulich mit einem Ww unterhalten der eine 4-Monats-Fdl-Ausbildung hinter sich hatte. Nach seiner Aussage hätten zumindest nach der zweiten Prüfung 13 von 15 bestanden. Der Lehrgang soll nur aus Nicht-Eisenbahnern bestanden haben und war eine volle Fdl-Ausbildung (nicht nur Ww).

Ich finde die Ausbildungszeit allerdings extrem gering für das hohe Gefahrenpotential das an einem Fdl-Posten hängt.

von 403 - am 11.08.2013 16:49

Re: nix Neues

Zitat
403
Ich habe mich neulich mit einem Ww unterhalten, der eine 4-Monats-Fdl-Ausbildung hinter sich hatte. ... Der Lehrgang soll nur aus Nicht-Eisenbahnern bestanden haben und war eine volle Fdl-Ausbildung (nicht nur Ww).

Ich finde die Ausbildungszeit allerdings extrem gering für das hohe Gefahrenpotential das an einem Fdl-Posten hängt.



Noch kürzer als die Tf-Kurse? Und das bei - je nach Dienststelle - gleich hohen oder sogar deutlich höheren Anforderungen und Verantwortung.

Für welche Art von Dientstellen sind solche Fdl dann vorgesehen? Ich denke, die müssen erstmal klein anfangen und Erfahrung sammeln? Für ein Stellwerk wie in NRH (Zentralstellwerk DrS600, komplexe Gleisanlage, starkes Verkehrsaufkommen) wäre es aus meiner Sicht undenkbar, einen solchen Neuling einzusetzen. Allein schon wegen der notwendigen Fähigkeiten für Disposition und Stressbewältigung. Oder liege ich da falsch?

Gruß 223 061

von 223 061 - am 11.08.2013 17:20
Die kurze Ausbildung (90Tage) ist schon Standart für jeden von der Strasse ohne jede Vorkenntniss und jedem Alters.Die Durchfallquotten von rund min. 90% sind bisher auch normal. Es werden ja inzwischen deutlich über 50jährige genommen. Und je Älter umso schwerer. Und diese Leute sind nicht etwa für irgendwelche Haltepunkte vorgesehen.
Den Normalbetrieb schaft jeder Hilfsschüler. Aber im Ernstfall werden viele Versagen. Logischerweise. Sie haben ja nur Theorie gelernt, vorher die Bahn nur von Bildern und Mitfahren gekannt und vom Zusammenspiel absolut keine Ahnung.
Und das ist ja nicht nur bei den Fdl so.
Ich persönlich fahre schon Jahre keine Bahn mehr. Auch aus diesem grund. Irgenwann kommt mal der große Knall.
Ist halt eine persönliche Meinung.

von Eisenbahner1 - am 11.08.2013 17:57
Servus,

das Thema war zu Beginn des Pilotprojektes bereits Ende Januar / Anfang Februar bei DSO Thema einer Diskussion. Wenn Du Dir wirklich 5 Seiten DSO-Beiträge antun willst, dann klicke bitte hier!

von Martin Pfeifer - am 11.08.2013 19:30
Zitat
Eisenbahner1
Ich persönlich fahre schon Jahre keine Bahn mehr.


Dann paßt Dein "Versteckerles" (= Benutzername) ja ganz hervorragend!! Du hast ja eine sehr hohe Meinung von der Eisenbahn. Was treibt Dich dann in ein Forum wie dieses?

von Joachim Piephans - am 11.08.2013 21:32
Zitat
Joachim Piephans
Zitat
Eisenbahner1
Ich persönlich fahre schon Jahre keine Bahn mehr.


Dann paßt Dein "Versteckerles" (= Benutzername) ja ganz hervorragend!! Du hast ja eine sehr hohe Meinung von der Eisenbahn. Was treibt Dich dann in ein Forum wie dieses?


Das ich nicht damit Fahre, heißt ja noch lange nicht, das ich mich nicht dafür Interessiere. Und das die jetzige Bahn zu langsam und zu umständlich (Umsteigen) ist, bleibt eine Tatsache. Das sah früher anders aus.

von Eisenbahner1 - am 12.08.2013 05:52

Laut Spiegel-PM: Ausbildungsdauer 7 Monate

Zitat
403
Ich habe mich neulich mit einem Ww unterhalten der eine 4-Monats-Fdl-Ausbildung hinter sich hatte. [...] Der Lehrgang soll nur aus Nicht-Eisenbahnern bestanden haben und war eine volle Fdl-Ausbildung (nicht nur Ww).

Ich finde die Ausbildungszeit allerdings extrem gering für das hohe Gefahrenpotential das an einem Fdl-Posten hängt.




In dem folgenden SPIEGEL-Artikel ist davon die Rede, daß die Ausbildung insgesamt 7 Monate dauert. Das erscheint mit schon realistischer. Vielleicht läßt sich die Diskrepanz dadurch erklären, daß zu den 4 Monaten Theorie noch ein Praktikum dazukommt? Anders kann ich mir nicht vorstellen, daß es funktioniert ...

[www.spiegel.de]


Gruß 223 061

von 223 061 - am 12.08.2013 17:06
Zitat
Eisenbahner1
Das ich nicht damit Fahre, heißt ja noch lange nicht, das ich mich nicht dafür Interessiere. Und das die jetzige Bahn zu langsam und zu umständlich (Umsteigen) ist, bleibt eine Tatsache. Das sah früher anders aus.


Achso? Das interessiert mich aber, erzähle uns doch etwas mehr :)

von Vierkant - am 12.08.2013 18:37

Ausbildung sowieso zu lang

Achwas, normalerweise sollte eine solche Ausbildung locker auch in einem Monat möglich sein. Man wird doch ein paar Farben unterscheiden und die paar Knöpfchen drücken können.

Genauso versteh ich auch nicht, warum man die Lokführer so lange ausbildet. Wer einen LKW fahren kann, sollte doch auch mit einem Zug klarkommen.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 12.08.2013 18:47
In die Heimat brauch ich mit dem Zug min. 3 Stunden bei 1-2mal umsteigen.
Mit dem Auto. Habe ich es eilig 1 Stunde 10 Minuten, sonst ca. eine anderthalb Stunde.
Ach so: Me
Meine Eltern wohnen in einer Stadt, die zwar einen Bahnhof hat, aber keinen Eisenbahnverkehr. Das heißt noch mehr Umsteigen, noch Umständlicher und noch Länger.
Noch Fragen.

von Eisenbahner1 - am 12.08.2013 20:11
Meine Frage bezog sich eher auf die jetzige Bahn, die zu langsam ist, was früher anders aussah?
Vielleicht hättest du früher auf der Verbindung weniger Umstiege gehabt, weil vielleicht in irgendeinem D-Zug ein passender Kurswagen gefahren wäre. Schneller als die heutigen 3 Stunden wärst du aber sicher nicht gewesen, eher das Gegenteil...

von Vierkant - am 12.08.2013 20:23
Zitat
Vierkant
Meine Frage bezog sich eher auf die jetzige Bahn, die zu langsam ist, was früher anders aussah?
Vielleicht hättest du früher auf der Verbindung weniger Umstiege gehabt, weil vielleicht in irgendeinem D-Zug ein passender Kurswagen gefahren wäre. Schneller als die heutigen 3 Stunden wärst du aber sicher nicht gewesen, eher das Gegenteil...


Servus,

ich glaub Du hast die Antwort vom User "Eisenbahner1" nicht ganz verstanden. Wenn er mit zu seinen Eltern fährt, muß er in eine Stadt, die zwar einen Bahnhof hat, aber keinen Eisenbahnverkehr mehr. Sprich in eine Stadt, wo es zwar noch das Gebäude "Bahnhof" gibt, eventuell auch noch Gleise, in der aber kein Personenzug mehr hält. Sprich die Stadt liegt an einer der Strecken, die nach der Wende ihren SPNV verloren haben. Das er sich nicht auf Busse einlässt, kann ich bei der Qualität der Verbindungen durchaus verstehen.

von Martin Pfeifer - am 12.08.2013 20:29
Du hast es Verstanden.
Vor ca. 6 Jahren bin ich mal mit dem ALEX von München bis Schwandorf gefahren. Das hat richtig Spass gemacht. Ein Jahr Später waren wir mit dem ICE in München. Keine Lust mehr mit dem Ding. So richtig Unbequem und von der Fahrzeit auch nicht unbedingt schneller.

von Eisenbahner1 - am 12.08.2013 21:25

Re: Ausbildung sowieso zu lang

Und wenn etwas passiert heißt es wieder, dass die Leute keine gescheite Ausbildung hatten. Man hat ja gesehen, was mit den schnellbesohlten S-Bahn Triebwagenführern alles so gelaufen ist. Nur die Finger weg von diesen Kurzausbildungen. Davon abgesehen machen die FDL ein bischen mehr als nur "Knöpfchendrücken", das müsstest Du eigentlich wissen, Tobi.....

Gruß Marcus

von Marcus798 - am 13.08.2013 10:23

Ironiehinweis vergessen ;-)

Zitat
Schwandorfer
Achwas, normalerweise sollte eine solche Ausbildung locker auch in einem Monat möglich sein. Man wird doch ein paar Farben unterscheiden und die paar Knöpfchen drücken können.

Genauso versteh ich auch nicht, warum man die Lokführer so lange ausbildet. Wer einen LKW fahren kann, sollte doch auch mit einem Zug klarkommen.

Viele Grüße

Tobias


Ich wette es gibt genug die nicht kapieren dass das ein ironischer Beitrag war, daher wäre da vielleicht ein Hinweis hilfreich, aber andererseits, man kann sich darüber amüsieren.

Was sollen eigentlich immer diese vorurteilsbeladenen Kommentare zu ehem. Schleckerleuten die Fdl werden sollen? Glaubt ernsthaft jemand die ungelernte Hausfrau im Nebenjob bei Schlecker würde als Fdl umgeschult?
Bei Schlecker haben auch viele qualifizierte Leute gearbeitet, die eigentlich einen ganz anderen Berufsabschluss haben, auch Akademiker, z. B. nach Babypausen.
Das Leben ist eben nicht so einfach wie manche sich das vorstellen.

von Stilllegungskandidat - am 15.08.2013 14:33
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