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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
223 061, Mannerl, Stilllegungskandidat, Höllenthal, Joachim Piephans, Martin Pfeifer, 628 245-2, Neuenmarkt, milchi

aktueller Zustand Bayreuth - Weidenberg - möge sich jeder ein Bild davon machen

Startbeitrag von Neuenmarkt am 24.09.2013 09:51

So wird man zur Zeit in Bayreuth-St.Georgen empfangen, die Sicht ist am Reisendenübergang sowohl für TF als auch für den Passanten nicht gerade optimal:




Das eine Lichtzeichen vom BÜ NBYG ist bereits durch das seit Monaten gewachsene Unkraut in Beschlag genommen



und sollte der Techniker mal in das Schalthaus müssen, so braucht er eine Machete


Auch bei dem BÜ in Döhlau-West versteckt sich ein Lichtzeichen seit einem Jahr im
Baum (leider bei Gegenlicht)



Die Strecke wurde ja 2007 quasi neu gebaut inkl. Unterbau, so sieht es auf weiten Teilen der Strecke aus (Bild am BÜ Zapf aufgenommen) - es wachsen schon Büsche und nicht nur Grashalme aus dem Schotter




hier der HP Döhlau


Das Umfahrungsgleis in Weidenberg (im Gras )



Die Einfahrt Bayreuth (nein ich bin weder gefahren noch war ich im Führerstand)

Rechts DB Gleis, links DRE


Ansonsten kämpft sich der Zug durch die bis zum Gleis hinreichenden Äste und Bäume
und in Laineck ist der Bewuchs mittlerweile so schlimm das die Züge in Richtung Weidenberg mangels Sicht sehr zur Freude der Anwohner beim losfahren ZP 1 geben müssen - es wurde wieder eine P-Tafel aufgehängt

Antworten:

...und warum ist dies so?

Das Gleis sieht ja wie neu aus, nur der Unkrautvernichtungszug sollte mal vorbeikommen.

von Mannerl - am 24.09.2013 16:11
Definitiv - und zwar der ZUG, nicht nur der Zweiwegeunimog!

Gruß
Jan

von 628 245-2 - am 24.09.2013 17:50

Warum ist das wohl so? (mit anschaulichem Bild zur Gleisunterhaltung)

Zitat
Mannerl
...und warum ist dies so?



Da ich ja nun gerade mal wieder in der Schweiz war und mir auch diesmal wieder der dort nahezu überall exzellent gepflegte Oberbau aufgefallen ist, finde ich das oben gezeigte Beispiel besonders alarmierend. Auf die Frage, was in der Schweiz anders ist, findet man recht schnell eine Antwort bzw. eine für alle dortigen Infrastrukturbetreiber geltende Richtlinie:

[www.bav.admin.ch]-


Hier ein paar Zitate:
"Um die Sicherheit von Bahnanlagen gewährleisten zu können, muss die Vegetation mit einer situationsgerechten Kombination von verschiedenen Methoden kontrolliert werden. Präventive Massnahmen sind bereits im Rahmen von Planung und Projektierung von Bahnanlagen vorzusehen. Der regelmässige Unterhalt der Anlagen muss gewährleistet sein.

...
Die vorliegende Richtlinie richtet sich an alle Unternehmungen, die Inhaber von Bahninfrastrukturen auf Schweizer Boden sind. ... Um einen fachgerechten Unterhalt im Sinne einer Vegetationskontrolle gewährleisten zu können, sind bereits im Rahmen der Planung und Projektierung von Bahnanlagen Massnahmen zu berücksichtigen. Dazu gehören u.a.:
- eine möglichst aufwuchshemmende Bauweise des Planums;
- die Ausbildung von Banketten oder Kabelkanälen als Vegetationssperren;
- die Bildung von Übergangs- oder Pufferstreifen zwischen Bankett und Böschung.

Eine fachgerechte Pflege der Böschungen schützt den Gleisbereich gegen seitlich einwachsende Pflanzen. Insbesondere dürfen aus Gründen der Sicherheit keine Gehölze im Nahbereich (ca. 5 m ab Gleisachse) stehen.
Durch regelmässiges Mähen des Übergangsstreifens (f1 in Abbildung 1) wird ein dichter Grasbestand gefördert, der eine gute Sperre gegen Problempflanzen bildet, die aus der Böschung in den Gleisbereich wachsen. Der Pufferstreifen sollte rund 3 m breit sein (siehe Anhang 1)."



Ebenso interessant ist diese Broschüre von SBB und Verkehrsministerium:

[www.bafu.admin.ch]

Zitat:"Der moderne Schienenverkehr stellt an
die Bahnanlagen hohe Anforderungen,
die nur mit einem möglichst bewuchsfreien
Schotterbett zu erfüllen sind..."



Zum Abschluß noch ein sehr anschauliches Bild aus dieser Broschüre mit den freizuhaltenden Bereichen. Dafür reicht der Unkrautspritzzug definitiv nicht aus.

Gruß 223 061




von 223 061 - am 24.09.2013 17:51

... und noch ein schöner Satz zum Abschluß

Der Satz stammt ebenfalls aus der bereits verlinkten Broschüre zur Vegetationskontrolle:

[www.bafu.admin.ch]


Zitat:"Die Erfolgskontrolle ist von zentraler Bedeutung und erfordert eine gesamtheitliche Betrachtung der örtlichen Verhältnisse durch eine Fachperson. Diese ist in der Lage, aufgrund der vorhandenen Vegetation in den einzelnen Gleisabschnitten Schlüsse auf den bisherigen Unterhalt und die örtlichen Bodenverhältnisse zu ziehen.

...

Nicht zuletzt sei auch auf das Erscheinungsbild der Bahnen gegenüber ihren Kunden hingewiesen. Die Böschungspflege bzw. der Zustand der Bahnböschungen und deren optischer Eindruck werden vom Reisenden wahrgenommen und beeinflussen dessen Meinung über die Bahn – eine Meinung, die uns durchaus etwas wert sein sollte!"

Zitat Ende.


Der war gut!

Gruß 223 061

von 223 061 - am 24.09.2013 18:21
ja wir wissen es ja eh alle ...in der Schweiz ist alles besser...!

Das hat aber jetzt nichts mit dieser Situation auf der beschriebenen Strecke zu tun.

Wer ist "Schuld" daran , die BEG? Oder DB? Und warum läßt man es soweit kommen, die Schäden können ja größer werden wenn man erst später was unternimmt - diese Situation kennt ja jeder der ein paar Quadratmeter Grünfläche ums Haus hat.

von Mannerl - am 25.09.2013 06:36
Zitat
628 245-2
Definitiv - und zwar der ZUG, nicht nur der Zweiwegeunimog!

Gruß
Jan


Servus,

meiner Meinung ist der größste Unterschied zwischen dem Zug und dem Zweiwege-Unimog nur die Menge des mitgeführten Unkrautvernichtungsmittel. Man kann beide Züge mit den gleichen Chemikalien füllen und im Bereich der zu sprengenden Flächen (also wie weit von der Gleisachse weg) unterscheiden sich beide nicht wirklich.

Wichtig ist, das hier überhaupt mal was getan wird, dann das ist ein Punkt wo man weder der BEG noch der Bahn AG etwas in die Schuhe schieben kann.

von Martin Pfeifer - am 25.09.2013 07:26

Kurze Frage dazu...

Servus,

Zitat
Mannerl
Das hat aber jetzt nichts mit dieser Situation auf der beschriebenen Strecke zu tun.

Wer ist "Schuld" daran , die BEG? Oder DB?


kurze Frage: Zwischen Bayreuth und Weidenberg befindet sich doch nach wie vor eine Nichtbundeseigene Eisenbahn, oder?


lg, milchi

von milchi - am 25.09.2013 08:26

Zuständigkeiten!?

Volle Zustimmung, Martin!

Der Zustand ist eine Schande, immerhin würde die Strecke mit öffentlichen Mitteln saniert.

Was die Zuständigkeiten anbelangt:

1. Müßte da nicht das EBA (bzw. LfB) dem Infrastrukturbetreiber DRE mittels Bescheid "auf die Finger klopfen", da ja immerhin Sicherungsanlagen (Bü-Lichtsignalanlagen) und Sichtdreiecke beeinträchtigt sind?

2. Die Vernachlässigung von Entwässerung und dem Gleisbett selbst wäre ein Fall für den Rechnungshof, da ja eine Sanierung für eine bestimmte Dauer von x Jahren/Jahrzehnten ausgelegt ist, die eingesetzten Mittel durch die Vernachlässigung aber ihre Wirkung nicht entfalten können, wenn vorzeitig der Streckenzustand schlechter wird bzw. durch La der Verkehr nicht in der Qualität gefahren werden kann wie geplant und bei einwandfreier Unterhaltung möglich.

3. Und schließlich ist auch das EVU betroffen und könnte/müßte gegenüber dem Infrastrukturbetreiber härter vorgehen (Kürzung der Trassenentgelte), wenn seine Fahrzeuge durch eingeschränktes Lichtraumprofil Lackschäden erleiden bzw. zum "Freihalten" desselben mißbraucht werden.

Möglichkeiten gäbe es also genug. Mir scheint nur, sie werden nicht genutzt bzw. es interessiert keinen so recht.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 25.09.2013 09:04

Liegt an der Privatwirtschaftlichkeit

In der Schweiz sind sowohl die beiden Großbahnen als auch die vielen Privatbahnen alle in öffentlicher Hand und damit sind die Vorgaben leicht umzusetzen. Die Infrastruktur ist nicht privatwirtschaftlich organisiert und unterliegt keiner Gewinnverpflichtung wie bei uns.

Sowohl DB Netz als auch viele andere EIU sind privatwirtschaftlich organisiert und wollen so viel Geld wie möglich mit dem Netz machen.
Bei DB Netz könnte der Staat das ja schnell ändern, ist aber nicht gewollt, ist ja eine Melkkuh.

von Stilllegungskandidat - am 25.09.2013 10:52

Re: Komisch, ...

... dass bei DB Netz die Gleise dennoch vergleichsweise gut in Schuss sind (Bild oben) ...

von Höllenthal - am 25.09.2013 12:54

Re: Liegt an der Privatwirtschaftlichkeit

komisch (die zweite!)...

es soll sogar privatwirtschaftlich geführte Firmen geben die trotzdem alles im Schuss halten. Irgendwie muß die Thematik " ja keine Börsenbahn etc." für alles herhalten - ok dies ist ein anderes Thema und hat mit fehlender Freischneideaktionen nix zu tun.

MFG
Mannerl, der zufrieden ist mit der "Privatwirtschaftlichkeit"

von Mannerl - am 25.09.2013 15:46

Was hat das mit der Schweiz zu tun?

Zitat
Mannerl
ja wir wissen es ja eh alle ...in der Schweiz ist alles besser...!
Das hat aber jetzt nichts mit dieser Situation auf der beschriebenen Strecke zu tun.


Wahrscheinlich doch, denn wie der Stillegungskandidat unten schon angedeutet hat, kann man eine Bahn-Infrastruktur eben auf Dauer kaum mit Gewinn oder auch nur ohne Verlust betreiben im betriebswirtschaftlichen Sinne. Zumal wenn Schiene und Straße so unterschiedlich behandelt werden. Infrastruktur dient dem Gemeinwohl und muß m.E. auch entsprechend organisiert und finanziert werden.


Zitat
Mannerl
Wer ist "Schuld" daran , die BEG? Oder DB? Und warum läßt man es soweit kommen, die Schäden können ja größer werden wenn man erst später was unternimmt - diese Situation kennt ja jeder der ein paar Quadratmeter Grünfläche ums Haus hat.



Streckenbetreiber ist in oben genanntem Fall die DRE. Aber ob man von "Schuld" sprechen kann, weiß ich nicht. Die Gründung dieses EIU war gut gemeint und hat schon viele Lokalbahnen vor dem Aus bewahrt, aber ich fürchte, langfristig wird dieses Modell nicht selbsttragend funktionieren können, wie man am Zustand vieler Strecken sieht.

Hier zur Info:
[de.wikipedia.org]

Gruß 223 061

von 223 061 - am 25.09.2013 17:01
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