Sichtung: 610 514 Markt Erlbach - Fürth/Nürnberg -- Frage zu "tack-tack-tack"

Startbeitrag von TomF am 04.10.2013 05:19

Guten Morgen!

Heute war 610 514 als RB 58835 Markt Erlbach - Fürth/Nürnberg (N an 06:39) mit lauten "tack-tack-tack" am Drehgestell unter dem (führenden) Führerstand unterwegs.

Eine (Laien-)Frage dazu an die Fachleute:
das Geräusch war auf der Strecke nicht immer hörbar. Ist das so zu erklären, dass die Lauffläche (in der Breite) nur an einer Seite beschädigt ist und in dem Fall, dass der Radsatz mit dem Drehgestell an die andere Seite der Lauffläche schlingert, keine Flachstelle und somit kein Geräusch vorhanden ist?

Noch eine Beobachtung: anscheinend war die "Komfortneigung" aktiviert. Anfang dieser Woche meinte ich bei einem Zug, dass zwischen Fürth und Nürnberg die Neigetechnik aktiv war. Kann das sein?

Einen schönen Tag und ein angenehmes Wochenende wünscht
Thomas

Antworten:

Zitat
TomF
Guten Morgen!

Heute war 610 514 als RB 58835 Markt Erlbach - Fürth/Nürnberg (N an 06:39) mit lauten "tack-tack-tack" am Drehgestell unter dem (führenden) Führerstand unterwegs.

Eine (Laien-)Frage dazu an die Fachleute:
das Geräusch war auf der Strecke nicht immer hörbar. Ist das so zu erklären, dass die Lauffläche (in der Breite) nur an einer Seite beschädigt ist und in dem Fall, dass der Radsatz mit dem Drehgestell an die andere Seite der Lauffläche schlingert, keine Flachstelle und somit kein Geräusch vorhanden ist?


Im Prinzip richtig. Flachstellen hört man oftmals nur auf der Geraden. In Gleisbögen sind sie dann "verschwunden", weil eben der Teil der Lauffläche nicht unmittelbar auf der Schiene ist oder eben die Flachstelle relativ klein ist.

Zitat
TomF
Noch eine Beobachtung: anscheinend war die "Komfortneigung" aktiviert. Anfang dieser Woche meinte ich bei einem Zug, dass zwischen Fürth und Nürnberg die Neigetechnik aktiv war. Kann das sein?


Das kann schon sein. 3 Gleisbögen gibt es ja, wo eine Neigung eintreten kann. Wobei man beim letzten Gleisbogen unter den Überwurfbauwerken der Rother Strecke schon zackig ans Signal heranfahren muß. Denn die Neigung geht nur oberhalb 70km/h.

Grüße

von Cargonaut - am 04.10.2013 09:45
...Zusatzbemerkung zum Neigen: das geht mitm 610 nur, wenn die Strecke Nürnberg - Fürth mit ZUB 122, also Gleiskoppelspulen, ausgerüstet ist. Liegen dort Eurobalisen, kann der 610 damit nichts anfangen und das Höchste der Neigegefühle liegt bei 3°.

Gruß
Jan

von 628 245-2 - am 04.10.2013 10:21
Servus Jan,

die ZUB 122 braucht der Zug um bogenschnell fahren zu dürfen.

Neigen kann sich der Zug immer soweit die Neigetechnik im Zug nicht gestört und eingeschaltet ist. Die benötigten Parameter sind
- Kurve mit oder ohne Anfangsüberhöhung
- V > 70 km/h
- Querbeschleunigung > 1m/s zum Quadrat
- Neigetechnik störungsfrei und eingeschalten
- Richtungsschalter in V.

Sind diese erfüllt, geht Neigen bis 8°.

mfg
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 04.10.2013 10:29
Zitat
Gradausfahrer
Neigen kann sich der Zug immer soweit die Neigetechnik im Zug nicht gestört und eingeschaltet ist. Die benötigten Parameter sind
- Kurve mit oder ohne Anfangsüberhöhung
- V > 70 km/h
- Querbeschleunigung > 1m/s zum Quadrat
- Neigetechnik störungsfrei und eingeschalten
- Richtungsschalter in V.

Sind diese erfüllt, geht Neigen bis 8°.

mfg
gradausfahrer


Naja, nicht ganz. Die Strecke muss natürlich auch mit GNT ausgerüstet sein und Strecken- und Fahrzeugeinrichtung müssen kompatibel sein. Nur dann geht das Neigen bis 8° - sonst sinds nur 3°.

Gruß
Jan

von 628 245-2 - am 04.10.2013 22:52

Stimmt so nicht, Jan

Servus Jan,

das ist schlicht und ergreifend falsch, was Du da sagst.

Die GNT ist ein zusätzliches Zugbeeinflussungssystem das den Tf überwacht, dass er nicht schneller fährt als er nach Spalte 2b (erhöhtes Seitenprofil)des Fahrplans fahren darf. Bei V nach Spalte 2b sind max. 8° Neigung drin.

Und das geht immer, egal wie die Ausrüstung der Strecke ist. Es neigt sich ja das Fahrzeug.
Wie sonst sollen die Hochtastfahrten für eine Strecke auf der noch keine GNT liegt gemacht werden?!
Die Komfortneigung 3° kommt mit Geschwindigkeiten nach Spalte 2a (also Regelseitenprofil). Es dreht sich alles um die Querbeschleunigung, und die ergibt bei Fahrt nach Spalte 2a (die jeder Zug fährt) max. 3°. Nach Spalte 2b (die fährt der Neigetechnikzug) max. 8°.
Theoretisch, ich betone: theoretisch, könnte ein 610 oder 612 oder 411/415 zwischen z. B. Regensburg und Landshut so fahren, dass er sich auf 8° neigt, in dem er über die nach Spalte 2a (ist ja keine Neigetechnikstrecke) zugelassene Geschwindigkeit hinaus fährt. Und je mehr er die Geschwindigkeit nach Spalte 2a überschreitet, desto mehr Fliehkraft wirkt und desto mehr neigt der Zug, um diese auszugleichen.

Dass eine Strecke GNT ausgerüstet sein muss (Koppelspule oder Balise, also ZUB 121 oder ZUB 262) und die Fahrzeugeinrichtung die Streckendaten lesen können muss (abgesehen von der Funktionstüchtigkeit der Neigetechnik im Fahrzeug), um mit Neigung fahren zu DÜRFEN, ist schon richtig.
Dass das ganze Zeug da sein MUSS um 8° hervorzurufen, ist falsch.



mfg
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 05.10.2013 04:56
Es gibt nur 2 Funktionen:

Neigetechnik an - Neigung bis 8°

Neigetechnik aus - keine Neigung


Ob die GNT nun an ist oder nicht ist der der GST egal. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, es gäbe eine "Komfortneigung" mit max. 3°. Jedoch ist dies nichts anderes, als mit voll aktiver GST in der Fahrplanspalte 2a zu fahren (normale Streckengeschwindigkeit). Das Fahrzeug muss sich nicht so stark neigen um die G-Kräfte auszugleichen.

Grüße, Christian

von Der Ex-Wiesauer - am 05.10.2013 07:48

Danke...

...für die Erklärungen!

Thomas

von TomF - am 05.10.2013 20:13
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