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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
BD Regensburg, Falkensteiner Bockerl, 218 002-4, Mannerl, Martin Pfeifer, Guliver

? Wutzlhofen - Falkenstein

Startbeitrag von BD Regensburg am 06.10.2013 13:37

Hallo und schönen Sonntag,

die Bahnstrecke Regensburg-Wutzlhofen - Falkenstein wurde ja erst in den 80ern eingestellt, wo der Freistaat Bayern bereits Verträge mit der Bundesbahn unterzeichnet hat, die das Einstellen von Personenverkehren verhindern soll.
Wieso hat man das von Seiten der Landesregierung nicht für diese Strecke gemacht?

Scheinbar gab es auf der Strecke auch keinen großen Güterkunden, denn der hätte die Strecke vor dem unglaublich schnellen Abbau bewahren können.

Die Strecke wäre doch heute eine mehr als erfolgreiche Strecke und das im Zulauf auf den Knoten und das Oberzentrum Regensburg.
Wie wäre ein heutiger Bahnbetrieb denkbar?

Die ganzen Verkehre in den Wald könnte man mit Hauzendorf als Umsteigeknoten umgestalten.
Im Stundentakt bis Falkenstein, im 30-Minuten-Takt bis Hauzendorf. Dabei in Hauzendorf Anschluss an Schnellbusse nach Roding und Nittenau - Neunburg.

Heute ist diese Strecke für alle Zeit verloren, leider und Zeichen für die kurzsichtige Verkehrspolitik pro Straße, die ja auch heute noch vorherrscht.

Wenn jemand näheres zur Strecke weiß (eine Ausstellung ist ja angedacht wie anderswo zu lesen ist), z. B. welche Güterkunden es entlang der Strecke gab, stellt dies bitte hier ein. Vielen Dank.

Antworten:

Hallo!

Ja, es ist wirklich schade das die Strecke so schnell abgebaut wurde und daraus ein Radweg entstand. Heutzutage könnte man die Strecke mit moderner Technik bestimmt halbwegs "wirtschaftlich" betreiben.
In den letzten Jahren des Betriebes war der Güterverkehr bis auf die Schotterverladung in Roßbach und die BayWa in Falkenstein ohne große Bedeutung, außerdem war die Strecke wegen mangelnder Instandhaltung in einem sehr schlechten Zustand.
Durch Fahrplanausdünnung und parallele Busse wurden die eigesetzten Personenzüge natürlich auch kaum mehr genutzt.
Eine Ausstellung hat es in Falkenstein im alten Lokschuppen im Juni auch schon gegeben.

Gruß Rainer

von Falkensteiner Bockerl - am 06.10.2013 17:38
Zitat
BD Regensburg
Hallo und schönen Sonntag,

die Bahnstrecke Regensburg-Wutzlhofen - Falkenstein wurde ja erst in den 80ern eingestellt, wo der Freistaat Bayern bereits Verträge mit der Bundesbahn unterzeichnet hat, die das Einstellen von Personenverkehren verhindern soll.
Wieso hat man das von Seiten der Landesregierung nicht für diese Strecke gemacht?
...


Servus,

in den 1986 abgeschlossenen Verträgen zwischen der Deutschen Bundesbahn und dem Freistaat Bayern waren von vornerein 19 Strecken vorgesehen, die stillgelegt werden sollten. Für die meisten dieser Strecken lief das Stillegungsverfahren bereits, war aber wegen anhaltenden Widerstand aus der Politik noch nicht abgeschlossen. Diese den sicheren Tod bedeutenden Liste haben nur zwei Strecken überlebt: Bayreuth - Warmensteinach und Ebersberg - Wasserburg Bf.

Ansonsten von meiner Seite der fast gebetsmühlenartige Hinweis auf das Standardwerk schlechthin: "Nebenbahnen in der Oberpfalz" der Autoren Gerald Hoch und Andreas Kufhal, welches mittlerweile als digitaler Reprint wieder lieferbar ist.

von Martin Pfeifer - am 06.10.2013 21:04
Zitat
Martin Pfeifer
in den 1986 abgeschlossenen Verträgen zwischen der Deutschen Bundesbahn und dem Freistaat Bayern waren von vornerein 19 Strecken vorgesehen, die stillgelegt werden sollten. Für die meisten dieser Strecken lief das Stillegungsverfahren bereits, war aber wegen anhaltenden Widerstand aus der Politik noch nicht abgeschlossen. Diese den sicheren Tod bedeutenden Liste haben nur zwei Strecken überlebt: Bayreuth - Warmensteinach und Ebersberg - Wasserburg Bf.


Hallo,

also hat der Freistaat Bayern eiskalt die Einstellung von Bahnstrecken bzw. die Stilllegung hingenommen und damit neben dem Bundesverkehrsminister die Verantwortung für diese Stilllegungen?
Bayern hätte sie ja verhindern können, war wohl wegen der autofixierten Verkehrspolitik nicht möglich.

Wenn nur zwei überlebt haben, frage ich mich wieso man Regensburg - Falkenstein eingestellt hat, eine Strecke wie Cham - Waldmünchen oder Münchberg - Helmbrechts dann scheinbar nicht auf der Liste war.
Regensburg - Falkenstein hat da doch noch ein viel größeres Fahrgastpotential.

Man kann es halt leider nicht mehr rückgängig machen, die Strecke ist für alle Zeit verloren und auch eine Stadtbahn nach Wenzenbach/Bernhardswald ist ja mehr als unrealistisch wenn man das Tempo ansieht wie das quasi vorangetrieben wird.

von BD Regensburg - am 07.10.2013 10:24
Zitat
Martin Pfeifer
Zitat
BD Regensburg
Hallo und schönen Sonntag,

die Bahnstrecke Regensburg-Wutzlhofen - Falkenstein wurde ja erst in den 80ern eingestellt, wo der Freistaat Bayern bereits Verträge mit der Bundesbahn unterzeichnet hat, die das Einstellen von Personenverkehren verhindern soll.
Wieso hat man das von Seiten der Landesregierung nicht für diese Strecke gemacht?
...


Servus,

in den 1986 abgeschlossenen Verträgen zwischen der Deutschen Bundesbahn und dem Freistaat Bayern waren von vornerein 19 Strecken vorgesehen, die stillgelegt werden sollten. Für die meisten dieser Strecken lief das Stillegungsverfahren bereits, war aber wegen anhaltenden Widerstand aus der Politik noch nicht abgeschlossen. Diese den sicheren Tod bedeutenden Liste haben nur zwei Strecken überlebt: Bayreuth - Warmensteinach und Ebersberg - Wasserburg Bf.


1986 wäre für diese Strecke sowieso zu spät gewesen.

von Falkensteiner Bockerl - am 07.10.2013 17:52

Betriebswirtschaftlich optimales Netz

Zitat
BD Regensburg
Wenn nur zwei überlebt haben, frage ich mich wieso man Regensburg - Falkenstein eingestellt hat, eine Strecke wie Cham - Waldmünchen oder Münchberg - Helmbrechts dann scheinbar nicht auf der Liste war.
Regensburg - Falkenstein hat da doch noch ein viel größeres Fahrgastpotential.


Auch diese Bahnstrecken standen mit dem "betriebswirtschaftlich optimalen Netz" der Bundesbahn auf der Abschussliste. Genauso wie die Strecken nach Bodenmais, Grafenau und Zwiesel-Bay. Eisenstein.

Praktisch sämtliche Nebenbahnen des Freistaats standen irgendwann mal auf der Abschussliste. Manche haben es gepackt, viele sind jedoch über den Jordan gegangen. Eine große Strategie oder eine Abwägung kann ich nicht erkennen. Eher das Nutzen einer "günstigen" Gelegenheit, wie etwa die Baufälligkeit der Kachletbrücke bzw. Regenbrücke bei Passau-Freyung und Blaibach-Viechtach oder ein Erdrutsch bei Obernzell-Wegscheid.

von Guliver - am 07.10.2013 19:25

Kachletbrücke

...und dann hat man ja die Brücke mit viel Aufwand wieder fahrtüchtig gemacht für den GV zur ZF - also auch nicht ganz nachvollziehbar aus heutiger Sicht.

von Mannerl - am 07.10.2013 19:38

Re: Betriebswirtschaftlich optimales Netz

Zitat
Guliver
Auch diese Bahnstrecken standen mit dem "betriebswirtschaftlich optimalen Netz" der Bundesbahn auf der Abschussliste. Genauso wie die Strecken nach Bodenmais, Grafenau und Zwiesel-Bay. Eisenstein.

Praktisch sämtliche Nebenbahnen des Freistaats standen irgendwann mal auf der Abschussliste. Manche haben es gepackt, viele sind jedoch über den Jordan gegangen. Eine große Strategie oder eine Abwägung kann ich nicht erkennen. Eher das Nutzen einer "günstigen" Gelegenheit, wie etwa die Baufälligkeit der Kachletbrücke bzw. Regenbrücke bei Passau-Freyung und Blaibach-Viechtach oder ein Erdrutsch bei Obernzell-Wegscheid.


Es stimmt, das zeigt aber genau dass Bund und Länder gegen die Eisenbahn gearbeitet haben.
Die Bundesbahn hat ja schließlich nur das gemacht, was sie an politischen Vorgaben bekam und sie war ziemlich eingeschnürt. Die Verkehrspolitik war eben leider sehr autogerechet.

von BD Regensburg - am 07.10.2013 20:44

Re: Kachletbrücke

Rein für die ZF hat man die Kachletbrücke nicht wieder hergerichtet, da spielten auch verteidigungstechnische Gründe eine gewichtige Rolle: die Freyunger Kaserne liegt ja in Sichtweite vom damaligen Eisernen Vorhang.

von 218 002-4 - am 08.10.2013 13:43
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