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Eisenbahnforum Nordostbayern
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6
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Oberfranke, Peles, Joachim Piephans, Martin Pfeifer, Blackender, nix mehr

An der Schwesnitz II (m. m. Bildern)

Startbeitrag von nix mehr am 14.10.2013 18:12

An der Schwesnitz II

Servus Gemeinde,
es wird Herbst, und bald Winter. Die Zeit der Erinnerungen.
Auf die Gefahr hin, Joachim könnte mich hauen, weil ich in seinem Thema umher fuhrwerke, ein paar Bilder aus schon fast ur-alter Zeit…

Zu den Dias: Anfang der 90er aufgenommen. Genauer gesagt 1991 – April 1993
Ab Juni 1991 hatte ich meinen Zivi in Hof angetreten, der mir äußerst günstig freie Zeit an a-Tagen fürs Hobby bereit stellte! Zeitgleich war es eine Art Hallali auf die Heimatregion. Die von manchen angekreidete „Motive-bewirtschaftung“ setzte bei mir vehement ein. Das Problem: ab Dezember 1989 lag Sachsen und Thüringen offen da! Und da drängte es immens!!! Zerteilen ging nicht. Man hätte 20 Jahre gebrauchen können. Oder 40, oderoderoder. Moki hatte mal gesagt: „Hätt der Hund ned in die Eck geschissn!“

Ich bin froh, das Thema 796/798 auf „meinen“ Heimatstrecken gar so penetrant fotografisch auf den Sack gegangen zu sein. Ich meine, markante Motive sind von Hof nach Bad Steben und Selb, bzw. Münchberg und Helmbrechts, gegessen. Das „Hägelchen nan´gmachd!“ Zu meiner damaligen Zufriedenheit weitgehend optimal erledigt worden.

Zum Schwesnitztal hatte ich meinen eigenen Bezug: waren doch hier durch meinen Vater ab 1978 erste Skilanglauf-Ausflüge zum erlernen dieser Freizeitbeschäftigung angesetzt worden. Man fuhr stets bis Wurlitz mit dem Bienaschuss, und dann am Steinbruch vorbei mit Skiern und Stecken, in die Wiesen Richtung Oberkotzau und wieder zurück, oder gleich bis „Kotza“ hinunter. Ein Auto gab es nicht im Elternhaus. Und ich hatte es auch erst ab 1988.
Fotografisch kam die Karre für die Region ab da fast immer zum Einsatz. Nur einmal mal war ich mit dem Drahtesel von Hof hinaus an Döhlau südlich vorbei und durch Oberspeiwiesn hindurch zum Fotoeinsatz geradelt. Und ein weiteres mal die Saale entlang über Döhlau Ortschaft hinweg Richtung Kautendorf, um dann „von oben“ durch Woja ins Schwesnitztal zu gelangen. Da war man noch fit! Heute wird man fett…

Da Joachim die Vorlage gab, will ich ähnliches einstellen. Aus 400 ! Dias zum Thema Schienenbusse Bw Hof, hab ich mal ein paar heraus gesucht… Und wahrlich, es ist sehr viel veröffentlichungswürdiges dabei. Gar nicht mal so viel Mist, der als Anfängerzoll geleistet werden mußte, und heute entsorgt gehört. Doch sehet selbst.

Geschuldet der damaligen Kamera mit einfachem Objektiv, einer guten Diawölbung in den Rahmen (Unschärfen in den Randbereichen des Scan) und extremer Farbaufbereiterei am Scanner, bzw. im Programm, hoffe ich, halbwegs genießbare Aufnahmen fabriziert zu haben. Bilddaten will ich nicht heraus suchen. Ein paar Dias sind beschriftet und das soll zur Orientierung reichen.

Es gäbe unter 700 Dias „211 rund um Hof“ noch ein paar vereinzelte mit der Üg Richtung Rehau, bzw. Selb Stadt und dem Dg nach Selb-Plößberg. Auch die Pfadfinderaktion von 2006 mit BR 218 ist vertreten. Aber man wills ja nicht übertreiben ;-)

Rehau, als es noch eine echte Kreuzung am Bahnhofsgebäude war!

Mit dem 8920 waren 996 750 und 796 760, mit dem 8919 der 996 802 + 796 690. Szenerie am 9.April 1992

Es gäbe eine ganze Litanei Bilder vom Bereich Bü Rehau, Esig, Vsigf, ex Bahnwärterhaus, Ortslage Wurlitz, Steinbruch. Aber belassen wir den Fokus auf die Bilder von Joachim und dem heutigen „schönen“ Gefährt ;-)


Aus der Krone einer wackligen Fichte heraus wurde der 8912 am 30.Oktober 1991, in Form von 798 680 + 996 757 aufgenommen. Im Hintergrund die Hessith-Werke. Den wenigsten dürfte bekannt sein, was es damit auf sich hat(te). Genauer gehe ich lieber nicht darauf ein. Der Name sagt schon einiges...


Heute ist von den Steinbruchanlagen nicht mehr viel zu sehen. Allenthalben waren vor Jahren ein paar moderne Silos im Bereich des eigentlichen Bruches zu sehen. Wo heute die Aktivitäten sind, weiß ich nicht. Grüne Gedanken verwehrten eine Vergrößerung. Obwohl durch den Bruch bald ein neues Biotop existieren wird, wenn er wieder von selbst zuwachsen kann. Die Schwesnitz ist hier leider begradigt., bzw. stark kanalisiert.


Praller Hochsommer an der Schwesnitz! Im Hintergrund die anstehende Steinbruchwand.


Ein warmer Herbsttag, mit einem Nachschuß auf den Uerdinger gen Rehau fahrend. Hinter dem Zug die natürliche Gesteinsformation.


Nochmals die Stelle mit dem Serpentinit. Links sieht man die seltenen, und rosa blühenden Steinnelken! Der Hauptgrund für die unter Schutzstellung des Areales.


Nicht nur Joachim war von der Brücke inspiriert. Auch ich war es damals schon…


Nachdem die Schwesnitz stark rechts abfließt, breitet sich hier im Grund eine sehr große Wiese aus. Das Tal wird hier durch diese eingleisige Hauptbahn zerteilt.


Selbst Rapsbilder waren damals bei den Fans schon in Mode.


Der Schnee ist im Hofer Land gewichen. In einem März dürfte das Bild entstanden sein. Über dem Schienenbus tritt der Fuhrweg von Woja herunter ins Tal der Schwesnitz ein.


Nochmals der „Abzweig“ der Schwesnitz im Wiesengrund. Dazu kraxelte ich wieder mal auf einen größeren Baum…


Zu guter letzt noch etwas zur Einstimmung auf kommende Wochen:

Rehau zur Blauen Stunde, mal solo, und…


mit bereits geänderter Kreuzung (siehe erstes Bild…)

malo

Antworten:

Mahlzeit !

Zu den Bildern ................MEEEEHR !!!!!!
Zu " Heute wird man fett" ...............wie war das mit der Ente Sonntag Mittag ?
(.......und jetzt rate mal was es bei mir gegeben hat..........;-) )

Der Anner mit Seiner wor heit scho wieder bei Salzburch unterwechs .......mal schaun
was er mitbringt ! ;-)

Gruss !

von Blackender - am 14.10.2013 19:33
Servus Markus,

herrliche Bilder, Danke für's Zeigen!

von Martin Pfeifer - am 14.10.2013 20:00

Rückfrage

Mir scheint, historische Bilder kommen hier zuweilen mehr an als aktuelle ... ;-)

Eine feine Palette, Markus! Doch eine Rückfrage habe ich: du ergehst Dich beim Steinbruch in Wurlitz (Hessit-Werke, ohne "h" ) in Andeutungen. Ich konnte beim Suchen im netz jedoch nichts finden. Hessit ist ein Mineral (Silbertellur), das hier allerdings nicht vorkommen dürfte, man fördert heutzutage ordinären Schotter und feinere Absiebungen. Worauf wollst Du hinaus? Zu Hess(it) fällt mir nur eine dunkle Gestalt aus unseliger Zeit ein, schrieb sich allerdings mit "ß" und war zeitlebens anderweitig beschäftigt.

von Joachim Piephans - am 14.10.2013 20:40

Re: Schwesnitz-Blicke aus "alter" Zeit....

D A N K E für diesen tollen Bilderbogen. Allererste Sahne!

Zum Steinbruch in Wurlitz weiss ich nur dass ende der 1980er Jahre der Senior dort mit geladener Flinte jegliche Fremden vom Gelände verjagt hat. Habe es also damals lieber gelassen, nach Resten der Feldbahn zu schauen..... Umso erstaunlicher ist, dass wohl die früher hier vorhandene Kö I nach Selb zum MuEC gelangen konnte. Der Kontakt war sicher net einfach....

Nochmals danke und viele Gruez

von Oberfranke - am 15.10.2013 07:52

einige Informationen zu Wurlitz

Hallo zusammen.

Wunderschöne Bilder.
Noch ein paar Anmerkungen von mir.

Die heutigen Steinbruchanlagen befinden sich bei Bild 4 hinter dem Schienenbus bevor die natürliche Felsformation Richtung Kotza beginnt (hinter den Bäumen schimmert noch ein Wellblech-Gebäude durch, das ist eines der Silos). Dort steht auch noch vom Zug aus sichtbar ein alter blauer Menk-Seilzuglöffelbagger stark eingewachsen bzw mit Schotter zugeschüttet – allein der wäre heute ein Museumsstück.

Die anschließende Felsformation ist auch unter dem Namen „Wurlitzer Alm“ bekannt, anscheined wegen der Ähnlichkeit mit dem Hochgebirge.

Zwischen dem auf Bild 7 sichtbaren Bahnübergang und dem Ende der Felswand Ri. Rehau befand sich noch der Posten 51, Fundamentreste des Postenhauses finden sich noch im Wald.

Der Lokschuppen der Werkslok im Steinbruch wurde erst vor ca. einem Jahr platt gemacht. Darin befand sich die Kö 0181 (heute beim Lokschuppen MuEC Selb) sowie eine weitere unbekannte Kleinlok. Vermutlich war das ein Eigenbau. Sie ging vor ein paar Jahren an einen Sammler in Pegnitz, aufgrund des schlechten Zustandes wurde sie aber dann m. W. doch verschrottet.

Der Anschluß übrigens war eine Deckungsstelle und mit 2 Hauptsignalen gesichert. Die Bedienung erfolgte immer von Rehau aus als Sperrfahrt.

Im Werk befanden sich umfangreiche Gleisanlagen mit Waage sowie im Bruch auch noch eine Schmalspurbahn, welche bis in die 50er Jahre die Hauptstrecke Eger - Oberkotzau mittels einer Art „Trestle-Brücke“ überquerte um zu einer Halde führte (zwar bewachsen aber noch sichtbar links der Bahn Ri. Kotza)
Eine Diesellok ist noch erhalten (O&K Benzollok) und steht bei einem Schmalspur-Sammler in Niederlamitz.

Zum Thema Hessit (ohne „h“ am Ende):
Joachim hat schon recht mit seiner Vermutung. Der Besitzer der Hessit-Werke war mit dem „Führer-Stellvertreter“ Rudolf Heß verwandt – und dies hat wohl auch zum Anwachsens des Geschäftes während des Dritten Reiches beigetragen – denn gebaut wurde ja im Größenwahn überall und da wurden auch viele Baustoffe benötigt - und die Verwandtschaft wollte ja auch gut mit Aufträgen versorgt sein...

Der gegenüber des Schotterwerkes liegende Schrottplatz (Fa. Herold) hatte kurzzeitig in den 90er Jahren einen Gleisanschluß.. Früher war der Schrotthandel samt Verladung auf dem Bf Rehau. Als dort eine Straße gebaut wurde, hat man den Schrottplatz samt Bahnverladung zurück nach Wurlitz umgesiedelt und dort auch einen neuen Gleisanschluß gebaut. Bedient wurde dieser höchst selten und hat in den paar Jahren als er existierte nur einige wenige Waggons gesehen. Im Zuge der Einstellung des Güterverkehrs auf der Strecke wurde auch der Anschluß aufgegeben und die Weiche vor ein paar (3 oder 4?) Jahren ausgebaut. Die Oberbaustoffe der Weiche liegen noch an Ort und Stelle denn aufgrund der damaligen Förderung des Anschlußgleises darf die Weiche nicht anderweitig verwendet werden….


In diesem Sinne - viele Grüße von Peles

von Peles - am 15.10.2013 08:34
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