Ich bin der Indianer

Startbeitrag von nix mehr am 20.10.2013 17:04

Servus,

hoffentlich wird’s nun nicht langweilig. Ein und die gleiche Lok… In letzter Zeit war das besonders in der Mühldorfer Ecke anders geworden. Zuerst gab es 753 in dieser Lackvariante. Dann Vorserien-217er (aus den 753). Wer hätte das je gedacht? Jedes EVU kann an der Lok anbringen, was es will. Es gab schon fast Geschrei deswegen, weil es so etwas ja gar nur an der 218 217 geben dürfte. Eigentlich völlig egal, ob „vorbildgerecht“ oder nicht. Es ist im heutigen verkehrsroten Einerlei Abwechslung.

Zur Zeit, als bei der Deutschen Bundesbahn nur 218 217, 218 218 und die letzten Lieferungen ab werk blaubeige anrollten, war für den farblichen TEE-Einzelgänger auch der Name "Indianer" in Gebrauch.

Die Lok 218 217 glänzt bei mir im Archiv mit weit über 60 guten Aufnahmen. Daraus nun einige aufbereitete alte Kamellen. Diesmal sind die Aufnahmen in chronologischer Reihenfolge. Für mich waren die 90er die farblich abwechslungsreichsten.


Die Lok ist hier unterwegs mit einem N-Zug bei Fattigau. Mit einem einzelnen Byl gab es im Sommer 1986 eine Leistung nach Regensburg.


Fattigau, diesmal „unten“ auf der Bamberger Schiene. Der D2454 rollt am 21.Februar 1990 mit 70 km/h nach Schwarzenbach hinaus.


Nochmals Fattigau, wieder „oben“, auf der Marktredwitzer Schiene: IR 2466 am 18.Dezember 1994 Heute dürfte es im „Viergleisland“ mit freien Fotostellen sehr zäh geworden sein.


Der Block Streitmühle an der Schiefen Ebene. Der Eilzug 3783 stürmt am 7.Mai 1994 den Berg hinauf.


Gleicher Tag wie am Bild zuvor: war die Lok einmal im Bamberger Umlauf drin, konnte man an einen Tag wenigstens vier bis fünf gute Streckenaufnahmen anfertigen. Hier kommt der im Umlauf folgende 3786 von Hof heraus am ex Posten Schödlas vorbei.


Büchsenlicht heißt es unter Fotografen, wenn es Abends mit den letzten Sonnenstrahlen fürs letzte Bild eines Tagwerkes hart auf hart ging. Reichen die Strahlen noch? Jede Minute zählt bis das Klack im Fotoapparat die Spannung löst. Das Esig von „Ost“ brachte in all den Jahren fast Unmengen an herrlichen Bildern ein. Lok 218 217 rollt mit den lange Zeit hier im Nahverkehr verwendeten zwei Silberlingen als 5932 am 25.Oktober 1996 das Lamitztal gen Martinlamitz hinunter.


Das Röslau-Viadukt in „Daala“ (Thölau). Heute durchfahre ich diese Brücke täglich auf den Weg zur Arbeit. Und immer wieder erinnert man sich dabei an die schönen Stunden, die man hier zugebracht hatte. Ebenso am 25.10.1996 entstand das Bild, wo der 5912 nach Wunsiedel-Holenbrunn poltert. Drunten im alten Mühlengebäude säuselt der Kamin. Der Herbst ist in seinen letzten Runden. Die Wiesen und Felder grau in grau vom Raureif durch eine voran gegangene klare Nacht.


Als mein jetziger Heimatbahnhof noch besetzt war. 11. Juni 1996 mit dem 5921. Mit Fahrdienstleiter im verkehrlichen Fahrkartenverkauf. Zugang zum Bahnsteig über die Geleise. Heute ist es hier betoniert mit einer übertrieben großen Zugangsbrücke zum Bahnsteig. Barriere-freier war es damals auf jeden Fall. Heute gibt es weder Aufzug noch Rampe. Und das EG harrt der windigen, spekulativen, sprich steuerabschreibungsmöglichen Dinge, die da kommen mögen.


Grenzbereich des Forumsgebietes! Mühlbach an der Eger, bzw. Pomezi nad Ohri. Am 1.April 1997 war der Haltepunkt noch besetzt. Und der Fernverkehr via Schirnding in Ordnung. EC51 wird mit Schwesterlok 218 010 nach Nürnberg gebracht. Rechts sieht man den Funkturm auf dem Grünberg (Zeleny haj), wo sich auch einer der drei tschechischen Bismarcktürme befindet.


Am 2.Juli 1997 hatte der „Indianer“ Güterzugdienst nach und von Böhmen. Mit einem kurzen Gemischtwarenladen rollt die Lok am Hausbahnsteig vorüber. Der Fotostandpunkt war der Luftsteg. Auch dieser wurde vor ein oder zwei Jahren entfernt.


Schotter aus Pechbrunn für Sachsen! Mit 218 386 vor dem 71776 heißt es am 5.August 1997 Fahrstufe 15, um die folgende Steigung rauf nach Feilitzsch und Gutenfürst zu meistern. In Hof-Unterkotzau wird das einzige Spitzbogenviadukt der Welt überquert.


Das Saaletal hatte im Bereich Förbau – Seulbitz bis zum Zusammenfluß von Pulschnitz und Saale bei Oppenroth eine vielzahl herrlicher Motive. Im schneearmen Winter 1998 war der Eilzug von Würzburg nach Hof fast artrein unterwegs. Das Drehkreuz mitsamt alten Kilometerstein wie aus einer anderen Zeit.


Am 15.Februar 1998, gleicher Aufnahmetag wie zuvor, fährt 218 217 mit einem Eilzug aus nur klo-grünen Silberlingen, an der zum Posten 110a bei Seulbitz gehörenden Bedarfsschranke, das Saaltetal hinauf. Der erste Waggon ist ein ehemaliger Lazarettwagen.

malo

Antworten:

An der Röslaumühle ...

Zitat
malo

Das Röslau-Viadukt in „Daala“ (Thölau). Heute durchfahre ich diese Brücke täglich auf den Weg zur Arbeit. Und immer wieder erinnert man sich dabei an die schönen Stunden, die man hier zugebracht hatte. Ebenso am 25.10.1996 entstand das Bild, wo der 5912 nach Wunsiedel-Holenbrunn poltert. Drunten im alten Mühlengebäude säuselt der Kamin. Der Herbst ist in seinen letzten Runden. Die Wiesen und Felder grau in grau vom Raureif durch eine voran gegangene klare Nacht.


Für mich das beste Bild der Serie. Eine Aufnahme, die erzählt: der Rauch, der Reif, der Abschied von der Wärme und die Ahnung des Winters. Solcherlei müssen Bilder sein, die als herausragende überdauern! Respekt, Markus.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 20.10.2013 17:14

Re: An der Röslaumühle ...

Hallo zusammen

Einfach nur tolle Bilder vom Markus aus einer doch ziemlich guten Eisenbahnzeit die durch viel Abwechslung geprägt war.
Viele der Zugleistungen bin Ich selbst gefahren,da sind die Bilder für mich auch ein Stück meiner Lokführerlaufbahn. Gerade der Schotterverkehr nach der Wende von Pechbrunn nach Sachsen war immer Abwechslungsreich.

Grüße Excargo

von excargo - am 20.10.2013 18:17
Einfach herrlich!

Mehr solcher Bilder bitte! Da kann man sich ja fast gar nicht satt sehen!

Gruß
Jan

von 628 245-2 - am 20.10.2013 20:49
Herrlicher Bilderbogen. Vielen Dank fürs Zeigen! :)

von 218 498-4 - am 22.10.2013 16:32
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