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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 4 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 8 Monaten
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Der-Nürnberger, Arzberger, DieselundDampf, Bahnwärter1848, Ilztalbahner, Cargonaut, nix mehr

Wieder altes Zeug

Startbeitrag von nix mehr am 06.01.2014 12:41

Seussen

Servus,

Auslöser für mich war damals die Information, das Seussen als Bahnhof, Blockstelle, Kreuzungsmöglichkeit, etc… nicht mehr lange existieren sollte. Wann dann die Kastrierung dieser Betriebsstelle war, weiß ich nicht mehr. Erste Notbilder waren gemacht, man zog weiter. Zu viel war in der Region, und das bekannte Zerteilen, um mehr zu schaffen, war ja nicht möglich.
Der erste Besuch war zu Zeiten der Uerdinger. Keine Ahnung, warum ich nie in jener Zeit noch zwei, drei Besuche für Marktredwitz – Schirnding angelegt hatte. Und ich fuhr auch nur deswegen dort hin, weil Freund DS aus Köditz mich dazu animiert hatte. Weitere Bilder wird sicher GeraldH zu jener Zeit produziert haben. Ansonsten? Evtl. noch UK aus Hof. Und es gab noch zwei Lokalmatadoren in Selb, die man heute auch nirgends mehr sieht. Gerne würde ich dort einmal mit dem Scanner graben wollen ;-)


Das erste Bild hatte ich im September 1988 gemacht. Genaues liegt im Geschmier des Fotobuches jener Zeit nicht vor. Nur ein weiterer Triebtäter wurde damals in Schirnding und an der Elißenfelsbrücke erlegt.


Der Viadukt über die Röslau ist heute auch nicht mehr so frei machbar. Die Brücke gab mir bis zum Ende des Fernverkehres über den Grenzübergang Schirnding noch so manches Schmankerl ins Archiv.

Die Technik im Bahnhof wurde leider ob des „teuren“ Diafilmes kaum dokumentiert. Schade drum, war doch auch das Stellwerk am ehemaligen Bahnübergang mit seiner Mechanik vorhanden.


Wenigstens zwei Aufnahmen hatte ich damals angefertigt.


Ab 1993 fasste ich Fuß in Marktleuthen, die Arbeitsstelle war nun hier, eine Wohnung folgte ab dem Frühjahr. So war auch die logische Konsequenz, das mein Aktionsradius aus Hof heraus nun günstiger bis Marktredwitz und Schirnding lag, als in der früheren Zeit, wo es meist der Frankenwald war. Die „Randpfalz“ war bei mir nun mit dran.
Für mich fotografisch gar „fertig gemacht“ hatte ich Seussen im August 1993. Einmal am Thema, sollte es innerhalb eines Jahres, also zu den vier Jahreszeiten, durchgezogen werden. Doch es blieb bei diesem Sommer -> Zeitmangel!!! Ein Winter, Frühling und Herbst fehlt mit Bildern aus den 90ern. Später gab es immer wieder Gründe, ein paar vereinzelte Aufnahmen zu machen. Mal waren es fahnenflüchtig gewordene CD-781, die nach Kauf durch die WAB von Schirnding ausfuhren. Und dann all die Zeit bis zum Ende der EC die Großrussen 232 und 233, natürlich auch mit Güterzügen. Seit her war ich nicht einmal mehr vor Ort.


7.August 1993, altrot war noch kommod, der Latz im kommen. 218 240 und 235 vor dem IC50 auf dem Weg nach Nürnberg. Das Bahnhaus links war Jahre später hinter der Föhre gar nicht mehr auszumachen.


Planmäßig mit zwei mal Frau Hundert war der E7381 am abend zu befördern. 211 049 und 058 zogen vor dem grünen Bautzner CSD-Waggon nach Arzberg.


Mit wenigen Schachteln und in flotter Fahrt kommt 218 006 am 13.August jenen Jahres daher. Den Waggons nach zu urteilen, müßte es die Schirndinger Übergabe gewesen sein. Der erste Waggon, evtl. ein Tscheche, wohl von der Zollrampe. Dann Kesselwaggons vom Kraftwerk Arzberg. Dahinter Kistenzeugs aus Schirnding, wo ich meine, das damals viel davon dort verladen wurde.


Nur kurz nach dem Güterzug rollte der IC50 mit 218 421 und 453 daher.


Das Wetter hatte in jenem August über Nacht gehalten. So war ich Tags drauf am 14. Nochmals vor Ort.


Der D259 und 218 353 fegt nach Arzberg hinunter.


Das Stellwerk, in dem früher auch die Schrankenbedienung untergebracht war, konnte nur schwer mit einem Zug umgesetzt werden. Ein Kunstgriff in Absprache mit dem Stellwerkspersonal!


Am 2.April 1996, kurz zuvor war auf Sommerzeit umgestellt worden, war der Drang wieder groß an längeren Tagen etwas bildlich fürs Archiv zu schaffen. Der IC hieß nun EC50, blond bei den 218 war immer noch in, und die Waggons nun einheitlich im damaligen Farbschema des DB-Fernverkehres.


Für den 18.April 1996 war ich nochmals auf gut Glück in Sachen Güterzug in der Ortschaft Seußen.
Ein Bahnhof? Nichts mehr! Unbesetzt, der Vergammelung preis gegeben. Keine Weiche, kein Signal. Genau an der ehemaligen Bahnsteigkante im Bildvordergrund ist heute die grüne Wand. Ein Bild definitiv unmöglich aus dieser Blickrichtung. Ob sich „DBvegetation“ vor dem Ende der 232/233 nochmals diesen Streckenabschnitt vorknöpft?

Und Seussen drum herum, wie ist es heute als Fotostandpunkt? Hie und da sieht man Bilder im Netz. Aber so richtig vom Hocker haut einem da nichts mehr. Am Elißenfels-Viadukt gab es Kahlschlag. Und jenen haben andere gottseidank richtig erkannt und auch ordentlich dokumentiert.

malo

Antworten:

Der Betreff ...

... sollte eigentlich heißen: "Wieder HERRLICHES, altes Zeug". Danke dafür!

von Ilztalbahner - am 06.01.2014 13:44
Danke für die herrlichen Bilder. Bis aus das Viadukt Seussen ist die Strecke heute fotografisch leider mittlerweile völlig tot.

Grüße

von Cargonaut - am 06.01.2014 15:20
Ein genialer Bilderbogen von Seussen! Ich hatte mich mal näher für die Brücke bei Seussen befasst (war wohl für ne Facharbeit), aber den Bahnhof mit seiner sonstigen Infrastruktur (Stellwerke!) nicht wahrgenommen - leider. Wenn ich heute über die Strecke düse und aus dem Fensterchen gucke - nix als Grünzeug und noch ne einzelne Bauwerksruine ab und an. Noch länger als malo's Bilder sind die Zeiten her, als man in Marktredwitz am Bahnsteig verweilen durfte und schon ewig lang schwer arbeitende Dampfloks hören konnte - die kamen von Schirnding hoch. Dann war erst mal nix mehr zu hören, und dann polterten ewig lange Güterzüge mit einer oder zwei 50ern in den Bahnhof - davon könnte der Cargonaut heute noch träumen...

von Bahnwärter1848 - am 06.01.2014 20:14
Hallo

vielen Dank für die genialen Bilder aus Seussen!

Ich habe in dieser Zeit auch geknipst in Oberfranken und der Oberpfalz. Vielleicht krieg ich es ja mal hin hier was reinzustellen, was aber nie an die Qualität des oben gezeigten rankommt.

Gruß

von DieselundDampf - am 06.01.2014 22:43
Hallo Malo,

Dankeschön für den Griff in die Schatzkiste.

Manchmal unglaublich und mehr noch traurige Wahrheit, wie sich die Bahnwelt gerade auch wegen der Bahnreform nebst Privatisierungswahn in bissl mehr als 20 Jahren verändert hat.

VG aus Nürnberg

von Der-Nürnberger - am 07.01.2014 16:21
Schöne Bilder aus Seußen vor meiner Zeit!
Kaum vorzustellen was Seußen für einen wunderschönen Bahnhof hatte!
Vorallem neben dem Kohlberg sieht man denn Kraftwerks Schornstein noch in denn Himmel ragen!

Heute gammelt auf dem Gelände alles vor sich hin:
- Das Bahnhofsgebäude aus Backstein steht leer rum einige Scheiben wurden durch Holzplatten ersetzt.
- Wo einst Bahnsteige und Gleise waren ist jetzt dichter Baumwuchs.
- Das ehm. Stellwerk nutzt heute wsl. jemand als Gartenhäuschen.

Deine Bilder sind ein echt unbezahlbares Zeit Dokument aus besseren Zeiten!

Gruß!

von Arzberger - am 29.09.2014 22:18
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