Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
extirschenreuther, Mannerl, Martin Pfeifer, Sengenthaler

Die Strecke nach Burglengenfeld steht zum Verkauf

Startbeitrag von extirschenreuther am 01.11.2014 16:36

wie gerade gelesen:

[www.mittelbayerische.de]

Ich persönlich gehe davon aus, dass die Unterhaltskosten uebertrieben sind, Einsprpotential ergäbe sich z.b. indem man die Bahnübergänge durch mechanische Schranken sichert usw..
Ausserdem wollte die Bahn die Strecke schon 2004 stilllegen, damals wurden ähnliche Zahlen genannt und offensichtlich wurde dann ja in den letzten 10 Jahren nix investiert und die Strecke ist doch noch betriebsfähig.

Antworten:

Servus,

eine funktionsfähige automatische Bahnübergangs-Sicherung, egal ob es sich um eine Anlage mit Halbschranken, nur Lichtzeichen oder nur Blinklichter handelt, wird man mit Rücksicht auf den Aufwand kaum in eine vom Zugpersonal zu bedienende mechanische Schrankenanlage umbauen. Allein schon der Aufwand für die Planung. Und später dann der Aufwand für das jeweilige Abbremsen und Anfahren der Züge. Und das die beim zweitgrößsten deutschen Eisenbahn-Infrastruktur-Verwaltungsunternehmen so beliebte Lösung der Postensicherung um jeden Preis kommt, hoffe ich nicht.

Zu den notwendigen Investitionen: wenn man die letzten 10 Jahre nichts gemacht hat, heißt das noch lange nicht, das man auch die nächsten hundert Jahre null komma gar nix machen muß. Der Oberbau wird sicherlich nicht besser und den Zustand der Naabbrücke möchte ich besser nicht wissen.

von Martin Pfeifer - am 01.11.2014 17:50
Ne ich meinte das anders. Vor 10 Jahren wurde die Stilllegung der Strecke beim EBA beantragt. Damals wurden als Grund die geringen Einnahmen und anstehende Investitionen von, soweit ich mich erinnere, 1,5 mio Eur angegeben. Ich kann mir nicht vorstellen dass man jetzt schon wieder sovie investieren muesste. Und damals hat man ja offensichtlich nix investiert, soweit ich weiss. Also: Entweder wurden die Baumassnahmen, die man als Grund für die beantragte Stilllegung angegeben hatte, nicht durchgeführt und die Strecke ist weiter vergammelt oder sie waren gar nicht nötig. Das meinte ich.
Davon abgesehen ist die Berechnung von DB Netz falsch. Es werden ja nur die Trasseneinnahmen angegeben. Man müsste berechnen, wieviel Gewinn die genannten 10 Züge tatsächlich generieren um zu ermitteln ob die Strecke defizitär ist oder nicht. Auf die Art und Weise kann man jede Nebenstrecke totrechnen. Aber das haben wir ja schon mal diskutiert.
Hier noch ein interessanter Artikel was passieren kann wenn man kurzsichtigerweise ein Streckennetz ausdünnt, hat zwar nix mit dem Forum und nur am Rande mit dem Thema zu tun, ist aber lesenswert:
[de.wikipedia.org]

von extirschenreuther - am 01.11.2014 18:47
Servus,

das hat aber lange gedauert, bis die Presse von der drohenden Stilllegung Wind bekommen hat.
Die Ausschreibung läuft schon seit 09.09. und tags darauf wurde darüber hier schon ausgiebig diskutiert: [20370.foren.mysnip.de]

Es scheint vor Ort also keine Fürsprecher zu geben, die das Thema schon mal proaktiv angegangen sind.

Dass HeidelbergerCement nun eine Übernahme prüft heißt leider noch lange nicht, dass am Ende die Trasse auch übernommen wird. Für ein wirtschaftendes Unternehmen zählt nicht Bahnnostalgie, sondern hier muss knallhart kalkuliert werden, so ist das halt nun mal in unserem Wirtschaftssystem.

Eine Möglichkeit im Zuge einer Übernahme künftig Kosten im Betrieb einzusparen wäre z.B. die Strecke von einer Nebenbahn komplett in ein privates Anschlussgleis umzuwandeln (vgl. Bögl-Anschluss), hierdurch würde auch die Vmax herabgesetzt werden, so dass die bestehende Infrastruktur noch einige Jahre abgefahren werden könnte.
Ich bin mal gespannt wie es hier nach dem 09.12. weitergeht.

Den Vergleich des Bahnsprechers mit der Ilztalbahn finde ich schon ein wenig hoch gegriffen. Dort wurde durch Eisenbahnfreunde eine Strecke aktiv gerettet, ähnliche Aktivitäten sehe ich bzgl. der Burglengenfelder Strecke leider nicht (zumindest sind mir keine bekannt). Oder tut sich hier, bisher unerkannt, doch was im Untergrund? Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt...

Viele Grüße vom
Sengenthaler

von Sengenthaler - am 01.11.2014 18:53
Ich denke eine realistische Option ist, dass die Kohlen per Bahn/Abrollcontainer bis zu einem nahen Bahnhof kommen und dort per LKW weitertransportiert werden, so wie bei dem Kokszug der immer über Furth im Wald fährt.

von extirschenreuther - am 01.11.2014 21:12

Hengersberger Strecke

Hallo zusammen!

also wenn schon ein positives Beispiel dieser Art herhalten soll dann müßte es doch das Gleis zwischen Deggendorf Hafen und Hengersberg sein.

MFG
Mannerl, der den Bahnhof Maxhütte sehr sehenswert findet und denkt hier steigen viele Leute ein und aus.

von Mannerl - am 01.11.2014 22:43
Zitat
extirschenreuther
Ich denke eine realistische Option ist, dass die Kohlen per Bahn/Abrollcontainer bis zu einem nahen Bahnhof kommen und dort per LKW weitertransportiert werden, so wie bei dem Kokszug der immer über Furth im Wald fährt.


Servus,

bei einem derartigen Versand muß auch der Verlader mitspielen. Für den heutigen Versand in Fal-Wagen kann man beliebige Wagen aus dem großen Park der Staatsbahn nehmen die heute nach Burglengenfeld laufen und nächste Woche irgendwo anders hin. Die Umstellung auf solche Abrollcontainer erfordert einen regelmäßigen Pendel, ansonsten sind die Wagen schlecht ausgelastet und zu teuer. Über die notwendigen Anforderungen an die Infrastruktur beim Verlader reden wir jetzt besser nicht, das kann ich nicht beurteilen. Kohleversand ist heute im allgemeinen auf Schüttung in den Wagen ausgelegt.

Der direkte Weg zwischen Bf Maxhütte-Haidhof und dem Zementwerk führt im übrigen mittenmang durch das Stadtzentrum - über den Marktplatz - von Burglengenfeld. Die Begeisterung in BUL dafür kann man sich ausrechnen, der heutige LKW-Verkehr des Zementwerkes geht bewusst daran vorbei.

Beim Tag der offenen Tür 2012 war zu erfahren, das die Kohle im Zementwerk mittlerweile nur noch zweite Wahl ist, soweit verfügbar wird mit Altreifen etc gefeuert. Rein aus Kostengründen ist daher zukünftig keine Steigerung der Kohletransporte zu erwarten. Und mit dem Auslieferungslager des Marktbegleiters im Regensburger Hafen ist die Konkurrenz nicht weit, da muß wirklich auf jeden Cent geachtet werden.

von Martin Pfeifer - am 02.11.2014 21:02

Erfolgreiche Verlagerungen

[www.allianz-pro-schiene.de]

hier sind ein paar gute Beispiele aufgeführt - ob die den selben Größenwert haben wie hier kann ich nicht beurteilen.

MFG
Mannerl

von Mannerl - am 05.11.2014 09:33
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.