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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 3 Jahren, 7 Monaten
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Martin Pfeifer, Eisenbahner1, V90-Fahrer, Marcus798, 403, Gradausfahrer, Hp1, Cargonaut

Randnotiz zum Streik der GdL - Nürnberg Hbf

Startbeitrag von Martin Pfeifer am 08.11.2014 08:52

Servus,

die Werbung mit Herrn Weselsky als Mitarbeiter des Monats einer Autovermietung kennen ja sicherlich einige. Aber auch der Marktbegleiter im Bereich der Gewerkschaften hat auf sich aufmerksam gemacht:

[www.nordbayern.de]

Antworten:

"Wir könnten mit nur drei Leuten den gesamten Bahnverkehr in Deutschland lahmlegen."

Echt? Welche drei sollen das sein?


"Selbst unter Lokführern wachse der Unmut über den Streik, sagte Hauenstein. Die unbeteiligten Bahnbeschäftigten verlören täglich rund 50 Euro Fahrzulage."

Aha, wer bekommt denn 50 Euro für eine Zugfahrt? Die Fahrentschädigung liegt immer noch bei 6,65 EUR pro Schicht, genauso wie sie schon zu Zeiten des EVG-Tarifwerks existierte. Nacht-/Sonntags-/Feiertagszulagen werden auch beim Herumsitzen auf Bereitschaft bezahlt.

"Viele Lokführer säßen in Bereitschaftszimmern und warteten auf ihren Einsatz."

Das zeigt eigentlich, dass sich die Bahn eher selbst bestreikt. Wenn sich die Tf in Aufenthaltsräumen türmen könnten sie Züge fahren, nur die Bahn will das offenbar nicht.

von 403 - am 08.11.2014 09:03
Zitat
403
"Wir könnten mit nur drei Leuten den gesamten Bahnverkehr in Deutschland lahmlegen."

Echt? Welche drei sollen das sein?


Servus,

die bisher beste Leistung dieser Art haben die damaligen Chefs der Schrottbahn Berlin Gesellschaft mit bösen Hintergedanken erbracht, denen es durch stringende Sparmaßnahmen vor einigen Jahren gelungen ist, fast die gesamte Flotte der Baureihe 481/482 an die Abstellgleise anzuketten. Um die Verkehrsleistungen der Berliner S-Bahn auf ein derartig niedriges Niveau zu bringen hat die sowjetische Armee 1945 einige tausende Soldaten benötigt - und es ging im Gegensatz zu 1945 ohne einen einzigen Toten ab. Ob diese Chefs Mitglieder der EVG waren, ist mir nicht bekannt.

Stimmt, es gab da noch ein ganz anderes Beispiel. Beim Sturm "Lothar" der über das Bundesgebiet zog wurde ja nach einer Telefon-Konferenz des DB Vorstandes auch kurzfristig der gesamte Bahnbetrieb in Deutschland eingestellt. Da sind wir zumindest in der Nähe der magischen Personenzahl 3. Über die EVG-Mitgliedschaft der damals Handelnden liegen mir allerdings keinerlei Informationen vor.

von Martin Pfeifer - am 08.11.2014 09:19
Durch die Zentralisierung bei der Bahn, kann es durchaus sein, das ein paar (ob 3 reichen weiß ich natürlich nicht) Streikende den gesamten Bahnverkehr Lahmlegen.
So auf Anhieb fällt mir die Notfallleitstelle ein. Wird die bestreikt, darf bestimmt kein Zug in deren Einzugsgebiet fahren.
Wie gesagt, ist so ein Gedankenspiel.

von Eisenbahner1 - am 08.11.2014 11:23
Notfallleitstellen gibt es ja pro Netz-Niederlassung, und davon jenen gibt es 7. Also geht mit nur 3 Arbeitsplätzen der Betrieb schon mal in 4 NL weiter.

von 403 - am 08.11.2014 12:39

6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Die 6,65 € passen schon mal. Aber was ist mit 081 / 082 / 083 / 281 / 291 auf dem Zettel ? Die bekommst Du auch nicht, oder ? Und die 992 wird Dir bei Bereitschaften auch nicht angerechnet...

Marcus

Tante Edit ist noch das Ausland eingefallen. Entweder einen Teil bei Beamten direkt und den Rest bzw. bei Angestellten alles bei der Lohnsteuer- / Einkommensteuererstattung. Rechne doch mal beispielsweise 14.- € pro Schicht mal Anzahl der entgangenen Auslandsschichten. 30.- € pro Schicht, die Dir insgesamt fehlen, kommen locker zusammen. Aber ein strammer Streikender bekommt ja sein gigantisches Streikgeld. Abgerechnet wir dann mit dem Monatszettel.....

Tante Edit wollte dann noch Betreffänderung

von Marcus798 - am 08.11.2014 13:50
Servus,

die Zahl von 3 streikenden Mitarbeiter, welche angeblich die EVG braucht, um den Bahnbetrieb in ganz Deutschland lahm zu legen, ist natürlich starker Tobak. Aber insgesamt kann die EVG das sicherlich effektiver als die GdL, weil sie überwiegend die Fahrdienstleiter vertritt. Beim letzten "Tarifkonflikt" zwischen EVG und Bahn AG wurden gezielt die Fahrdienstleiter einzelner Stellwerke an den Hauptabfuhrstrecken zum Streiken aufgefordert, was mit wenig Einsatz zu großflächigen Störungen führt. Ich denke mal selbst ohne Streik in den BZ's und den Notfall-Leitstellen könnte man mit etwa 100 streikenden Fahrdienstleitern den Bahnverkehr in Deutschland stärker durcheinander bringen als es jetzt die GdL getan hat. Die oben genannten Beispiele zeigen allerdings das so etwas der Vorstand selber am besten kann.

von Martin Pfeifer - am 08.11.2014 17:02

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Weil ja in Nürnberg so wahnsinnig viele Tf ins Ausland fahren. 081 sind 6€, 082 9€. 083 wäre Ausbleibezeit über 24 Stunden, glaube nicht das der die ganze Zeit rum sitzen würde.
Man kann sich das ganze natürlich schön rechnen....

von V90-Fahrer - am 08.11.2014 19:04

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Ist Nürnberg der Nabel der Welt ? Es gibt mehr Auslandsdienststellen als Du meinst......

Und um beim BEISPIEL zu bleiben:
- für einen Sitzenbleiber fehlen z.B. 6,65 € + 9,00 € + 14,00 € = 29,65 € (dafür hat er wenigstens sein normales Monatsgeld
- für einen Streikenden fehlen die oben genannten 29,65 € je Schicht und dazu ...... sagen wir mal bei Lf 4 ...... rund 100,00 €. Dazu evtl. noch WD 2 oder WD 4 und.... Als Ersatz das Streikgeld. Dann bleibt ein Minus von durchschnittlich 120, 00 € bis 125,00 € je Schicht.

Wieviel Streiktage haben wir bis jetzt ? Rechne mal zusammen, was bisher aufgelaufen ist pro Streikenden. Das große Erwachen kommt bei der Abrechnung. Und dann rechne mal hoch wie lange man braucht um den Verlust wieder auszugleichen bei den geforderten (aber sicher nicht in dieser Höhe bekommenden) höheren Leistungen. Und da soll ich streiken, nur um das Ego eines machtgeilen Gröwatz zu befriedigen ? Und die Kinder fressen derweil den Putz von den Wänden ?!?

von Marcus798 - am 08.11.2014 19:30

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

WD 2 oder WD 4 ja schon mal nicht, wüsste nicht das ich das als Nicht-Beamter bekommen würde. Außerdem hat man ja auch ab und zu mal Ruhe,zwar meistens nur noch auf das minimal Erlaubte ausgereizt, ich wüsste zumindest nicht viele die an allen Streiktagen da gewesen wären.
Zwar macht man jetzt Minus,aber wenn nicht gestreikt würde könnte man ja mal ausrechnen was auf die nächsten Monate das Minus ausmacht wenn man nicht für bessere Lohnbedingungen streiken würde.

P.S.:Übrigens ging es im Artikel mit den fehlenden 50€ um Nürnberg. Das es Dienststellen gibt die ins Ausland fahren ist mir wohl bekannt.

von V90-Fahrer - am 08.11.2014 20:14

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Auch ein Angestellter hat Zulagen, die ein Beamter nicht bekommt. Des weiteren hast Du einen Jahresruhetagsplan, auf den Du pochen kannst (welcher ja durch die GDL gefordert und durchgesetzt wurde), wenn Du das nicht tust bist selber schuld - es heißt ja im Tv VERBINDLICHE Ruhen. Davon abgesehen hast Du einen Arbeitsvertrag mit X Stunden, den Du zu erfüllen hast, wenn Du mehr machen sollst, musst Du zustimmen.

Kann es sein, daß Deine Unfähigkeit "nein" beim Vorplaner zu sagen, wenn Du zu viele Stunden hast, sich jetzt in solchen Äußerungen kundtut ? Oder bist ein Stundengeier, der jetzt so bemitleidenswert ist ?

Um nochmal auf fehlendes Geld zurückzukommen: geh einfach mal davon aus, daß jeder ...... sagen wir mal ....... vier Tage gestreikt hat. Dann fehlen dem durchschnittlichen Streikenden durch entgangene Zulagen und Fehlarbeitszeit rund ........ lass mal rechnen ........ naja ........ 500.- €. Jetzt geh mal von 2000.- € Lohn aus, rechne plus 3% Lohnerhöhung, dann bräuchtest Du NEUN (!!!!!) Monate um Deinen Streikverlust auszugleichen. Bei einer gewünschten Laufzeit von 12 Monaten eine gigantische Lohnsteigerung, findest Du nicht auch.
Aber lieber dem Oberlippenbartträger folgen und Krawall machen, als sich hinzusetzen und zu verhandeln. Streik ist meinem Verständnis nach das letzte Mittel, wenn die Verhandlungen geplatzt sind. Nichts gegen einen Warnstreik, aber was da angezettelt wird, geht m.E. über Warnstreiks hinaus.
Wundert sich denn keiner, daß (zumindest im Westen) die Streikfront immer mehr bröckelt, weil immer mehr erkennen, was hinter der Aktion steckt und sich die Leute das ganze Theater auch nicht leisten können, weil sie Familien zu ernähren haben (und zwar jetzt und nicht erst in 10 Monaten)

Nachdenkliche Grüße, Marcus

von Marcus798 - am 09.11.2014 05:27

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Zitat
Marcus798
Kann es sein, daß Deine Unfähigkeit "nein" beim Vorplaner zu sagen, wenn Du zu viele Stunden hast, sich jetzt in solchen Äußerungen kundtut ? Oder bist ein Stundengeier, der jetzt so bemitleidenswert ist ?


Oh, da mach dir keine Sorgen. Ich hab schon oft genug nein gesagt,da wird man zwar mehrere Wochen vom Vorplaner böse angeschaut weil man im Interesse das AG mal nicht auf seine Ruhe verzichtet,aber das halte ich aus.

Stunden machen wir mit unseren Schichten genug, da bei Schenker viele Stellen im Rangierdienst eingespart wurden, was sich jetzt negativ rächt und man fast immer min. 1 Stunde vor der Einfahrt steht.

von V90-Fahrer - am 09.11.2014 10:13

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Servus,

Deine Rechnung ist sofern falsch, weil nicht jeder 4 Tage gestreikt hat. Personale welche durchaus streikbereit sind, aber zum Beginn des Streikes gerade ihre wohlverdiente Ruhe haben werden diese sicher nicht abbrechen um zu streiken. Die lassen die Ruhe weiterlaufen, werden einen Anruf der Disposition ob man nicht etwas extra verdienen möchte klar und bestimmt ablehnen und erst mit dem Ende der Ruhe in den Streik treten. Jedes andere Verhalten wäre für den betroffenen Lokführer reinste Geldverbrennung.

Und ganz ehrlich, wenn ich im Fernsehen einen streikenden Lokführer sehe, der sich darüber beklagt, das er schon im August seine Jahresstunden voll hat, dann denke ich mir "der lässt sich auch vor jeden Karren spannen". Einige Gefallen kann man dem Arbeitgeber durchaus tun, aber bitte nicht als täglicher Dauerzustand. Der Dank dafür erreicht einem meistens nur in Form von noch mehr Arbeit - das ist in meiner Firma genauso, also wahrlich kein Bahn-AG-Phänomen.

von Martin Pfeifer - am 09.11.2014 11:06

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Ich rede ja auch nicht von dem jetzigen Streik allein, sondern nehme die anderen Aktionen mit dazu. Und somit müsste jeder, der "bei der Stange bleibt" inzwischen locker die vier Tage erreicht haben, ohne daß er zusätzlich was im Geldbeutel hat, oder ?

Marcus

von Marcus798 - am 09.11.2014 14:02

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Noch dazu, das 5% mehr Lohn zugesagt wurden und auch über die Verkürzung der Arbeitszeit Gesprächsbereitschaft der DB bestand.
Somit würde die gesamte DB (auch ZUB und Co.) provitieren, da die EVG mindestens das Selbe erreichen muß. Auch die Tarifhoheit über die Tf ohne Wenn und Aber ist der GDL zugesichert. Für was also, ist das alles, inc Lohnverlust?

von Eisenbahner1 - am 09.11.2014 14:11

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Zitat
Eisenbahner1
Noch dazu, das 5% mehr Lohn zugesagt wurden und auch über die Verkürzung der Arbeitszeit Gesprächsbereitschaft der DB bestand.
Somit würde die gesamte DB (auch ZUB und Co.) provitieren, da die EVG mindestens das Selbe erreichen muß. Auch die Tarifhoheit über die Tf ohne Wenn und Aber ist der GDL zugesichert. Für was also, ist das alles, inc Lohnverlust?


Servus,

die ganze Sache ist doch recht einfach zu durchschauen.

Man will das vollenden, was Herr Schell 2007 / 2008 nicht geschafft hat, nämlich das ganze Fahrpersonal zu vertreten. Damals musste abgezählt werden und nur bei den Lokführern hatte die GdL die Mehrheit gegenüber der EVG, beim Rest war die EVG in der Mehrheit (wobei ich nicht wissen möchte wieviele Unorganisierte es in den einzelnen Sparten gibt, aber die mussten ja nicht zum Abzählen antreten). Jetzt gibt es die Tarifpluralität, das heißt in einem Betrieb kann es je nach Gewerkschaftszugehörigkeit auch zwei Tarifverträge mit völlig unterschiedlichen Bedingungen für die gleiche Tätigkeit geben. Damit kann die GdL, auch wenn von dieser Berufsgruppe nur eine Minderheit bei ihr organisiert ist, für diese Mitarbeiter einen eigenen Tarifvertrag aushandeln.

Die Taktik der GdL ist einfach: da sie mit den Zugbegleitern alleine mangels Masse nicht viel ausrichten kann nutzt sie den ausgelaufenen Tarifvertrag für die Lokführer für einen kräftigen Streik der Lokführer - nicht nur für ihre eigenen Belange, sondern eher für das gesamte Tarif-Ziel der GdL. Hast Du irgendwo Plakate mit einem %-Zeichen gesehen? Die Bahn AG hat durch großzügige Angebote für die Lokführer versucht, diese Front aufzubrechen, aber das ist ihr erwartungsgemäß nicht gelungen. Bei DSO hat es einer ganz gut formuliert: die Schnittmenge der gemeinsamen Positionen von Bahn AG und GdL ist die leere Menge.

Aus meiner Sicht hat sich wieder einmal der historische Materialismus von Marx bewahrheitet, denn letztendlich lief das ganze ähnlich wie 2007/2008: die GdL streikt groß, die Bahn AG will nicht und es kommt zum Prozeß. Den gewinnt - nicht unerwartet - die GdL. Aber durch diesen Prozeß hat der Personalvorstand - damals Frau Suckale, heute Herr Weber - die zwingende Begründung zur Änderung der Konzern-Linie. Sie werden sich also irgendwann in den nächsten Tagen und Wochen zusammensetzen und für jede Berufsgruppe einen passenden Tarifvertrag aushandeln. Und zwar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jenen für die Lokführer zu letzt, das ist ja die Hausmacht der GdL. Genau wie 2008 wird es wohl auch 2015 zu vereinzelten Streiks der GdL kommen, um die Bahn zum Abschluß der Verhandlungen zu motivieren.

von Martin Pfeifer - am 09.11.2014 21:28

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Und das ist dann der größte Mist, der passieren kann. Dann sind noch ein paar Hanseln in einer anderen gewerkschaft und schon haben wir 3 Tarifverträge. Das für so ein Großunterbehmen wie die DB. Jeder einen anderen. Ne. sowas isr Quatsch und hilft absolut niemanden. Für eine Berufsgruppe einen Tarifvertrag. da kann ich stehen zur EVG, wie ich will, aber da hat Sie Recht.

von Eisenbahner1 - am 09.11.2014 22:30

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Zitat
Eisenbahner1
Und das ist dann der größte Mist, der passieren kann. Dann sind noch ein paar Hanseln in einer anderen gewerkschaft und schon haben wir 3 Tarifverträge. Das für so ein Großunterbehmen wie die DB. Jeder einen anderen. Ne. sowas isr Quatsch und hilft absolut niemanden. Für eine Berufsgruppe einen Tarifvertrag. da kann ich stehen zur EVG, wie ich will, aber da hat Sie Recht.


Servus,

ich hoffe auch daß das Ganze nicht so heiß gegessen werden muß wie man es theoretisch kochen kann. Leider hat sich in den bisherigen Diskussionen die GdL-Seite nie genauer dazu geäußert, wie sie sich das vorstellen.

Mich würde durchaus interessieren, wie weit sich die Tarifverträge von EVG und GdL in Betrieben mit gelebter Tarifpluralität wirklich unterscheiden. Es gibt Punkte da ist das ganze nur eine Frage des richtigen Häkchens (z.B. beim Lohn / Gehalt). Andrerseits ist die Arbeitszeit-Regelung für die einzelne Schicht ein Punkt, wo Unterschiede bei Betriebsstörungen schnell negativ auffallen. Das alles so zu organisieren, das es irgendwie weitergeht ist heute in der Außenwirkung der wundeste Punkt der Bahn AG. Wenn dann noch zwei unterschiedliche Regelungen für die Schichtdauer und notwendige Pausen zu beachten sind, gute Nacht!

von Martin Pfeifer - am 10.11.2014 08:33

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Hinzukommt, das es für die Mitarbeiter zu Unangenehmen Arbeitsbedingungen kommt. Um Ihre Mitgliederstärke=Macht zu erhöhen, würden die einzelnen Gewerkschaften sich und die Mitarbeiter gegeneinander Ausspielen.
Ich glaube das beste wäre, wenn die Beiden Büffelköpfe von GDL und EVG in den Vorruhestand gehen würden und neue, nicht mit persönlichen Vorurteilen behaftete, Männer oder Frauen die Führung übernehmen.

von Eisenbahner1 - am 10.11.2014 10:01

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Servus,

der letzte ist der erste vernünftige Satz den ich hier zu dem Thema lese!

mfg
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 10.11.2014 10:49

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Zitat
Eisenbahner1
Und das ist dann der größte Mist, der passieren kann. Dann sind noch ein paar Hanseln in einer anderen gewerkschaft und schon haben wir 3 Tarifverträge. Das für so ein Großunterbehmen wie die DB. Jeder einen anderen. Ne. sowas isr Quatsch und hilft absolut niemanden. Für eine Berufsgruppe einen Tarifvertrag. da kann ich stehen zur EVG, wie ich will, aber da hat Sie Recht.


Guten Morgen Kollege..... die von Dir geschilderte unhaltbare Situation haben wir doch schon im Unternehmen. Das was also laut DBAG gar nicht geht, ist doch schon Realität beim Personal. ;-)

Und bitte mal genau informieren, in welchem Zeitraum die 5% vom Arbeitgeber zugestanden wurden.
Was die andere Gewerkschaft für Errungenschaften für das Fahrpersonal "erreicht" hat, spottet jeder Beschreibung. Und nun wundert man sich, warum eine Gewerkschaft wie die GDL eine solche "Macht" bekommen kann.

Grüße

von Cargonaut - am 10.11.2014 16:40

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Welche "Macht" hat die GDL bekommen. Die Herren Lokführer tun sich mal wieder maßlos Überschätzen. Einige von Ihnen zumindest. Jetzt reißt mal die Geduld. Wenn Du als Fdl oder WW mal nicht schnell genug reagierst oder einen Fehler machst und der Herr Lokfüherer muß Bremsen, So schnell kannste gar nicht schauen wie der an seinen Telefon hängt und sich beschwert. Aber wehe Sie baun Mist. Toter Mann spielen ist da sehr beliebt. Die Liste könnte ich Kilometer weit vortsetzen. Viele von der Kuschern nehmen sich viel zu wichtig. Dabei sind es doch eigentlich nur Gehilfen. Sie bekommen von den Fdl über Signale und Befehle genau mitgeteilt, was Sie zu tun haben. Gas geben und Bremsen.
Und dann vergleichen die sich im fernsehen mit Piloten. Selbstüberschätzung.
So, jetzt hab ich mich abgeregt und auch bei manchen Unbeliebt gemacht. Egal. Machen Lokführer hier sollte man es halt mal sagen.

von Eisenbahner1 - am 11.11.2014 16:16

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Zitat
Eisenbahner1
Dabei sind es doch eigentlich nur Gehilfen. Sie bekommen von den Fdl über Signale und Befehle genau mitgeteilt, was Sie zu tun haben. Gas geben und Bremsen.


Aha, dann brauch ich also nicht mehr im Befehl schauen ob das alles passt. Und wenn ich anhand der Signalstellung sehe das es in die falsche Richtung geht fahre ich trotzdem, hat ja der Fdl vorgegeben und der ist deiner Meinung nach unfehlbar? Aber das kann ich als kleiner Gehilfe wahrscheinlich nicht beurteilen.
Ich finde jeder bei der Bahn,von einigen im Büro mal abgesehen, ist wichtig.Aber es gibt halt bei jedem Berufszweig welche die sich als den Nabel der Welt ansehen.
Ich hab auch schon genug Fdl gehabt,die sich entschuldigt haben.Mit einem schmunzeln muss ich immer an eine Kollegin denken die sich entschuldigt hat weil sie gerade abgewaschen hat.
Man muss immer bedenken,wie ich in den Wald hinein rufe, so schallt es heraus.Wenn ich nachfrage und eine pampige Antwort erhalte, reagier ich halt auch etwas barscher.

von V90-Fahrer - am 11.11.2014 16:38

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Servus,

jetzt hast Du Dich grad mit den Betonköpfen auf eine Stufe gestellt.
Schad, ich hatt´ echt den Eindruck Du wärst objektiver.

mfg
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 11.11.2014 16:55

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

Sehr wohl gesprochen!!!

Selbstüberschätzung und schlicht und einfach Dummheit. Der Schaden den die GDL hier angerichtet hat ist enorm.

1) Die Fernbusse profitieren - viele Kunden werden beim Bus bleiben.
2) Die Privatbahnen profitieren - das Image der DB als zuverlässigen Partner bei Auschreibungen hat schwer gelitten.
3) Benzin ist so günstig wie seit langem nicht mehr - die mühsam von der Bahn gewonnenen Kunden steigen wieder aufs Auto um.
4) Die Bahn wird ohnehin immer am Negativen gemessen. Verläuft die Fahrt gut, ist alles vergessen. Aber wehe es gibt eine Störung, Verspätung oder ein anderes negatives Erlebnis - sofort wird dem Ärger in allen möglichen Formen Luft gemacht und die DB angeprangert.

Hp1

von Hp1 - am 13.11.2014 21:14

Re: 6, 65 € - hast Du da nicht noch "a bisal ebbs vagessn" ?

So, erst mal von einer Kurzreise zurück und den Kopf freibekommen.
Es stinkt mich nur an, wie wichtig sich immer mehr Lokführer nehmen. Am Funk überheblich und als die Besten, die nie was Falsch machen und perfekte Arbeit abliefern. Es gibt auch die andere Sorte, die an einer guten Zusammenarbeit interresiert ist. Übrigens bei den privaten mehr als bei der DB.
Und wennn ich daran denke, wie oft ich schon durch kreative Auslegung... Aber lassen wir das.

von Eisenbahner1 - am 14.11.2014 10:02
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