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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Cargonaut, 183 001, Martin Pfeifer, domos, 650 414-6, Eisenbahner1, Russenfahrer, Siemensianer, Mannerl, derSchlömener, ... und 8 weitere

S-Bahn Nürnberg an National Express

Startbeitrag von nvf am 02.02.2015 17:50

Die BEG gab soeben bekannt, dass sie beabsichtigt, die S-Bahn Nürnberg an National Express Rail zu vergeben.
Näheres siehe Pressemeldung:

[www.nahverkehr-franken.de]

Antworten:

Na toll... ein EVU muss neue Fahrzeuge beschaffen, während ein anderes dann einen ganzen Haufen Fahrzeuge übrig hat... und ein Argument, die 442 schon wieder durch Neufahrzeuge zu ersetzen, ergibt sich mir nicht. Das ist einfach nur Neufahrzeuggeilheit! Was wird NX schon kaufen? Neue 442, denn sie haben ja selbst schon welche in der Fertigung.

In meinen Augen wäre es das Beste, wenn man sich für solche Fälle ein Beispiel an der LNVG nehmen würde - dann könnte man meinetwegen ausschreiben, aber die Fahrzeuge gehen dann an den neuen Betreiber über!

Gruß
Jan

von 628 245-2 - am 02.02.2015 18:33
Zitat
628 245-2
Was wird NX schon kaufen? Neue 442, denn sie haben ja selbst schon welche in der Fertigung.


Für Nürnberg werden SKODA Fahrzeuge beschafft.

Gruß

von 183 001 - am 02.02.2015 18:49

die Heuschrecken kommen....

.... und das ist erst der Anfang. Deutsche Eisenbahnen werden an Engländer vergeben und die Fahrzeuge kommen aus Tschechien. Ein Hoch auf die Globalisierung! Ich hoffe, dass die ganze Blase nicht platzt, solange ich noch am Leben bin.

nachdenkliche Grüße

von Cargonaut - am 02.02.2015 19:13

Re: die Heuschrecken kommen....

...so wie damals beim Alex.

Der Weltuntergang ist ausgeblieben.

von 650 414-6 - am 02.02.2015 19:49
Zitat
628 245-2
Na toll... ein EVU muss neue Fahrzeuge beschaffen, während ein anderes dann einen ganzen Haufen Fahrzeuge übrig hat... und ein Argument, die 442 schon wieder durch Neufahrzeuge zu ersetzen, ergibt sich mir nicht. Das ist einfach nur Neufahrzeuggeilheit! Was wird NX schon kaufen? Neue 442, denn sie haben ja selbst schon welche in der Fertigung.

In meinen Augen wäre es das Beste, wenn man sich für solche Fälle ein Beispiel an der LNVG nehmen würde - dann könnte man meinetwegen ausschreiben, aber die Fahrzeuge gehen dann an den neuen Betreiber über!

Gruß
Jan


Servus,

entschuldige bitte, aber hier hat die Bahn AG sich scheinbar selber vom Markt genommen. Laut der Wettbewerbsinformation der BEG, Link unten unter "Aktuelle Ausschreibungen" waren im Los 1 Gebrauchtfahrzeuge ab Baujahr 2008 zugelassen, nur für das Los 2 waren Neufahrzeuge notwendig.

Die Karten lassen erkennen, das Los 1 auf den vorhandenen Fahrzeugbestand an Talenten der Bahn AG zugeschnitten ist, sind doch mit den Ästen nach Bamberg und nach Hartmannshof zwei heute bereits damit bediente Strecken in allen drei Betriebsstufen enthalten. Für Los 2 Neufahrzeuge zu fordern ist logisch, weil dort heute noch die x-Wagen fahren. Deren Ablösung im Rahmen der Ausschreibung wurde bereits bei der Einführung der Talente angekündigt. Auch kommt ja durch die Erweiterung von Ansbach nach Dombühl und die Einbeziehung der Strecke nach Allersberg zusätzlicher Verkehr hinzu, der Neuanschaffungen fordert.

Ist es ist also wirklich eine Meisterleistung der Kaufleute der DB Regio AG, das Angebot zur Ausschreibung des Loses 1 mit gebrauchten Fahrzeugen aus dem eigenen Bestand so zu kalkulieren, das National Express mit Neufahrzeugen preiswerter ist. Ich hoffe nur, das sich der vleex-Betriebsstart nicht wiederholt, denn mit einer Übernahme von Bahn AG-Personal zu "Billig"-Konditionen wird es wohl nix werden.

Ein Fahrzeugpool nach Art der LNVG begünstigt prinzipell Private, da hierbei deren oftmals effektivere Verwaltungsstrukturen auch bei gleichen Lohnkosten für Fahrdienst und Werkstatt durchschlagen. Den Vorteil der Bahn AG bei großen Netzen durch bessere Finanzierungskonditionen hat die BEG hier durch ihre Kapitaldienstgarantie kompensiert. Los 2 war daher wohl ergebnisoffen. In Niedersachsen munkelt man übrigens, das DB Regio es bei einer Ausschreibung wohl zu bunt getrieben hat und sich damit selbst vom Markt genommen hat. Die Ausschreibung der RE-Linie Rheine - Hannover Hbf - Braunschweig war wohl auf DB Regio zugeschnitten, nur dummerweise wollte man dort zuviel des Guten, so das es zum "Betriebsunfall" Westfalenbahn kam.

von Martin Pfeifer - am 02.02.2015 19:50

Re: die Heuschrecken kommen....

Das Alex-Netz mit der S-Bahn zu vergleichen... nun gut.
Wieviel "Gewinn" der Alex wirklich einfährt.... reden wir lieber nicht drüber.
Was der Bahnsteigumbau bei der S-Bahn jetzt kostet.... reden wir nicht drüber.
Was die erst neubeschafften, aus Steuergeldern finanzierten, Hamsterbacken jetzt Schönes machen.... ist unwichtig.

Wieviele Jahre die Alex-Mitarbeiter einen vernünftigen Arbeitsvertrag über die GDL "erstreiken" mußten, reden wir auch nicht drüber.

Alles muß immer billiger sein, der Fahrgast merkt meist nichts davon, kämpft stattdessen regelmäßig bei Betreiberwechsel mit Zulassungsschwierigkeiten neuer Fahrzeuge, erst auszubildendem Personal oder gar stark eingeschränktem Ersatzverkehr.
Natürlich alles "zum Wohle des Kunden".

Der Weltuntergang ist das bei Leibe nicht, aber eine gezielte Vernichtung eines immer schlechter funktionierenden Eisenbahnsystems.

Grüße

von Cargonaut - am 02.02.2015 19:58
Zumal wenn man bedenkt, dass DB Regio die Werkstattinfrastruktur bereits vor Ort hatte...

von 650 414-6 - am 02.02.2015 19:59

Re: die Heuschrecken kommen....

Allenfalls die Selbstvernichtung eines immer schlechter funktionierenden, nach Monopolistenart agierenden Unternehmens.

von 650 414-6 - am 02.02.2015 20:05

Re: die Heuschrecken kommen....

Zitat
Cargonaut
.... und das ist erst der Anfang. Deutsche Eisenbahnen werden an Engländer vergeben und die Fahrzeuge kommen aus Tschechien. Ein Hoch auf die Globalisierung! Ich hoffe, dass die ganze Blase nicht platzt, solange ich noch am Leben bin.

nachdenkliche Grüße


Naja, Deutsche Steuergelder wurden ja auch durch die DB in Polen, England oder CZ verbraten. Hätte man sich bei der DB auf die Kernkompetenz im Innland konzentriert, wäre sicherlich auch so manche Ausschreibung besser gelaufen. Denn jeder Verkehrskilometer der im Innland Geld bringt finanziert auch die Spielerein der Manager und Lobbyisten mit.

Und ich hoffe dass diese Blase (Unproduktives Personal) mal platzt solange Du noch lebst, denn dann könnte es mit der DB auch wieder Bergauf gehen!

Und NX leistet sich zum Besipiel eine Restaurierung des ET403 was nicht gerade auf die böse Ausbeute und Kapitalabzug hindeutet.
Hat die DB eigentlich im Ausland mal ein Museumsfahrzeug wiederbelebt?
Und damit meine ich nicht die Lackierung eines Schrottkübels in Verkehrsrot.

Gruß Thomas

von 183 001 - am 02.02.2015 20:50
Zitat
Martin Pfeifer
entschuldige bitte, aber hier hat die Bahn AG sich scheinbar selber vom Markt genommen. Ist es ist also wirklich eine Meisterleistung der Kaufleute der DB Regio AG, das Angebot zur Ausschreibung des Loses 1 mit gebrauchten Fahrzeugen aus dem eigenen Bestand so zu kalkulieren, das National Express mit Neufahrzeugen preiswerter ist.




Meinst du nicht das man hier seitens der BEG mitgedacht und einen entsprechenden Ausgleich eingebaut hat wenn mit Altfahrzeugen geboten wird. Das wäre wohl ansonsten eine Wettbewerbsverzerrung. Sonst bräuchtest du ja garnicht erst ausschreiben wenn der eine Mitbewerber von Haus aus ein paar Millionen im Vorteil ist.

von NationalExpress - am 02.02.2015 21:01

Re: die Heuschrecken kommen....

Servus,

Zitat
Cargonaut
...
Was der Bahnsteigumbau bei der S-Bahn jetzt kostet.... reden wir nicht drüber.
...


den Bahnsteigumbau von 96 cm (x-Wagen) auf 76 cm über Schienenoberkante (Talent II) auf Kosten des Steuerzahlers / zu Lasten der DB Netz gab es für die heutige S1 zwischen Nürnberg Hbf und Lauf (links) auch. Für die Bahn AG. Es gäbe diesen Umbau wohl auch, wenn DB Regio diese Ausschreibung gewonnen hat.

von Martin Pfeifer - am 02.02.2015 21:19
Zitat
NationalExpress
...


Und schon ist die Heuschrecke im Forum!

von BW-Ansbach - am 02.02.2015 23:12

Oder...

Servus,

... es ist so, dass DB Regio in Nürnberg auch umsonst hätte fahren können im Angebot, trotzdem musste es so kommen als Bauernopfer für die Ausschreibung der S Bahn München?!
Dass die BEG zwei Filetstücke an die DB vergibt, geht ja mal gar nicht! Wettbewerb auf Teufel komm raus.

Als Außenstehender empfinde ich es so, dass bei diesen Ausschreibungen umheimlich viel Politik und Klüngel mit hineinspielt; es werden Rechnung beglichen und Ressentiments, Verpflichtungen eingefordert und Versprechen durchgedrückt. Was letztendlich an Menschen und Schicksalen dranhängt, interessiert eh niemand. Es geht wie immer wieder mal um Macht und Geld und Einfluss.

Dass Regio teilweise echt selber schuld ist an verlorenen Ausschreibungen ist das eine. Ob dieser Ausschreibungswahn uns nicht alle letztendlich ins Verderben bringt - ich befürchte, schon.

Wann wird eigentlich die BEG ausgeschrieben? Selbst beim Dilettanten-Club der Politiker gibt es die alle paar Jahre.

Aber was andres noch: wieso sind wir wieder beim DSO Niveau? Mit welchem Recht werden hier Menschen als Heuschrecken bezeichnet? Sind wir schon wieder so weit?


ärgerlich-nachdenkliche grüße
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 03.02.2015 04:31

Re: Oder...

Zitat
Gradausfahrer

Aber was andres noch: wieso sind wir wieder beim DSO Niveau? Mit welchem Recht werden hier Menschen als Heuschrecken bezeichnet? Sind wir schon wieder so weit?


Weil sie kommen, die Steuergelder kassieren/fressen bis nichts mehr da ist und wieder gehen werden. So, wie es Heuschrecken machen.

Die Zeche zahlen WIR alle.

Und auf welche Art vergeben wird und warum überhaupt ausgeschrieben wird, hast Du ja selbst trefflich erläutert. ;-)

Grüße

von Cargonaut - am 03.02.2015 06:27

Re: die Heuschrecken kommen....

Zitat
183 001

Naja, Deutsche Steuergelder wurden ja auch durch die DB in Polen, England oder CZ verbraten. Hätte man sich bei der DB auf die Kernkompetenz im Innland konzentriert, wäre sicherlich auch so manche Ausschreibung besser gelaufen. Denn jeder Verkehrskilometer der im Innland Geld bringt finanziert auch die Spielerein der Manager und Lobbyisten mit.


was ich genau so wenig gutheiße.

Zitat
183 001
Und ich hoffe dass diese Blase (Unproduktives Personal) mal platzt solange Du noch lebst, denn dann könnte es mit der DB auch wieder Bergauf gehen!


Da, wo es wirklich Überhang gibt, wird es nie soweit kommen. DAS ist das Problem. An der Basis gibt es keine "Blasen".

Grüße

von Cargonaut - am 03.02.2015 06:30

freuen wir uns doch auf kommende Zustände....

.... die dann noch mehr Leute von der Bahn wegtreiben....

Neue Fahrzeuge, die wieder nicht rechtzeitig fertig werden.
Ersatzkonzepte die erste Monate.
neues Personal, was geschult werden muß und man erst einmal irgendwo her bekommen muß.
Massive Einschränkungen schon 2017, weil spätestens dann der DB Regio die Personale massenhaft davonlaufen werden....

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Grüße

von Cargonaut - am 03.02.2015 06:32

Re: die Heuschrecken kommen....

Naja... Das Grundsatzproblem liegt m.E. nicht im Wettbewerb an sich. Deutsche Konzerne inkl. DB beteiligen sich auch im Ausland an Ausschreibungen. Wenn ein Unternehmen es sich zutraut, günstiger zu "produzieren", dann ist dies ein Vorteil auch für den Steuerzahler. Das deutsche Problem ist doch, dass wir auf Kosten des Sozialstaats Tür und Tor für die Aufgabe von Sozialstandards öffnen. Solange bei öffentlichen oder besser staatlichen Aufträgen u.a. das Lohngefüge Teil des Wettbewerbsvorteils sein darf, braucht man sich über Konkurrenz aus dem Ausland nicht wundern. Dies hätte der Staat in den letzten Ausschreibungen schon erkennen können/müssen. So weit ist es wohl nicht her mit der C"Sozialen"U. Die haben es doch in der Hand...
Mit den bisherigen Ausschreibungsverfahren hebelt man jede im Arbeitskampf errungenen Arbeitnehmervorteile aus und fängt von vorn an.

von Erik B. - am 03.02.2015 08:38

Re: die Heuschrecken kommen....

Zitat
Erik B.
Deutsche Konzerne inkl. DB beteiligen sich auch im Ausland an Ausschreibungen. Wenn ein Unternehmen es sich zutraut, günstiger zu "produzieren", dann ist dies ein Vorteil auch für den Steuerzahler.


So lange man seine Aufgaben im eigenen Land nicht vernachlässigt, ist das auch kein Problem. Aber das trifft auf die DBAG ja nicht wirklich zu.

Zitat
Erik B.
Mit den bisherigen Ausschreibungsverfahren hebelt man jede im Arbeitskampf errungenen Arbeitnehmervorteile aus und fängt von vorn an.


Und das funktioniert so lange, wie es die Leute dulden, sprich, so lange sie noch was Eßbares im Kühlschrank haben.

Grüße

von Cargonaut - am 03.02.2015 09:03

Re: Oder...

Zitat
Cargonaut
....

Die Zeche zahlen WIR alle.

...

Grüße


Sowieso. Ob nun an den einen oder an den anderen, ist dann schon fast egal, wir zahlen alle, sonst dürfen wir gar nix.

"Fast", den wenn ich mir es aussuchen dürfte wo mein Anteil hinfliesst, dann würde ich den einheimischen Franken, der da bei der angeblichen "Heuschrecke" die inländischen Fäden in der Hand hält, durchaus bevorzugen. Da bleibt wenigstens etwas in der Region!

von apfelpfeil - am 03.02.2015 12:27

...nur ein Bahnfahrer

also ich kenn mich zwar nicht direkt vor Ort aus und daher kann ich "den Schaden" jetzt nicht beurteilen.

Was ich aber schon beurteilen kann ist wenn ich im Zug sitze und die ganzen verschiedenen Bahnfirmen vergleichen kann - als Bahnfahrer!

Da ich aus der schönen Dreiflüssestadt komme fahre ich hauptsächlich bei uns rum.

Ich finde die Agilis irgendwie besser als die DB Regio. Einen triftigen Grund gibt es zwar nicht aber ich sitz halt einfach lieber im Zug zwischen Plattling und Regensburg als zwischen Plattling und Passau. Ist zwar der selbe Zug aber irgendwie sympatischer.

Genauso gergeht es mir wenn ich mit den Zug zwischen Regensburg Richtung Hof oder Furth im Wald fahren. Die Oberpfalzbahn finde ich auch irgendwie besser als die roten Züge.

So richtig rationelle Gründe gibts da wahrscheinlich nicht, aber ich hab auch schon von anderen gehört wie gerne sie doch mit der Agilis fahren und nicht mit der "Bahn"

MFG
Mannerl

von Mannerl - am 03.02.2015 12:36

Re: Oder...

Dann frag ich doch gleich mal ganz unverblühmt, wieviel Du bereit bist, von Deinem Gehalt zu "spenden"? ;-)

von Cargonaut - am 03.02.2015 14:17
Diese gesamte Ausschreiberei ist einfach nur eine Frechheit! Wenn ich das Wort "Wettbewerb" nur höre, könnte ich schon platzen! Dieser Wettbewerb wird doch nur auf Kosten von Mensch, Volk und Material geführt. Wieviele Leute gibt es jetzt bei Regio, denen auf erschreckende Weise vor Augen geführt wird, wie schnell es mit Hunderten von Arbeitsplätzen in einer Region vorbei sein kann - und das für nichts und wieder nichts! Man braucht sich nicht wundern, wenn keine Nachwuchskräfte mehr bei der Bahn anfangen - man läßt sich doch nicht noch länger verarschen.
Jedes Mal wird geschrien, daß neue Fahrzeuge her müssen und das Angebot ausgebaut werden muß - die Bahn hat es getan und das soll jetzt alles zunichte gemacht werden? Sogar die Stadt Nürnberg hat sich gegen diese Ausschreibung gestellt, da die DB ihre Leistung bisher voll und ganz erbracht hat.
Eine Verschleuderung von Staatsvermögen und Volkseigentum erster Klasse! Was bei solchen Ausschreibungen alles eine Rolle spielt, möchte ich lieber nicht wissen - aber daß immer alles mit rechten Dingen zugeht, bezweifle ich. Das haben wir nun von der ganzen Globalisierung und Co. - gute Nacht, Deutschland!

von Russenfahrer - am 03.02.2015 18:54
Hat eigentlich die DB vor Abgabe des Angebotes mit den Mitarbeitern von Regio geredet und sie gefragt, was sie machen, wenn das Angebot auf Grund von Löhnen / Wasserkopfkosten etc. nicht den Zuschlag bekommt, bzw. ob sie ggf für ein paar Euro weniger dem Unternehmen treu bleiben?

Die Bahn ist doch kein sozialistischer Großbetrieb mehr wo jeder durchgeschleift wird, egal was auf der Einnahmenseite steht. Das kann sich mittlerweile kein Unternehmen mehr leisten.

Oder andersrum gesagt:

Die DB Beführworter sollten doch erstmal vor der eigenen Türe kehren, sprich Ihren Angebotsbearbeitern mal auf die Meinung sagen bevor wieder auf die bösen Ausschreibungen und die Vergabe geschimpft werden. Vielleicht protestieren die betroffenen Tf mal nicht für die GDL, EVG oder wer auch sonst gerade seine Forderungen durchsetzen möchte, sondern für einen schlankeren dispositiven Anteil im Unternehmen??? Denn bald hat die DB nur noch Häuptlinge aber keine Indianer.

Denn die Vergabeverfahren sind einfach nur die Umsetzung von Recht und Gesetz. Und seid froh, dass in BY nur eine Gesellschaft ausschreibt.

Und vielleicht gibt es ja auch den einen oder anderen Lokführer der vielleicht die Chance nutzt um sich zu Verändern. Vielleicht auch in die Politik geht oder in Zukunft wenigstens zur Wahlurne, denn dann darf man sich auch aufregen.

von 183 001 - am 03.02.2015 21:39
Zitat
183 001
Hat eigentlich die DB vor Abgabe des Angebotes mit den Mitarbeitern von Regio geredet und sie gefragt, was sie machen, wenn das Angebot auf Grund von Löhnen / Wasserkopfkosten etc. nicht den Zuschlag bekommt, bzw. ob sie ggf für ein paar Euro weniger dem Unternehmen treu bleiben?


Wieviele Arbeitnehmer haben das schon in der freien Wirtschaft gemacht und sind binnen kurzer Zeit doch geflogen? Lohnverzicht ist das falsche Mittel. Lohnangleichung bzw Übernahmepflicht zu gleichen Konditionen durch den neuen Betreiber, Sowas gehört in die Forderungen mit hinein!

Zitat
183 001
Die Bahn ist doch kein sozialistischer Großbetrieb mehr wo jeder durchgeschleift wird, egal was auf der Einnahmenseite steht. Das kann sich mittlerweile kein Unternehmen mehr leisten.


Wenn Du wüßtest, wieviele nicht nur bei der Bahn mit durchgeschleift werden.... Projektberater, Firmenberater und Mitarbeiter, die fachlich ungeeigneten Chefs zur seite stehen und das fachwissen ergänzen. Wie wehrt man sich als Arbeitnehmer in solchen Fällen dagegen? Streikt man? Oder muß man das dulden? Wie sieht deine Lösung dazu aus?
Das ganze System schleift und finanziert 50% Nichtsnutze.... Berater, Finanzjongleure jeglicher Art, Analysten und wie sie alle heißen.

Zitat
183 001
Die DB Beführworter sollten doch erstmal vor der eigenen Türe kehren, sprich Ihren Angebotsbearbeitern mal auf die Meinung sagen bevor wieder auf die bösen Ausschreibungen und die Vergabe geschimpft werden. Vielleicht protestieren die betroffenen Tf mal nicht für die GDL, EVG oder wer auch sonst gerade seine Forderungen durchsetzen möchte, sondern für einen schlankeren dispositiven Anteil im Unternehmen??? Denn bald hat die DB nur noch Häuptlinge aber keine Indianer.


Dafür zu streiken, ist rechtlich leider nicht machbar.
Und Du hast es noch immer nicht verstanden, wem nützen denn die Ausschreibungen in der Form, wie sie jetzt sind wirklich? Den Fahrgästen? Ganz sicher nicht. Dem Personal, wo immer weiter an der Lohnschraube gedreht wird? Ganz sicher auch nicht. Da gibt es andere Möglichkeiten der Bahn Feuer unter dem Hintern zu machen, wenn es den Verantwortlichen wirklich nur um die Qualität des SPNV zu einem vernünftigen Preis ginge. ABER es soll gespart werden, koste es, was es wolle. Und das ist das Problem.

Grüße

von Cargonaut - am 04.02.2015 08:00
"Wie wehrt man sich als Arbeitnehmer in solchen Fällen dagegen? Streikt man? Oder muß man das dulden? Wie sieht deine Lösung dazu aus? "

Na da gibt es mehrere Wege, wenn Streik verboten ist.
1. Man bildet sich persönlich weiter um Beruflich nach Vorne zu kommen und weiter aufzusteigen.

2. Solang das "Schmerzensgeld" stimmt die Sch... ertragen und am Stammtisch mosern wie doof alle anderen sind

3. Sich mal die Bedingungen anderer Arbeitgeber anschauen und dann vielleicht doch kündigen und wechseln... Denn den Beratern und Analysten um Unternehmen sollte eine übermäßig hohe Fluktuation die Alarmanlagen angehen lassen. So zumindest die Theorie.

Ich selber hatte leider nicht die Möglichkeit einfach mal zu kündigen als sich das Staatsunternehmen angefangen hat, in eine aus meiner Sicht falsche Richtung zu bewegen.

Und nochmal. Die BEG und die Politik sind dazu verpflichtet, mit den Steuergeldern wirtschaftlich umzugehen und Großaufträge auszuschreiben.

Jeder Privatmann vergleicht doch auch die Preise bevor er sich dann z.B. einen Fernsehr bei Amazon bestellt ohne sich um die Mitarbeiter zu kümmern die für Logistiklohn arbeiten. Da bekommt doch im Privatleben auch der günstigste den Zuschlag oder???

Wobei ich aus zuverlässiger Quelle weiß, dass die BEG das NX Angebot vor der Entscheidung nochmals auf Herz und Nieren geprüft und hinterfragt hat, da der dreistellige Millionenunterschied zwischen NX und DB Angebot anfangs auch der BEG nicht geheuer war. Aber vielleicht hat man ja auch festgestellt und vorgerechnet bekommen, dass die DB sich jahrelang mangels Konkurrenz übergebühr die Steuergelder einverleibt hat. DB Regio Bayern macht ja seinen Gewinn ausschließlich mit den S-Bahn Netzen München und Nürnberg.

Naja warten wir doch einfach mal den Betriebsstart in NRW ab, dort sollen ja auch schon die ersten Tf´s von Regio und der Westfalenbahn zu NX übergewechselt haben wie in anderen Foren zu lesen war. Auch viele Opelaner bekommen bei NX eine neue Chance. Also scheinen die Bedingungen bei NX nicht so schlecht zu sein, wie hier teilweise beahuptet wird. Ich bin mir auch sicher, dass sich auch der ein oder andere ALEX und VBG Mitarbeiter für NX interessieren dürfte, wenn man sieht, wer dort die Zügel in Deutschland hält...

Gruß Thomas

von 183 001 - am 04.02.2015 18:25
Zitat
Russenfahrer
Diese gesamte Ausschreiberei ist einfach nur eine Frechheit! Wenn ich das Wort "Wettbewerb" nur höre, könnte ich schon platzen! Dieser Wettbewerb wird doch nur auf Kosten von Mensch, Volk und Material geführt. Wieviele Leute gibt es jetzt bei Regio, denen auf erschreckende Weise vor Augen geführt wird, wie schnell es mit Hunderten von Arbeitsplätzen in einer Region vorbei sein kann - und das für nichts und wieder nichts! ...


Servus,

die ist schon klar, das so etwas in der freien Wirtschaft gang und gäbe ist? Die Bahn AG ist keine Behörde, sondern eine Aktiengesellschaft. So verhält sie sich auch, der politische Einfluß ist doch minimal bis gar nicht gewollt. So etwas ist aus meiner Sicht der Preis dafür! Es gibt genug Beispiele, wo Firmen einfach deshalb vom Markt verschwunden sind, weil sich die Zeichen der Zeit nicht erkennt haben. Grundig, Quelle und so weiter!

Bei der aktuellen Lage im Bereich der Lokführer müsste eigentlich für jeden Tf, der nicht mehr S-Bahn fahren darf woanders im Bahn-AG-Konzern ein Platz frei werden. Schön und erstrebenswert ist es sicher nicht. Und ich weiß wovon ich hier rede, ich habe den freien Fall der Anzahl der Arbeitsplätze in einer Firma bis auf Null auch als ein davon Betroffener erlebt. Das Leben geht weiter!

von Martin Pfeifer - am 04.02.2015 20:27
Mal eine blöde Frage: Was passiert dann eigentlich mit der Führerlosen S-Bahn? Die gehört doch der DB. Die nötige Infrastruktur doch auch. Oder sehe ich da was falsch.

von Eisenbahner1 - am 04.02.2015 21:31
Zitat
183 001
"Wie wehrt man sich als Arbeitnehmer in solchen Fällen dagegen? Streikt man? Oder muß man das dulden? Wie sieht deine Lösung dazu aus? "

Na da gibt es mehrere Wege, wenn Streik verboten ist.
1. Man bildet sich persönlich weiter um Beruflich nach Vorne zu kommen und weiter aufzusteigen.

2. Solang das "Schmerzensgeld" stimmt die Sch... ertragen und am Stammtisch mosern wie doof alle anderen sind

3. Sich mal die Bedingungen anderer Arbeitgeber anschauen und dann vielleicht doch kündigen und wechseln... Denn den Beratern und Analysten um Unternehmen sollte eine übermäßig hohe Fluktuation die Alarmanlagen angehen lassen. So zumindest die Theorie.

Ich selber hatte leider nicht die Möglichkeit einfach mal zu kündigen als sich das Staatsunternehmen angefangen hat, in eine aus meiner Sicht falsche Richtung zu bewegen.

Und nochmal. Die BEG und die Politik sind dazu verpflichtet, mit den Steuergeldern wirtschaftlich umzugehen und Großaufträge auszuschreiben.

Jeder Privatmann vergleicht doch auch die Preise bevor er sich dann z.B. einen Fernsehr bei Amazon bestellt ohne sich um die Mitarbeiter zu kümmern die für Logistiklohn arbeiten. Da bekommt doch im Privatleben auch der günstigste den Zuschlag oder???

Wobei ich aus zuverlässiger Quelle weiß, dass die BEG das NX Angebot vor der Entscheidung nochmals auf Herz und Nieren geprüft und hinterfragt hat, da der dreistellige Millionenunterschied zwischen NX und DB Angebot anfangs auch der BEG nicht geheuer war. Aber vielleicht hat man ja auch festgestellt und vorgerechnet bekommen, dass die DB sich jahrelang mangels Konkurrenz übergebühr die Steuergelder einverleibt hat. DB Regio Bayern macht ja seinen Gewinn ausschließlich mit den S-Bahn Netzen München und Nürnberg.

Naja warten wir doch einfach mal den Betriebsstart in NRW ab, dort sollen ja auch schon die ersten Tf´s von Regio und der Westfalenbahn zu NX übergewechselt haben wie in anderen Foren zu lesen war. Auch viele Opelaner bekommen bei NX eine neue Chance. Also scheinen die Bedingungen bei NX nicht so schlecht zu sein, wie hier teilweise beahuptet wird. Ich bin mir auch sicher, dass sich auch der ein oder andere ALEX und VBG Mitarbeiter für NX interessieren dürfte, wenn man sieht, wer dort die Zügel in Deutschland hält...

Gruß Thomas


Danke für Deine konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gruß, domos
(dem die Polemik mancher Beiträge hier ganz schön auf den Keks geht. Wer etwas ändern will, ist herzlich eingeladen, sich weiterzubilden und was gegen "das System" zu unternehmen. Egal ob in der Politik oder im Management der Eisenbahnunternehmen.)

von domos - am 04.02.2015 21:56
Zitat
Eisenbahner1
Mal eine blöde Frage: Was passiert dann eigentlich mit der Führerlosen S-Bahn? Die gehört doch der DB. Die nötige Infrastruktur doch auch. Oder sehe ich da was falsch.

In Nürnberg gibt es keine führerlose S-Bahn, sondern eine führerlose U-Bahn. Fahrzeuge und die Infrastruktur gehörten der VAG und nicht der DB. Die U-Bahn war auch nicht ausgeschrieben.


Gruß, domos

von domos - am 04.02.2015 22:01
Danke. Ich kenn mich da nicht so aus. Jetzt bin ich wieder ein Stück Intelligenter.

von Eisenbahner1 - am 04.02.2015 22:12
Zitat
183 001
1. Man bildet sich persönlich weiter um Beruflich nach Vorne zu kommen und weiter aufzusteigen.


wenn man nicht linientreu ist, wird man bei der DB nix. Fachwissen ist da eher nicht gefragt. Da werden Leute Gruppenleiter, die selbst noch nicht mal eine Indusirolle voll gefahren haben.

Zitat
183 001
2. Solang das "Schmerzensgeld" stimmt die Sch... ertragen und am Stammtisch mosern wie doof alle anderen sind


Ich habe mich schon mal offiziell über Mißstände der Db geäußert. Es lief danach alles weiter wie bisher.

Zitat
183 001

3. Sich mal die Bedingungen anderer Arbeitgeber anschauen und dann vielleicht doch kündigen und wechseln...


Finde ich nichts vergleichbares zur DBAG

Zitat
183 001
Denn den Beratern und Analysten um Unternehmen sollte eine übermäßig hohe Fluktuation die Alarmanlagen angehen lassen. So zumindest die Theorie.


Ja, in der Theorie kennst Du Dich ganz gut aus. Nur ist die Praxis weit weg von der Theorie. Weil sich die Führungskräfte nämlich ganz eigenwillige erklärungen zurechtbiegen, warum eine so große Fluktuation im Unternehmen ist. Habe ich selbst erlebt 2006 bei DB Regio Mittelfranken.

Zitat
183 001
Ich selber hatte leider nicht die Möglichkeit einfach mal zu kündigen als sich das Staatsunternehmen angefangen hat, in eine aus meiner Sicht falsche Richtung zu bewegen.


Dafür bekommst Du jetzt auf Kosten der Steuerzahler eine Ausbildung zum Abgang. ;-)

Zitat
183 001
Und nochmal. Die BEG und die Politik sind dazu verpflichtet, mit den Steuergeldern wirtschaftlich umzugehen und Großaufträge auszuschreiben.


Das eine hat mit dem anderen leider nichts zu tun. Theoretisch schon, aber praktisch eben nicht. Die Welt läuft nicht nach "Schema F" außerhalb der Kasernentore.

Zitat
183 001
Jeder Privatmann vergleicht doch auch die Preise bevor er sich dann z.B. einen Fernsehr bei Amazon bestellt ohne sich um die Mitarbeiter zu kümmern die für Logistiklohn arbeiten. Da bekommt doch im Privatleben auch der günstigste den Zuschlag oder???


Der Privatmann kümmert sich aber um die Folgekosten seiner Anschaffung bei amazon oder wo auch immer und rechnet nicht nur den blanken Kaufpreis.

Zitat
183 001
Wobei ich aus zuverlässiger Quelle weiß, dass die BEG das NX Angebot vor der Entscheidung nochmals auf Herz und Nieren geprüft und hinterfragt hat, da der dreistellige Millionenunterschied zwischen NX und DB Angebot anfangs auch der BEG nicht geheuer war. Aber vielleicht hat man ja auch festgestellt und vorgerechnet bekommen, dass die DB sich jahrelang mangels Konkurrenz übergebühr die Steuergelder einverleibt hat.


Oder NX kalkuliert weit unter dem, was es wirklich kostet. Zahlt am Ende sogar drauf, schafft die steuergelder ins Ausland und setzt die "Verluste" über die in Deutschland zu zahlende Steuer ab. Veolia zahlt auch drauf beim Meridian. Und ein herr Richter hatte sich auch anno dazumal schon beim Alex etwas verkalkuliert oder bewußt so kalkuliert, um zu gewinnen.

Bei uns in der Firma sitzen an zu vielen Positionen Leute, die selbst die Tätigkeit nie ausgeübt haben, die sie anderen erklären bzw überwachen sollen. :D

Grüße

von Cargonaut - am 05.02.2015 12:07
Zitat
domos
Gruß, domos
(dem die Polemik mancher Beiträge hier ganz schön auf den Keks geht. Wer etwas ändern will, ist herzlich eingeladen, sich weiterzubilden und was gegen "das System" zu unternehmen. Egal ob in der Politik oder im Management der Eisenbahnunternehmen.)


Werter domos,

das klingt alles ziemlich einfach. Hat man aber Familie mit zwei Kindern, dann schaut das nicht mehr so einfach aus mit Zeit und Kraft. aber das lernst Du auch noch, wenn es bei dir soweit sein sollte. Nichts für ungut. Und wie schon geschrieben, solange man sich so die Taschen voll lügt, wie bei Regio MF 2006 erfahren, wird sich nichts ändern. Jungspunte, die mit der Tochter des Betriebsratsvorsitzenden in die Kiste gehen, werden Gruppenleiter. Als Tf aus dem 1000Tf-Programm, mit kaum mehr als 5 Jahren Berufserfahrung. Und da haben sich genug auf den Posten beworben, die weitaus qualifizierter waren. Bei Regio MF wird eine Frau Chefin, die der Meinung ist, dass man keine Loks mehr bräuchte, sondern zwei Steuerwagen (an jedem ende einer) genügen würde. Alle Tf-freundlichen Gruppenleiter wurden einer nach dem anderen in NNR abgesägt und durch Linientreue ersetzt. In diese ganze Hirachie soll ich einbrechen und durch Weiterbildung meine Familie zeitlich vernachlässigen und mich körperlich an den Rand der Leistungsfähigkeit bringen?

NEIN DANKE!

Grüße von einem resignierenden Eisenbahner

von Cargonaut - am 05.02.2015 12:13

Re: S-Bahn Nürnberg und Regio MF

Der mit den zwei Steuerwagen war gut ... Bei allen ernsten Hintergründen der Diskussionskette endlich mal was zum Schmunzeln!

von Bahnwärter1848 - am 05.02.2015 20:04
Zitat
Cargonaut
Zitat
183 001
Jeder Privatmann vergleicht doch auch die Preise bevor er sich dann z.B. einen Fernsehr bei Amazon bestellt ohne sich um die Mitarbeiter zu kümmern die für Logistiklohn arbeiten. Da bekommt doch im Privatleben auch der günstigste den Zuschlag oder???


Der Privatmann kümmert sich aber um die Folgekosten seiner Anschaffung bei amazon oder wo auch immer und rechnet nicht nur den blanken Kaufpreis.


Macht er erfahrungsgemäß nicht. Wenn ich seh, wie viele Leute alle 2 Jahre einen neuen Laptop für 600-800 Euro kaufen weil der alte den Geist aufgegeben hat, während mein 5 1/2 Jahre altes Thinkpad für damal 1300 immer noch seinen Dienst tut (solang man keine/alte Spiele will, kommt man mit älterer Hardware aus). Im Juni wird dann mal ein neues fällig, aber auch nur, weil der Arbeitgeber ein neues Dienstgerät mit genehmigter Privatnutzung springen lässt.

Guter Vergleich dazu sind die 440er der DB (von Agilis hört man noch nix, bin mal gespannt ob da noch was kommt oder die besser eingekauft haben), bei denen grad der Reihe nach die Motoren 2 Jahre vor der Revisionsfrist den Geist aufgeben. Da hat man auch nur auf die Anschaffungskosten geschaut.

von Siemensianer - am 05.02.2015 23:33
Zitat
Cargonaut
Zitat
domos
Gruß, domos
(dem die Polemik mancher Beiträge hier ganz schön auf den Keks geht. Wer etwas ändern will, ist herzlich eingeladen, sich weiterzubilden und was gegen "das System" zu unternehmen. Egal ob in der Politik oder im Management der Eisenbahnunternehmen.)


Werter domos,

das klingt alles ziemlich einfach. Hat man aber Familie mit zwei Kindern, dann schaut das nicht mehr so einfach aus mit Zeit und Kraft. aber das lernst Du auch noch, wenn es bei dir soweit sein sollte. Nichts für ungut.

Ohmei! :o Hab ich denn gesagt, dass ich vorhabe, das ganze System umzukrempeln? ;-) Da hätte ich nicht gleich zur Bahn gehen sollen, sondern zur Verkehrspolitik, die mir vielleicht auch zu schnell graue Haare kosten würde.

Zitat

Und wie schon geschrieben, solange man sich so die Taschen voll lügt, wie bei Regio MF 2006 erfahren, wird sich nichts ändern. Jungspunte, die mit der Tochter des Betriebsratsvorsitzenden in die Kiste gehen, werden Gruppenleiter. Als Tf aus dem 1000Tf-Programm, mit kaum mehr als 5 Jahren Berufserfahrung. Und da haben sich genug auf den Posten beworben, die weitaus qualifizierter waren. Bei Regio MF wird eine Frau Chefin, die der Meinung ist, dass man keine Loks mehr bräuchte, sondern zwei Steuerwagen (an jedem ende einer) genügen würde. Alle Tf-freundlichen Gruppenleiter wurden einer nach dem anderen in NNR abgesägt und durch Linientreue ersetzt. In diese ganze Hirachie soll ich einbrechen und durch Weiterbildung meine Familie zeitlich vernachlässigen und mich körperlich an den Rand der Leistungsfähigkeit bringen?

Dort hättest Du immerhin ggf. die Chance, etwas zu ändern. Auch auf die Gefahr hin, abgesägt zu werden. Und so genau wollte ich die Nähkästchengeschichten aus Nürnberg gar nicht wissen. Wenn man die so hört, müsste man ja fast meinen, dass der Ausschreibungsgewinner gar nicht schlechter sein kann.
Ferner habe ich in punkto "ändern" ja nicht nur von unternehmensinternen Stellen gesprochen, mir ging es generell auch um höherrangige Stellen, sprich um die Politik. Denn die gibt nämlich in gewisser Weise auch den "Takt" an. Denn wenn Du ein Ende des Kampfsparens und der Ausschreibungen willst, musst Du eben die politischen Vorzeichen ändern. (Und nein: Damit meine ich nicht nur, das Kreuz am Wahlzettel anders zu setzen)

Zitat

NEIN DANKE!

Dann kannst Dir meiner Meinung nach auch Dein Gemecker sparen. Für mich wirkt Dein "Nein Danke" so, als sei es für Dich in Ordnung, mit dem Un-Konzept zu leben, anstatt (zu versuchen) etwas daran zu verändern. Freilich ist es einfacher, erstmal laut zu meckern. Und manchmal ist das nach Feierabend ja auch bitter nötig. Aber es sollte doch nicht Selbstzweck sein?

(und ja: ich komme auch nicht immer rosa-Munde-pfeifend aus der Arbeit ;-))


Gruß zurück!

von domos - am 05.02.2015 23:52
Zitat
Siemensianer
...
Guter Vergleich dazu sind die 440er der DB (von Agilis hört man noch nix, bin mal gespannt ob da noch was kommt oder die besser eingekauft haben), bei denen grad der Reihe nach die Motoren 2 Jahre vor der Revisionsfrist den Geist aufgeben. Da hat man auch nur auf die Anschaffungskosten geschaut.


Servus,

... oder die Vorgaben des Herstellers wurden nur als unverbindliche Empfehlung betrachtet und man meinte, irgendwo etwas einsparen zu können. Siehe die Brände diverser RegioShuttle mit ihren Turboladern, wo die Fahrzeughalter durch eine Allgemeinverfügung des EBA dazu aufgefordert mussten, die vom Hersteller vorgegebenen Wartungsfristen einzuhalten - das dürfte aus meiner Sicht die Spitze des Eisbergs sein.

von Martin Pfeifer - am 06.02.2015 07:12

auch die SZ berichtet...

Hallo,

ich habe mir - muss ich ehrlich gestehen - die ganze Diskussionskette noch nicht durchlesen können,
aber ich habe zwei Artikel in der Süddeutschen (vom Freitag und heute denke ich) gefunden, die ich nicht vorenthalten möchte:

[www.sueddeutsche.de]

[www.sueddeutsche.de]


Meine Meinung kurz dazu:

In Tobias Richter sehe ich einen sehr fähigen Mann für den Bahnbetrieb.
In Sache Tarifverträfe etc wäre etwas mehr Offenheit und Transparenz generell gut!

Ich bin gespannt, was wird.

Viele Grüße,
Johannes

von derSchlömener - am 10.02.2015 08:43
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