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Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
403, Bahnwärter1848, Fahrdienstleiter.., Der Ex-Wiesauer, 628 245-2, 223 061, JimKnopff, domos

Trapeztafel als 2. Einfahrsignal?

Startbeitrag von Bahnwärter1848 am 15.02.2015 18:42

Ich war heute in Marktschorgast und wunderte mich: auf Höhe des Einfahrsignals steht am linken (Tal-)Gleis - links davon - eine ganz normale Trapeztafel, wie man sie sonst eher von Nebenbahnen kennt.

Wer kennt den Sinn dieses Signals? Da müßte man doch theoretisch auf dem falschen Gleis auf Signal bergwärts fahren können?

Antworten:

Siehe hier:

[20370.foren.mysnip.de]

Gruß 223 061

von 223 061 - am 15.02.2015 19:03

Re: Trapeztafel als 2. Einfahrsignal!

Servus Bahnwärter!

Das ist mittlerweile ganz planmäßig.

Frührer wurde im Befehl bei fehlendem Signal am Gegengleis "Fährt auf Gegengleis von ... bis ... . Hält in Höhe des Esig ... des Bahnhofs .... " geschrieben (vereinfacht!). Um die Stelle deutlicher zu kennzeichnen, rüstet man die Stellen, wo kein "Falschfahr-Ls" oder niedriges Lichthauptsignal am Gegengleis mit der Trapeztafel aus. Sie hat zusätzlich eine Kilometer-Tafel am Mast, die auch im Befehl genannt ist. Dabei kann die Trapeztafel nicht unmittelbar in Höhe des Einfahrsignals liegen, sonder ein paar Meter davor oder dahinter (örtliche Verhältnisse). Dazu ist im Bremswegabstand davor eine Ne 2 (Vorsignaltafel) mit einem ständig wirksamen 1000 Hz-Magent aufgestellt. Etwa 250m vor der Trapeztafel folgt dann ein ständig wirksamer 500 Hz-Magnet. Die Trapeztafel selber ist mit einem ständig wirksamen 2000 Hz-Magnet ausgerüstet. Dies alles gilt natürlich nicht, wenn die Strecke mit Fahren auf dem Gegengleis mit Hauptsignalen und Zs 6 ausgeüstet ist. Sollte der Streckenabschnitt nicht wie vorstehend ausgeführt ausgerüstet sein, gilt Tempo 50 wegen fehlender PZB.

Ich hoffe, geholfen zu haben :-)

Schönen Gruß
Gabriel

von JimKnopff - am 15.02.2015 19:04
Besten Dank an den Knopffens Jim und die (den) 223! Das klingt schon mal nach weitreichender Aufklärung.
Sollte ich mal wieder bergwärts fahren: da müsste dann auch links eine Vorsignaltafel stehen?
Und doch noch mal dumm gefragt: man kann bei diesen Signalisierungen "relativ einfach" links fahren?
Wenn mal wieder eine P 8 bergwärts stundenlang braucht, lässt man den Regelverkehr auf dem anderen Gleis vorbei?

An der Trapeztafel steht übrigens - wie von den Forumskollegen genannt - die exakte Kilometrierung als Zusatztafel.

von Bahnwärter1848 - am 15.02.2015 20:01

Re: Trapeztafel als 2. Einfahrsignal!

Dazu ist noch zu bemerken: man könnte in Neuenmarkt-Wirsberg Richtung Schiefe Ebene - Marktschorgast zwar technisch ohne Weiteres ein Zs 8 stellen - es ist aber verboten, weil es in Marktschorgast kein Einfahrsignal am Gegengleis gibt.

Gruß
Jan

von 628 245-2 - am 15.02.2015 20:05

Re: Trapeztafel als 2. Einfahrsignal!

Zitat
628 245-2
Dazu ist noch zu bemerken: man könnte in Neuenmarkt-Wirsberg Richtung Schiefe Ebene - Marktschorgast zwar technisch ohne Weiteres ein Zs 8 stellen - es ist aber verboten, weil es in Marktschorgast kein Einfahrsignal am Gegengleis gibt.


Zs 8 wird neu ohnehin nicht mehr verbaut. Aber "ohne Weiteres" sieht anders aus ;-)

von domos - am 15.02.2015 20:54

Re: Trapeztafel als 2. Einfahrsignal!

Zitat
JimKnopff
Sollte der Streckenabschnitt nicht wie vorstehend ausgeführt ausgerüstet sein, gilt Tempo 50 wegen fehlender PZB.


Bislang waren das doch 70 km/h die dann vom Fdl im Befehl angeordnet wurden?! Oder hat man das nun doch weiter reduziert?

von 403 - am 16.02.2015 03:25

Re: Trapeztafel als 2. Einfahrsignal!

Bei Fahrten ohne bzw mit gestörter PZB (ganz gleich ob gestörte Fahrzeugeinrichtung oder fehlende bzw. gestörte Streckeneinrichtung) gelten "neuerdings" (ist jetzt auch schon etwas her) 50 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Bekanntgegeben wird das ganze bei gestörter Streckeneinrichtung über Befehl 9 mit dem Grund Nr. 34 (PZB Streckeneinrichtung gestört) bzw. bei der fehlenden Streckeneinrichtung durch die Höchstgeschwindigkeit von 50km/h im Fahrplan

Schöne grüße, Christian

PS. :

Hintergrund der Trapeztafel am Gegengleis ist die bessere Erkennbarkeit der im Befehl beschriebenen Stelle, wo auf dem Gegengleis in Höhe des Einfahrsignals zu halten ist. Beispielsweise kann die Sicht auf das Esig durch einen Bauzug verdeckt sein, oder wie in Nürnberg Rbf kann das Regelgleis ein ganzes Stück vom Gegengleis entfernt sein.

von Der Ex-Wiesauer - am 16.02.2015 06:58

Re: Trapeztafel als 2. Einfahrsignal!

Beim Fahren auf dem Gegengleis per Befehl ist die PZB-Streckeneinrichtung aber nicht per se gestört oder gar nicht vorhanden, sondern nur in Form eines 500-Hz-Magneten vorhanden.
Die Höchstgeschwindigkeit von nur 50 km/h bei gestörter PZB wurde Bereits im Sommer 2012 eingeführt, die Begrenzung auf 70 km/h bei Fahrten auf dem Gegengleis bei ausschließlich vorhandenem 500-Hz-Magneten kam erst im August 2013, zuvor wurde da noch 100 km/h gefahren.

In NNR A (aus Richtung NNLW) stand bzw. steht ja eine Tafel mit der Aufschrift "Bahnhofsgrenze" die in der La auch nochmal genannt wird, sofern dort wieder geplante Gegengleisfahrten stattfinden.
Offiziell (laut Weisung) dient die Trapeztafel auch zur Kennzeichnung des Standortes des nun existierenden ständig wirksamen 2000-Hz-Gleismagneten.
Mit Ne 2 (+1000 Hz), 500 Hz und Ne 1 (+2000 Hz) existiert nun auf dem Gegengleis eine vollständige PZB-Sicherung, daher kann auch wieder 100 km/h gefahren werden.

von 403 - am 16.02.2015 08:31

Re: Trapeztafel als 2. Einfahrsignal!

Zitat
403
Bislang waren das doch 70 km/h die dann vom Fdl im Befehl angeordnet wurden?! Oder hat man das nun doch weiter reduziert?


Eine Änderung ist mir nicht bekannt. Die Frage warum gerade 70 km/h konnte bis jetzt niemand beantworten... :D

Grüße

von Fahrdienstleiter.. - am 16.02.2015 10:13
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