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Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
223 061, Neuenmarkt, Martin Pfeifer, 219 006, thetrain, Pendler_NKU, Eisenbahner1

Unfall Rödental heute, Schranken waren nicht geschlossen !!

Startbeitrag von Neuenmarkt am 02.03.2015 17:49

Unfall an Bahnübergang Strecke bei Rödental wieder frei

Nach einem Unfall an einem beschrankten Bahnübergang in Rödental (Lkr. Coburg) fahren die Züge zwischen Rödental und Neustadt bei Coburg wieder. Die Strecke wurde gesperrt, nachdem ein Auto mit einem Zug kollidiert war.

Stand: 02.03.2015


Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren die Schranken an dem Bahnübergang in der Einberger Straße nicht nach unten gegangen. So war eine 23-jährige Autofahrerin gegen 7.30 Uhr mit ihrem Fahrzeug auf die Gleise gefahren als ein Zug aus Richtung Cobrug kommend durchfuhr. Ihr Wagen stieß mit dem Regionalzug zusammen.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrzeug zur Seite geschleudert und blieb neben dem Bahnübergang liegen. Die Fahrerin aus dem Landkreis Hassberge wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Ein 45-jähriger Bahnmitarbeiter erlitt einen Schock. Wie die Polizei mitteilte, ist die Ursache dafür, dass die Schranken nicht geschlossen waren, noch unklar. Noch dauern die Ermittlungen zur genauen Unfallursache sowie den Sachschäden an.
Strecke musste gesperrt werden

Der Zug konnte wegen des Zusammenstoßes nicht mehr weiterfahren. Die rund 130 Fahrgäste mussten aussteigen und wurden mit Bussen weitertransportiert. Der Streckenabschnitt Rödental – Neustadt bei Coburg warfür etwa zweieinhalb Stunden komplett gesperrt, es kam zu Zugausfällen. Wie die Bahn mitteilte, wurde der reguläre Bahnverkehr zwichen Rödental und Neustadt bei Coburg gegen 10.00 Uhr wieder aufgenommen.
Kontext

Antworten:

Riesiges Glück dass da nicht mehr passiert ist...

von Pendler_NKU - am 02.03.2015 18:18
Zitat
Pendler_NKU
Riesiges Glück dass da nicht mehr passiert ist...


Ist denn der Zug wirklich mit unverminderter Geschwindigkeit gefahren? Oder war es nicht eher so, daß der Zug vor dem Bü anhielt und ihn dann mit Schrittgeschwindigkeit passierte? So wie bei gestörten Bü üblicherweise verfahren wird? Selbst dann kann ja der Aufprall noch eine gewisse Wucht haben?

Falls dem nicht so war, dann muss man das als extrem kritischen Vorfall einstufen, was das EBA dann sicher auch tun würde.

Gruß 223 061

von 223 061 - am 02.03.2015 19:51

Müsste wärterbedienter BÜ sein o.w.T.

Nix

von Neuenmarkt - am 02.03.2015 20:09
Hallo,

der Bahnübergang wird vom Stellwerk per Handkurbel geschlossen. Die Bahnübergänge in Rödental sind fahrdienstleiterüberwacht und nicht signalgebunden. Also, Zugfahrten mit offnen Schranken möglich. Auch die Bahnübergänge in Ebersdorf b Coburg sind der gleiche Typ.
Aber im Zuge des Ausbau der ICE Strecke (Einschleifung bei Dörfles) soll Rödental umgebaut werden. Datum unbekannt


gruß peter

von thetrain - am 03.03.2015 09:25

Stand der Technik

Zitat
thetrain
...
der Bahnübergang wird vom Stellwerk per Handkurbel geschlossen. Die Bahnübergänge in Rödental sind fahrdienstleiterüberwacht und nicht signalgebunden. Also, Zugfahrten mit offnen Schranken möglich.



Danke für die Infos. Dann hat sich meine obige Frage natürlich erledigt. Vielleicht mal ein Anlaß für das EBA, darüber nachzudenken, ob man die generelle Umrüstung solcher Anlagen fordern sollte. Ein Bü ohne jede technische Abhängigkeit bzw. Überwachung kann aus meiner Sicht ebensowenig als zeitgemäße Sicherungstechnik im 21. Jahrhundert gelten wie eine Fahrwegprüfung durch Augenschein, wie es sie auch in größeren Bahnhöfen durchaus noch häufiger gibt.

Dies wäre m.E. ein wesentlich wichtigeres Betätigungsfeld, um die Eisenbahn wirklich sicherer zu machen, als auch noch die letzten Zentimeter zwischen Bahnsteig und Waggon mit einem unzuverlässigen Schiebetritt zu sichern.

Es muß ja nicht immer gleich ein sündhaft teures ESTW sein. Selbst mechanische Stellwerke hätten sich mit Relaistechnik, Lichtsignalen und Achszählern durchaus nachträglich aufrüsten lassen, was es meines Wissen jedoch nur extrem selten gab. Es wurde m.E. die ganze Zeit über versäumt, hierfür mal eine standardisierte Lösung zu schaffen, die finanzierbar ist.

Gruß 223 061

von 223 061 - am 03.03.2015 18:27

Re: Stand der Technik

Zitat
223 061

Danke für die Infos. Dann hat sich meine obige Frage natürlich erledigt. Vielleicht mal ein Anlaß für das EBA, darüber nachzudenken, ob man die generelle Umrüstung solcher Anlagen fordern sollte. Ein Bü ohne jede technische Abhängigkeit bzw. Überwachung kann aus meiner Sicht ebensowenig als zeitgemäße Sicherungstechnik im 21. Jahrhundert gelten wie eine Fahrwegprüfung durch Augenschein, wie es sie auch in größeren Bahnhöfen durchaus noch häufiger gibt.


Gruß 223 061


So eine meinung hätte ich von Jemanden hier aus dem Forum nicht Erwartet. Willst Du jetzt alle Fahrwege inc. Profilfreiheit von technik überwachen lassen? Geht gar nicht. Technik kann versagen (Genau wie der Mensch). Und darum ist der Blick mit den eigenen Augen immer noch wichtig. Erst Recht bei Störungen. Wenn mir das größte und tollste ESTW nicht genau Anzeigt, wie die Weiche steht, oder der Fahrweg frei ist, muß einer Hingucken. Entweder der Lokführer durch Bf. 9, oder halt ein entsprechender Berechtigter vor Ort prüft und entsprechende Maßnahmen ergreift. Also auch: Guckst Du macht.

von Eisenbahner1 - am 04.03.2015 19:53

Re: Stand der Technik

Zitat
Eisenbahner1
Zitat
223 061

Danke für die Infos. Dann hat sich meine obige Frage natürlich erledigt. Vielleicht mal ein Anlaß für das EBA, darüber nachzudenken, ob man die generelle Umrüstung solcher Anlagen fordern sollte. Ein Bü ohne jede technische Abhängigkeit bzw. Überwachung kann aus meiner Sicht ebensowenig als zeitgemäße Sicherungstechnik im 21. Jahrhundert gelten wie eine Fahrwegprüfung durch Augenschein, wie es sie auch in größeren Bahnhöfen durchaus noch häufiger gibt.


So eine meinung hätte ich von Jemanden hier aus dem Forum nicht Erwartet. Willst Du jetzt alle Fahrwege inc. Profilfreiheit von Technik überwachen lassen? Geht gar nicht. Technik kann versagen (Genau wie der Mensch). Und darum ist der Blick mit den eigenen Augen immer noch wichtig. Erst Recht bei Störungen.




Gemeint ist natürlich der Regelfall der Fahrwegprüfung, nicht der Störungsfall. Und außerdem will ich den Mensch nicht ersetzen, sondern nur unterstützen - ich bin ja kein Betriebswirtschaftler. Achszähler gelten heutzutage als sehr zuverlässig, zumal diese sich auch gegenseitig kontrollieren, die Fehlerwahrscheinlichkeit ist hier heutzutage deutlich geringer als bei einer visuellen Fahrwegprüfung durch den Menschen. Auch kleine ältere elektromechanische und sogar mechanische Stellwerke hätten sich m.E. schon lange durch Aufsetzen von Relaiskomponenten damit nachrüsten lassen, wenn man entsprechend standardisierte Lösungen entwickelt hätte. Dazu braucht es kein ESTW.


Gruß 223 061

von 223 061 - am 04.03.2015 20:22

Verwunderung

Mich wundert es schon, dass hier noch nicht die Schrankenabhängigkeit nachgerüstet wurde.
Am thüringer Teil der Werrabahn wurde bei mehreren mech. Stellwerken die Schrankenabhängigkeit nachgerüstet (Themar, Oberrohn), in Walldorf und Wernshausen wurde sogar das mech. Stellwerk mit Achszählern zur Fahrwegprüfung ausgerüstet (dabei wurde aber auch je ein Stellwerk stillgelegt).
Das Stellwerk Rödental dürfte von Baujahr und Technik vergleichbar sein.

Grüße!

von 219 006 - am 04.03.2015 22:18

Re: Verwunderung

Zitat
219 006
Mich wundert es schon, dass hier noch nicht die Schrankenabhängigkeit nachgerüstet wurde.
Am thüringer Teil der Werrabahn wurde bei mehreren mech. Stellwerken die Schrankenabhängigkeit nachgerüstet (Themar, Oberrohn), in Walldorf und Wernshausen wurde sogar das mech. Stellwerk mit Achszählern zur Fahrwegprüfung ausgerüstet (dabei wurde aber auch je ein Stellwerk stillgelegt).
Das Stellwerk Rödental dürfte von Baujahr und Technik vergleichbar sein.

Grüße!


Servus,

das in Rödental keine Abhängigkeit zwischen Signal und Schranke nachgerüstet wurde, wohl aber in vielen Stellwerken im Bereich der Reichsbahn, ist (leider) historisch bedingt. Im Osten hat es 1967 einmal richtig gekracht, Langenweddingen 1967. LKW mit Benzin gegen Zug, der bei geöffneter Schranke und Fahrt zeigenden Einfahrsignal keine Chance mehr hatte. Damals hat man im Osten durchgegriffen. Praktisch alle Anlagen im Bereich der Bahnhöfe wurden signalabhängig (über Schlüssel, soweit noch mit Kurbel bedient). Die Schrankenposten der freien Strecke wurden über Läutesignal zum Schließen der Schranken aufgefordert und mussten dem Fdl vor der Abgabe der Zugmeldung das erfolgte Schließen der Schranken bestätigen. Das erhöht allerdings die Wartezeit der Autofahrer erheblich, deshalb war dieses Verfahren im Westen wohl nicht darstellbar. Hier bekamen die Schrankenwärter - so sie nicht gleich durch Automatisierung überflüssig wurden - höchstens einen Anrückmelder. Der erinnert die Wärter durch einen Wecker an einen kommenden Zug.

In den Bahnhöfen wurde die Signalabhängigkeit meines Wissens nach nur bei größeren Umbauten nachgerüstet, ansonsten gilt da gnadenlos der Bestandsschutz.

Wenn in Wernshausen und Walldorf das Weichenwärter-Stellwerk wegrationalisiert wurde ist der Einbau von Achszählern (oder Gleisstromkreisen) zur Freimeldung für beide Köpfe heute obligatorisch. Im Bereich des wegfallenden Stellwerkes wird das eh gebraucht, weil dieser in aller Regel vom verbleibenden Stellwerk aus nicht einsehbar ist.

von Martin Pfeifer - am 08.03.2015 17:09
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