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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
RolloTomasi, Wolfgang Kraus, ET-423, Joachim Piephans, extirschenreuther, Falkensteiner Bockerl, K. R.

KBS 876 Cham-Waldmünchen

Startbeitrag von RolloTomasi am 21.04.2015 06:08

Hallo, Leute,

2 Fragen dazu:

a.) Gleisanschluss Fa. Grupor GmbH (Fa. Kunststoffwerke Katzbach GmbH)

Weiß jemand, ob dieser Gleisanschluss noch aktiv ist und genutzt wird? Die Firma selbst gibt mir keine Auskunft, was sie natürlich auch nicht muss.

b.) Güterverkehr

Abends zwischen 21 Uhr und 23 Uhr kann man fast täglich mächtigen Diesellok-Sound an der Strecke hören. Wohne als Neuling hier erst seit ein paar Wochen in der Nähe eines Bahnübergangs in Katzbach.

Wahrscheinlich handelt es sich hier um den Abtransport von Müll von der ASt Cham Müll (Müllverladestation in Wackerling) nach Schwandorf.

Sonst gibt es auf dieser Strecke scheinbar keinen Güterverkehr mehr.

Frage:
Könnte auf dieser Strecke jederzeit wieder ein Güterverkehr aufgenommen werden, oder müsste dazu erst das Gleisbett entsprechend verstärkt werden?

Anders formuliert:
Ist der Grund für den eingestellten Güterverkehr, dass es dafür einfach keine Nachfrage mehr gibt, oder wäre die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur für den Betreiber unrentabel?

Antworten:

Hallo,

ich komme aus der Gegend. Und es ist tatsächlich so, wie du schreibst. Die eine Zugfahrt im Güterverkehr, die da fährt, ist tatsächlich die Bedienung der Anst. Der Grupor-Anschluss wird schon lange nicht mehr bedient.

Außerdem ist es so, dass aufgrund des Personenverkehrs tagsüber sowieso kein Gv möglich ist und außerdem auf dieser Strecke gar kein Bedarf danach besteht.

von ET-423 - am 21.04.2015 14:05
Hallo,

weißt Du ungefähr, seit wann die Fa. Grupor diesen Gleisanschluss nicht mehr nutzt und kennst du zufällig die Gründe?

Rein technisch wäre es wahrscheinlich noch möglich, es sei denn, die Anlagen sind derart verrottet, dass sie nicht mehr nutzbar sind, z. B. kaputte Weichen, aber es wird entweder für die Firma oder für den Betreiber unrentabel sein.

Du schreibst, dass auf der Strecke wegen des Personenverkehrs gar kein Güterverkehr fahren könnte. Das leuchtet mir nicht ganz ein, denn auf anderen Strecken, z. B. Schwandorf-Furth i. W. gibt es ja auch regen Güterverkehr und trotzdem fahren Personenzüge.

Allerdings leuchtet mir schon ein, dass auf der Strecke Cham-Waldmünchen keine Nachfrage nach Güterverkehr auf der Schiene besteht. Durch wen auch???

Aber angenommen ein Auftraggeber (z. B. eine große Fabrik) aus Waldmünchen bräuchte ein paar Kesselwagen mit Heizöl oder Diesel und wäre mit den Konditionen des Betreibers einverstanden, könnte sich dann aus deiner Sicht ohne weiteres sagen wir eine Ludmilla mit ein paar 4-achsigen vollgetankten Kesselwagen von Cham aus auf den Weg nach Waldmünchen machen oder ginge das nicht einfach so?

Gruß, Rollo

von RolloTomasi - am 21.04.2015 16:46
Hallo,

das Problem ist, wie so oft bei der Bahn, dass sich nur ein Zug in einem Zugfolgeabschnitt (Cham-Waldmünchen) befinden kann (außer Sperrfahrt). Und der Personenverkehr beansprucht die Strecke so "stark", dass nur der Personenverkehr durchgeführt werden kann. Die Belastbarkeit des Oberbaus dürfte aber einen Gz standhalten.

Zu Grupor:
Das dürfte mindestens schon 10 Jahre her sein, aber genau kann ich es dir nicht sagen. Die Weichen des Grupor-Anschlusses sind derart verrostet, dass man die wahrscheinlich nicht mal mehr umstellen kann.

von ET-423 - am 21.04.2015 17:03
Guten Abend Rollo,

ich komme auch aus der Gegend und kann dir deine Fragen vll beantworten:

Awanst Katzbach:
Die Firma stellt Kunststoffteile etc., überwiegend für die Automobilindustrie her. Früher wurden oft Gbs oder Hbins beladen. Heute ist auf grund der "Just-in-time"philosopien der Automobilhersteller dies mit der Bahn nur schwer machbar bzw mit enormen Kosten verbunden. Eine Anlieferung, z. b. von dem Platsikgranulat ist nicht möglich, da sich die Lagerbehälter auf der anderen Seite des Geländes befinden. Ansonsten ist der Gleisanschluss eig. intakt und befahrbar.

Güterverkehr nach Waldmünchen (Woidmicha):
Also es gibt noch den Müllzug, welcher Abends verkehrt und dann wars das aber auch schon. Eine Bedienung der Strecke nach Waldmünchen ist tagsüber nicht möglich, da diese als sog. Stichstrecke betrieben wird, d. h. es darf sich auf der gesamten Strecke immer nur ein Zug befinden. Deshalb wird eben nachts in einer Taktlücke bedient. Furth im Wald - Cham - Schwandorf ist eine Hauptbahn mit Bahnhöfen und eben (Strecken)Block, hier kann eben auch mehr fahren.
Nach Bad Kötzting runter gib es eben den Zugleit(d)betrieb, auch mit eienr technischen Untersutzützung (art Vorreiter des TUZ). Auch hier könnten mehrere Züge fahren, wobei es eben hier an den Kreuzungsbahnhöfen scheitern wird.

Wenn die Strecke nach Waldmünchen eben im Zugleitbetrieb (dann aber eben TuZ wegen PV) betrieben werden würde und es organisatorisch anders geregelt wird (z. B. Verlassenmeldungen etc), dann könnte die Strecke auch in mehrere "Blöcke" aufgeteilt werden und mehrere Züge fahren. Wegen der Kosten wird dies aber ehr nicht kommen nehm ich mal an.

Auf dein Beispiel von Oben:
Ludmilla: Ne wegen der Streckenklasse, aber andere Loks bestimmt.
Nach Waldmünchen ginge, aber Waldmünchen ist kein Bf oder ähnliches mehr. Wenn dann müsste man eben mit Befehl und fahren auf Sicht usw da hoch fahren (weil ja dann nun 2 Züge in dem "einem Block" - der Stichstrecke sind), was auch nur nachts ginge, wenn der VT in Waldmünchen abgestellt ist. Fahren auch Sicht nachts ist aber Rotze.
Dann würdest du eben ab sagen wir mal 20:20 (ankunft letzter Zug in Waldmünchen) von Cham weg kommen (wenn nicht der Müll fährt). Fährst auf Sicht (also max. 15 km/h wenns nach der DB-Weisung geht und ne schöne Nacht ist) nach Waldmünchen (dauert mind. ne Std). Dann wärst so um 21:30 da. Dann kannst ausladen bis um 4:00 Uhr. Da eben Waldmünchen kein Bf mehr ist, kannst du nicht umfahren, musst also geschoben zurück fahren (wobei das auch wieder auf Sicht fahren wäre und somit eh scheissegal). Musst dann um ca. 5:10 in Cham sein, da ja um 5:13 die erste OPB wieder von Waldmünchen Personen nach Cham fahren will :-) Gehen tut also alles, nur zu welchen kosten.
Anmerkung: Bei Gefahrgut ist ein einfaches Umladen von der Schiene auf die Straße NICHT mgl. Es müssen Maßnahmen zum Schutze des Gewässers/Boden (Auffangwanne) getroffen werden, evtl. EX-Schutz (wenns um Gase geht); uvm. Also Heizöl kannste eig vergessen. Noch ehr fahrst da BayWa 10 Düngerwagen hoch, welche mit Förderband entladen werden.

gruß K. R.

von K. R. - am 21.04.2015 17:15
Servus,

leider ist der Bahnhof in Waldmünchen dermaßen zurückgebaut, dass kein Güterverkehr nach Waldmünchen mehr möglich ist.
Der Landhandel Haßfurter und möglicher Weise auch die Feuerlöscherfabrik Bavaria wären noch mögliche Kunden. Am einfachsten wäre es gewesen mit einem Ne 81 der Regentalbahn zu fahren (einer davon, glaube der VT 02, hatte ursprünglich Funkfernsteuerung) und die Güterwagen einfach anzuhängen. Wäre, wäre, wäre, … aber vernünftigen Konzepten stehen eben Privatisierung, Mora und natürlich auch der schnelle Profit durch den Verkauf der Grundstücke entgegen.

Viele Grüße aus Waldmünchen

Wolfgang

von Wolfgang Kraus - am 21.04.2015 18:49
Zitat
Wolfgang Kraus
Servus,

leider ist der Bahnhof in Waldmünchen dermaßen zurückgebaut, dass kein Güterverkehr nach Waldmünchen mehr möglich ist.

Viele Grüße aus Waldmünchen

Wolfgang


Zurückgebaut im wahrsten Sinne des Wortes.
Anstatt den Bahnsteig ortsnäher zu verlegen, wie z.B. im Lam, wurde der Bahnsteig einige hundert Meter weiter vom Ort weg verlegt.
Das alte Bahnhofsgebäude steht nun zum Verkauf und verfällt.
Aber auf dem ehemaligen Bahngelände hat man ja nun ein Einkaufszentrum.......

von Falkensteiner Bockerl - am 22.04.2015 15:58
Falls du mal ne urige Nebenstrecke suchst kann ich dir ein paar Kilometer weiter östlich die von Domazlice nach Tachov empfehlen, da gibts tatsaechlich noch Minibahnhoefe mit Güterverkehr, meistens Holz. Die Gleise der Strecke stammen noch aus der Zeit von Kaiser Franz, hab mal auf einer Schiene das Praegejahr 1907 gelesen. Bin die mal gefahren, lustig und landschaftlich sehr schoen.
Extirschenreuther

von extirschenreuther - am 22.04.2015 18:53
Moin,

klar, das Beispiel mit der Ludmilla war ein Krampf. Ist ja ein Monstrum und um ein paar Kesselwagen zu ziehen, fehl am Platz.

Es gibt also doch unterschiedliche Streckenklassen. Hatte dies nur vermutet. Bin selbst nicht vom Fach, nur interessierter Laie :-). Man kann also nicht mit jedem Zug auch jede Strecke befahren.

Abstellgleise Cham-Waldmünchen

Gibt es denn auf den einzelnen Haltestellen bis Waldmünchen überhaupt keine Abstellgleise mehr? Wahrscheinlich gab es die mal, wurden aber entfernt. Dass es am Bf Waldmünchen mal einige Gleise mehr gab, ist mir klar. Es gab ja früher auch Güterverkehr, es wurde rangiert und abgestellt. Aber eben nur am Bf in Waldmünchen. Für andere Haltestellen galt das scheinbar auch früher nicht, oder?

Mülltransporte:

Die fahren ja nur zwischen Cham und Wackerling, also nur wenige Km. Man kann streng genommen eigentlich gar nicht davon sprechen, dass auf der Strecke Waldmünchen-Cham nur noch Mülltransporte fahren, obwohl es formell stimmt.

Fa. Grupor:

Weißt Du vielleicht noch ungefähr, wie lange der Gleisanschluss aktiv war, seit wann es ihn gab und in welchem Umfang der genutzt wurde?
Wie Du schreibst, wurden wohl hauptsächlich fertige Teile abtransportiert. Angeliefert wurde scheinbar eher weniger bis gar nichts.

Die Fa. Grupor dürfte in Cham und Umgebung die einzige Firma mit Gleisanschluss sein, oder. Mir fällt auf die schnelle jedenfalls keine zweite ein.

Rollo

von RolloTomasi - am 23.04.2015 06:39
Servus,

Ladegleise hatten die Stationen Waffenbrunn (Lagerhaus), Balbersdorf, Geigant, Zillendorf (+Anschlußgleis Sägewerk) und natürlich Waldmünchen.

Zur Müllverladestation nach Wackerling fuhren:
Köf III, V60, 211, 217, 218, 23X und derzeit V90

Viele Grüße aus Waldmünchen

Wolfgang

von Wolfgang Kraus - am 24.04.2015 09:05
Hallo,

danke erstmal.

Kenne die Stationen nach Waldmünchen nicht. War bisher noch nicht vor Ort. Will aber bald mal mit dem Zug von Cham nach Waldmünchen fahren, um die Strecke mal zu befahren. In Lam war ich schon ein paar mal mit der Bahn, in Waldmünchen bisher noch nie.

Die Ladegleise werden wahrscheinlich abgebaut worden sein oder liegen sie noch und werden einfach nicht mehr benutzt?

Erfahrungsgemäß werden solche Gleise meist beseitigt, wenn man sie nicht mehr braucht. Warum eigentlich? Es würde doch nix kosten, die einfach liegen zu lassen.

Thema Gleisanschluss:

Kennst Du Firmen in Cham oder Roding oder sonst in der Umgebung, die heute noch Gleisanschluss haben und den noch nutzen? Ich glaube nicht, oder?

Gruß, Rollo

von RolloTomasi - am 24.04.2015 20:17

Gleisanschlüsse etc. um Cham - (fast) alles vorbei

Zitat
RolloTomasi
Firmen in Cham oder Roding oder sonst in der Umgebung, die heute noch Gleisanschluss haben und den noch nutzen?


Da ist nichts mehr auf weiter Flur. Nebengleise in Roding abgebaut; dito Nebengleis mit Kartoffellagerhaus in Pösing abgebaut; Gleisanschluß zum Sägewerk Gmach in Pösing nie gebaut; Anschlüsse in Cham (BayWa etc.) abgebaut bzw. abgehängt; Gleißanschluß Sägewerk Arnschwang abgehängt/abgebaut; Gleisanschlüsse in Furth sowohl im Bahnhof als auch an der Strecke zur Grenze schon viele Jahre nicht mehr bedient.

Der Müll in Willmering ist wirklich das einzige, was noch geht.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 25.04.2015 14:46
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