Vor 10 Minuten stand auf Gleis 4 in Kulmbach Ludmilla mit Schotterzug in F.-Richtung Neuenmarkt (owt)

Startbeitrag von Pendler_NKU am 25.08.2015 10:11

.

Antworten:

... fährt über Bayreuth nach Kotza (Selb?) owt

nix

von NMBG - am 25.08.2015 12:37

Über Bayreuth nach Selb?....

... ist das nicht ein riesen Umweg? Warum nicht über Marktschorgast/Münchberg?

von Pendler_NKU - am 25.08.2015 15:13

Re: Über Bayreuth nach Selb?....

Da gibt es ein "steiles" Argument: Die Schiefe Ebene. Warum soll für rund 8 km extra eine Schiebelok organisiert werden, wenns doch hintenrum viel einfacher geht.
msg
Volker

von NMBG - am 25.08.2015 17:53

Re: Über Bayreuth nach Selb?....

Das ist natürlich ein Argument. Hab die Länge des Zuges auf die schnelle nicht begutachten können. Ab wann braucht man denn eine Schiebelok? Mal ganz banal gefragt auf einer Gewichtsskala von 1-10? Ist die Schiefe Ebene wirklich so steil dass sie jeden Güterverkehr fast unmöglich macht? Gab es nicht mal einen Containerzug Sonneberg-Hof in der Vergangenheit? Wurde da auch eine Schiebelok gebraucht?

Grüße!

von Pendler_NKU - am 25.08.2015 18:08

Anfahrgrenzlast und Mindestgeschwindigkeit beachten.

Die Frage der Schiebelok ergibt sich aus der Anfahrgrenzlast der Zuglok. Eine pauschale Aussage ab wann eine Schiebelok benötigt wird kann deshalb nicht gemacht werden.
Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, war die Grenzlast für eine 218 laut DV 941 im SG 380t und im LG 530t. Eine 44er hatte übrigens deutlich mehr, nämlich 590t. Eine 01 war mit 320t dabei. Die heute immer verwendeten 220t sind die für die im Buchfahrplan vorgegebenen Geschwindigkeiten vorgesehenen Grenzlasten.

Die Grenzlasttafel für eine Ludmilla liegt mir gerade nicht vor. Hier liegt das Problem eher bei der gefahrenen Mindestgeschwindigkeit. Ich kann mich eine Fahrt einer Taigatrommel mit einem Schwellenzug über die Schiefe Ebene erinnern, bei der die Lok nicht über Schrittgeschwindigkeit hinausgekommen ist. Bei einer vergleichbaren Zuglast war eine 218 fast doppelt so schnell gewesen. War auch wichtig, da sonst das Kraftübertragungsöl zu warm geworden wäre.

Vielleicht gibt es im NOBF einen E-Dieselexperten, der dies noch etwas genauer erklären kann.

von NMBG - am 26.08.2015 17:42

Re: Anfahrgrenzlast und Mindestgeschwindigkeit beachten.

... oder bildlich gesprochen: 7 beladene Vierachser a`80 t wären für die besagte 218 schon zu viel. Noch Fragen zum Thema "Schiefe Ebene und Güterzüge"?

Gruß
Jürgen

von NNE - am 26.08.2015 18:41

Re: Anfahrgrenzlast und Mindestgeschwindigkeit beachten.

Servus!

Zitat
NMBG
Die Grenzlasttafel für eine Ludmilla liegt mir gerade nicht vor. Hier liegt das Problem eher bei der gefahrenen Mindestgeschwindigkeit.


Das mit der dauerhaften Mindestgeschwindigkeit ist richtig, die liegt bei der 232 etwa bei 30 km/h. Sonst gibt's Probleme mit den Fahrmotoren, da der Fahrmotorstrom und die Belastung des Kollektors ebenfalls eine Rolle spielen. Aber auch die Kühlwasser- bzw. Motorölgrenztemperatur ist bei solchen dauerhaften Belastungen schnell erreicht.
Die Frage der Schiebelok ergibt sich daher einerseits aus der zu haltenden Geschwindigkeit und auch daraus, daß beim Anfahren in der Steigung die zulässige Zughakengrenzlast nicht überschritten wird - was z.B. bei einer Doppeltraktion leicht der Fall wäre.

Grüße, Russenfahrer

von Russenfahrer - am 26.08.2015 19:21

Re: Anfahrgrenzlast und Mindestgeschwindigkeit beachten.

Zitat
Russenfahrer
Servus!

Zitat
NMBG
Die Grenzlasttafel für eine Ludmilla liegt mir gerade nicht vor. Hier liegt das Problem eher bei der gefahrenen Mindestgeschwindigkeit.


Das mit der dauerhaften Mindestgeschwindigkeit ist richtig, die liegt bei der 232 etwa bei 30 km/h. Sonst gibt's Probleme mit den Fahrmotoren, da der Fahrmotorstrom und die Belastung des Kollektors ebenfalls eine Rolle spielen. Aber auch die Kühlwasser- bzw. Motorölgrenztemperatur ist bei solchen dauerhaften Belastungen schnell erreicht.
Die Frage der Schiebelok ergibt sich daher einerseits aus der zu haltenden Geschwindigkeit und auch daraus, daß beim Anfahren in der Steigung die zulässige Zughakengrenzlast nicht überschritten wird - was z.B. bei einer Doppeltraktion leicht der Fall wäre.

Grüße, Russenfahrer


Servus !

Aus den aktuellen Grenzlasttabellen von DB Netz (Ril 491.9201-9207) für den Streckenabschnitt Neuenmarkt-Marktschorgast:
218 SG 330 t, 218 LG 505 t, 225 LG 485 t, 232/233 605 t, ER20 650 t, Zughakengrenzlast in allen Fällen 1085 t.

Aber vielleicht erinnern sich die "Älteren" noch: während des Dammrutsches bei Holenbrunn (war das 1995 ?) wurden Güterzüge über Lichtenfels - Neuenmarkt umgeleitet und den Berg hoch gefahren. Meines Wissens bietet DB Netz dieses früher häufig angewendete Verfahren heute nicht mehr an (Stichwort freie Einfahrt/Durchfahrt usw muß sichergestellt sein, vielleicht wissen die Schenker Tf dazu mehr), aber damals durften die Güterzüge hinter Kulmbach nicht mehr zum Halten kommen, um den Schwung für die Bergfahrt auszunutzen. Bei einem nachmittäglichen Umleiter bekamen die 232 allerdings auch Vorspann durch eine 218 (nicht Schiebelok), war damals ein geiler Sound, TB10/11 und Russendiesel unter voller Leistung gemeinsam den Berg hoch ;-).

Gut N8 und Pfiats Eich
Oli

von 111227-5 - am 26.08.2015 21:23

Re: Über Bayreuth nach Selb?....

Servus,

Danke für die vielen interessanten Antworten, da spielt ja echt viel mit rein an das man als "Laie" gar nicht denkt. Also kann man im Prinzip sagen dass die meisten Güterzüge, wenn man nicht schon ab Kulmbach Schwung holen will, eine Schiebelok benötigen würden... Man muss ja leider sagen "würden" da es ja nicht wirklich Güterverkehr auf der KBS850 gibt ...

Mal reine Spekulation: Sollte sich, wider Erwarten, die Elektrifizierung Hochstadt-Marktzeuln -> Hof im Bundesverkehrswegeplan durchsetzen, wäre dann mit mehr Güterverkehr zu rechnen? Oder liegt es einfach daran dass die KBS850 rein Lagetechnisch für den GV keine relevante Strecke ist?

Viele Grüße!

von Pendler_NKU - am 27.08.2015 08:42
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