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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 2 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
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Neuenmarkt, Der Weißenburger, Schwandorfer, KROMHOUT

Emch+Berger Planung Warmensteinach von 2010

Startbeitrag von Neuenmarkt am 23.11.2015 15:33

Antworten:

ZM von heute: Radweg nach Warmensteinach von Bayreuth.

Am Ortseingang von Warmensteinach quert die alte Bahnstrecke von Weidenberg kommend die Staatsstraße. Hier wünschen sich viele einen Radweg, der dann von Bayreuth bis Warmensteinach durchgehen würde. Foto: Andreas Harbach
24.11.2015, 09:00 Uhr
Radweg: Aus Bayreuth ins Fichtelgebirge

Von Moritz Kircher

Weidenberg/Warmensteinach. Die Idee, die alte Bahntrasse zwischen Weidenberg und Warmensteinach zu einem Radweg umzubauen, gibt es, seit 1993. Seitdem fahren auf der Strecke keine Züge mehr. Seit Jahren tüftelt man im Weidenberger Rathaus auch schon an einem neuen Radweg Richtung Bayreuth. Beides scheint nun in greifbarer Nähe. Der ADFC Bayreuth kritisiert: Ein durchgängiger Weg von der Stadt ins Fichtelgebirge bringt immer noch nichts, wenn Warmensteinach eine Sackgasse für Freizeitradler ist.
Von Bayreuth nach Weidenberg

Wer derzeit mit dem Rad von Bayreuth nach Weidenberg fahren will, sollte entweder sportlich oder mutig sein. Für die Sportlichen geht es auf Feldwegen bergauf und bergab. Die Mutigen wagen sich in den Straßenverkehr auf der Staatsstraße. Seit mehr als zwei Jahren tüftelt der Weidenberger Gemeinderat an einem neuen Radweg, der weitgehend flach durchs Tal der Warmen Steinach führt. Ein einziger Grundstücksbesitzer zwischen Döhlau und Untersteinach wollte bislang nicht verkaufen.

Bislang. Denn Bürgermeister Hans Wittauer sagt: "Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab. Es gab sehr erfolgversprechende Gespräche." Sollte es eine Einigung zwischen Gemeinde und Grundstücksbesitzer geben, könnte es im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten für den neuen Radweg losgehen. Die Finanzierung steht, sagt Wittauer. Die Baukosten für den Radweg werde vollständig der Freistaat tragen.
Von Weidenberg nach Warmensteinach

Der Warmensteinacher Bürgermeister Axel Herrmann hat mittlerweile keine Hoffnung mehr, dass die Bahnstrecke bis in seinen Ort wieder in Betrieb geht. Was er immer noch für einen Fehler hält: "Die Zugverbindung ins Fichtelgebirge wäre für die ganze Region wichtig und förderlich", sagt er.

Für Gerhard Curth ist die Bahnstrecke noch nicht ganz vom Tisch. Der Geschäftsführer des Streckeninhabers Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) verweist auf die Ausschreibung der Bahnstrecke zwischen Weidenberg und Warmensteinach und sagt, dass sich "durchaus ein Bahnbetreiber bewerben könnte". Angesichts des geringen Fahrgastaufkommens und der hohen Investitionen, die dieser Betreiber leisten müsste, scheint das aber unwahrscheinlich.

Die Ausschreibung ist aber gesetzlich vorgeschrieben. Und Axel Herrmann glaubt, dass das nur noch eine Formalie auf dem Weg zum endgültigen Aus für die Bahnstrecke ist. "Wenn die Stilllegung wirklich abgeschlossen ist, wäre es das Schlimmste, die Trasse nutzlos brachliegen zu lassen", sagt er. Dann favorisiert auch er einen Radweg.
Mit der Deutschen Regionaleisenbahn gab es noch keine Gespräche

Auch beim Landratsamt geht niemand mehr davon aus, dass auf der Strecke je wieder ein Zug rollt. Sprecher Michael Benz nennt die Idee eines Radweges einen "guten Ansatz". Der Kreisausschuss befasse sich bereits mit dem Thema. Der Weidenberger Bürgermeister Hans Wittauer sagt über den Radweg: "Wir müssen zwingend etwas für die touristische Qualität im Fichtelgebirge tun."

Noch ist der Streckenabschnitt zwischen Weidenberg und Warmensteinach nur eine Idee. Sollte daraus ein Plan werden, muss den Radweg irgendjemand bezahlen. Da müsse noch mit der DRE verhandelt werden, sagt Wittauer. Denn zuerst müsse die Frage geklärt werden, ob der Eigentümer des Radweges die Trasse von der DRE pachtet oder kauft. "Mir wäre Eigentum am liebsten", sagt Wittauer.

Radwege auf nicht mehr befahrenen Bahntrassen gebe es in ganz Deutschland. Gerhard Curth gibt jedoch zu bedenken, dass es nur eine Zwischennutzung sei, wenn die Strecke nicht endgültig stillgelegt ist. Und damit habe man sich "noch nicht befasst", sagt der DRE-Geschäftsführer. Wird die Strecke nicht stillgelegt und es findet sich irgendwann ein neuer Bahnbetreiber, müsste der Radweg wieder weg.
Kritik vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC)

Thomas Neubauer vom ADFC Bayreuth sagt: "Wenn sich endgültig herausstellt, dass die Bahnlinie tot ist, dann sollte man einen Radweg auf die Trasse bauen." Aber: "Wenn der Radweg in Warmensteinach einfach aufhört, dann ist das eine Sackgasse." Am Ochsenkopf gebe es zwar ein gutes Angebot für Mountainbiker. "Es muss aber auch irgendeinen Rundkurs um den Ochsenkopf für Freizeitradler geben", sagt er.

Am besten einen, der durch alle umliegenden Gemeinden führt und nicht durch die Einsamkeit der Ringloipen. Dann könnten die Radfahrer einkehren und die Gastronomen profitieren. Auch eine Durchquerung des Fichtelgebirges auf dem Rad sollte einfacher werden - was weitere Investitionen in ein Radwegenetz notwendig machen würde.

Wichtig ist für Neubauer, dass der Lückenschluss zwischen Bayreuth und Weidenberg gelingt. "Es macht keinen Sinn, einen Binnenradweg zwischen Weidenberg und Warmensteinach zu konstruieren." Die Strecke, die derzeit nach Weidenberg führe, sei vom Höhenprofil her "eine Zumutung" und allenfalls von sportlichen Fahrern zu meistern

von Neuenmarkt - am 24.11.2015 08:48

Der ADFC ist ja der Brüller...

Hallo zusammen,

genial finde ich den Fahrradclub, der einen in Warmensteinach endenden Radweg als Sackgasse empfindet und eine steigungsreiche Fortführung fordert, andererseits aber die bisherige - steigungsreiche!!! - Strecke zwischen Bayreuth und Weidenberg als Zumutung empfindet.
Passt irgendwie nicht zusammen, oder?

Positiv empfinde ich hingegen, dass Herr Curth die Strecke noch nicht ganz abgeschrieben hat. Ob der Entfernung der Schienen und Schwellen vor ein paar Jahren als Vorbereitung zur Sanierung nun doch vielleicht die Sanierung selbst folgen wird?

Gruß
Der Weißenburger

von Der Weißenburger - am 24.11.2015 16:52

Re: Der ADFC ist ja der Brüller...

Hallo,
kennt jemand eine Strecke bei der ein Fahrradweg wieder rausgerupft wurde und dann eine erneut eine Bahnstrecke angelegt worden ist???
Der Brüller sind wohl eher die DRE und derartige Äußerungen ihres Geschäftsführers.
Das Entfernen der Schienen diente vermutlich tatsächlich einer Art von "Sanierung"...

Viele Grüße

von KROMHOUT - am 24.11.2015 20:01

Re: Der ADFC ist ja der Brüller...

Zitat

Positiv empfinde ich hingegen, dass Herr Curth die Strecke noch nicht ganz abgeschrieben hat. Ob der Entfernung der Schienen und Schwellen vor ein paar Jahren als Vorbereitung zur Sanierung nun doch vielleicht die Sanierung selbst folgen wird?


Ich wäre ja dafür, daß GJC mit seiner DRÜ die Strecke so an einen potentiellen anderen Betreiber übergeben muß, wie er sie seinerzeit übernommen hat - zwar auch betrieblich gesperrt aber immerhin mit Schienen und Schwellen...

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 25.11.2015 20:57

Re: Der ADFC ist ja der Brüller...

Zitat
Schwandorfer
Ich wäre ja dafür, daß GJC mit seiner DRÜ die Strecke so an einen potentiellen anderen Betreiber übergeben muß, wie er sie seinerzeit übernommen hat - zwar auch betrieblich gesperrt aber immerhin mit Schienen und Schwellen...


Das wird nicht passieren.
Auf dem Auge DRÜ scheint die Eisenbahnaufsicht in Bayern meiner Meinung nach leider komplett erblindet zu sein, wie auch die Strecke nach Kitzingen-Etwashausen als weiteres Beispiel zeigt.

Vielleicht wacht man aber eines Tages in Ansbach bzw. München auf und misst nicht mit zweierlei Maß...

Gruß
Der Weißenburger

von Der Weißenburger - am 25.11.2015 22:45
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