PM Frankenpost: Tschechien fordert schnelle Elektrifizierung der Strecke Schirnding-Nürnberg

Startbeitrag von Arzberger am 28.11.2015 18:15

PM vom 24.11.2015

-Tschechien baut die Bahn rasant aus-

Cheb/Eger - Die Tschechische Republik hat die Vorraussetzungen dafür geschaffen, dass von 2016 an durchgehende elektrische Züge von Prag über Pilsen und Eger nach Nürnberg fahren könnten, was die böhmische Seite dieser internationalen Bahnstrecke anbelangt. Der EU Nachbar hat wie 1995 mit Deutschland vereinbart die Strecke generalsaniert und die elektrischen Oberleitungen bis zum westlichen Stadtrand von Eger erneuert. Dass von 2016 an nach wie vor keine durchgehenden elektrischen Züge zwischen Nürnberg, Marktredwitz und Prag fahren können, liegt allein am Nichtstun auf der deutschen Seite, zwischen der Landesgrenze, Marktredwitz und Nürnberrg klafft nach wie vor das nordostbayrische "Dieselloch".
Dies haben die tschechischen Teilnehmer eines Festakts gestern im Kulturhaus "Svoboda" in Eger klar zum Ausdruck gebracht. Das tschechische Verkehrsministerium, die staatliche Eisenbahn-Infrastrukturbehörde SZDC und die Baufirmen Mestrostav und OHL ZS hatten anlässlich der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts zwischen Eger und der Staatsgrenze zu dieser Feierstunde eingeladen.
In diesem elf Kilometer langen Abschnitt ließ die SZDC das Gleisbett sanieren, Brücken und Wasserdurchlässe erneuern und die Bahnübergänge technisch sichern.
Laut SZDC-Generaldirektor Pavel Sury konnte dadurch die Streckenhöchstgeschwindigkeit von bislang 90 auf 120 Stundenkilometer erhöht werden. Und Neigetechnikzüge können hier ab sofort mit Tempo 160 fahren, wie es bereits zwischen Eger und Prag auf vielen Abschnitten möglich ist. "Nach Fertigstellung, der Oberleitungen auf deutscher Seite wird sich der Verkehr auf dieser wichtigen Bahnstrecke beträchtlich beschleunigen", erklärt SZDC-Chef Sury mit Blick auf den internationalen Fernverkehr zwischen Nürnberg, Marktredwitz, Eger und Prag.
Für den abgeschlossenen ersten Bauabschnitt zwischen dem Bahnhof Eger und der Staatsgrenze hat Tschechien 407,2 Millionen Kronen (15,4 Millionen Euro) investiert.
Die EU förderte das Projekt mit 11,3 Millionen Euro.
Der zweite Bauabschnitt sieht die Errichtung von Oberleitungsmasten und des Fahrdrahts im sieben Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Haltepunkt Cheb-Skalka und der Staatsgrenze vor. Die Kosten dafür beziffert die SZDC auf 107 Millionen Kronen (vier Millionen Euro), wobei die EU 2,8 Millionen Euro zur Verfügung stellen würde. Der staatliche Fonds für Eisenbahn-Infrastruktur würde auch den Eigenanteil von 1,2 Millionen Euro finanzieren. Doch in Tschechien ist man nicht bereit, Oberleitungen bauen zu lassen, die an der Staatsgrenze zu Deutschland im Nichts enden würden.
Wie der stellvertretende SZDC-Direkter Thomas Drmola im Gespräch mit der Frankenpost erklärte, wird die SZDC den Auftrag für diese restlichen sieben Kilometer Oberleitungen erst dann erteilen, wenn auch auf deutscher Seite entsprechende Arbeiten stattfinden. "Die Oberleitungsmasten und den Fahrdraht im verbleibenden Abschnitt könnten wird innerhalb eines Monats errichten lassen", betont Dromla.
In den anderen Bauabschnitten nach Prag sind die Arbeiten weit fortgeschritten. Bereits seit vier Jahren ist wieder ein durchgehender elektrischer Zugverkehr zwischen Eger und Pilsen möglich. In diesem Abschnitt der historischen Kaiser-Franz-Joseph-Bahn gab es bereits 1968 elektrischen Zugverkehr. Die Tschechoslowakei ließ diese Strecke wegen des Braunkohletransportes frühzeitig elektrifizierien.
Mit der der Generalsanierung erhielt der Abschnitt Eger-Pilsen somit zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahrhunderts Oberleitungen- diesmal nach heutigen Standards.
Nach dem EU-Beitritt definierte Tschechien in Absprache mit der EU vier sogenannte Korridor-Bahnstrecken. Sie sind Teil des Transeuropäischen Netzes (TEN). Der dritte tschechische Bahn-Korridor verläuft von der Landesgrenze bei Schirnding über Eger, Pilsen und Prag und von dort weiter über Olomouc (Olmütz) und Ostrava (Mährisch Ostrau) in die Slowakei. Entlang dieser TEN-Strecke fanden in den vergangenen Jahren enorme Investitionen statt. Allein im Abschnitt zwischen der Landesgrenze, Eger, Pilsen und Prag investiert Tschechien 43,5 Milliarden Kronen (umgerechnet 1,64 Milliarden Euro). Die EU fördert den Bahnausbau auf dieser TEN-Magistrale mit 1,08 Milliarden Euro.
Die größten Einzelbaustellen sind derzeit noch der Bahnknoten Pilsen sowie eine Streckenbegradigung durch einen Neubauabschnitt mit zwei 4,1 Kilometer langen Tunnelröhren zwischen Pilsen und Rokycany (Rokitzan).

Tja.. während sich auf Deutscher Seite absolut nichts tut, sind die Tschechen schon fast fertig, hoffen wir mal auf baldige realisierung der Elektrifizierung zwischen Nürnberg-Marktredwitz und Schirnding.

LG

Antworten:

Das wäre wirklich mehr als überfällig.

Die IC Verbindung Stuttgart Nürnberg könnte man wunderbar bis Prag durchbinden.

von R32chris - am 29.11.2015 15:27
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