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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
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PeterP, Ingo118, Weidesgrüner Tunnelfelsen, Bimmelbahnfan, nix mehr

Rundfahrt via Selb-Plößberg - Asch

Startbeitrag von nix mehr am 17.12.2015 18:08

Servus,

der ganze Dampf um das Eröffnungsgewese musste erst mal verfliegen, damit ich mich ein letztes mal für diese Strecke aufschwingen sollte.

Zum Geleit:

Ja welche Strecke?
So ab 1983 fuhr ich mit 211 und Umbau-Vierachsern zur Modellbahn-Sammer auf Plößberg. Dann waren es später nur noch 798 bzw. 796. Bis zum Ende der Uerdinger im Bw Hof hatte ich meine hohe Zeit auf dem Abschnitt Hof - Oberkotzau - Selb Stadt. Klar wurde der Güterverkehr zwischen (Hof) - Selb-Plößberg und Asch (Falkenau) noch üppig fotografisch mitgenommen.

Am 1.Juli 1990 die quasi Wieder-Eröffnung mit Pendelfahrten. Da war man drin eingepfercht.


Und eben vor einigen Tagen war das Gepferche genauso :-)

Es gab die Sonderzüge zum 125-jährigen der Voigtländischen Staatseisenbahn, im November 1990, wo viel Dampf in der späteren EuregioEgrensis geboten wurde. Auch ein 810er pendelte brav von Asch nach Selb-Plößberg und ward von den Fans kaum wahrgenommen!

Ein letzter Höhepunkt meinerseits die Umleiter-Güterzüge vom Übergang Bad Brambach/Vojtanov Anfang Oktober 1994.


Vom fränkischen hinüber ins böhmische!


Ausfahrt Asch, Richtung Selb-Plößberg, Oktober 1994. Das Stellwerk rechts ist längst Geschichte.

Seither gab es nur noch vereinzelte Besuche, da mal der pop-farbene 614, oder auch nur verkehrsrote zwischen Hof und Selb pendelten. Irgendwann war das Thema bei mir völlig raus. Platz für anderes war geschaffen.


Stellvertretend für die letzten 614-Zuckungen auf der Selber Strecke ein Bildchen aus Planzeiten. Das Wetter damals so in etwa dem heutigen gleich.

Der Verlauf meines Kurzausfluges heute:


So nahm ich denn heute vormittag Platz in einem agilis um 10.35 Uhr mit Fahrtrichtung Hof, beginnend meiner Reise in Marktleuthen. Im Zug gab es problemlos mit Papiergeld den Fahrschein am Automaten zu erwerben. Ein Schaffner kümmerte sich um mich und meinen Fahrschein, sowie um einen weiteren hinzu gestiegenen Fahrgast.
Drei Fahrgäste saßen schon drin. Also recht großer Andrang war nicht. In "Ost" (Kirchenlamitz Ost) kein Fahrgastwechsel. In Martinlamitz stieg der ebenso in Marktleuthen hinzu gestiegene Fahrgast schon wieder aus.

Kotza! Keiner wollte nach Hof, und ich als einziger stieg aus.


Was ist Oberkotzau nur für ein Loch geworden... Die Lampen mit ihren klobigen Betonfüßen? Ein Provisorium seit Entfernens der Bahnsteigüberdachung ums Empfangsgebäude? Es gibt wohl einen Verein zum "Erhalt des Bahnhofes". Nun ja, irgendwas tat oder tut sich auch. Man siehts am Verputz der Stirnseite. Braucht man in Zukunft dieses Gebäude? Hoffentlich.
Das die nähere Umgebung ganz einfach keimig und vermüllt aussieht will ich nicht der DB schulden. Da wird garantiert ab und an gereinigt. Verschmutzen tun es wie so oft junge Bürger...


Wie dem auch sei, ein Archivbild...


Von Selb kommend die agilis, Freund WM spielt den Tf.


Dann kam mein Triebwagen von Hof, der mich nach Böhmen bringen wird. Besetzung gut. Um 28 Personen, fast alles! Rentner... Neugierige...

Man sitzt im agilis, nicht schlechter als damals im 798/796, und ich schaue hinaus, der Schweßnitz entlang. Die Auwiesen bis Wurlitz fliegen vorbei. Erinnerungen an Skilanglauf in den 80ern... Dann der Steinbruch der "Hessith-Werke", Haltepunkt und dazugehörige Ortschaft Wurlitz. Der Wiesengrund bei der Kläranlage kurz vor Rehau, ehemals zu 796-Zeiten intensiv genutztes Fotoareal.

Wurlitz wurde mit Schrittgeschwindigkeit durchrollt. Kein Fahrgastwechsel! Rehau: keiner rein und raus. Schönwald einmal Zustieg.
Selb-Plößberg: Baugewusel im Areal. Restarbeiten zum Abschluß. Entgegen kommt der Zug aus Asch. Ausstieg: zwei Rentner mit Einkaufstaschen.

Und was das? Es darf nicht wahr sein, Freund DG aus München! Seit 15 und mehr Jahren nicht gesehen. Er immer noch im Verein, ich war mal sieben Jahre in der "IBSE eV", "Interessengemeinschaft zur Bereisung stillgelegter Eisenbahnstrecken". Manch Abschiedsfahrt in Deutschland, besonders im Mitteldeutschen Raum, ging auf das Konto dieses Vereines.

So waren nun zwei im Zug nach Cheb unterwegs, deren Belang die Bereisung des wiedereröffneten Abschnittes war. DG hatte es im November 1990 mit schon erwähnten 810 gemacht, ich im Juli zuvor ebenso im kufr M152/810. Fans von damals! Heute für uns einfach nur Abhandlung eines Themas, irgendwo die konsequente Fortführung von damals. Hartnäckigkeit und das Glück, es doch noch erleben zu dürfen!


Archivbild zu Plößberg. Schotter für einen Bauabschnitt Plößberg - Rehau in 1994. Nun ja, nach 20 Jahren wurde er im vergangenem Herbst wieder gewechselt.

Beobachtungen zum Güterverkehr in Asch: vier "Platten" (Rs-vierachser) leer zur Holzbeladung, sieben Platten voll beladen, davor 742 350 von CDC, fertig in Richtung Cheb. Und noch zwei Eao auf der östlichen Bahnhofsseite.
In Asch Zustieg von ca. 20 Fahrgästen.


Archivbild. Sonderfahrt der Klingenthaler EF. Asch und die Formsignale.

Hazlov: zwei Einsteiger, drei Aussteiger. Frantiskovy Lazne: fünf rein, zwei raus. Und soweit ich es in Cheb noch mitbekommen habe: zwei Fahrgäste verblieben im Zug, und Richtung Marktredwitz waren es ca. zwei Hände voll, die wieder dazu kamen.

Der Freund ging in Richtung Stadt. Ich schnurstracks zum restaurace im Bahnhof.


Donnerstag, man kann ja lesen, was es gab ;-) Ein Bier hatte ich dazu und die Knoblauchsuppe, das Menü I, machte 115 Kc.


Wohlsein!

Dann noch ein (zweiter) Einkauf von Papier, analogem Fahrplangewerk! 16 Kursbücher "jizdni rad" wechselten in meine Transporttasche. Unlängst hatte ich schon mal 24 Stück geordert. Freunde und Hobbykollegen der hartnäckigen Sorte müssen stets versorgt werden.

Nun lag die Heimfahrt vor mir.

An sich wollte ich noch etwas in die Stadt, doch ob des dunkelgrauen Wetters, was zwar sehr mild war, verwarf ich die ursprüngliche Planung. Nicht um 14.27 nach Marktredwitz, sondern 13.37 mit dem Nürnberger RE bis "Rawetz". Fast wäre ich mit dem Freund doch Richtung Hof mit Umstieg über Oberkotzau zurück nach Marktleuthen gedüst.
So brummte ich denn mit einem nervigen 612 bis zum Umstieg nach Marktredwitz. Und von da nach Marktleuthen wieder mit der agilis. Daheim war ich um 14:34 Uhr.
Freilich hätte man für die 18 Euro Egronet-Ticket wer weiß was in der Region fahren können. Aber daheim ist auch was zu tun.

Außerdem war ich erst am Montag in Prag. Außerdem bin ich kommenden Samstag wieder per Zug in Prag. Und die Heimfahrt schaut da beträchtlich nach "161" aus, Böhmens längste lokalka, Rakovnik - Blatno - Zlutice - Becov n T... (z.B. ein link dazu: [20329.foren.mysnip.de]
Heimfahrt in einer Eisenbahn :-) In dem ich mich zumindest wohl fühle und das mir gefällt, so man es nur zum Zeitvertreib macht.
Man ist halt lieber dort unterwegs. So nah und so fern wie alles daheim.


malo

Antworten:

Überragend geschrieben! Und dazu noch die wunderbaren Archivbilder...ein Traum!
Vielen Dank fürs Einstellen und die gemachte Mühe!

von Bimmelbahnfan - am 17.12.2015 18:48
Time to say: Seufz!
Zeit zusagen: Seufz!

D a n k e,

vom *Weidesgrüner Tunnelfelsen*

Der Sonntag dann Oberkotzau gen Praha hl.n. reist...... mit 2 Gaesten....

von Weidesgrüner Tunnelfelsen - am 17.12.2015 18:55
Ein sehr schöner Beitrag. Das waren noch Zeiten....
Besonders gefallen mir die Bilder von den Umleitern mit den 781ern.

Gruß Ingo118

von Ingo118 - am 17.12.2015 20:20
Einfach nur D A N K E für´s zeigen!!!

Peter

von PeterP - am 17.12.2015 21:57
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