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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 2 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 1 Monat
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111227-5, BD Regensburg, Gerald H, nix mehr, Martin Pfeifer, Martin Pfeifer_2, Ingo118, Gradausfahrer, Frankenland, Oberfranke

Die Martinlamitzer Eselsbrücke kommt weg!

Startbeitrag von nix mehr am 31.12.2015 07:21

Servus,





wer im Forum kennt noch die alte Martinlamitzer "Eselsbrücke"? Es gab deren zwei! Und es kommt demnächst nicht die eine heute vorhandene Brücke nördlich des Empfangsgebäudes auf Höhe Fa. Sandler weg. Gemeint ist das südliche Bauwerk, an dessen Stelle eine große moderne Brücke entstand.

Diejenigen, die das 1992 verschwundene Bauwerk noch kannten, wissen um die verkehrliche Lage der Straße, ihrer Beschaffenheit und Gefährlichkeit! Zum einen war es Kopfsteinpflaster. Zum anderen war das Ding eng wie "sau" und unübersichtlich wegen seines "Buckels" in der Mitte über den Geleisen! Ein Bus oder LKW oder gar große Fahrzeuge auf ihr und im unmittelbaren Rampenbereich begegnend? Nix ging mehr. War es Winterwetter mit Schnee, Reifglätte oder auch nur Nässe am granitenen Pflasterbelag, blieb manches Großfahrzeug hängen und oft rutschten Verkehrsteilnehmer, zumeist bei Abfahrt auf der Martinlamitzer Seite, gegen den Außenbogen und damit in das Geländer. Das Ding musste also weg. Ehern war der wichtigere Straßenverkehr der Grund der Modernisierung als ein Verschleiß bzw. baufälliger Zustand der alten Brücke.
Den Namen "Eselsbrücke" gab der Volksmund. Derlei Wegüberführungen gab und gibt es noch einige. Just die nördliche des Haltepunktes Martinlamitz. Dann weiter südlich im Bereich "Schnepfenmühle" (Wustung) beim Haltepunkt Kirchenlamitz/Ost, bei Münchberg, am Pulschnitzberg bei Stammbach. Verschwunden ist die in Neudes, undundund.

Martinlamitz als Bahnhof hatte einige nette Szenen zu bieten. Dies würde jedoch den Rahmen meiner Abhandlung sprengen. Es soll im folgenden nur um den unmittelbaren Bereich des Umbaues gehen.


Beim Lagerhaus stand einst ein schöner eiserner Luftsteg. Dieser war als Fotostandpunkt gut brauchbar, bzw. er selbst genauso Fotoobjekt. Wichtig war dieser Steg früher für die Arbeiter der Porzellanfabrik Kronester, die heute in Ruinen östlich der Geleise noch immer steht. Oder wer von den südöstlichen Ausläufern von Schwarzenbach/Saale ins Wirtshaus "Am Steig" gehen wollte, machte gerne Gebrauch von der Luftbrücke.
211 321 war mit der Übergabe Üg 68992 aus Hof gekommen und setzt nun zur Sägefahrt gen Ladegleise an. Der Koks in den grauen Behältern muß zum Eisenwerk Martinlamitz über die Straße transportiert werden. 4.Mai 1990


Die heute existierende Brücke. Darunter hindurch braust die im Fahrplanjahr 1990 an a-Tagen planmäßig immer 3-fach verkehrende Lz 85931 mit 211 315 + 159 + 220 gen Marktredwitz. Wir schreiben den 13.März 1990.
Dieses Bauwerk wird spätestens mit der Elektrifizierung verschwinden müssen. Heute ist es für den durchgängigen Verkehr gesperrt. Allenthalben landwirtschaftliche Fahrzeuge in geringer Tonnage dürfen weiterhin darüber fahren. Als Fuß- und Radweg ist sie in guter Nutzung. Und wer zur Wattefabrik Sandler will oder einen Spaziergang ins Lamitztal unternimmt und in Schwarzenbach/Saale wohnt, kommt hier vorbei.


Der Zustand des Motives der " südlichen Eselsbrücke Martinlamitz" vor dem Umbau. Nochmal die Lz 85931, diesmal mit den Maschinen 211 332 + 068 + 283 am 21.Februar 1990.
Diese Lz, wie auch die Aufnahmen des folgend gezeigten und damals dokumentierten Umbaus, entstanden weitgehend während der Mittagspause von 12 bis 13 Uhr in meiner damaligen Arbeitsstätte Fickert KG in Schwarzenbach/Saale. Hätte man wo anders gearbeitet, wer weiß ob ich jemals so viel von diesem Fotomotiv aufgenommen hätte.


Mit 218 307 im Dezember 1989 in noch unberührter Szene.


Als 218 306 mit dem D1464 am 13.Dezember 1991 durch Martinlamitz düst, waren Bagger und Baucontainer schon aufgefahren und teils auf linker Seite am Bewuchs Hand angelegt worden.


Zum 28.Februar 1992 sah es schon anders aus. Rechts war man mit dem Neubau der Straße beträchtlich voran gekommen. Unterdessen zieht 218 199 mit einem wunderbaren Reichsbahnschnellzug inklusive MITROPA! im D2066 unbeeindruckt von den Bauhandlungen vorbei.


Die Deutsche Bundesbahn der 80 und frühen 90er Jahre: 218 altrot in Form der Maschine 218 219 und reinrassigem ozeanblau-beigem Schnellzug als D2666, 20.03.1992
Der Baukran musste abgeschnitten werden. Leider war der Fotostandpunkt, die Eselsbrücke selbst, nicht nach hinten verlegbar ;-) Und mit einem Weitwinkel hantieren hätte eher unbrauchbare Folgen für den Bildausschnitt gehabt.


Die Tschechen sind los! Der D2601 war zum damaligen Fahrplan für den Ausgleich von Kilometern bzw. des Waggonkontingentes aus einer Liberecer Garnitur gebildet. So kam gar ein Speisewagen der Böhmen zum Einsatz, der hier leider genau hinter dem Brückenpfeiler liegt.
Warum ist man nie von Hof bis Nürnberg einmal in dieser Garnitur mitgefahren und hätte sich es da drin beim Vorläufer von JLV schmecken lassen? Heute gibts die gute alte Speisewagenkultur selbst bei der CeskyDrahy nicht mehr.
232 098 vom Bw Reichenbach/Vogtland hatte damals die Ehre.


Alles was recht ist! Heutzutage? Die Bauaufsicht tät brüllen! Man werkelte so ganz ohne PSA, also "Persönliche Schutzausrüstung" zu jener Zeit. Kein Helm, keine Warnweste. Und weitaus schlimmer: keinerlei seitliche Absturzsicherung. Das zu allem oben drein der Zugverkehr unten drunter ungebremst durchsauste, war dann auch schon egal. Soweit ich mich erinnere, waren es mindestens 60 km/h bzw. die normal erlaubten 80 oder 90 km/h. 218 006 führt den D2608 am 10.Juli 1992 an.


Nochmals aus anderer Perspektive vom gleichen Besuchstag wie im Bild zuvor betrachtet. Im Nahverkehr Marktredwitz - Hof unterwegs 211 046 mit dem N5968.

Das Ende der Brücke war glaube ich in der Nacht vom 10. zum 11.Juli 1992 besiegelt. Die am Tage von den Bauarbeitern gebohrten Löcher dienten einer Sprengung. Die Nacht über war die Strecke für ein paar Stunden gesperrt. Das Gleis war mit PVC-Planen und Strohballen gesichert worden. Dann rumste es leicht und die Bagger-Spechte sorgten binnen kurzer Zeit wieder für freie Fahrt.


Gegen Vollendung der Baumaßnahme zum 17.Dezember 1992, da war es ziemlich genau ein Jahr seit Aufnahme dieser Tätigkeiten her, braust eine "kleine" 218, hier die 002, mit dem D2066 gen Kirchenlamitz und Marktredwitz durch das Bild.


In Jahren danach wurde noch mal ein Bild einer einst oft besuchten Fotostelle angefertigt. Hier war es das Thema "229 mit IR 2560". Der Abstand der Lampen am Gehweg ist eng, so dass eigentlich immer eine Leuchte nach oben hin abgeschnitten werden muss. 229 173 am 14.Januar 1997

Inzwischen ist die Stelle gut "begrünt". Der übliche Wuchs an Birken und sonstigem Gebüsch macht es schwer, das Brückenbauwerk umzusetzen. Vielleicht ergibt sich im Zuge der Bahndammbereinigung zur Elektrifizierung eine erneute Chance.

malo

Antworten:

Danke Malo für diesen tollen Bilderbogen! Wie immer eine Augenweide! Schade um die schöne Zeit.....

Guten Rutsch und ein friedliches 2016 speziell für Dich, weil Du uns immer so toll teilhaben lässt am "damals"... !

von Oberfranke - am 31.12.2015 10:23
Moin Malo,

wieder ein perfekt dokumentiertes Ereignis. Sehr schöne Bilder.
Danke fürs zeigen.

Gruß Ingo118

von Ingo118 - am 31.12.2015 15:41
Ach du meine Güte!

Ich musste den Bericht und vor allem die Bilder erst mal "sacken" lassen. So nach und nach kamen dann die Erinnerungen hoch und die musste ich erst mal auf die Reihe bekommen.

Oma und Opa wohnten vor über 50 Jahren nur wenige Meter von der Brücke entfernt. Die Ferien verbrachte ich meist dort. Oma arbeitete beim Kronester.
Ungezählte Stunden habe ich auf dem Fußgängersteg verbracht und Eisenbahn geschaut.

Dann das ockerfarbene Mehrfamilienhaus im Hintergrund. Da wohnte ein Mädchen.......:-)

Ab 1971 dann Fahrdienst in Hof. Wie viele tausend Male mag ich in meiner Zeit als Fahrensmann unter dieser Brücke wohl durchgefahren sein?
Die gezeigten Zügen waren mehr oder weniger mein "täglich Brot".

Vielen Dank für diesen Jahresabschluss.

Allen einen guten Rutsch
Karlheinz

von Frankenland - am 31.12.2015 15:54
Grias Eich !

Ja, volle Zustimmung, toll, besonders wegen der Achtzehner...mei, die 306 und die 307 und natürlich die 218 002, dös waren noch Zeiten ;-).

Ohne jetzt die Qualität des hervorragenden Beitrages vermindern zu wollen, zu den V100-Einsätzen fällt mir ein:

Die 3-fach Lz Hof-Weiden verkehrte im Winterfahrplan 1989/90 nur Dienstag und Donnerstag, an den restlichen drei "a"-Tagen waren es nur zwei, die dritte Lok ist Montag, Mittwoch und Freitag extra nach Weiden gefahren:

Lz 85931 W(Sa) Hof-Weiden 12:20-13:23
Di,Do 3x211
L1 aus Üg 68992 (Kirchenlamitz) für Lz 85594 (Vilseck)
L2 aus Lz 86977 (Üg Münchberg/Hof-Neuhof) für Lz 85933 (Bedienung Wernberg)
L3 aus E 3791 für Üg 69520 (Trabitz)
Mo,Mi,Fr 2x211
L1 aus Lz 86977 (Üg Münchberg/Hof-Neuhof) für Lz 85933 (Bedienung Wernberg)
L2 aus E 3791 für Üg 69520 (Trabitz)

Lz 85937 Mo,Mi,Fr Hof-Weiden 14:05-15:08
1x211
aus Üg 68994 (Weißenstadt) für Lz 85594 (Vilseck)...womit wir auch schon bei der Bedienung von Martinlamitz wären...

...ab dem Winterfahrplan 1989/90 konnte Martinlamitz nur noch aus Richtung Kirchenlamitz bedient werden, weil ein Wechsel vom Streckengleis Richtung Marktredwitz in den Ladehof bzw ein Umsetzen nicht mehr möglich war.
Mo,Mi,Fr
Üg 68991 (Hof)-Oberkotzau-Kirchenlamitz Ost
08:10-08:25
Üg 68992 Kirchenlamitz Ost-Oberkotzau
09:00-09:06 Martinlamitz 09:50-09:56
Üg 68993 Oberkotzau-Weißenstadt
10:18-11:26
Üg 68994 Weißenstadt-Hof Hbf
11:58-13:11
Di,Do
Üg 68991 (Hof)-Oberkotzau-Kirchenlamitz Ost
08:10-08:25
Üg 68992 Kirchenlamitz-Hof Hbf
09:00-09:08 Martinlamitz 09:50-10:06

Noch im Sommerfahrplan 1989 ging die Fuhre mit entsprechenden Rangieraufenthalten in Martinlamitz durchgehend von Oberkotzau nach Weißenstadt und zurück.

In diesem Sinne
Pfiats Eich und auf ein gesundes, friedliches 2016
Oli

von 111227-5 - am 31.12.2015 21:23

NMZ

Moin Oli,

Gsunds Najs!

Die Lz: damals war Freund UK aus Hof als Praktikant mit in meiner damaligen Firma. Zu zweit warteten wir ein paar mal auf die Lz, und das wenn sonniges Wetter war. So war man nicht so oft auf Pirsch zu dieser Leistung.
Ich glaube, einmal waren wir dort und wunderten uns ob 2-facher Lz. Ein anderes mal war Ausfall oder Verspätung? Aufgefallen war es zumindest nicht, als das ein Verkehren Di+Do als 3-fache Lz planmäßig für uns ersichtlich geworden wäre.

Zur Üg mit 211 321: auch da könntest Du Recht haben. Es gibt noch das Bild von NKO, wo der Kokswagen dabei ist...

Derlei Informationen wie von Dir sind heute wertvoll! Wer hat schon großartig das Papier (Umlaufpläne) von damals gehortet? Es bleibt das Fotonotizbuch und graue Erinnerungen an vor 25 Jahren.
An Kursbüchern hab ich mir nur die Übergangsphase 1989 bis 1994 von DB und DR aufgehoben. Heute? Gibt es eine blöde pdf und das war es. Nach einem Planwechsel wird das bei wohl fast allen per Mausklick ins Datennirvana befördert.
So wie es awp immer sagt: die Menschheit wird sich noch wundern.

Evtl. kann ich Dich zukünftig öfters befragen, wenn nicht 100%ig alles per Fotonotizbuch zu klären ist ;-)

malo

malo

von nix mehr - am 01.01.2016 10:15
Servus,

ein wirklich sehr schöner Bilderbogen aus der guten alten Zeit. Speziell die beiden Bilder vom Luftsteg aus auf den noch stehenden Bogen der alten "Eselsbrücke" gefallen mir sehr gut!

von Martin Pfeifer - am 01.01.2016 16:12

Re: NMZ

Zitat
malo
Moin Oli,

Gsunds Najs!

Die Lz: damals war Freund UK aus Hof als Praktikant mit in meiner damaligen Firma. Zu zweit warteten wir ein paar mal auf die Lz, und das wenn sonniges Wetter war. So war man nicht so oft auf Pirsch zu dieser Leistung.
Ich glaube, einmal waren wir dort und wunderten uns ob 2-facher Lz. Ein anderes mal war Ausfall oder Verspätung? Aufgefallen war es zumindest nicht, als das ein Verkehren Di+Do als 3-fache Lz planmäßig für uns ersichtlich geworden wäre.

Zur Üg mit 211 321: auch da könntest Du Recht haben. Es gibt noch das Bild von NKO, wo der Kokswagen dabei ist...

Derlei Informationen wie von Dir sind heute wertvoll! Wer hat schon großartig das Papier (Umlaufpläne) von damals gehortet? Es bleibt das Fotonotizbuch und graue Erinnerungen an vor 25 Jahren.
An Kursbüchern hab ich mir nur die Übergangsphase 1989 bis 1994 von DB und DR aufgehoben. Heute? Gibt es eine blöde pdf und das war es. Nach einem Planwechsel wird das bei wohl fast allen per Mausklick ins Datennirvana befördert.
So wie es awp immer sagt: die Menschheit wird sich noch wundern.

Evtl. kann ich Dich zukünftig öfters befragen, wenn nicht 100%ig alles per Fotonotizbuch zu klären ist ;-)

malo

malo


Grias Di !

Ja gern, a bisserl was hab i auf Lager, alte Pläne aus der 80ern und 90ern sowie persönliche Erinnerungen aus dem Eck Marktredwitz, Schirnding, Kirchenlaibach, Weiden und zum Teil auch Schwandorf und Regensburg. Aus der neueren Zeit dann mehr aus dem Regensburger Umkreis.

Dös mit der/den Lz war damals an W(Sa) ja sowieso ein Fall für sich: Mittags zwei plus eins bzw drei Loks leer von Hof nach Weiden und am Abend gab es dann in der Gegenrichtung die berühmte Lz mit den auf dem letzten Abschnitt fünf 211 von Schwandorf nach Hof: ab Schwandorf 2, ab Weiden 3 und ab Marktredwitz 5 Loks.

Falls Interesse besteht, könnte ich die 211-Pläne Hof vom Winter 89/90 in eine Datei tippen und den Interessenten zur Verfügung stellen, dauert dann aber a bisserl ;-).
Zur Zeit bin i grad über den Plänen BR 229 Erfurt 1995 und 1999 bzw BR 213 Meiningen 1995.


In diesem Sinne
Pfiat Di
Oli

von 111227-5 - am 01.01.2016 18:53

Anschlüsse ab NWDO

Zitat
111227-5
Die 3-fach Lz Hof-Weiden verkehrte im Winterfahrplan 1989/90 nur Dienstag und Donnerstag, an den restlichen drei "a"-Tagen waren es nur zwei, die dritte Lok ist Montag, Mittwoch und Freitag extra nach Weiden gefahren:

Lz 85931 W(Sa) Hof-Weiden 12:20-13:23
Di,Do 3x211
L1 aus Üg 68992 (Kirchenlamitz) für Lz 85594 (Vilseck)
L2 aus Lz 86977 (Üg Münchberg/Hof-Neuhof) für Lz 85933 (Bedienung Wernberg)
L3 aus E 3791 für Üg 69520 (Trabitz)
Mo,Mi,Fr 2x211
L1 aus Lz 86977 (Üg Münchberg/Hof-Neuhof) für Lz 85933 (Bedienung Wernberg)
L2 aus E 3791 für Üg 69520 (Trabitz)

Lz 85937 Mo,Mi,Fr Hof-Weiden 14:05-15:08
1x211
aus Üg 68994 (Weißenstadt) für Lz 85594 (Vilseck)...womit wir auch schon bei der Bedienung von Martinlamitz wären...


Servus!

Ist dir Oli oder jemand anderem hier bekannt welche Anschlüsse 89/90 mit den drei erwähnten Übergaben ab Weiden noch bedient wurden?

Vielen Dank schon mal für Antworten

von BD Regensburg - am 02.01.2016 01:05

Eine erste Aufstellung

Servus und allseits a glücklichs neis Joahr.

Soweit ich mich entsinnen kann:

85594 Vilseck:
- nur Vilseck Bf (wenn Wagen vorhanden waren)
- Vilseck Lager
- damals gab es noch eine Köf in Vilseck. Ich hab mit der 85594 einmal in Freihung hinterstellte leere Fc abgezogen als es noch das dritte Gleis gab, aber das kann nicht an Plannbedienung gewertet werden.

85933 Wernberg:
- nur Wernberg DeTag
- ich habs mal erlebt dass eine Lz nach Nabburg geschickt wurde weil justament ein Flusssäurekesselwagen abzufahren war. Aber auch das war keine Planbedienung. Nabburg wurde immer von Schwandorf aus bedient.

69520 Trabitz:
- wenn Bedarf Mandt Parkstein-Hütten
- Keßl Schwarzenbach
- Pressath Bahnhofsbereich
- Leistritz in Trabitz
- Raika in Trabitz
- Seltmann Weiden wurde mit der Köf aus Erbendorf bedient am Nachmittag
- Grafenwöhr Lager wurde glaub ich extra bedient.

Sollte ich was vergessen haben, freu ich mich auf Ergänzungen.

Ah ja, Ergänzungen:

Es gab eine extra Übergabe für Weiherhammer, morgens 69500 und abends 69514 (?). Die Morgenrunde Vilseck hat dann auch Bauscher/Mandt in Weiherhammer, Gottfried in Thansüß und Strobl in Freihungsand mit gemacht. Bauscher/Mandt wurde dann nachmittags wieder bedient.

Und dann gabs den 67911/67932 nach Eslarn (später Vohenstrauß), und die 68950 nach Neustadt, die nach den ganzen Anschlussfahrten in Neustadt und am Forst als 68954 nach Erbendorf Nord weiterfuhr und am Nachmittag gegen 16 Uhr wieder in Weiden war.

mfg
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 02.01.2016 06:22

Re: Eine erste Aufstellung

Zitat
Gradausfahrer
Servus und allseits a glücklichs neis Joahr.

Soweit ich mich entsinnen kann:

85594 Vilseck:
- nur Vilseck Bf (wenn Wagen vorhanden waren)
- Vilseck Lager
- damals gab es noch eine Köf in Vilseck. Ich hab mit der 85594 einmal in Freihung hinterstellte leere Fc abgezogen als es noch das dritte Gleis gab, aber das kann nicht an Plannbedienung gewertet werden.

85933 Wernberg:
- nur Wernberg DeTag
- ich habs mal erlebt dass eine Lz nach Nabburg geschickt wurde weil justament ein Flusssäurekesselwagen abzufahren war. Aber auch das war keine Planbedienung. Nabburg wurde immer von Schwandorf aus bedient.

69520 Trabitz:
- wenn Bedarf Mandt Parkstein-Hütten
- Keßl Schwarzenbach
- Pressath Bahnhofsbereich
- Leistritz in Trabitz
- Raika in Trabitz
- Seltmann Weiden wurde mit der Köf aus Erbendorf bedient am Nachmittag
- Grafenwöhr Lager wurde glaub ich extra bedient.

Sollte ich was vergessen haben, freu ich mich auf Ergänzungen.

Ah ja, Ergänzungen:

Es gab eine extra Übergabe für Weiherhammer, morgens 69500 und abends 69514 (?). Die Morgenrunde Vilseck hat dann auch Bauscher/Mandt in Weiherhammer, Gottfried in Thansüß und Strobl in Freihungsand mit gemacht. Bauscher/Mandt wurde dann nachmittags wieder bedient.

Und dann gabs den 67911/67932 nach Eslarn (später Vohenstrauß), und die 68950 nach Neustadt, die nach den ganzen Anschlussfahrten in Neustadt und am Forst als 68954 nach Erbendorf Nord weiterfuhr und am Nachmittag gegen 16 Uhr wieder in Weiden war.

mfg
gradausfahrer



Grias Eich !

I bleib jetza mal im Winterfahrplan 1989/90:

Die Bedienungen rund um Vilseck wurden damals durchweg mit der dort vorhandenen Köf gemacht. Vilseck Lager, Freihung, Awanst Thansüß, Röthenbach, Großalbershof usw, teilsweise aber nur noch bei Bedarf.
Die Üg`s Weiden-Vilseck und Vilseck-Weiden dienten nur zur Zuführung und Abholung der Wagen zum und vom Bahnhof Vilseck, Lok früh als Lz zurück nach Weiden, nachmittags Lz von Weiden.

Weiherhammer wurde zwei Mal angefahren. Vormittag hin und zurück mit Fracht, Nachmittag hin Lz, zurück mit Fracht, beide Male auch Bedienung der Awanst Mandt.

Trabitz: beide V100-Übergaben (am frühen Morgen hin und am Abend zurück) hatten keine Unterwegsaufenthalte. I kann mi noch an jede Menge gedeckter Güterwagen in Trabitz erinnern, wurde da in größeren Mengen Stück- oder Expressgut ver- oder entladen ?
Die anderen von dir aufgeführten Ladestellen (Parkstein, Pressath) dürfte die V60 aus der Grafenwöhr Lager-Üg bedient haben, war ja den ganzen Tag da unterwegs.
Die V100 aus der nachmittäglichen Abholung Trabitz verkehrte bis Pressath aber auch als Üg (Bedienung Bauscher-Mandt), dann als Lz weiter nach Trabitz.

Die V100 vom "Eslarner" fuhr nach der Rückkehr aus Eslarn von Neustadt ein Mal nach Weiden am Forst, den Rest (Weiden am Forst am Vormittag, Erbendorf, Reuth, Windischeschenbach) müßte die Weidener Köf erledigt haben.

Wernberg, Bedienung auch zwei Mal täglich, am frühen Morgen hin und zurück mit Fracht, am Nachmittag Lz hin und mit Fracht zurück.

In diesem Fahrplanabschnitt die vormittäglichen Übergaben Wernberg/Weiherhammer übrigens mit 217 ;-).

Ja, Nabburg wurde von der Übergabe nach Oberviechtach bzw zur Anst Lind bedient, die Bedienung von Pfreimd war 1989 bereits eingestellt.

Ergänzungen erwünscht ;-).

Gruß und Pfiats Eich
Oli

von 111227-5 - am 02.01.2016 15:56

Danke und Fragen

Servus,

vielen Dank für die ersten Antworten.

Was wurde in Weiden Forst denn alles bedient? Nachtmann, ATU?
Wann wurde die Bedienung dort eingestellt? Der Rückbau der Awanst erfolgte ja um 2007.

Wann wurden die Flachglasverkehre nach Wernberg und Weiherhammer eingestellt? Müsste doch in den 90ern gewesen sein oder? Gibt es dazu Hintergründe und welche Zugziele wurden da angefahren?

War in Trabitz der Schwerpunkt die Firma Faurecia? Die macht ja derzeit durch Massenentlassungen Schlagzeilen. Wann wurde da die Bedienung eingestellt?

von BD Regensburg - am 03.01.2016 12:05

Re: Danke und Fragen

Zitat
BD Regensburg
Servus,

vielen Dank für die ersten Antworten.

...
War in Trabitz der Schwerpunkt die Firma Faurecia? Die macht ja derzeit durch Massenentlassungen Schlagzeilen. Wann wurde da die Bedienung eingestellt?


Servus,

die Gleise im Bf Trabitz sind noch erstaunlich komplett erhalten, meiner Meinung nach hatte die Firma Faurecia kein Anschlußgleis. Das noch auf dem Hof der BayWa liegende Gleis kann wegen des Höhenunterschiedes zur daneben verlaufenden Straße nicht ins Werkgelände weitergehen.

von Martin Pfeifer - am 04.01.2016 22:17

Re: Anschlüsse ab NWDO

Servus,

Trabitz war nach meiner Erinnerung überwiegend Faurecia. Richtig lange Züge ohne Rangierhalt in Pressath. Es wurde aber auch fast ständig Holz verladen. Und das Düngemittelwerk westlich Richtung Kemnath hatte auch einen Gleisanschluss, wobei ich selbst hier nur einmal die ab 1994 eingesetzte 365 erlebt habe.

Zum 10.1.94 erfolgte im Zuge Mora C Neuordnung des Güterverkehrs vom Knoten Weiden:

Erbendorf Mo+Mi+Fr, Vohenstrauß Di+Do mit 335 (Bw NNR)

Weiden-Grafenwöhr nur noch Fahrt am Vormittag mit 365; von Pressath aus B nach Trabitz oder zur Anst bei Schwarzenbach. Am frühen Nachmittag Bedienung der Anst im Westen Weidens, Umfahren in Parkstein.

Bedienung Weiherhammer und Anschlussgleis Flachglas AG durch 365 nach Rückkehr von KBS 867. Vilseck: Einsatz Hofer 333 im Streckendienst ab und zurück bis Weiden.

Wernberg statt 211 nachmittags mit 335, aus Leistung Erbendorf/Vohenstrauß

von Gerald H - am 04.01.2016 22:22

Re: Anschlüsse ab NWDO

Zitat
Gerald H
Servus,

Trabitz war nach meiner Erinnerung überwiegend Faurecia. Richtig lange Züge ohne Rangierhalt in Pressath. ...


Servus,

wie sah der Gleisanschluß der Firma Faurecia aus? Wo war dieser angebunden? meinem Gefühl nach müsste die Anschlussweiche im Kopf Richtung Kemnath liegen.

von Martin Pfeifer_2 - am 05.01.2016 08:26

Re: Anschlüsse ab NWDO

Faurecia bzw. damals Leistritz hatten keinen Gleisanschluss, da Fabrik am Hügel an der Straße Richtung Pressath liegt. Der Gleisanschluss Ri. Kemnath war das Düngemittelwerk am BÜ

von Gerald H - am 05.01.2016 11:16
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