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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Pendler_NKU, Cargonaut, BD Regensburg, Arzberger, extirschenreuther, nix mehr, bahnHOFbilder, Bahnwärter1848

[PM] DB Netz an Elektrifizierung Cheb-Nürnberg nicht interessiert.

Startbeitrag von Arzberger am 06.01.2016 11:01

[www.freiepresse.de]

Finde dies eine Frechheit seitens der Deutschen Seite.. in Tschechien wurde ein Vertrag unterzeichnet vor 20 Jahren für die durchgängige Elektrifizierung von Prag nach Nürnberg via. Marktredwitz, denn die Tschechen bereits erfüllt haben, in Deutschland interessiere man sich dafür nicht, in Deutschland gab es diesbezüglich nur große Reden und heiße Luft, wäre schade wenn das Projekt vom Tisch wäre, hat eventuell jemand Ahnung weshalb man auf Deutscher Seite plötzlich kein Interesse mehr hat an einer Elektrifizierung nach Tschechien?

LG

Antworten:

Besonders aktuell ist diese Meldung ja nicht ... (27. 1.15).

Wie ist denn eigentlich tatsächlich der aktuelle Stand? Eger - Marktredwitz sollte doch eigentlich recht konkret sein bei der Elektrifizierungsplanung!?

von Bahnwärter1848 - am 06.01.2016 11:19
Ach vom 27.1.15 ist der Artikel? stieß eben im DSO darauf.

Laut meinen Stand wurden die Vorplanungen für denn Abschnitt Hof-Marktredwitz-Schirnding (D/CZ) abgeschlossen, wie es nun weitergeht würde mich auch interessieren, auch das Ergebnis der Vorplanungen und die Kosten.

Grüße

von Arzberger - am 06.01.2016 11:28

anscheinend Marktredwitz - Nürnberg in keinem vernüftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis

Politiker und Experten reden schon seit Jahren, aber sie finden nicht die richtigen Wort, denn anscheinend konnten sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis bislang nicht besser reden - aus Sicht der Bahn.

Die Bahn will Fahrdraht von Regensburg nach Hof mit Verbindung nach Tschechien. Und das anscheinend mit Nachdruck. Es wurde sogar schon Fernverkehr angeboten:

IC München - Regensburg - Hof - Dresden - Berlin

Aber das Ansinnen der Bahn wird von der Politik nicht recht gewürdigt.

Die Bahn will anscheinden keinen busähnlichen, elektrischen Nahverkehr Vogtland - Hof - Nürnberg sondern einen weiteren leistungsfähigen Nord-Süd-Korridor für den Güterverkehr, der den Bahnknoten Nürnberg entlastet.

von bahnHOFbilder - am 06.01.2016 12:20
Zitat
Arzberger
Finde dies eine Frechheit seitens der Deutschen Seite.. in Tschechien wurde ein Vertrag unterzeichnet vor 20 Jahren für die durchgängige Elektrifizierung von Prag nach Nürnberg via. Marktredwitz, denn die Tschechen bereits erfüllt haben, in Deutschland interessiere man sich dafür nicht,


Bitte richtig lesen.... die Bahn interessiert sich nicht für die Elektrifizierung von Marktredwitz durch das Pegnitztal, weil es da extrem teuer wird. Wer sich darüber noch immer wundert, dem kann man nicht mehr helfen. Es wird kein Wort über eine Variante über Weiden-Hartmannshof erwähnt, weil diese vielleicht gar nicht nachgefragt wurde?
Eine zitierte Antwort zu beurteilen, wo man die Fragestellung des Journalisten gar nicht kennt, ist höchst bedenklich und kann schnell so ausgelegt werden, wie es der Redakteur braucht, um "Stimmung" zu machen.

Im Übrigen sein mal angemekrt, das TSCHECHIEN jahrelang die Route über Furth im Wald als Güterzugstrecke nach Deutschland bevorzugte. weiß man denn in Tschechien nun endlich, was man will?


Zitat
Arzberger
in Deutschland gab es diesbezüglich nur große Reden und heiße Luft, wäre schade wenn das Projekt vom Tisch wäre, hat eventuell jemand Ahnung weshalb man auf Deutscher Seite plötzlich kein Interesse mehr hat an einer Elektrifizierung nach Tschechien?

LG


Wenn ich mir die Art des Ausbaues von Cheb nach Schirnding durch die Tschechen so ansehe, frag ich mich auch, was das soll. Ein völlig sinnfreies Blocksignal in Pomezi, was für beide Richtungen völlig unbrauchbar ist, um die Zugdichte zu erhöhen.... eingleisig.... mit 100 Güterzügen am Tag inklusive Reiseverkehr? Das hört sich sehr abenteuerlich an. Wenn ich mir die Zustände in Eger anschaue, was da alles schief läuft, dann sollten die Kollegen erst einmal den betrieb in den Griff bekommen, der zur Zeit läuft, bevor man von 100 Güterzügen pro Tag träumt. Und das Chaos liegt nicht nur am fehlenden deutschen Zugfertigsteller in Eger.
Das die Bahn keinerlei Interesse hat, den fahrdraht nach Eger zu ziehen von Marktredwitz aus, kann ich auch nirgends in Form eines Zitates lesen. Das interpretiert man hinein.
Man liest das, was man lesen möchte.

Grüße

von Cargonaut - am 07.01.2016 07:57

Verhältnis

Servus,

ein Verhältnis zwischen Kosten-Nutzen der Strecke via Pegnitz sehe ich auch so.

Es wird kommen:
-die Elektrifizierung Hof - Weiden - Regensburg, da Seehafen-Hinterlandanbindung
-die Elektrifizierung Cheb - Marktredwitz und für diese! im Anschluß daran:
-die Elektrifizierung Weiden - Neukirchen b S-R - Hersbruck r d P - Nürnberg

Die Güterzüge vom Norden und den Tschechen können dann in Weiden ihre Richtung wählen.
Die Bayreuther? Werden sich weiterhin mit "sprint"-starken Diesel-Tw abgeben müssen ;-)

Hinderlich sind auch die "Fans" der ollen Brücken im Bereich der Tunnel im Pegnitztal. Was interessieren den Reisenden, was da unterm Gleis für ein Träger vom einen zum anderen Ufer liegt? Entscheiden da Wanderer und Luftmatratzen-Paddler auf der Pegnitz, wohin da eine gewisse Zukunft der Strecke Pegnitz - Hersbruck r d P - Nernberch geht?

Freilich wärs gescheiter, da auch Marktredwitz - Kirchenlaibach - Pegnitz mit Strippe zu versehen. Aber das Geld wäre schon da, halt nur an verkehrter Stelle. Zu viel in Autobahnen, Umgehungs- und Bundesstrassen. Eine Politik an dummen Bus-Parallelverkehren...
(Komme mir hier keiner der Fernbus wäre eine "sinnvolle Ergänzung". Der ist so sinnvoll wie und gesund! wie ein LKW in Überlänge)

malo

von nix mehr - am 07.01.2016 09:19

Zu den Fernbussen ...

Servus,

Zitat
malo
Freilich wärs gescheiter, da auch Marktredwitz - Kirchenlaibach - Pegnitz mit Strippe zu versehen. Aber das Geld wäre schon da, halt nur an verkehrter Stelle. Zu viel in Autobahnen, Umgehungs- und Bundesstrassen.


Ich stimme dir prinzipiell zu dass die Bahn bzw. die Schienenwege in Deutschland leider ein niedrigeres Ansehen "genießen" als die Straßen. Wenn auch die Zahlen (Laut Verkehrsministerium) was die Investitionen in die Infrastruktur angeht, nicht so extrem weit auseinanderklaffen wie man vielleicht meinen möchte.

Zitat
malo
(Komme mir hier keiner der Fernbus wäre eine "sinnvolle Ergänzung". Der ist so sinnvoll wie und gesund! wie ein LKW in Überlänge)


Ich komme dir trotzdem damit, wenn auch nicht im vollen Umfang. Vorneweg: Ich fahre weitere Strecken ausschließlich mit der Bahn und wurde durch einmaligen Test in meinem Verhalten bestätigt. Fernbusse sind nichts für mich da können die noch so billig sein. Ich schätze die Flexibilität, den (meistens) Komfort und, man gaubt es kaum, auch die statistisch in meinen fast 24000 Bahnkilometern 2015 auch sehr dominante Pünktlichkeit der Bahn zu sehr. Außerdem ist es wahrscheinlich eine Frage der Gewohnheit.
Ich sehe die Fernbusse im Allgemeinen auch kritisch aber aus reiner Bahn-Überzeugung alles pauschal abzutun wäre m.M.n. ein Fehler. Es ist zum Beispiel nicht ganz korrekt die Fernbusse als nicht ökologisch dazustellen und die Bahn als das Umwelt-Wunder. Ich las vor kurzen in einem Focus-Artikel, dass zwei Drittel der Fernbus-Fahrer Umsteiger von Auto und Flugzeug sind. Innerdeutsche Flüge sind, zum allergrößten Teil, unnötig und tatsächlich nicht Umweltfreundlich daher ist im Vergleich zum Flugzeug der Fernbus definitiv eine ökologischere Alternative. (Auch wenn man sich um die Zielgruppen zugegebenermaßen streiten kann). Auch wenn der Fernbus pro Fahrt 30-40 Autos ersetzt, ist der Umwelt und dem Verkehrsaufkommen gedient. Außerdem kommt immer noch ein beträchtlicher Teil des Bahnstroms aus Kohle oder anderen Nicht-Erneuerbaren Energien. Auf die Zukunft gesehen ist die Bahn natürlich mit großer Wahrscheinlichkeit ökologischer unterwegs da die Anteile des Ökostroms steigen werden. Daher sehe ich die Bahn auch eher als das Dominante Verkehrsmittel in der Zukunft. Ein faktisches Verbot der Fernbusse wie wir es bis zur Liberalisierung hatten, halte ich dagegen nicht für gut. Wesentlich besser wäre es den Wettbewerb zuzulassen da er schon einige positive Effekte gezeigt hat die zumindest Teilweise auf die Fernbuskonkurrenz zurückzuführen ist (Modernisierung, W-LAN in den Zügen bald für alle kostenfrei, Fahrpreisstabilität, Fernverkehrsoffensive). Und jetzt kommt das große ABER: Zu einem fairen Wettbewerb gehören auch faire Bedingungen und die haben wir aktuell leider (noch?) nicht. Anzuführen sind hier Trassengebühren, Stationsgebühren, Stromzulagen, Fahrgastrechte (auch bei „höherer Gewalt“), Lohnniveau, Sicherheit etc. etc. Hier ist für meine Begriffe einfach noch viel zu tun vor allem für die Politik um hier für Fairness zu sorgen. Was auch noch sein wird ist Zeit, denn aktuell ist der Fernbusmarkt so hart umkämpft und vergleichsweise neu, dass man ihn in vielen Facetten nur sehr schwer mit der „alteingesessenen“ Eisenbahn vergleichen kann. Viele Unternehmen nehmen noch in hohem Maße Verluste in Kauf um Marktanteile zu sichern (s. Berlin-München 1,50€). Es wird wohl noch ein bisschen Zeit vergehen bis man sieht wohin die Reise mit den Fernbussen letztendlich geht.

Ich hoffe du bist mir nicht allzu böse dass ich dir trotz deiner Bitte mit den Fernbussen gekommen bin, aber ich wollte Meinung dazu mal anbringen

Viele Grüße!

von Pendler_NKU - am 07.01.2016 14:02

Re: Zu den Fernbussen ...

Zitat
Pendler_NKU
....ABER: Zu einem fairen Wettbewerb gehören auch faire Bedingungen und die haben wir aktuell leider (noch?) nicht. Anzuführen sind hier Trassengebühren, Stationsgebühren, Stromzulagen, Fahrgastrechte (auch bei „höherer Gewalt“), Lohnniveau, Sicherheit etc. etc.


Du nennst die Gründe selbst, warum Fernbusse auch aus meiner Sicht absolut inakzeptabel sind. Und da spielt die Ökologie gar keine Rolle, solange der letzte Grund so offensichtlich vorhanden ist, dass dies selbst die Polizei bei Kontrollen bestätigen.
wird es irgendwann mal die gleichen Voraussetzungen für Fernbusse geben, wird sich auch deren Angebot wieder halbieren, weil man die subvwentionierten preise nicht halten kann und die "hauptsache billig Kunden" wieder weg sind.

Grüße

von Cargonaut - am 07.01.2016 15:36

Re: Zu den Fernbussen ...

Servus,

Unter anderem aus den zitierten Gründen ist für mich persönlich die Fahrt mit einem Fernbus keine Alternative zur Bahn. Deswegen bin ich aber kein Gegner des Konzepts "Fernbus" sondern für Intensivere Kontrollen der Fahrzeuge und auch die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften für Fahrer, sowie eine angemessene Maut, Angleichung der Fahrgastrechte und Gebühren für die Nutzung der Busstationen sofern nicht bereits vorhanden. Auch das Lohnniveau und Überprüfungen bei Busfahrern sind zu diskutieren. Ich kann mir kaum vorstellen dass die Preise auf dem aktuellen Niveau bleiben,wenn der Fernbus-markt mal halbwegs stabil aufgeteilt ist wird kaum noch einer Fahrten von Berlin nach München für 1,50€ anbieten, ich denke eher dass es sich in Richtung Bahn-Sparpreis entwickelt, und dann wird man sehen wie die Situation aussieht. Auch das Bewusstsein und die Verärgerung über Fernbus-verspätungen wird mit dem Fahrpreis ansteigen. Die Bahn wird sich auch weiterentwickeln, moderner werden, schneller werden, hoffentlich pünktlicher werden, und komfortabler bleiben als der Fernbus.
Aktuell sind wir davon aber noch ein gutes Stück entfernt. Sowohl vom Aufholen der Bahn in einigen Aspekten, wie dem von Fernbus-Fahrern angepriesensen WLAN, als auch leider von einer (annähernden) Gleichbehandlung von Fernbussen und Bahn. Ich halte das Konzept Fernbus aber trotzdem auf manchen Relationen für eine Alternative wenn man dadurch Menschen aus den Autos holt. Außerdem werden Routen bedient auf denen der Öffentliche Verkehr bisher keine Alternative war oder die Bahn sich im Fernverkehr verabschiedet hat. Dort sehe ich auch eine Zukunft für die Fernbusse. Aber auf lange Sicht sehe ich parallel zu einer gut bedienten Bahnstrecke (Berlin-München z.B.) keine großen Chancen im Vergleich zur Bahn.

Viele Grüße!

von Pendler_NKU - am 07.01.2016 18:04

Re: Zu den Fernbussen ...

Ich benutze eigentlcih mittlerweile regelmaessig den IC Fernbus Mannheim-Nuernberg (Strassburg-Prag) und muss sagen ich kann nicht klagen. Klar, Zug ist komfortabler und mein praeferriertes Reisemittel, aber auf der STrecke Trier Nuernberg ist die Verbindung mit Bus sogar schneller und meist günstiger. Die Fahrer sind Tschechen, da fühlt man sich gleich ein bisschen wie daheim, ulkige Typen irgendwie, halt so typisch tschechische Pavels. Aber schon eben Profis, was das Fahren angeht, einer sitzt da macht Pause, der andere fährt, nebenher mampft der Pausemacher sein eingelegtes Gemüse. Auf bestimmten Strecken ist es sicher eine gute Ergänzung.

von extirschenreuther - am 08.01.2016 20:00

Förderung der Wettbewerbsverzerrung

Zitat
extirschenreuther
Ich benutze eigentlcih mittlerweile regelmaessig den IC Fernbus Mannheim-Nuernberg (Strassburg-Prag) und muss sagen ich kann nicht klagen. Klar, Zug ist komfortabler und mein praeferriertes Reisemittel, aber auf der STrecke Trier Nuernberg ist die Verbindung mit Bus sogar schneller und meist günstiger. Die Fahrer sind Tschechen, da fühlt man sich gleich ein bisschen wie daheim, ulkige Typen irgendwie, halt so typisch tschechische Pavels. Aber schon eben Profis, was das Fahren angeht, einer sitzt da macht Pause, der andere fährt, nebenher mampft der Pausemacher sein eingelegtes Gemüse. Auf bestimmten Strecken ist es sicher eine gute Ergänzung.


Damit förderst du die Wettbewerbsverzerrung, denn du weißt dass die Eisenbahn benachteiligt ist und hilfst ihr den Todesstoß zu versetzen. Mindestens 50% der Fahrgäste kommt aus dem Bahnverkehr, eine Kannibalisierung zu Lasten der Eisenbahn die mit Dumping nicht mithalten kann. Leider leben wir in Deutschland wo es zu viele Geiz-ist-Geil-Menschen gibt die ihre eigene Oma verkaufen würden für Billig-Billig.

Eigentlich müssten auch Fernbuslinien verboten werden wo es eine Bahndirektverbindung gibt. Was ja in deinem Fall nicht mal wäre, aber besser macht es das nicht.

Es spricht grundsätzlich nichts dagegen wenn tschechische Busfahrer im Inlandsverkehr unterwegs sind. Werden diese aber auch nach deutschem Tarif bezahlt? Ansonsten wäre das auch Ausbeutung und Dumping.

von BD Regensburg - am 08.01.2016 21:20

Re: Förderung der Wettbewerbsverzerrung

Servus,

also was du da schreibst kann ich nicht unterschreiben. Ja, die Bahn ist in vielen Sachen benachteiligt aber es ist nicht so dass sie dem dadurch unschlagbaren Fernbus hinterherhängt und damit dem Untergang geweiht ist wie es bei dir zwischen den den Zeilen durchklingt. Dass man was Dumpingpreise den stabilen Bahn-Fernverkehrsmarkt nur begrenzt mit dem neuen umkämpften, aufstrebenden Fernbus Markt vergleichen kann schrieb ich bereits. Außerdem finde ich ein Verbot fast immer unvorteilhaft und als letztes Mittel zu verwenden. Im fairen Wettbewerb (den wir aktuell nicht haben) soll sich das bessere Verkehrsmittel auf parallelen Strecken, die Bahn, durchsetzen. Auf schwer bedienbaren Strecken oder nicht oder sehr schlecht ans Bahnnetz angebunden Strecken ist der Fernbus eine gute Alternative.

Grüße!

von Pendler_NKU - am 08.01.2016 21:48

Re: Förderung der Wettbewerbsverzerrung

Bitte erst lesen, dann schreiben:
1. Es ist ein Bus der Bahn, IC Bus
2. Es ist der Linienbus Prag-Strassbourg
3. Es ist unwahrscheinlich, dass die Tschechen mit Einführung des Mindestlohns unterbezahlt sind. Vermutlich werden sie in Deutschland nach Tarif bezahlt, denn ab der Grenze gilt der deutsche Mindestlohn. Wenn du das erfahren willst genuegt ein Email ans Pressebüro der Bahn. Das Depot der Busse ist in Prag, vermutlich weil dort der Unterhalt billiger ist, natürlich, es ist insofern doof weils dem Alex Konkurrenz macht.
4. Ob die Busse wirklich Leute von der BAhn abziehen auf der Strecke ist die Frage: Das Publikum besteht überwiegend aus Studenten oder Leuten, die tatsächlich aus dem Raum Mannheim Richtung CZ müssen (letztes Mal zb ein pensionierter GI der in CZ lebt uns ins Armykrankenhaus nach Freiburg musste, Pendler aus CZ usw). Glaub nicht dass die sonst die Bahn nehmen würden.

von extirschenreuther - am 09.01.2016 17:18

Re: Förderung der Wettbewerbsverzerrung

Es geht um die gesamten Verkehre und da setzt klar eine Kannibalisierung ein.
Was ist daran schwer zu verstehen dass mindestens 50% der Fahrgäste potentielle Bahnfahrgäste sind?
DB Fernverkehr macht massive Verluste, auch wegen zusätzliche Sparpreise und Sonderangebote, ohne die die Fahrgastverluste noch größer wären.
Hier sind viele Verbindungen gefährdet.
Auf Dauer wird das System zusammenbrechen, besonders wenn der Bund, wie seit 1994, seiner Verantwortung für den Fernverkehr nicht nachkommt.
Mal schauen was aus dem Fernverkehrsgesetz der Länder wird. Der Ansatz ist gut.

Dazu ist auch der SPNV bedroht, es ist klar erwiesen dass auch Fahrgäste vom SPNV abgezogen werden. Das Geschrei ist groß wenn dann irgendwo das Angebot gekürzt wird.
Der 1x am Tag Dienstags, Freitags und bei Vollmond auch Sonntags verkehrende Fernbus für 3 Euro ist ja dann die wahre Alternative.

Wir reden hier von Taktverkehren die gegen Rosinenpickereien antreten. Dort werden sich nur die lukrativen Verbindungen rausgesucht und mit Kampfpreisen kannibalisiert.
Keiner hat was dagegen wenn Nischen bedient werden, jedoch wird gezielt gegen die Eisenbahn angetreten mit Billigung und Sympathie des Bundesverkehrsministeriums.

Jetzt fährt auch Postbus 5x am Tag von Regensburg zum Münchner Flughafen. Keiner kann mir sagen dass der SPNV davon nicht betroffen ist und was das mit Fernverkehr zu tun hat würde ich auch gerne wissen.
Die 50km-Bediengrenze ist zu niedrig angesetzt, man hätte 100 km nehmen müssen.

Außerdem müsste es ein Bedienverbot für Strecken geben auf denen es eine Bahndirektverbindung gibt. Hier gibt es nämlich die größten Kampfpreise um der Eisenbahn zu schaden und Dobrindt & Co. unterstützen dieses miese Spiel auch noch.

Faire Bedingungen sehen anders aus und daher macht sich jeder Fernbusnutzer mit schuldig.

Der Mindestlohn ist keine anständige Bezahlung für Busfahrer im Fernreiseverkehr, sofern er denn hier überhaupt angewendet werden muss, da ja beide Endziele im Ausland sind, geschickt gemacht.
Da ist die Bundesregierung ja auch eingeknickt obwohl sie die Unterstützung der osteuropäischen Gewerkschaften hatte, aber die westlichen Unternehmer mit Postkasten in Osteuropa sind da natürlich mächtiger.

Es muss Tariflohn bezahlt werden, sonst besteht hier ein klarer Dumpingverdacht. Es ist egal wo der Busfahrer herkommt, in Deutschland muss nach deutschem Tarifniveau bezahlt werden und das müsste gesetzlich verordnet werden.
(In der Schweiz hat man gerade gleiche Bezahlung für alle in der Schweiz gerichtlich erstritten)
Ansonsten wird das gezielt ausgenutzt und trägt auch zu den Fahrpreisen bei, wie der Berlin-Linien-Bus Berlin - Bad Füssing mit tschechischem Kennzeichen. Nach welchem Lohn wird der Fahrer da wohl bezahlt?

von BD Regensburg - am 10.01.2016 12:45

Re: Förderung der Wettbewerbsverzerrung

Servus,

Zitat
BD Regensburg
Was ist daran schwer zu verstehen dass mindestens 50% der Fahrgäste potentielle Bahnfahrgäste sind?


Ich gehe noch weiter und sage 99 Prozent sind POTENTIELLE Bahnfahrgäste. Viel interessanter ist es von welchen Verkehrsmittel die Fahrgäste kommen. Dazu habe ich leider keine Infos aus erster Hand nur eben die Zahl von zwei Drittel von Auto und Flugzeug aus einem Focus-Artikel den ich bei Bedarf auch gerne noch mal verlinken kann.

Zitat
BD Regensburg
jedoch wird gezielt gegen die Eisenbahn angetreten

Konkurrenz ist etwas ganz normales und hat auch seine positiven Seiten was ich ja in einem früheren Beitrag schon näher ausgeführt habe.

Zitat
BD Regensburg
mit Billigung und Sympathie des Bundesverkehrsministeriums

Das ist genau der Punkt in dem ich dir 100% Recht gebe. Hier sind, wie auch schon erwähnt, massive Baustellen für die Politik um hier für Gleichberechtigung und Belastung zu sorgen.

Zitat
BD Regensburg
Außerdem müsste es ein Bedienverbot für Strecken geben auf denen es eine Bahndirektverbindung gibt.

Ich halte Verbote für eine Verbote für den falschen Weg. Das bessere Verkehrsmittel, die Bahn, soll sich durchsetzen. Und bei Gleichbehandlung wird das auch so kommen. Dann werden die Fernbus-Preise steigen. "Normal"-Anbieter liegen zum Beispiel auf der Strecke München-Berlin jetzt schon bei ca 10-20€ wenn das noch etwas nach oben geht und die Fahrzeit bei ca 7-8 Stunden liegt dann ist das bei einem Bahn-Sparpreis von 29€ und einer Fahrzeit von unter vier Stunden schlicht und einfach in direkter Konkurrenz unterlegen.
[/quote]

Zitat
BD Regensburg
Faire Bedingungen sehen anders aus

Stimmt, wie gesagt: Hier liegt (hoffentlich: noch) das Problem

Zitat
BD Regensburg
Der Mindestlohn ist keine anständige Bezahlung für Busfahrer im Fernreiseverkehr, sofern er denn hier überhaupt angewendet werden muss, da ja beide Endziele im Ausland sind, geschickt gemacht.
Da ist die Bundesregierung ja auch eingeknickt obwohl sie die Unterstützung der osteuropäischen Gewerkschaften hatte, aber die westlichen Unternehmer mit Postkasten in Osteuropa sind da natürlich mächtiger.

Es muss Tariflohn bezahlt werden, sonst besteht hier ein klarer Dumpingverdacht. Es ist egal wo der Busfahrer herkommt, in Deutschland muss nach deutschem Tarifniveau bezahlt werden und das müsste gesetzlich verordnet werden.
(In der Schweiz hat man gerade gleiche Bezahlung für alle in der Schweiz gerichtlich erstritten)
Ansonsten wird das gezielt ausgenutzt und trägt auch zu den Fahrpreisen bei, wie der Berlin-Linien-Bus Berlin - Bad Füssing mit tschechischem Kennzeichen. Nach welchem Lohn wird der Fahrer da wohl bezahlt?


Da hast du mit das wichtigste rausgegriffen wo dringend Handlungsbedarf besteht, 100% Zustimmung. Nach meinem Kenntnisstand werden die Busfahrer auf deutschem Boden nach Mindestlohn (zu wenig) bezahlt.

Mensch, dass ich nochmal Fernbusse verteidige hätt ich auch nicht gedacht aber ich finde man sollte hier eine ganze Portion Ideologie rausnehmen und ehrlich über Vorteile (die es eben auch gibt) und Nachteile des Konzepts reden und dikutieren.

Viele Grüße!

PS: Ich setzt mich gleich in den Zug, weil ich Busfahren dermaßen unbequem finde dass mich da keiner reinbekommt. ;)

von Pendler_NKU - am 10.01.2016 15:02

Re: Förderung der Wettbewerbsverzerrung

Zitat
Pendler_NKU

Ich halte Verbote für eine Verbote für den falschen Weg. Das bessere Verkehrsmittel, die Bahn, soll sich durchsetzen. Und bei Gleichbehandlung wird das auch so kommen.


Und was ist, wenn keine Gleichbehandlung kommt? Dann kommt die Bahn irgendwann an einen Punkt, wo es kein zurück mehr gibt und die "Schäden" nicht mehr behebbar sind. Da sollte man doch aus der Vergangenheit endlich gelernt haben.

Grüße

von Cargonaut - am 11.01.2016 07:28
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