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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 9 Monaten
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vor 1 Jahr, 9 Monaten
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223 061, Martin Pfeifer, Schwandorfer, Pendler_NKU, RAILIOFF

Frage zu OPX 84019 / Durchrutschwege Gleis 4 und 5 in NRH ???

Startbeitrag von 223 061 am 26.04.2016 18:03

Der OPX 84019 (Marktredwitz ab 07:04, Regensburg an 08:37) fährt planmäßig nach Gleis 4 in NRH ein und fast immer wird eine "Kurzeinfahrt" mit Halt vor dem Deckungssignal und somit ohne Durchrutschweg gestellt.

Deshalb muß der Zug die gesamte Strecke vom ESig in Höhe des Agilis-Betriebshofs bis an den Bahnsteig mit 20km/h (?) fahren, was sich extrem lange hinzieht. Mich persönlich stören die paar Minuten nicht, aber für die zahlreichen Reisenden, die bei knapper Übergangszeit in Richtung München umsteigen wollen, ist es extrem nervig.

Nun die Frage: Warum wird das so gehandhabt? Das Gleis 4 ist zu dieser Zeit ja nicht mit anderen Fahrzeugen hinter dem Deckungssignal belegt. Ich vermute daher, daß wegen der nahezu gleichzeitigen Einfahrt des ag 84242 Landshut-Ulm nach Gleis 5 einfach keine "Langeinfahrt" nach Gleis 4 gestellt werden kann, da sich die Durchrutschwege dann überschneiden würden. Hier rächt sich m.E. wieder der doch sehr unschöne "Spar-Umbau" des nordwestlichen Bahnhofskopfs für 80 km/h Durchfahrten über Gleis 6.

Aber wäre es nicht wenigstens als Sonderlösung technisch machbar, dank des komplett freien Gleises 4 eine "Kurzeinfahrt" mit regulärem D-Weg bis zum Deckungssignal einzurichten, wobei der freie Bereich des Gleises 4 hinter dem Deckungssignal dann als ausreichend langer D-Weg dient, ohne die Fahrten auf Gleis 5 zu beeinträchtigen? Oder lassen sich diese "Kurzeinfahrten" beim Dr S 600 technisch generell nur ohne D-Weg realisieren, auch wenn der Abschnitt dahinter frei ist?

Danke für sachdienliche Hinweise.

Gruß
223 061

Antworten:

Denkbar wäre beispielsweise die 20 km/h nicht schon am Einfahrsignal zu signalisieren sondern erst später an einem einzeln aufgestellten Geschwindigkeitsanzeiger. Solche Lösungen gibt es z.B. in Nürnberg Hbf und Neunkirchen am Sand.

von RAILIOFF - am 26.04.2016 18:14
Zitat
RAILIOFF
Denkbar wäre beispielsweise die 20 km/h nicht schon am Einfahrsignal zu signalisieren sondern erst später an einem einzeln aufgestellten Geschwindigkeitsanzeiger. Solche Lösungen gibt es z.B. in Nürnberg Hbf und Neunkirchen am Sand.



Ja. So etwas gibt es in NRH für das Gleis 101. Nur hilft das im konkrten Fall leider nichts, da der Fußweg von Gleis 101 nach Gleis 9 (wo der Anschlußzug nach München abfährt) für die Reisenden soviel länger dauern würde, daß die "Bummel-Einfahrt" nach Gleis 4 dann doch das weitaus geringere Übel ist.

Um dergleichen für Gleis 4 einzurichten, müßte halt investiert werden. Hat die BEG vielleicht noch Pönalmittel übrig?

Gruß
223 061


PS:
Die späte Herabsetzung auf 20 km/h ist natürlich auch erst dann richtig effektiv, wenn im davor liegenden Fahrweg nur >= 60 km/h Weichen verbaut sind - in NRH leider ebenfalls Mangelware.

von 223 061 - am 26.04.2016 18:29
Servus,

gleichzeitige Einfahrten aus Richtung Walhallastraße nach Gleis 4 (Oberpfalzbahn) und von Regensburg Ost nach Gleis 5 (Agilis) bis zu den jeweiligen Ausfahrsignalen sind prinzipell einstellbar. Mit der jeweils zugelassenen Höchstgeschwindigkeit, das dürfte in beiden Fällen aber maximal 60 km/h sein. Bei gleichzeitigen Einfahrten dürfen sich die Durchrutschwege hinter dem jeweiligen Zielsignal (hier ist es das Zwischensignal Ri Gbf) überlappen und gemeinsam verlaufen. In Schwandorf ist so etwas gelegentlich in Form von paralleler Einfahrten nach Gleis 2 aus Cham und nach Gleis 3 (aus Regensburg) zu beobachten.

Allerdings müssen dafür beide Zielsignale Hp 0 Halt zeigen. Wird zwecks Durchfahrt (= Einsparung der Verzögerung durch die PZB-90-Beeinflussung nach dem Halt, das bekannte Schleichen) eines der beiden Zwischensignale auf Fahrt gestellt, dann geht diese parallele Einfahrt nicht mehr. Der Durchrutschweg der Einfahrt nach Gleis 4 ragt jetzt in die Fahrstraße von Gleis 5 in den Gbf.

Von der Vorschriftenlage her könnte man auch mit 30 km/ bis zum Zwischensignal fahren (bei 30 km/h ist Durchrutschweg Null erforderlich). Ich weiß nicht, ob es so projektiert ist, sprich ob es einen Geschwindigkeitsanzeiger mit der Kennziffer 3 am Einfahrsignal gibt. Eine Einfahrt mit mehr als 20 km/h auf das Deckungssignal in Bahnsteigmitte geht meines Wissens nach nicht, weil das Deckungssignal keinen PZB-Magnet haben (muß). Ob es hinsichtlich der baulichen Ausprägung des Signals überhaupt möglich wäre, weiß ich nicht.

Eine möglichst Herabsetzung von 60 km/h auf 20 km/h (einzeln stehender Geschwindigkeitsanzeiger plus Geschwindigkeits-Prüfabschnitt) kurz vor dem Bahnsteig würde meiner Meinung nach nur eine halbe Minute bringen, das ist nicht die Welt, dafür aber mit viel Kabel verlegen verbunden, sprich teuer.

Der Zustand ist leider der Tatsache geschuldet, das der Umbau aus den Mitteln für den Seehafen-Hinterlandverkehr realisiert wurde, da war eher die Durchfahrgeschwindigkeit Nürnberg - Passau entscheidend. Solch einen Umbau müsste die BEG bezuschussen.

von Martin Pfeifer - am 26.04.2016 19:31

Re: Durchrutschwege Gleis 4 und 5 in NRH ??? [mit 2 Bildern zur Erläuterung]

Danke für die Infos.


Zitat
Martin Pfeifer
... gleichzeitige Einfahrten aus Richtung Walhallastraße nach Gleis 4 (Oberpfalzbahn) und von Regensburg Ost nach Gleis 5 (Agilis) bis zu den jeweiligen Ausfahrsignalen sind prinzipell einstellbar. [...] Bei gleichzeitigen Einfahrten dürfen sich die Durchrutschwege hinter dem jeweiligen Zielsignal (hier ist es das Zwischensignal Ri Gbf) überlappen und gemeinsam verlaufen. [...] Allerdings müssen dafür beide Zielsignale Hp 0 Halt zeigen. Wird zwecks Durchfahrt (= Einsparung der Verzögerung durch die PZB-90-Beeinflussung nach dem Halt, das bekannte Schleichen) eines der beiden Zwischensignale auf Fahrt gestellt, dann geht diese parallele Einfahrt nicht mehr. Der Durchrutschweg der Einfahrt nach Gleis 4 ragt jetzt in die Fahrstraße von Gleis 5 in den Gbf.



Hmm. Da müsste ich mal darauf achten, ob für den Ulmer wirklich schon die Ausfahrt steht zu dem Zeitpunkt. Eigentlich sollte der ja auch erst den Anschluß aufnehmen und wirklich weit ist die notwendige Schleichfahrt auch nicht, wenn er erst nach Ankunft des OPX die Ausfahrt bekommt.

Doch sonst gäbe es laut dieser Ausführungen ja eigentlich keinen erkennbaren Grund, den OPX so häufig vor dem Deckungssignal enden zu lassen und die entsprechend niedrige Einfahrgeschwindigkeit in Kauf zu nehmen? Wie sieht es denn mit Durchfahrten über Gleis 6 aus? Da müßte der reguläre D-Weg für Einfahrten nach Gleis 4 auch noch hineinragen, oder?

Gruß
223 061



PS: Hier noch zwei Bilder zur Erläuterung:
- Bild 1: Westende der Gleise 4 bis 6 (von rechts nach links) mit den Signalen R14, R5 und R6 sowie ihren überlappenden D-Wegen
- Bild 2: Ganz rechts am Bildrand erkennbar das erwähnte Deckungssignal an Gleis 4 in Westrichtung





von 223 061 - am 26.04.2016 20:25
Zitat
RAILIOFF
Denkbar wäre beispielsweise die 20 km/h nicht schon am Einfahrsignal zu signalisieren sondern erst später an einem einzeln aufgestellten Geschwindigkeitsanzeiger. Solche Lösungen gibt es z.B. in Nürnberg Hbf und Neunkirchen am Sand.


Auch in Lichtenfels gibt es das, wenn ich mich nicht irre. Der RE Nürnberg/Hof-Lichtenfels fährt/fuhr ja planmäßig auf dem selben Gleis hinter dem Franken-Thüringen-Express nach Nürnberg ein.

von Pendler_NKU - am 26.04.2016 21:20

Re: Durchrutschwege Gleis 4 und 5 in NRH ??? [mit 2 Bildern zur Erläuterung]

Servus,

hinsichtlich der Durchrutschwege hinter dem Zwischensignal R14 (Gleis 4 Ri Gbf): bei 40 km/h sind es 50 m, die ragen nach meinem Gefühl auf alle Fälle auch in eine Fahrt von Gleis 6 in Richtung Gbf.

Zum Zugdeckungssignal Gleis 4. Als hohes Lichtsperrsignal kommt es prinzipel erst einmal als Abschluß einer Fahrstraße in Frage. Allerdings nach meinem Kenntnisstand nur mit 40 km/h (wegen der schlechteren Erkennbarkeit gegenüber einem Hauptsignal). Ob der aktuelle Standort irgendwelche Forderungen hinsichtlich der Signalsicht verletzt, weiß ich nicht genau. Ob es überhaupt möglich ist, ein Lichtsperrsignal alternativ als Zugdeckungssignal mit Einfahrt 20 km/h und möglicherweise besetzten Durchrutschweg sowie als normales Ziel mit 40 km/h und freiem Durchrutschweg vorzusehen, weiß ich nicht. Verschiedene Durchrutschwege hinter einem Ausfahr- oder Zwischensignale kenne ich bisher nur von Hauptsignalen. Das sind Sonderlocken mit zwei Start-/ Zieltasten für dieses Signal, wo der Bediener immer vorgeben muß, was er will.

von Martin Pfeifer - am 27.04.2016 17:30

Einfahrgeschwindigkeiten NRH

Zitat

gleichzeitige Einfahrten aus Richtung Walhallastraße nach Gleis 4 (Oberpfalzbahn) und von Regensburg Ost nach Gleis 5 (Agilis) bis zu den jeweiligen Ausfahrsignalen sind prinzipell einstellbar. Mit der jeweils zugelassenen Höchstgeschwindigkeit, das dürfte in beiden Fällen aber maximal 60 km/h sein.


Und wenn es nun doch mehr sein sollte?

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 30.04.2016 21:43

Re: Einfahrgeschwindigkeiten NRH

Zitat
Schwandorfer
Zitat

gleichzeitige Einfahrten aus Richtung Walhallastraße nach Gleis 4 (Oberpfalzbahn) und von Regensburg Ost nach Gleis 5 (Agilis) bis zu den jeweiligen Ausfahrsignalen sind prinzipell einstellbar. Mit der jeweils zugelassenen Höchstgeschwindigkeit, das dürfte in beiden Fällen aber maximal 60 km/h sein.


Und wenn es nun doch mehr sein sollte?

Viele Grüße

Tobias


Servus,

ich habe kein Problem damit wenn mich jemand korrigiert. An der Zulässigkeit gleichzeitiger Einfahrten ändert das nichts.

von Martin Pfeifer - am 01.05.2016 09:35
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