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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 1 Jahr, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 5 Monaten
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Peter Gisder, extirschenreuther, Blackender, nix mehr

Fahrspaß auf der Roßbacherin

Startbeitrag von nix mehr am 06.06.2016 16:17

Servus,

mit dem Zug fahren kann man leidlich viel in der Region. Kann sein, man muss beruflich damit täglich pendeln, als Schüler, Rentner oder zeitweise als Tourist.

Oder man fährt zum Spaß fürs Hobby in der Weltgeschichte umher.

Dennoch erlaube ich mir dabei weiterhin, solange es denn geht!, so etwas wie einen Anspruch an das Gefährt stellen zu wollen. Und da ist noch!!! Auswahl. Noch!

Regelrecht elektrisierend war der Umstand, dass nach Reaktivierung des Verkehres von Hof nach Cheb über Selb-Plößberg - Asch der "kufr" Reihe 810, die berühmt-berüchtigten 14 Meter der böhmischen Lokalbahnen, wieder auf der Roßbacher Strecke, zumindest an Samstagen und Sonntagen, zurück gekehrt war! An den A-Tagen ist es Regionova 814.

Da fuhr ich 1993 ein erstes Mal auf der Roßbacher Strecke mit und in all den Jahren seither immer wieder. Stilllegungsgerüchte zu einem so und so vielten male trieben einen immer wieder zur x-ten persönlichen Abschiedsfahrt an.

Seither gab es auch Sonderfahrten im "Packmeister", vorne dran mit "Hektor" 720 145, und hinten dran mit ein paar Güterwagen. Im M262 (830). Und auch planmäßig mit dem modernisierten und umgebauten 810 als Regionova 814.

Im Regio-"Shark" 844 fahren? Hab ich, ist ganz brauchbar dieser Triebwagentyp. Und das fand um Chomutov (Komotau) statt. Aber persönlich für mich nach Roßbach behalte ich meine Konsequenz fort. :-) Und es ist eben jetzt möglich, wie ehedem zu verreisen.

So war vergangenen Sonntag kurz mit "Blackender" Absprache gehalten. Ihn gabelte ich in Selb in der Fußgängerzone auf, und wir trafen nach kurzer PKW-Fahrt freudig in Asch sogar einen "Najbrt" zur bevorstehenden Zugfahrt an! Welch Glück, wir durften Übersetzfenster fahren!
Freilich hätten wir per Zug von Plößberg nach Asch fahren sollen. Oder müssen?
Sinn und Unsinn hier und jetzt, dieser Bahnfahrt. Ob zum Spaß, oder aus einem triftigen Grund, man könnte nun diskutieren... Pro und Kontra, es auch ja 100%ig nur per Zug ab/bis Haustüre auszuführen.

Wo gibt es derlei noch planmäßig auf einer Nebenbahn außer in Böhmen und Mähren, Polen, Ungarn, Slowakei, Rumänien, Bulgarien in Europa noch? Planmäßig die frische Luft um die Nase wehen lassen, das offene Fenster am Sitzplatz. Alltäglich. Kein Museumsfahrzeug im Planbetrieb. Nichts schlechtes. Nichts rückständiges, einfach stinknormaler Betriebsalltag. Und ohne eine erbärmliche Klimaanlage, ohne Gefiebe und Gepfietsche der Türen.


Jedoch heute die Fahrt halb digitalisiert, fein mit Stationsansprache wie im gesamten Land einer CeskyDrahy, im Fahrgastraum beschallt. So musste schon eine Dokumentation "meiner" Strecke 149 auch auf diese bildliche Weise erfolgen.


Wenn auch überall ohne Halt mangels Fahrgästen durchgefahren wurde, das "Rollband dreht" sich trotzdem weiter.


Selbst die Streckengeschwindigkeit wird einem angezeigt.


Gemächliches Schaukeln durch das nordwestböhmische Fleckchen über Schienenstöße mit allzu bekannten Klang und Auswirkungen auf den 2-achsigen Wagenkasten.


Fahrkomfort? Reicht doch, man kommt von A nach B. Wenn mehr verlangt wird, wirds für den Betreiber teurer und eine Einstellung kommt aufgrund überbordender Forderungen schnell näher!


Wir nähern uns der Endstation Roßbach in Böhmen.




Das obligatorische Bild am Streckenendpunkt. Wie ehedem. Wie schon beinahe zig mal von mir dokumentiert.


Sogar die ganz seltenen "Najbrt"-Blumen wachsen dort, im passendem blau zum Gefährt...


Das "Spagetti"-Logo der CeskyDrahy, mit dem Zusatz "národní dopravce", und ein erhabenes echtes Loknummernschild aus Aluminium. Klebeziffern hättens auch getan, aber man hat sich nicht lumpen lassen weit drunten in Mähren, da bei DPOV Veseli nad Moravou, sofern der Triebfix dort seine Auffrischung erhalten haben sollte.
Der Blick hinaus in Richtung Hof, Rehau und Regnitzlosau, bzw. Fahrtrichtung Asch.

Trotz Abriss des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes blieben alle Bahnhofsgeleise liegen. Wer sie noch braucht? Befahren waren sie, wohl wieder nur von der Bahnmeisterei mit deren MUV.


Sonntag, und wie allgemein in der getriebenen EU, in den "vernachlässigten" Gebieten, das junge Volk muß vom Städtele hinaus. Zum Schulort für Montag, zur Ausbildungsstätte, ins Internat eben.
Vielleicht nur Marianzke Lazne, aber doch meistens Plzen, Praha oder Ceske Budejovice. Freitag werden sie wieder hinauf fahren in ihre Heimat.


Rückfahrt ab Hranice v Cechach nach Asch war dann mit 13 "Schölern" und Pennälern.


Zustieg weiterer Schüler in Studanka, und Asch Vorstadt ...


...und Asch Stadt.

Mit 70% Besetzung trudelte man dann in Asch ein. Umstieg aller auf den "Hofer", da als Trilex VT642, nach Eger.


Doch schnell nach Ankunft das Bildchen mit dem Rhododendron gemacht, bevor die nächste Gewitterwolke zur Verdunkelung ansetzte.
"Schaut" halt aus da in Asch. Tschechisch eben. Bunt, es lebt! Es ist menschlich. Unkraut in allen Ritzen. Etwas krumm und schief, gebraucht und verbraucht.

Die "betonizace" hat Studanka und Hranice v Cechach erwischt. Der kalte graue Beton, nun ja, die vorherigen Empfangsgebäude waren am Ende. Gottlob wurden keine neuen überladen große Betonbahnsteigkanten in die Prärie des "3-Richter-Magenbitters", oder auch ins "Böhmische Vogtland", geklotzt. Barriere-frei? Meine Güte... Der Ascher Bahnhof durfte innen sein sozialistisches Aussehen behalten. Frisch geweißelt und gereinigt, seit Reaktivierung der Hofer Pachtbahn auf ganzer Länge, erstrahlt die Empfangshalle im neuen Glanze. Ich könnte mir vorstellen, diese hat den Status Denkmalschutz inzwischen erlangt.


Und auf der Hofer Seite? Da standen und warteten 70, 80, wenn nicht gar 100 Reisende...

Es sitzt ja keiner drin! Im Zug Hof - Eger... Was und wer sitzt täglich drin von Hof bis Rehau und Selb-Plößberg, und was sitzt drin von Asch über Franzensbad nach Eger und Marktredwitz?
Ein und der gleiche Zug! Er fährt durch!
Schaut doch gut aus, das bissel "warme Luft" auf den paar lumpigen Metern von Plößberg nach Asch. Aber in den Augen derer, den ewig gestrigen, den Verhinderern aus Erkersreuth, da wird anders gerechnet... Keiner fährt mit von Hof nach Eger, heißt es.


Und der Fahrspaß für uns "Fans" oder Touristen im planmäßigen Zug? Ganze 44 Kronen, hin und zurück. 1,63 € pro Nase. Und mit einem Bilet "Egronet" lässt sich gar leidlich viel in der EuregioEgrensis zusammen basteln. Tagesausflüge am Wochenende. Die Region per Nahverkehrszug erkunden.
Die "spatedschni sleva" oder "jisdenka do Hranidse v Dschechach a spjet". Am Schalter spricht man Deutsch. Keiner kommt hier unter die Räder.

Und ich werde wieder kommen und wieder mitfahren, zu einem sonst wievielten male seit 1993. Das Privileg, vor der Haustüre derartiges noch immer geboten zu bekommen eben schamlos ausnutzen. Wer weiß, wie lange noch...

malo

Antworten:

Servusla !

Da häng ich doch mal ein paar Bilder mit an !

Ist schon eine recht gemütliche Fahrt auf der Nebenstrecke, vorbei an "Pferdeln"......



...oder mitten durch den Wald.......



Malo beim Geniessen.......





Die Einfahrt Hranice......









.....und die Einfahrt nach Aš.



Das Gymnasium mal von der anderen Seite......



Aš město..........



.......und kurz vor Aš nádraží.



Der OPB Trilex jedenfalls.....



....dann gut ausgelastet.



Schee wors ! Wer mal ein bisschen Zeit hat, sollte sich das Erlebnis wirklich gönnen !

Gruß ! ;-)

von Blackender - am 06.06.2016 18:53
Das ist mir auch aufgefallen letztes Mal, von Asch Richtung Cheb ist der Zug propenvoll. Ich mein der Zug würde auch so von Hof nach Selb fahren, so faehrt er halt durch, stellt sich die Frage wieviel Mehrkosten da tatsaechlich entstehen, aber durch das verbesserte Angebot im Binnenverkehr CZ ist definitiv eine Fahrgaststeigerung zu verzeichnen im Vgl. zu früher und die Tschechen finden den Zug toll (To je super vlak sagte eine im Zug). Selbst wenn erstmal nur ein paar Leute nach CZ durchfahren, ich denke das wird sich noch steigern und ist ein Gewinn, auf jeden Fall.

von extirschenreuther - am 06.06.2016 21:58
Hey, bei den Dingern gehen die Fenster auf. Allein das ist schon ein Grund, da mal mitzufahren.

von Peter Gisder - am 07.06.2016 17:30
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