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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Pendler_NKU, 223 061, BD Regensburg, R32chris, Strojmistr, bahnHOFbilder, Arzberger

Mut zum Lückenschluss! Elektrifizierung Nürnberg-Marktredwitz-Cheb/Hof

Startbeitrag von Arzberger am 11.06.2016 22:22

[www.marktredwitz.de]

Ein interessanter und sehr lesenswerter Beitrag, in diesem wird beschrieben was für eine Bedeutung eine Elektrifizierung der Strecken Nürnberg-Cheb/Hof hätte, vorallem würde der Güterverkehr Ost-West davon profitieren (Entlastung der Elbtalstrecke unter anderem), es wäre wieder Fernverkehr von Nürnberg nach Prag möglich, die S-Bahn Nürnberg würde davon profitieren und vorallem der Nahverkehr, man könnte die störanfälligen Triebwagen der Baureihe 612 durch barrierefreie spurstarke Elektrotriebzüge ersetzen, das alles wären einige Punkte die für eine Elektrifizierung sprechen würden, das mit denn Tunneln im Pegnitztal und im Fichtelgebirge sollte kein Argument sein gegen die Elektrifizierung zu spreche.

Grüße

Antworten:

das Problem ist nur ...

... dass die Bahn die Elektrifizierung Hof-Regensburg möchte,
um den Knoten Nürnberg nicht noch weiter zu belasten.

Aber das ist anscheinend schwer zu verstehen.

von bahnHOFbilder - am 12.06.2016 05:54

Prioritätenliste bei der Bahn hinsichtlich Elektrifizierung in der Region Nordostbayern

Servus,

Meiner Meinung nach sieht die Prioritätenliste "Elektrifizierung Nordostbayern" bei Bahnens wie folgt aus, mit persönlich geschätzter Wahrscheinlichkeit der Realisierung und Status im Bundesverkehrswegeplan dahinter (Ergänzung/Verbesserung erwünscht)

1. Hof-Regensburg (70%, Vordringlicher Bedarf, ca. 790 Mio €))
2. Nürnberg-Schnabelwaid-Kirchenläibach-Marktredwitz(-Grenze) (35%, Vordringlicher Bedarf, ca. 1.2 Mrd €)
3. Nürnberg-Weiden-Hof (30 %, potentieller Bedarf)
4. Schwandorf-Furth i.W.-Grenze (15%, potentieller Bedarf)
5. (Ergänzend zu 2.) Schnabelwaid-Bayreuth-Schiefe Ebene-Hof (5%, potenzieller Bedarf, i.V.m. 6.)
6. Hochstadt-Marktzeuln-Kulmbach-Schiefe Ebene-Hof (5%, potentieller Bedarf)

Grüße!

von Pendler_NKU - am 12.06.2016 07:09
Hallo,

alles Polemik. Wenn man möchte und es notwendig wäre, kann man auch ohne Strom Fernverkehr Nürnberg-Prag anbieten. Beim Alex funktioniert das doch auch. Nur kann man sich mit der Abschaffung von Lokomotiven und Wagenpark nicht mehr flexibel an die Verkehrsbedürfnisse anpassen. Und mal im Ernst: wer will von Nürnberg über Marktredwitz und Pilsen nach Prag fahren?

Im Güterverkehr genau die gleiche Verarsche. Der Hauptverkehr durch Tschechien geht in Nord-Süd-Richtung. Breclav-Ceska Trebova-Kolin-Decin. Damit ist das Elbtal präferiert. Warum sollte man erst den umständlichen Umweg über Pilsen oder Most nach Cheb nehmen und dann weiter über Hof-Zwickau-Leipzig?

Alles typisches Regional-Politiker-Wunschdenken, um sich zu profilieren und mit Argumenten, die plausibel zu klingen scheinen, aber nicht der Realität entsprechen, Unterstützer zu finden.

Wenn ich schon überall die Mär von 150 Güterzügen am Tag höre ... und wieviel tatsächlich fahren. Wo soll denn denn die Fracht herkommen? Von der Autobahn zurück auf die Schiene? Dann wäre es möglich. Entspricht aber nicht den Zielen der großen Politik. Man würde heulen, wenn die Einnahmen aus Öko-, Mineralöl- und Mehrwertsteuer sowie die Maut sinken würde. Dazu der Absatz neuer LKWs zurück gehen würde, womit sich die hohen Herren, im Aufsichtsrat der Hersteller sitzend, eine goldene Nase verdienen.

Gruß
Michael

von Strojmistr - am 12.06.2016 08:57
Seh ich genau wie du.

Das würde dieser von Bayern ausgesaugten Region gut tun.

Ich glaube auch das die bedarf da ist allerdings muss die Politik auch die Rahmenbedinungen schaffen um die 1Mio LKW die jeden montag aus dem Osblock einfallen zumindest etwas auf die Schiene zu verlagern.

von R32chris - am 12.06.2016 12:51

Es fehlt vor allem der Mut, das kurzfristig Machbare anzugehen ...

Seit langem diskutieren und fordern die Politiker die großen Projekte, ohne daß ein echter Fortschritt erkennbar ist.

Was ich jedoch fast völlig vermisse, sind Initiativen seitens des Städtenetzes, um das kurzfristig Machbare herauszufinden und zügig umzusetzen. Was ich meine, sind punktuelle Ausbau-Maßnahmen entlang der Franken-Sachsen-Magistrale, um die Fahrzeit zu verkürzen und damit die Verlässlichkeit der Anschlüsse zu verbessern, ganz unabhängig von der Elektrifizierung.

Besonders ärgert mich hierbei immer der Spurplan und die Zeitvergeudung in Hof Hbf bei den Ein- und Ausfahrten. Da hätte man mit einem niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrag längst Abhilfe schaffen können (und müssen). Platz ist m.E. insgesamt genügend da. Es bräuchte nur schlanke Weichen und einen verbesserten Spurplan in den Bahnhofseinfahrten, ausreichende D-Wege und die Schaffung 2er zusätzlicher Bahnsteige, damit man zügig einfahren und verlässlich einen Umstieg am gleichen Bahnsteig sicherstellen kann.

Die BEG plant hier zwar zaghafte Maßnahmen, aber nur mit Pönalmitteln wird es wieder nur eine Minimallösung, befürchte ich.

Und auch in Marktredwitz sind die Einfahrgeschwindigkeiten oft unbefriedigend, aus welchen Gründen auch immer. Da könnte man sicher auch heute schon was machen, ohne irgendwelche Tunnel aufweiten zu müssen.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 12.06.2016 18:16

Dazu fällt mir...

... der Abschnitt Marktschorgast - Stammbach ein. Hier könnte man auch das zweite Gleis wieder herstellen ohne astronomische Summen ausgeben zu müssen...
Überhaupt auch ein zweigleisiger Ausbau auf allen wichtigen Strecken in Nordostbayern. Neuenmarkt-Bayreuth - Schnabelwaid sollte, obwohl natürlich nicht leicht, ja eigentlich auch kein Ding der Unmöglichkeit sein. Das würde ganz neue fahrplanerische Möglichkeiten eröffnen. Aktuell hat man ja auf der Strecke das Gefühl dass man mehr steht als fährt. Dass der RE zw. NNE und NBY mit deutlich weniger Halten deutlich länger braucht sagt ja schon einiges. Da die Strecken hier bei uns ja hauptsächlich nur Nahverkehrs-relevant sind, ist es dann auch nicht so ausschlaggebend mit welchem Antrieb man fährt.

Grüße!

von Pendler_NKU - am 12.06.2016 19:03

Eisenbahn unterfinanziert

"Verkehrs"minister Dobrindt (der wie alle Vorgänger auf Wissmanns Spuren wandelt), hat doch einen sehr straßenlastigen BVWP herausgebracht und neben der Tatsache dass die Schiene von der Bundesverkehrspolitik gnadenlos benachteiligt ist, ist auch die Finanzierung sämtlicher Ausbauprojekte nicht gesichert.
Selbst wenn also das Projekt in den vordringlichen Bedarf kommt, heißt das nicht dass das in den nächsten 20 Jahren passiert.

Der Europäische Rechnungshof kritisierte ja unlängst die deutsche Verkehrspolitik, die darauf gezielt ist (entgegen der Sonntagsreden) den Straßenverkehr zu fördern und die Eisenbahn zu benachteiligen.
Siehe hier:
[www.transport-online.de]

von BD Regensburg - am 14.06.2016 12:56
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