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Eisenbahnforum Nordostbayern
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223 061, K. R., BD Regensburg

? Umbau Reuth bei Erbendorf

Startbeitrag von BD Regensburg am 29.07.2016 10:00

Der Bahnhof Reuth bei Erbendorf bekommt ja neue Außenbahnsteige. Einer davon dürfte auf dem restlichen Stummel des dritten Gleises kommen.

Weiß jemand wie es infrastrukturtechnisch dort weiter geht? Wird das mechanische Stellwerk dann in naher Zukunft auch aufgegeben und durch eine Anbindung ans Estw ersetzt?
Gibt es eine reine Blockstelle (was das EBA hoffentlich nicht mitmacht) oder eine Überleitmöglichkeit, optimalerweise Weichentrapez mit gleichzeitigem GWB?

Der Zustand der Infrastruktur im Waldnaabtal ist eine Katastrophe. Steinzeittechnik, kein GWB, keine flexiblen Überhol- und Überleitmöglichkeiten.

Antworten:

Zitat
BD Regensburg
Der Zustand der Infrastruktur im Waldnaabtal ist eine Katastrophe. Steinzeittechnik, kein GWB, keine flexiblen Überhol- und Überleitmöglichkeiten.



Das ist wohl wahr, allerdings gebe ich zu bedenken, daß die gleiche Beschreibung im Prinzip auch auf den Streckenabschnitt Regensburg-Obertraubling zutrifft, und das, obwohl die verkehrliche Bedeutung hier wesentlich höher ist.

Anders ausgedrückt: Daß NROB nicht bereits in den 80er Jahren zeitgleich zum Regensburger Hauptbahnhof ein modernes Zentralstellwerk bekommen hat, ist eigentlich m.E. ein verkehrspolitischer Skandal, ebenso die Tatsache, daß nicht unerhebliche Teile des deutschen Hauptnetzes noch immer keinen GWB erlauben.

Ich will damit die Situation auf der KBS 855 nicht beschönigen, aber wenn man es nicht mal schafft, das stark belastete Kernnetz durchgängig mit zeitgemäßer Signal- und Sicherungstechnik auszustatten, wie soll es dann auf (bisher) weniger beanspruchten Strecken klappen? Da passiert vermutlich erstmal gar nichts, bis ein Ausbau gemäß BVWP beschlossen und vor allem finanziell abgesichert ist.


Gruß
223 061

von 223 061 - am 29.07.2016 17:18
Guten Abend,

na Fakt ist einfach, das die letzten paar Jahre, insbesondere Abseits der Magistralen (was nun mal leider überwiegend die Dieselnetze sind bei der DB) einfach gesparrt oder zurück gebaut wurde. Weil jedes Lämpchen ja teuer ist. Das oft der Rückbau, Genehmigung, Plananpassung usw mehr kostet, als n Lämpchen 10 Jahre lang zu wechseln, das ist egal. Weil Leute hat man ja auch keine mehr, somit passt das ja. Was nicht mehr da ist, muss man nicht mehr warten und IH.

War doch bei der SOB das gleiche, damals gabs ja die SOB noch nicht und es war das Regionalnetz Inn-Salzach. Da hat man Billig-ESTW`s gebaut, hauptsache man konnte einsparen und zurückbauen. Heute Fällt einem das alles auf die Füße: Nutzlängeneinschränkungen, keine gleichzeitigen Einfahrten (Strecke MMF -MLA / MMF - MRO), keine Wahl-D-Wege, keine Rangierfahrstraßen usw.

Oberfranken das gleich Spiel. Was auf der Naabtalbahn früher Blocksignale gestanden sind - alles weg. Nur die Schalthäuser stehen noch. Blöcke mit einer Länge von 12 bis 16 km sind da nicht selten - und das bei den Problemen der Topografie der Oberpfalz/Oberfranken sowie eben den Leistungskennzahlen/Fahrdynamik der Dieseltraktion. SUUUUPER! Und dann im Inet schreiben die Strecke ist an der Kapazitätsgrenze bzw es kann nix mehr gefahren werden, wenn man nicht gleich nen Großdiesel hat.

Die Sache mit dem GBW ist auch ein zweischneidiges Schwert!!! GWB hat nur Vorteile wenn ich ihn auch Nutzen kann. Oberkotzau - Hof ist hier ein gutes Beispiel. Kurze Abstände und eben die Ein- und Ausfahrten passen von der Lage. Es bringt ja nix wenn ich GWB fahre und dann am ESIG stehe, weil cih wieder quer übern Bf muss. Für Baustellen und Unregelmässigkeiten ist GWB natürlich super, jedoch dann auch nur, wenn ich auch hier zumindest im doppelten Abstand des Regelabstandes auch mal SBKs aufstellen würde. Weil was nutzts wenn ich dann bei ZEB einen 12km langen GWB-Block habe, weil aufm Gegengleis kein SBk ist und aufm Regelgleis 3 waren?? Was will ich dann da groß erwarten?
Zudem ist das Problem eben auf Hauptstrecken kannst du den GWB eigentlich, ausser eben bei Störungen und in der Nacht, so gut wie nie Nutzen, weil die Zugdichte dies nicht zulässt. Wenn ständig was entgegen kommt und auch unterwegs keine Überleitstellen sind, nutzt mir der ganze GWB nix.

Ich bin mal mit einer V60 von MA nach MPB aufd URD gefahren. Dann bin ich ab Mammendorf bis Olching GWB gefahren. Rechts hat mich ein NV und 2 GZ überholt, welche aber ja dann in Olching aufn Ring abgebogen sind. Ich konnt dann Olching vom Gegengleis aus ohne Halt gleich weiter nach MPB und einen der Güterzüge sah ich sogar in Olching wieder stehen. Also wenn Lücken da sind, ist das eine super Sache! Nur für den Nichtwisser: Augbsburg - München ist bis Olching 4 Gleisig, also da sind halt auf den Nahverkehrsstrecke schon Lücken, weil da Fernverkehr und schnelle/leichte Güterzüge alle auf der Fernbahn fahren. Die Sbahn wiederrum hat ab Mammendorf auch ein eigenes Gleis - also da geht dann scho ohnehin mehr als wo anders durch :-) Ich habe mich dann sogar bei FDL per GSM-R für sein "umsichtiges und besonnenes" Handeln bedankt. Weil andere hätten dich mit nen 60er Fpl wieder bis zur Vergasung iwo stehen lassen.

Gruß K. R.

von K. R. - am 29.07.2016 17:52
Zitat
K. R.
Für Baustellen und Unregelmässigkeiten ist GWB natürlich super, jedoch dann auch nur, wenn ich auch hier zumindest im doppelten Abstand des Regelabstandes auch mal SBKs aufstellen würde. Weil was nutzt's wenn ich dann bei ZEB einen 12km langen GWB-Block habe, weil aufm Gegengleis kein SBk ist und aufm Regelgleis 3 waren?? Was will ich dann da groß erwarten? ... Wenn ständig was entgegen kommt und auch unterwegs keine Überleitstellen sind, nutzt mir der ganze GWB nix.




Wichtige Punkte, denn ohne ausreichend Blocksignale am Gegengleis und ohne ausreichend Überleitstellen bringt der GWB natürlich nahezu nichts. In Ländern, denen ihre Eisenbahn wichtig ist, sieht man auch sehr schön, daß die genannten Dinge dort meist in sinnvoller Kombination verbaut werden.

Früher kam man oft ohne GWB aus, weil man bei Bauarbeiten eben auch mal über längere Zeit auf Ersatzsignal bzw. Befehl fuhr. Wenn man jedoch mehr Sicherheit will, dann genügt es eben nicht, nur die Regeln zu verschärfen, sondern dann muß der Bund auch zeitgleich investieren.

Daß auf wichtigen Hauptstrecken heute immer öfter unter mehrwöchiger Vollsperrung gebaut wird, geht m.E. überhaupt nicht. Natürlich kann man argumentieren, daß die negativen Auswirkungen für die Reisenden dadurch verkürzt sind im Vergleich zum Bauen unter rollendem Rad. Das liegt aber auch wiederum oft daran, daß es an ausreichenden Fahrzeitreserven mangels Streckenausbau mangelt, so daß dann bei kleineren Bauarbeiten bereits die Anschlüsse verlorengehen.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 29.07.2016 18:22
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