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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 1 Jahr, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
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223 061, Pendler_NKU, BD Regensburg

Onetz: Freistaat setzt auf die Schiene

Startbeitrag von BD Regensburg am 21.10.2016 13:33

Experten-Resolution für den Ostkorridor

[www.onetz.de]

Interessant ist folgende Passage:
So soll beispielsweise der Rückbau vorhandener Infrastruktur für den Schienengüterverkehr gestoppt werden.

Wo leben die Herrschaften? Gerade wurde von der DB Rückbau (auch Netz genannt) in Schwarzenfeld massiv zurückgebaut. Neben den Nebengleisen auch die Weichenverbindung auf den durchgehenden Hauptgleisen Ri. Nabburg. Ein Infrastrukturrückbau für den es sicher eine Prämie gab und für den Wiedereinbau zur Elektrifizierung sicher auch.
Es gibt zwischen Schwandorf und Weiden kaum Überhol- und Kreuzungsmöglichkeiten, eigentlich nur zwei und Irrenlohe zählt dabei schon gar nicht richtig.

Das EBA und die Bundesnetzagentur haben dem Treiben doch wieder mal tatenlos zugesehen. Auch so gab es keinen Widerspruch gegen den Rückbau, null Interesse an so einem verantwortungslosen Treiben!
In Klardorf wurde das Überholgleis (obwohl schon im Estw integriert) zurückgebaut mit schlimmsten betrieblichen Folgen (heben einige Bauarbeiten in den letzten Jahren gezeigt). In Irrenlohe wurde vor Jahren auch eine Weiche ausgebaut, in Schwarzenfeld fehlt das Überholgleis seit dutzenden Jahren usw.

Der Zustand der Strecke Hof - Regensburg ist eine reine Kastastrophe. Zwischen Pechbrunn und Weiden gibt es auch kaum Überholgleise (wie soll das bei künftigem Güterverkehr klappen?), eine Steinzeitstellwerkstechnik in Reuth und Windischeschenbach, kaum Weichenverbindungen und Gleiswechselbetrieb ist eh ein Fremdwort.

Selbst beim Ausbau zur Elektrifizierung ist mit einem halbherzigen Ausbau mit GWB zu rechnen, wo dann 20 Km keine Überleitmöglichkeit besteht, typisch DB Netz eben und so anders als z. B. die perfekten ÖBB-Infra GWB-Strecken.

Antworten:

Zitat
BD Regensburg
Der Zustand der Strecke Hof - Regensburg ist eine reine Kastastrophe.



Dem ist nichts hinzuzufügen!

Außer, daß man da gleich noch Regensburg Ost bzw. den Abschnitt Regensburg-Obertraubling im gleichen Atemzug mit nennen könnte. Ich kann der Priorisierung der KBS 855 im Bundesverkehrswegeplan noch immer keinen rechten Glauben schenken, solange in der Praxis das Gegenteil vom dem passiert, was man seit langem diskutiert und ankündigt.

Die Bauarbeiten der letzten Zeit auf der KBS 855 schienen mir reine Instandhaltungs- und z.T. Rückbaumaßnahmen zu sein, ohne daß man sich gleichzeitig für den künftigen Ausbau der Strecke vorbereitet. Die noch ungeklärte Finanzierung dürfte der Hauptgrund dafür sein. Bund und Freistaat kommen ihren verkehrspolitischen Aufgaben m.E. nur ungenügend nach.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 21.10.2016 17:37
Servus,

Tja, man bekommt eben das wofür man bezahlt. Es wird in Deutschland entweder zu wenig für die Schiene ausgegeben oder zuviel in einzelne Projekte "investiert" (Stuttgart 21). Wenn man einen nachhaltig flüssigen, funktionierenden Bahnbetrieb möchte muss man einfach auch für die Fläche mal richtig Geld in die Hand nehmen. Es sind eben doch meistens die kleinen Wehwehchen die einen auf einer Bahnfahrt aufhalten. Was bringt es mir denn wenn ich durch eine Neubaustrecke eine Stunde schneller bin aber die Zeit wegen einer Weichenstörung und einem verpassten Anschluss wieder verliere. Ich bin kein Gegner von neuen Schnellfahrstrecken sogar nicht mal von dem KONZEPT Stuttgart 21 auch wenn das so rüber kommen mag, ich finde nur dass einem alles nichts oder wenig bringt wenn man dann durch den Zustand des Netzes in der Fläche, in seiner Reisekette wieder ausgebremst wird. Man muss einfach ein Gesamtkonzept haben und da habe ich so das leichte Gefühl dass das noch ausbaufähig ist. Komplettversagen würde ich jetzt nicht uunbedingt attestieren und mit "DB Rückbau" tust du ihnen vielleicht auch ein bisschen unrecht. Ich würde ihnen nicht vorwerfen um jeden Preis so viel wie irgend möglich zurückzubauen. Auch wenn Sie was Hof-Regensburg angeht wirklich für den Außenstehenden etwas unverständlich handeln hinsichtlich der Rückbaupolitik. Es ist aber auch verständlich dass sie mit ihren begrenzten Mitteln sich auf die aktuellen Hauptachsen konzentrieren damit es dort nicht völlig den Bach runter geht. Für mehr Zukunftsvorsorge bräucht's halt mehr Geld, womit wir wieder am Anfang wären. In Deutschland ist man einfach nicht bereit offensichtlich sich so viele Ausgaben für die Bahn zu leisten wie in manchen Nachbarländern. Ist ja auch eher unpopulär wo doch in Deutschland in der Bevölkerung eher eine Gewisse Ablehnung, ja manchmal gar blanker Hass, gegen die Eisenbahn besteht. Woanders gibt es eine viel höhere Wertschätzung. Bei uns ist wird allgemein eher gedacht "Die Bahn hat dauernd Verspätung, da bekommt sie nicht auch noch Geld". Tja, aber umgekehrt wird ein Schuh draus.....


Grüße!

von Pendler_NKU - am 22.10.2016 08:52
.
Sehr schön auf den Punkt gebracht. Vielen Dank.


Zitat
Pendler_NKU
Es wird in Deutschland entweder zu wenig für die Schiene ausgegeben oder zuviel in einzelne Projekte "investiert" (Stuttgart 21). Wenn man einen nachhaltig flüssigen, funktionierenden Bahnbetrieb möchte muss man einfach auch für die Fläche mal richtig Geld in die Hand nehmen. Es sind eben doch meistens die kleinen Wehwehchen die einen auf einer Bahnfahrt aufhalten. Was bringt es mir denn wenn ich durch eine Neubaustrecke eine Stunde schneller bin, aber die Zeit wegen einer Weichenstörung und einem verpassten Anschluss wieder verliere.



Oder auch nur wegen extrem niedriger Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten in nicht ausgebauten Knoten. Oder wegen fehlender betrieblicher Flexibilität auf nicht ausgebauten Zubringerstrecken.



Zitat
Pendler_NKU
... mit "DB Rückbau" tust du ihnen vielleicht auch ein bisschen unrecht. Ich würde ihnen nicht vorwerfen um jeden Preis so viel wie irgend möglich zurückzubauen. Auch wenn sie was Hof-Regensburg angeht wirklich für den Außenstehenden etwas unverständlich handeln hinsichtlich der Rückbaupolitik. Es ist aber auch verständlich dass sie mit ihren begrenzten Mitteln ...



Naja, DB Netz wird als gewinnorientiertes Unternehmen - und so war es ja bei der verkorksten Bahnreform leider gewollt - natürlich nicht vorsorglich die knappen eigenen (nicht projektgebundenen) Geldmittel auf einer Strecke ausgeben, für die künftig vsl. ohnehin größere Geldbeträge direkt und projektbezogen vom Bund kommen werden. Soweit ist das klar.

Es sind doch die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen, die zukunftsweisende Investitionen von DB Netz verhindern, solange noch alles in der Schwebe ist.

Der Ausbau der Strecke Regensburg-Hof-Leipzig als östliche Güter-Ausweichstrecke hätte aus meiner - zugegebenermaßen nicht ganz unbefangenen - Sichtweise eigentlich bereits mit zu den in den 90er-Jahren beschlossenen VDE-Projekten gehören müssen. Die VDE-Projekte waren viel zu sehr auf die Ost-West-Richtung und auch viel zu sehr auf den Personenverkehr von und nach Berlin ausgerichtet. Den Flaschenhals im Nord-Süd-Güterverkehr hat man dabei wohl damals übersehen.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 22.10.2016 11:33
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