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Eisenbahnforum Nordostbayern
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R32chris, Schwandorfer, 223 061, Pendler_NKU, extirschenreuther, BD Regensburg, Eisenbahner1, Gradausfahrer, Russenfahrer

Die fragwürdige Weihnachts-Botschaft von VM Dobrindt (mL)

Startbeitrag von 223 061 am 18.11.2016 19:39

Weihnachten ist bekanntlich nicht mehr weit, und Verkehrsminister Dobrindt hat den prallen Sack mit den Geschenken schon mal geschnürt:

Der Straßen-Güterverkehr darf sich freuen - über größere Lkw (d.h. mehr Fracht mit weniger Personal und weniger Fahrzeugen):

[www.spiegel.de]

Die Fluggesellschaften dürfen sich freuen - über reduzierte Infrastrukturkosten (die künftig der Bund zahlt), zuzüglich zu den ohnehin bereits vorhandenen großzügigen Steuerbefreiungen:

[www.spiegel.de]

...

Und welche Weihnachtsbotschaft haben Herr Dobrindt und Kollegen für den Schienenverkehr zum Weihnachtsfest? Für den bleibt offenbar nur der "Krampus" mit der Rute sowie der sprichwörtliche und immer dichter werdende "Dornwald" aus Wettbewerbsnachteilen, fehlender Kostengerechtigkeit, unzureichendem Ausbau der Infrastruktur trotz deren sehr hoher Gebühren, und um sich greifender Überregulierung.

"Als die Bahn zu Grabe getragen, da haben die Lobbyisten Rosen getragen", das kam mir jedenfalls gerade in Abwandlung dieses altbekannten Kirchen-Adventsliedes in den Sinn:
[www.youtube.com]

Sorry, aber man kann derzeit angesichts der o.g. Verkehrspolitik gar nicht genug Moll-Töne anschlagen, wenn einem der Schienenverkehr noch am Herzen liegt.

In diesem Sinne - Grüße zum anstehenden Totensonntag!
223 061

Antworten:

Die Geister die ich wählte, äh rief...

Servus,

bevor jetzt die Stammtischfraktion wieder Sätze mit Schaum vorm Mund schreibt: das haben die Wähler gewählt. Selber schuld!

Und dran denken, nächstes Jahr ist wieder Wahl.
Dann vielleicht mal Konsequenzen ziehen ...

mfg
gradausfahrer

von Gradausfahrer - am 18.11.2016 21:50

Re: Die Geister die ich wählte, äh rief...

Trotzdem wird nächstes jahr wieder die Lobby Partei um Herrn Dobrindt gewählt...

Traurig

von R32chris - am 18.11.2016 23:12

Ganz so einfach ist es leider nicht.

Ganz so einfach wird es leider nicht sein, daß man sein Kreuzchen bei der nächsten Wahl woanders macht und schon hat man eine bahn-freundliche Verkehrspolitik.

Verkehrspolitik macht man ja nicht mal eben von heute auf morgen, sondern über viele Jahrzehnte hinweg. Und seit vielen, vielen Jahrzehnten wird die Bahn-Infrastruktur in der Fläche hierzulande stark benachteiligt und offenbar als unwichtig angesehen, wenngleich während dieser Zeit nahezu alle etablierten Parteien schon mal mitregiert haben und teilweise auch das Gegenteil von dem behauptet haben, was sie in der Praxis letztlich bewirkten.

Daß das komplexe Gesamtsystem Bahn hierzulande kaum eine Lobby hat, das hat m.E. weit tiefere Ursachen in der Gesellschaft. Vielleicht liegt es ja daran, daß zum Beispiel gerade auch Techniker und Volkswirtschaftler - also Berufsstände, die sich traditionell mit komplexen Systemen beschäftigen und als bahnfreundlich gelten - kaum noch eine politische Lobby haben, sondern die Politik überwiegend von Juristen, Betriebswirtschaftlern, (Sozial-)Pädagogen und sogenannten Politikwissenschaftlern usw. gestaltet wird, wobei die Realitätsferne und Ratlosigkeit scheinbar immer mehr zunimmt. Man sieht das ja auch in anderen komplexen Bereichen wie der Währungspolitik.

Und auch wenn man sich die sehr unterschiedliche Verkehrspolitik in den europäischen Staaten ansieht, dann sind da ganz unterschiedliche, langfristig gewachsene Präferenzen für oder gegen das System Bahn zu sehen, die nur wenig davon abhängen, wo die Leute gerade ihr Kreuzchen machten bei der letzten Wahl.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 19.11.2016 08:34

Re: Ganz so einfach ist es leider nicht.

Das man mit der Wahl die Vergangenheit nicht ändern kann ist klar.

Aber eine Grüne Partei geht das Thema Bahn ganz anders an als der Lobbyist der Auto und LKW Branche Herr Dobrint. Das sollte jedem klar sein.

von R32chris - am 19.11.2016 08:56

Wen sollte man denn aktuell für bahnfreundliche Politik wählen?

Servus,

Ich frage mich immer wieder wen ich denn nun wählen soll für bahnfreundliche Politik?

CDU/CSU: Ich formuliere es mal nicht so hart, CDU/CSU wird eine große Nähe zur Automobilindustrie nachgesagt. Vernachlässigung der Schiene ja bekannt.

SPD: Auch die sind der Automobilindustrie nicht abgeneigt. Außerdem weiß man bei der SPD nicht mehr so richtig für was sie eigentlich stehen, bei dem hin und her was sie gerne betreiben. Auf dem Papier aber gute Ansätze vorhanden.

Die Linke: Ein paar gute Positionen aber eine wieder-Verstaatlichung der DB finde ich nicht gut. Außerdem wäre mir die Partei mit ihren anderen Forderungen insgesamt "zu links".

Grüne: Ebenso gute Positionen ("Deutschland Takt" etc.). Andererseits ein desaströser Zustand der Bahn in dem von den Grünen regierten Bundesland. Dazu kommen noch andere Positionen der Partei die ich nicht teile, die jetzt allerdings nicht sooo wild wären dass sie 'unwählbar' sind.

FDP: Teilweise m.M.n. keine schlechten Ansätze aber wenn man den Satz ließt "Wir werden den neu entstehenden Busverkehr wo immer möglich unterstützen"... Hm, es sind auch Dinge dabei die man nicht so sehen muss.

AfD: Nicht mit dem Gewissen vereinbar, für mich unwählbar. Egal welche Verkehrspolitk.

Zum Glück ist noch etwas Zeit bis zur nächsten Wahl, ich wüsste derzeit nämlich wirklich nicht so recht wen ich wählen sollte...

Viele Grüße!

von Pendler_NKU - am 19.11.2016 09:06

Re: Ganz so einfach ist es leider nicht.

Eine grüne Partei geht das Thema anders an? Selten so Gelacht. Beispiele?
Stuttgart 21. Erst dafür und als sich Wiederstand in der Bevölkerung bildete waren Sie schon immer dagegen.
Keine Verbrennungsmotoren mehr zulassen ab 2030. Frag mal die Grünen in BW mit Ihren grünen Ministerpräsidenten. Oder ist der schon in einer anderen Partei?
Unter Rot/Grün ging es mit der Bahn erst so richtig Bergab.

Außerdem ist es Schwachsinn, hier nur über die vernachlässigte Bahn zu Jammern. Das gesammte Nahverkehrskonzept ist für die Miez. Dort muß als erstes Angesetzt werden.

von Eisenbahner1 - am 19.11.2016 11:02
Servus!

Zitat
223 061
Und welche Weihnachtsbotschaft haben Herr Dobrindt und Kollegen für den Schienenverkehr zum Weihnachtsfest? Für den bleibt offenbar nur der "Krampus" mit der Rute sowie der sprichwörtliche und immer dichter werdende "Dornwald" aus Wettbewerbsnachteilen, fehlender Kostengerechtigkeit, unzureichendem Ausbau der Infrastruktur trotz deren sehr hoher Gebühren, und um sich greifender Überregulierung.
223 061


Das mit den Wettbewerbsnachteilen ist ja bereits politisch gewollt - warum ist die Bahn z.B. der größte EEG-Umlagenzahler, den es gibt? Warum ist Flugzeugbenzin steuerfrei - im Gegensatz zum Bahndiesel?
Daß die Bahn einen Teil ihres Stromes auch selber erzeugt (hatte), da hört man ebenfalls nichts davon. Zum Beispiel hat die Bahn früher einen Großteil des Strombedarfs aus eigener Wasserkraft gedeckt. Aber das Ganze reicht für den heutigen Verkehr nicht mehr und neue Anlagen werden nicht mehr genehmigt.

Und der Paragrafendschungel ist natürlich auch ein entscheidender Nachteil, den sich vor allem die DB zu einem großen Teil auch selber bereitet.

Aber man bedenke einmal, welche Sicherheitsvorkehrungen auf der Eisenbahn allgemein getroffen werden müssen (nicht nur DB-mäßig, auch gesetzlich), um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Dann vergleiche man das Ganze mit der Straße - vor allem im Lkw-Verkehr. Da fahren Fahrzeuge durch ganz Europa mit zum Teil unterbezahltem, oft übermüdetem Personal. Überschreitung der Lenkzeiten, unzureichende Ladungssicherung oder fragwürdiger technischer Zustand vor allem älterer Fahrzeuge hört man auch immer wieder.
Auf der Straße sind Unfälle mit tödlichem Ausgang an der Tagesordnung - was wäre, wenn auch nur ein winziger Bruchteil davon auf der Schiene passieren würde, was tagtäglich auf unseren Straßen abgeht?
Güter auf die Schiene - das würde auch unsere Autobahnen sicherer machen. Und es kommt jedem zugute, nicht nur dem Eisenbahnfreund.

Man könnte im Bahnverkehr vieles einfacher gestalten, aber das ist ja für unsere lobbygesteuerte Politik gar kein Thema. Und aus dem propagierten "Ausbau der Infrastruktur" ist ja schon seit langem nur noch ein "Rückbau" geworden.

Grüße, Russenfahrer

von Russenfahrer - am 19.11.2016 11:12

Bahnfahren in BaWü, oder: Hoffen, dass die Lok nicht auseinanderfällt

Servus,

Die Bahn-Situation ist zumindest im Norden/Nordosten Baden-Württembergs zurzeit wirklich ein einziges Trauerspiel. Zum einen ist Stellenweise die Infrastruktur am Ende oder stark und häufig gestört. Besonders auf der Strecke Stuttgart-Heilbronn-Würzburg ist man wirklich resigniert. Ein wunder Punkt vor allem Signalanlagen und BÜ zwischen Bad Friedrichshall und Möckmühl. Verspätungen über 20 Minuten sind beim RE nicht selten, unter +7 bin ich in letzter Zeit fast nie in Würzburg angekommen. Bei der RB Stuttgart-Heilbronn(-Osterburken) muss man froh sein wenn der Zug überhaupt kommt. Ersatzlose Ausfälle an der Tagesordnung. Es gibt/gab Zeiten da ist nahezu jede 2. bis 3. RB ausgefallen. Folgezüge dann überfüllt und dadurch auch oft verspätet. Alternative über Crailsheim kann man knicken wenn der Fernverkehr verspätet ist. Kurz-Anschluss an den RE mit 2h-Takt oft ZU kurz. Und dann ist da noch das Wagenmaterial. RE Stuttgart-Würzburg mit n-Wagen die nur im Temperaturbereich von 20-23 Grad Außentemperatur zu gebrauchen sind. Erst letzte Woche wieder sehr gefroren. RB Stuttgart-Heilbronn mit DBuza die ihre besten Zeiten ebenfalls weit hinter sich haben und einfach nicht mehr in den Verkehr gehören. "RE" nach Crailsheim mit müffelnder alter Wanderdüne (628). Es ist zum heulen. Und jetzt kommt mir bitte keiner mit "das ist noch richtige Eisenbahn", FAST KEIN NORMALER FAHRGAST WILL SOWAS. Bei den Uralt-Loks muss man auch froh sein wenn sie noch mitmachen (112,114,143). Mir wurde von einem Lokführer gesagt dass der "Krankenstand" bei den Loks genauso hoch ist wie beim Personal. Es ist schon eine angemietete schwarze 185 vor n-Wagen unterwegs, ein Symbolbild. Und jetzt kommt wohl auch noch das dazu: [www.spiegel.de] Es ist doch pervers dass der Lokführer inzwischen mehrmals auf der Fahrt schauen muss dass ihm die Lok nicht auseinanderfällt?! Auch das Zugpersonal ist frustriert. Ein Gespräch mit einer Zugbegleiterin brachte Sie mir pure Unzufriedenheit über ihren Berufsalltag entgegen. Es gehöre ja zu ihrem Job dass sie Wut und Ärger der Kunden aushalten und beschwichtigen müsse aber dass sie nur noch ein Ausnahmefällen Fahrten machen kann ohne Anschlussverluste verkünden zu müssen sei sehr frustrierend. Es gebe kaum Tage an denen Sie abends/nachts ihren Dienst beendet ohne dass sie nicht alle ihre Taxi-Gutscheine los wird. "Es funktioniert hier gar nichts mehr" sagte Sie als der Lokführer den dritten BÜ schlüsseln musste. Die Gründe natürlich hauptsächlich die vergeigten Ausschreibungen durch die DB. Trotzdem gehört es nicht zum guten Ton eine Strecke/Region dermaßen "totzufahren". Ich meckere tatsächlich eher ungern aber es ist wirklich ein Trauerspiel. Die Grüne Regierung - um mal zum Ausgangsthema zurückzukehren - hat zwar nur bedingt Schuld aber ein besonderer Einsatz für Besserung in der Region ist auch nicht zu erkennen. Naja, der Ministerpräsident fährt wahrscheinlich besser weiter "mitm Benz", sicherlich auch bei Feinstaubalarm in Stuttgart. Recht hat er, mit der Bahn kommt er ja nicht weit....

Nachdenkliche Grüße...

von Pendler_NKU - am 19.11.2016 12:48
Eine Regierung ist so dumm wie das Volk das sie gewählt hat, was in diesem Fall heisst dass das deutsche Volk nicht besonders gut abschneidet.
Dem deutschen Bürger wurde seit dem Ende des 2. WK eingetrichtert, dass ein Automobil das erstrebenswerteste Ziel im Leben sei, mit durchschlagendem Erfolg, und immer waren es dümmlich grinsende Politiker von wechselnd CDU und SPD die das Band für die Eröffnung der nächsten Autobahn eröffnet haben, das einzige Land ohne Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen, übrigens auch das einzige Land, das bis vor kurzem keinen Mindestlohn hatte usw. Die Leute sind aber so dumm und lassen sich immer wieder manipulieren, das ist auch Demokratie, was solls, gibts halt paar Tote mehr auf deutschen Autobahnen durch die Riesen-LKWs.
Bleibt zu hoffen dass die Österreicher und Schweizer nicht so doof sind die Riesen-LKWs in ihrem Land zuzulassen. Frage mich auch ob die Dinger überhaupt Rola fähig wären, vermutlich nicht wegen der Überlänge.

von extirschenreuther - am 19.11.2016 18:27

Re: Wen sollte man denn aktuell für bahnfreundliche Politik wählen?

Ich sehe es keinesfalls als zwingend an, daß man allein wegen der "Nähe zur Automobilindustrie" und Kenntnis von deren großer Bedeutung für die heimische Wirtschaft die Bahn-Infrastruktur vernachlässigen muß.

Schon gleich gar nicht im Güterverkehr, wo Teilen der Industrie ein wirklich leistungsfähiger Schienengüterverkehr letztlich durchaus willkommen wäre, aber natürlich nur, wenn die Kostengerechtigkeit vorhanden ist. Das Problem ist jedoch ein gewisser Teufelskreis, aus dem man seit Jahrzehnten nicht herauskommt, weil der Wille fehlt.

Weil die Bahn als System so kompliziert und streng reglementiert ist, weil teure Investitionen lange im voraus erfolgen müßten, um wieder ernsthaft konkurrenzfähig zu sein, und weil eben diese Investitionen seit Ewigkeiten versäumt wurden, folgt man nun lieber den Forderungen der Straßenverkehrs-Lobby und bohrt das sprichwörtliche Brett immer wieder an der dünnsten Stelle (Beispiele Gigaliner, zu geringe Maut, Akzeptanz von Dumping und Sicherheitsmängeln auf der Straße). Hinzu kommt dann noch die Schnapsidee, das Bahn-Netz als gewinnorientiertes Unternehmen zu führen und - im Vergleich zu den anderen Verkehrsträgern - hohe Kosten auf die Nutzer umzulegen, weil es hier leider im Gegensatz zum Straßenverkehr an einer starken Lobby fehlt, die sich dagegen wehrt.

Ich sehe nicht, mit welcher Partei das besser werden soll, da genügt es nämlich nicht, wenn so etwas nur im (grünen) Programm steht. Da müssen schon auch Persönlichkeiten da sein, die wirklich einen Willen, Durchsetzungskraft und gleichzeitig die notwendige Fachkompetenz haben. Und daran fehlt es doch allerorten ...

Der Schweizer dagegen bohrt das Brett - oder in dem Fall das Bergmassiv ;-) - schon gern mal an einer dickeren Stelle, weil er es sich beweisen will, daß er etwas erreichen kann. Das zeigt dann auch die folgende Grafik:

[www.welt.de]
(Investitionen ins Schienennetz 2015, Euro pro Einwohner)


Gruß
223 061

von 223 061 - am 19.11.2016 20:00
Welche Logik ist das den? Den Deutschen wurde das Auto eingeredet? Und der Rest der Welt zeigt sich nur Solidarisch mit den dummen Deutschen Autokäufern? Nur noch Kopfschütteln.
Und zum fehlenden Tempolimit. Außer Deutschland sind in den Club auch noch Afghanistan, Bhutan, Burundi, Myanmar, Nepal, Somalia oder Haiti und der Libanon. Und selbst in einem Land, in dem die Bahn garantiert unangefochten wichtigster Transportträger ist, hat kein Tempolimit: Nordkorea.

von Eisenbahner1 - am 19.11.2016 20:17
1. Haha, wobeis natürlich von eher theorethischem Wert wäre, ein Tempolimit in Nordkorea einzuführen, weils dort kaum Autos respektive Benzin gibt, und auf die Situation in den anderen abgenudelten Gurkenländern die du aufzählst brauch ich wohl nicht eingehen. Aber in Afghanistan stimmte das nicht, mit deutscher Gründlichkeit galten dort im deutschen Feldlager in Kundus auch die deutschen Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wir sprechen hier von westlichen Industriestaaten und da ist Deutschland das Auto- und Raserland Nummer eins, Beweis zb dass regelmässig betuchte Besitzer PS-starker Autos aus anderen Ländern nach Deutschland kommen um hier sogenannte illegale Cannonball-Rennen zu veranstalten, weil in Deutschland eben kein Tempolimit gilt und das Autobahnnetz das bestausgebaute Europas ist.
2. Es ist unbestritten, dass die westlichen Staaten insgesamt nach WK2 einen Ruck zur Automobilisierung machten, ob das sinnvoll ist sei dahingestellt, es war halt so, es ist aber ebenso Tatsache dass die Autoindustrie im Vgl. zu anderen Ländern in D überproportional und ungesund stark ist und es ist ebenfalls Tatsache, dass eines der Ziele deutscher Wirtschaftspolitik war, die Binnennachfrage nach Autos und LKWs zu stärken um somit die Wirtschaft anzukurbeln, während die Bahn keine adäquaten Hilfen zb kostenloser Fahrweg erhielt. 2 jüngere Beispiele hierzu: Senkung der LKW-Maut und Abwrackprämie. In der Geschichte führte dies des öfteren zu konkreten Problemen zb als Stuttgart in den 60ern mal ein echtes Verkehrsproblem hatte da kein adäquater Nahverkehr zur Verfügung stand und die Stadt im PKW-Verkehr erstickte.
Nach Alternativen, den Wirtschaftsstandort Deutschland durch Verlagerung auf andere Sektoren zu wentwickeln, wurde nie gesucht, schon wegen der Verzahnung von Automobilindustrie und Politik, nehmen wir mal den guten Hanns Martin Schleyer z.B,.
Das Wort "dumm" lasse ich stehen, denn der Trend geht nach wie vor zu immer noch grösseren PKWs, obwohl damit kein adäquater Nutzen einhergeht und ich wage zu behaupten dass viele lieber den letzten Dreck fressen würden und dafür ein Auto kaufen als mehnr Geld in hochwertige Lebensmittel zu investieren und dafür ab und an aufs Autofahren verzichten.

von extirschenreuther - am 19.11.2016 21:10

Re: Ganz so einfach ist es leider nicht.

Zitat

Außerdem ist es Schwachsinn, hier nur über die vernachlässigte Bahn zu Jammern. Das gesammte Nahverkehrskonzept ist für die Miez. Dort muß als erstes Angesetzt werden.


Ja, aber zumindest im Nahverkehr ist die Eisenbahn eigentlich schon stark. Das Nahverkehrsangebot war noch nie so gut wie heute - auch wenn das ganze zum Teil interessante Blüten treibt.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 20.11.2016 02:11

Re: Bahnfahren in BaWü, oder: Hoffen, dass die Lok nicht auseinanderfällt

Zitat

Bei der RB Stuttgart-Heilbronn(-Osterburken) muss man froh sein wenn der Zug überhaupt kommt. Ersatzlose Ausfälle an der Tagesordnung. Es gibt/gab Zeiten da ist nahezu jede 2. bis 3. RB ausgefallen. Folgezüge dann überfüllt und dadurch auch oft verspätet. Alternative über Crailsheim kann man knicken wenn der Fernverkehr verspätet ist. Kurz-Anschluss an den RE mit 2h-Takt oft ZU kurz.


Das ist sicherlich ein politisches Problem, wenn auch eher indirekt. Ohne jetzt auf die konkreten Strecken eingehen zu wollen oder zu können: Allgemein ist die Qualität der Durchführung der Zugfahrten eher gesunken. Man braucht sich aber auch nicht wundern, denn grundsätzlich möchte für Reserven niemand mehr Geld ausgeben. Weder der bahnfahrende Kunde noch die Politik.

Zitat

Und dann ist da noch das Wagenmaterial. RE Stuttgart-Würzburg mit n-Wagen die nur im Temperaturbereich von 20-23 Grad Außentemperatur zu gebrauchen sind. Erst letzte Woche wieder sehr gefroren.


Ist die Frage warum eigentlich, weil gerade n-Wagen habe ich immer als maßlos überheizt in Erinnerung. :-)

Zitat

Bei den Uralt-Loks muss man auch froh sein wenn sie noch mitmachen (112,114,143).


Naja, die genannten Loks sind nun auch noch nicht so alt. Pi mal Daumen spricht man eigentlich immer von einer Lebensdauer von 30 Jahren, das haben die aber noch nicht alle erreicht. Zumal es dem Fahrgast grundsätzlich egal sein kann, was da vorn dranhängt, solang alles läuft.

Zitat

Und jetzt kommt wohl auch noch das dazu: [www.spiegel.de] Es ist doch pervers dass der Lokführer inzwischen mehrmals auf der Fahrt schauen muss dass ihm die Lok nicht auseinanderfällt?!


Derlei Probleme gibt es aber immer wieder, auch an moderneren Fahrzeugen. Siehe die Baureihe 245...

Zitat

Auch das Zugpersonal ist frustriert. Ein Gespräch mit einer Zugbegleiterin brachte Sie mir pure Unzufriedenheit über ihren Berufsalltag entgegen. Es gehöre ja zu ihrem Job dass sie Wut und Ärger der Kunden aushalten und beschwichtigen müsse aber dass sie nur noch ein Ausnahmefällen Fahrten machen kann ohne Anschlussverluste verkünden zu müssen sei sehr frustrierend.


Es gibt einerseits Zugpersonale, die unzufrieden mit der Situation sind - das kann ich nachvollziehen, da der "kleine Mann" immer alle Fehler ausbaden muß (dazu kommt noch, daß der Ton und der Respekt seitens der Fahrgäste in den letzten Jahren eher schlechter geworden ist!).
Andererseits gibt es auch Zugpersonale, die schon beim Anblick eines fragenden Reisenden die Augen verdrehen und bei jeder egal wie höflich vorgebrachten Frage den Reisenden anfauchen. Diese Leute sollten sich dann eher überlegen, ob sie den richtigen Beruf gewählt haben.

Zitat

"Es funktioniert hier gar nichts mehr" sagte Sie als der Lokführer den dritten BÜ schlüsseln musste.


Die Infrastruktur ist an vielen Stellen definitiv im Arsch. Auf der anderen Seite hat man aber auch das Gefühl, daß momentan versucht wird, die Versäumnisse der letzten 15 Jahre ein wenig aufzuholen, was natürlich zu vielen gleichzeitigen Baustellen im Netz führt.

Zitat

Die Gründe natürlich hauptsächlich die vergeigten Ausschreibungen durch die DB.


Zumindest der Zustand der Infrastruktur sollte eigentlich nichts mit den Ausschreibungen zu tun haben. Die DB Netz verdient ihr Geld immer - egal, wer dort fährt.
Ich würde mir aber hinsichtlich der Fahrdienstleiter eine bessere Sensibilisierung wünschen, daß die Leute, die in diesen Zügen sitzen und denen man vielleicht gerade absichtlich(!) den Anschluß davonfährt, indirekt auch das Gehalt des Fdl zahlen.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 20.11.2016 02:28

Korrupte Verkehrspolitik

Es ist doch nichts neues dass Auto- und Lkw-Lobby den Ton angeben und wahrscheinlich mit entsprechenden Freundschaftsdiensten auch die Verkehrspolitik bestimmen.

Kein Verkehrsträger ist so stark belastet wie die Schiene, mit Trassengebühren für jeden Meter (der Lkw zahlt nur wenige Straßen und auch noch deutlich weniger, deckt nicht mal das ab was er zerstört), EEG-Umlage, Ökosteuer, Mineralölsteuer usw.
Da steckt ja System dahinter.

Mit anderen Rahmenbedingungen würde es auch anders aussehen, zeigen ja Staaten wie die Schweiz.
Schwerverkehrsabgabe für jeden Lkw ab 3,5t, für jede Straße, für jeden Meter
Spezielle Förderungen von Einzelwagenverkehren
Eine entsprechend ausgebaute Infrastruktur die nicht betriebswirtschaftlich optimiert ist
Einschränkungen für umweltschädliche Transporte wie Nachtfahrverbot für Lkw usw.
Sogar Migros setzt in der Supermarktlogistik auf die Schiene auf bestimmten Strecken, was zeigt dass die Rahmenbedingungen stimmen.

Das schlimmste sind jedoch naive Eisenbahninteressierte, die diese Benachteiligung nicht kapieren und in das Lied dass das ja nicht möglich wäre, mit einstimmen.
Wie halt beim SPNV, wo man das Angebot schlecht macht und dann keiner mehr mitfahren kann und viele sogenannte Eisenbahnfreunde fallen darauf herein. Nachdenken schadet da wirklich nicht was hier so abläuft. Lasst euch nicht vera..., die Verkehrspolitik in Deutschland ist durch und durch einseitig, seit Jahrzehnten, dafür sorgt schon die Lobby.

von BD Regensburg - am 20.11.2016 08:34

Re: Bahnfahren in BaWü, oder: Hoffen, dass die Lok nicht auseinanderfällt

Servus,

Zitat
Schwandorfer
Ist die Frage warum eigentlich, weil gerade n-Wagen habe ich immer als maßlos überheizt in Erinnerung. :-)


Ja, in n-Wagen geht nur Extremtemperatur. Nur leider habe ich bisher fast immer die Kälte erwischt...

Zitat
Schwandorfer
Pi mal Daumen spricht man eigentlich immer von einer Lebensdauer von 30 Jahren, das haben die aber noch nicht alle erreicht

joa, nicht alle aber eben doch schon einige.

Zitat
Schwandorfer
Zumal es dem Fahrgast grundsätzlich egal sein kann, was da vorn dranhängt, solang alles läuft.

Hast du Recht, es läuft nur leider nicht. Persönlich hatte ich zwar "erst" zwei größere Lokstörungen im letzten halben Jahr aber schön ist das trotzdem nicht.

Zitat
Schwandorfer
Derlei Probleme gibt es aber immer wieder, auch an moderneren Fahrzeugen. Siehe die Baureihe 245...

Hm, macht es aber auch nicht viiiel besser...

Zitat
Schwandorfer
Es gibt einerseits Zugpersonale, die unzufrieden mit der Situation sind - das kann ich nachvollziehen, da der "kleine Mann" immer alle Fehler ausbaden muß (dazu kommt noch, daß der Ton und der Respekt seitens der Fahrgäste in den letzten Jahren eher schlechter geworden ist!).
Andererseits gibt es auch Zugpersonale, die schon beim Anblick eines fragenden Reisenden die Augen verdrehen und bei jeder egal wie höflich vorgebrachten Frage den Reisenden anfauchen. Diese Leute sollten sich dann eher überlegen, ob sie den richtigen Beruf gewählt haben.


Auch da stimme ich dir zu. Allerdings muss ich wirklich sagen dass ich von der "Qualität" des Zugpersonals allgemein einen außerordentlich positiven Eindruck habe. Zugpersonal des zweiten von dir geschilderten Typs erlebe ich wirklich ganz selten. Die allermeisten machen ihren Job professionell, gewissenhaft und sehr freundlich, einige sogar mit erhöhtem Unterhaltungswert. Auch die Zugbegleiterin mit der ich sprach hat sich mit enormer Geduld um jeden Fahrgast mit Unsicherheit beim Anschluss gekümmert.

Zitat
Schwandorfer
Zumindest der Zustand der Infrastruktur sollte eigentlich nichts mit den Ausschreibungen zu tun haben. Die DB Netz verdient ihr Geld immer - egal, wer dort fährt.


Selbstverständlich. Viele andere Probleme wie auch der Personalmangel hängen aber mindestens mittelbar damit zusammen. Auch das seit Oktober deutlich ältere Zugmaterial würde ich auch auf die verlorene (eigentlich muss man sagen "vergeigte") Ausschreibung schieben. Ist ja logisch. Neue Fahrzeuge wo man auch in Zukunft fährt, alte wo einem die Strecke in Bälde sowieso herzlich egal sein kann. Nicht schön aber halbwegs verständlich.

Viele Grüße!

PS: Freue mich über die für ein politisches Thema verhältnismäßig sehr sachliche Diskussion. Wenn ich da in andere Foren reinlese, da fällt man sich ja mit heftigen Beleidigungen schon bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit an...

von Pendler_NKU - am 20.11.2016 08:46

Aktuelle Stellungnahme der SPD zur Bahn

Ich verlinke das einfach mal:

tum: Gestern, 11:15:09
Hallo zusammen,

hier mal ein Online-Artikel von NTV:

Mittwoch, 09. November 2016
"Brauchen neue Schienenpolitik"
SPD will bis 2030 Bahnverkehr verdoppeln

Ein Großteil des Güterverkehrs findet auf der Straße statt, in der Personenbeförderung machen Fernbusse der Bahn Konkurrenz: Weil das den Klimaschutzzielen entgegenläuft, möchte die SPD den Schienenverkehr stärken - mit einem ambitionierten Programm.

Deutschland muss nach Ansicht der SPD-Bundestagsfraktion in den nächsten Jahren deutlich mehr für den Bahnverkehr tun. Das geht nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" aus dem "Schienenpakt 2030" hervor, den Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion am Mittwoch in Berlin vorstellen wollen. Das zehnseitige Papier listet demnach 19 Maßnahmen mit dem Ziel auf, die Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr bis 2030 zu verdoppeln.

"Wir brauchen in Deutschland eine neue Schienenpolitik", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der Zeitung. "Die internationalen Klimaschutzziele erfüllen wir nur, wenn es gelingt, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern."

SPD will Maut für Fernbusse

Mit dem Konzept soll das Bahnreisen schneller, umweltfreundlicher und komfortabler werden. Ziel sei etwa ein "Tausend-Bahnhöfe-Förderprogramm", mit dem Bund, Länder und Kommunen die Sanierung der Bauten fördern könnten. Alle Oberzentren und möglichst viele Mittelzentren sollten flächendeckend an ICE-Trassen angeschlossen werden. Engpässe im Netz müssten beseitigt, aus eingleisigen Strecken zweigleisige werden, Nadelöhre auf internationalen Gütertrassen verschwinden.

Dabei soll sich auch die Bahn rasch wandeln, berichtete die Zeitung weiter aus dem Konzept. Nur 59 Prozent der Strecken seien bislang elektrifiziert - im europäischen Vergleich gerade einmal ein Platz im Mittelfeld. Um die Wirtschaftlichkeit der Bahn zu fördern, sollten im Gegenzug Stromsteuern entfallen und Trassenpreise gesenkt werden. Auch für eine Maut auf Fernbusse macht sich die SPD dem Papier zufolge stark.

Mehr Verkehr auf der Schiene werde es nur geben, wenn die Politik für eine Schieneninfrastruktur mit ausreichender Kapazität und hoher Qualität sorge, heißt es weiter. Bund, Länder und die Wirtschaft müssten sich dafür künftig stärker engagieren. Welche Investitionen nötig sind, um das Ziel zu erreichen, lässt das Papier dem Bericht zufolge offen.

Die SPD würde die Deutsche Bahn gerne stärker an die Leine nehmen. "Das Konzernziel der Bahn muss künftig heißen: Nicht mehr Gewinn, sondern höhere Marktanteile", forderte Bartol. "Dafür müssen wir auch die Gesellschafterverträge anpassen." An der unternehmerischen Selbstständigkeit der Bahn soll dem Konzept zufolge festgehalten werden.

Quelle: n-tv.de , jve/AFP

von R32chris - am 20.11.2016 10:12

Re: Korrupte Verkehrspolitik? Richtigen Verkehrsminister wählen.

Verlinkt:

tum: Gestern, 11:15:09
Hallo zusammen,

hier mal ein Online-Artikel von NTV:

Mittwoch, 09. November 2016
"Brauchen neue Schienenpolitik"
SPD will bis 2030 Bahnverkehr verdoppeln

Ein Großteil des Güterverkehrs findet auf der Straße statt, in der Personenbeförderung machen Fernbusse der Bahn Konkurrenz: Weil das den Klimaschutzzielen entgegenläuft, möchte die SPD den Schienenverkehr stärken - mit einem ambitionierten Programm.

Deutschland muss nach Ansicht der SPD-Bundestagsfraktion in den nächsten Jahren deutlich mehr für den Bahnverkehr tun. Das geht nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" aus dem "Schienenpakt 2030" hervor, den Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion am Mittwoch in Berlin vorstellen wollen. Das zehnseitige Papier listet demnach 19 Maßnahmen mit dem Ziel auf, die Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr bis 2030 zu verdoppeln.

"Wir brauchen in Deutschland eine neue Schienenpolitik", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der Zeitung. "Die internationalen Klimaschutzziele erfüllen wir nur, wenn es gelingt, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern."

SPD will Maut für Fernbusse

Mit dem Konzept soll das Bahnreisen schneller, umweltfreundlicher und komfortabler werden. Ziel sei etwa ein "Tausend-Bahnhöfe-Förderprogramm", mit dem Bund, Länder und Kommunen die Sanierung der Bauten fördern könnten. Alle Oberzentren und möglichst viele Mittelzentren sollten flächendeckend an ICE-Trassen angeschlossen werden. Engpässe im Netz müssten beseitigt, aus eingleisigen Strecken zweigleisige werden, Nadelöhre auf internationalen Gütertrassen verschwinden.

Dabei soll sich auch die Bahn rasch wandeln, berichtete die Zeitung weiter aus dem Konzept. Nur 59 Prozent der Strecken seien bislang elektrifiziert - im europäischen Vergleich gerade einmal ein Platz im Mittelfeld. Um die Wirtschaftlichkeit der Bahn zu fördern, sollten im Gegenzug Stromsteuern entfallen und Trassenpreise gesenkt werden. Auch für eine Maut auf Fernbusse macht sich die SPD dem Papier zufolge stark.

Mehr Verkehr auf der Schiene werde es nur geben, wenn die Politik für eine Schieneninfrastruktur mit ausreichender Kapazität und hoher Qualität sorge, heißt es weiter. Bund, Länder und die Wirtschaft müssten sich dafür künftig stärker engagieren. Welche Investitionen nötig sind, um das Ziel zu erreichen, lässt das Papier dem Bericht zufolge offen.

Die SPD würde die Deutsche Bahn gerne stärker an die Leine nehmen. "Das Konzernziel der Bahn muss künftig heißen: Nicht mehr Gewinn, sondern höhere Marktanteile", forderte Bartol. "Dafür müssen wir auch die Gesellschafterverträge anpassen." An der unternehmerischen Selbstständigkeit der Bahn soll dem Konzept zufolge festgehalten werden.

Quelle: n-tv.de , jve/AFP

von R32chris - am 20.11.2016 10:17

Re: Korrupte Verkehrspolitik? Richtigen Verkehrsminister wählen.

Laberlaber. Jetzt sollen wir alle die Heinis von der SPD wählen? Lach mich schlapp. Solche Sprüche posten die auch schon seit Kriegsende.
A propos Kriegsende: Einer der Gründe für das permanente Defizit der Bahn seit Kriegsende war ja der Missbrauch durch die Politik. Z.B. hat man nach dem 2. WK die ganzen Kriegsversehrten, die nach dem Krieg keine Chance mehr in der freien Wirtschaft gehabt hätten, in die Bahn gesteckt, damit sie so ein Auskommen hatten und soziale Unruhen vermieden wurden, ebenso fanden auf diese Art und Weise viele Vertriebene eine Beschäftigung. Aber effizient war das Ganze natürlich nicht dadurch.

von extirschenreuther - am 20.11.2016 10:44

Re: Korrupte Verkehrspolitik? Richtigen Verkehrsminister wählen.

Genau. "Mehr Verkehr auf der Schiene" wollen sie alle - aber konkrete Maßnahmen umsetzen ist etwas anderes. Alles nur dummes Gelaber von sämtlichen größeren Parteien quer durch alle Gesinnungen.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 20.11.2016 15:41

Differenzierung

Zitat
Schwandorfer
Genau. "Mehr Verkehr auf der Schiene" wollen sie alle - aber konkrete Maßnahmen umsetzen ist etwas anderes. Alles nur dummes Gelaber von sämtlichen größeren Parteien quer durch alle Gesinnungen.


Das würde ich etwas differenzierter betrachten. Es gibt schon einige die sich für den Schienenverkehr einsetzen und auch Interesse an einem Mehrverkehr auf der Schiene haben (natürlich gibt es auch genug heuchlerische Sonntagsredner).

Das Problem ist doch dass die Leute sich nicht durchsetzen können gegen Lobbyisten und da hat die Straßenlobby zu viel Macht. Der BGL hat mit der oben erwähnten Zulassung natürlich rein gaaar nichts zu tun.
In der Schweiz z. B. hat die Straßenlobby zum Glück wenig zu melden, das merkt man auch an der ausgewogenen, umweltgerechten Verkehrspolitik und trotzdem ist das Land erfolgreich.

Ansätze gäbe es genug, z. B. Umweltministerin Hendricks und das Umweltministerium haben genug Vorschläge, auch das Umweltbundesamt. Für lächerliche 10 Mrd. Euro könnte man die Knoten entflechten und den Güterverkehr massiv steigern.
Das Problem ist dass das Verkehrsministerium eben alles ignoriert und mir scheint es wirklich so als wäre das VM unterwandert von der Straßenlobby, denn diese einseitige Verkehrspolitik ist schon sehr auffällig und das leider seit Jahrzehnten.

Das große Problem sind also die Lobbyisten und deren Macht, da braucht keiner mit dem Finger auf Bulgarien oder Rumänien zeigen, erst mal vor der eigenen Haustür kehren...

von BD Regensburg - am 21.11.2016 09:35
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