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Eisenbahnforum Nordostbayern
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223 061, BD Regensburg, extirschenreuther, Eisenbahner1, Pendler_NKU, VT 22, Joachim Piephans, Falkensteiner Bockerl, Steffen Hartz

Hightech-Tram soll die Zukunft für Regensburg sein

Startbeitrag von BD Regensburg am 03.02.2017 15:30

Mittelbayerische.de:
Hightech-Tram soll die Zukunft gehören
Im Stadtrat zeichnet sich eine Präferenz für ein ÖPNV-System auf Schienen ab. Ein Gutachter präsentierte Zwischenergebnisse.

[www.mittelbayerische.de]

Antworten:

Ich hatte gestern bereits überlegt, ob ich den Link hier einstelle, aber ich habe es dann bleiben lassen.

Ich bin jetzt seit ca. 18 Jahren in Regensburg. In dieser Zeit wurde immer wieder über eine Verbesserung des ÖPNV diskutiert. Konkret getan hat sich in dieser Zeit nahezu nichts, abgesehen von kleinen Verbesserungen wie der neu eingeführten Buslinie 79.

Auch von der Stadtbahn wird seit Ewigkeiten gesprochen, aber außer daß man immer wieder neue Gutachten beauftragt hat, ist auch in dieser Sache nichts ernsthaft vorangegangen.

Stattdessen hat man z.B. sehr schnell und sehr zielstrebig ein neues Stadion für 53 Mio EUR auf Kosten des Steuerzahlers gebaut, welches pro Jahr des Betriebs nochmals mehrere Mio EUR Verlust macht unter den derzeitigen Voraussetzungen. Alles mit großer Mehrheit vom Stadtrat beschlossen, mithin von den gleichen Leuten, die sich parteiübergreifend seit langem vor den Kosten eines höherwertigen ÖPNV scheuen und Entscheidungen dazu immer wieder aufschieben und Pläne zerreden.

Deshalb habe ich mittlerweile den Glauben daran verloren, daß auf absehbare Zeit etwas vorangeht beim Regensburger ÖPNV. Man starrt nur wie das sprichwörtliche Kaninchen auf die immer länger werdende Schlange des sich stauenden Individualverkehrs. "Boomtown" sieht anders aus ...


Gruß
223 061

von 223 061 - am 03.02.2017 19:13
Wie immer halt in Deutschland, die teuerste Maximalvariante auf Kosten des Steuerzahlers muss her. Kleine Lösungen würden es auch tun, und vor allem eine Stadtbahn in Normalspur wie in Zwickau.

von extirschenreuther - am 03.02.2017 19:27
Zitat
223 061
Ich hatte gestern bereits überlegt, ob ich den Link hier einstelle, aber ich habe es dann bleiben lassen.

Ich bin jetzt seit ca. 18 Jahren in Regensburg. In dieser Zeit wurde immer wieder über eine Verbesserung des ÖPNV diskutiert. Konkret getan hat sich in dieser Zeit nahezu nichts, abgesehen von kleinen Verbesserungen wie der neu eingeführten Buslinie 79.

Auch von der Stadtbahn wird seit Ewigkeiten gesprochen, aber außer daß man immer wieder neue Gutachten beauftragt hat, ist auch in dieser Sache nichts ernsthaft vorangegangen.

Stattdessen hat man z.B. sehr schnell und sehr zielstrebig ein neues Stadion für 53 Mio EUR auf Kosten des Steuerzahlers gebaut, welches pro Jahr des Betriebs nochmals mehrere Mio EUR Verlust macht unter den derzeitigen Voraussetzungen. Alles mit großer Mehrheit vom Stadtrat beschlossen, mithin von den gleichen Leuten, die sich parteiübergreifend seit langem vor den Kosten eines höherwertigen ÖPNV scheuen und Entscheidungen dazu immer wieder aufschieben und Pläne zerreden.

Deshalb habe ich mittlerweile den Glauben daran verloren, daß auf absehbare Zeit etwas vorangeht beim Regensburger ÖPNV. Man starrt nur wie das sprichwörtliche Kaninchen auf die immer länger werdende Schlange des sich stauenden Individualverkehrs. "Boomtown" sieht anders aus ...


Gruß
223 061


Dem kann ich nur zustimmen !
Anstatt in den sechziger Jahren wie in einem Gutachten empfohlen die Straßenbahn zu modernisieren hat man sie stillgelegt. Wenn die Straßenbahn einmal ganz weg ist kommt sie nie wieder. Oder gibt es irgendwo in Deutschland ein Gegenbeispiel ?
In Regensburg wurde viel geredet und irgendwann wurde sogar einmal, viel zu spät, ein Förderantrag gestellt.
Diesmal ist das allerdings etwas anders, ein neuer zentraler Busbahnhof muss her, und der wird wohl auch gebaut. Also wird es jetzt eine endgültige Entscheidung für oder gegen eine Stadtbahn geben müssen.

von Falkensteiner Bockerl - am 05.02.2017 15:50

Apropos zentraler Busbahnhof über den Gleisen ...

Die derzeit diskutierte Idee, den neuen zentralen Busbahnhof über den Gleisen des Regensburger Hauptbahnhofs zu errichten mit direkten Abgängen zu den Bahnsteigen, ist meiner Meinung nach keineswegs nur ein Hirngespinst, sondern ein durchaus guter und zukunftsweisender Vorschlag. Dies wird klar, wenn man sich mal den Bahnhof von Chur ansieht, wo das genau so realisiert wurde (der Busbahnhof ist unter dem in den Bildern sichtbaren Glasdach):

[www.bahnbilder.de]

[www.bahnbilder.de]

[www.sbb.ch]


Bezogen auf Regensburg müßte dieser Überbau dann idealerweise zwischen Galgenbergbrücke und dem Arcadensteg errichtet werden, mit Zufahrt der Busse von der Galgenbergbrücke aus. Doch ich fürchte, auch dieser Vorschlag wird in Regensburg nicht zeitnah realisiert, sondern solange zerredet, bis er im Sande verläuft. Zumal hier eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadt und DBAG erforderlich wäre, welche aber schon bei kleineren Themen oft nicht zustande kam in der Vergangenheit.

Gruß
223 061


Nachtrag:
Vom Verkehrsfluß her wäre in Regensburg vielleicht sogar ein Busbahnhof direkt westlich der Bahnsteige günstiger. Die Buszufahrt wäre dann auf der Nordseite zwischen Postgebäude und Bahnhofsgebäude und auf der Südseite zwischen Arcaden und Gesundheitsforum, wo bereits eine Verkehrsanbindung an die Friedenstrasse vorhanden ist. Alles machbar, wenn man will und wenn man Prioritäten setzt ...

von 223 061 - am 05.02.2017 16:36
In Deutschland nicht, aber in Luxembourg wird zur Zeit eine neue Strassenbahn gebaut. Auch im französischen Nancy wurde vor einiger Zeit eine Strassenbahn neu errichtet, die zwar am Anfang einige Probleme machte (neue Technik, Einschienenstrassenbahn aus Kanada, das war so zur Jahrtausendwende, dann aber problemlos fuhr, war damals so 2001 grade aus beruflichen Gründen dort und bin damals bisschen damit rumgefahren).

von extirschenreuther - am 05.02.2017 18:17

Es braucht keinen Busbahnhof

Zitat
223 061
Bezogen auf Regensburg müßte dieser Überbau dann idealerweise zwischen Galgenbergbrücke und dem Arcadensteg errichtet werden, mit Zufahrt der Busse von der Galgenbergbrücke aus. Doch ich fürchte, auch dieser Vorschlag wird in Regensburg nicht zeitnah realisiert, sondern solange zerredet, bis er im Sande verläuft. Zumal hier eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadt und DBAG erforderlich wäre, welche aber schon bei kleineren Themen oft nicht zustande kam in der Vergangenheit.
...


Meiner Meinung nach bräuchte man mit einer Stadtbahn auch keinen zentralen Busbahnhof.
Die Regionalbusse könnten an den Endpunkten der Stadtbahn enden und im Zentralbereich könnten Elektrobusse die Feinverteilung übernehmen.
Hält man Busse weitestgehend aus der Stadt braucht man auch keinen Busbahnhof und entlastet die Straßen.

Für die Rosinenpicker der Fernbusindustrie und ihre "Kunden" reicht eine Haltestelle irgendwo draußen, soll ja schön billig sein.

Die Stadt hat derzeit nur andere Probleme und keine Bürger wie derzeit in Rumänien bei dem dortigen Korruptionsskandal.
Die Stadtbahn wäre die einzige Möglichkeit diese Stadt mit einer der niedrigsten ÖPNV-Quoten in die Zukunft zu bringen, nur scheinbar fällt da für die Regensburger Bauindustrie zu wenig ab.
Lieber ein Stadion für einen bedeutungslosen Amateurclub mit seinen so super tollen 3 Ultras die die ganze Region mit ihren Botschaften verunstalten.

von BD Regensburg - am 06.02.2017 10:50

Re: Es braucht keinen Busbahnhof

Zitat
BD Regensburg
Meiner Meinung nach bräuchte man mit einer Stadtbahn auch keinen zentralen Busbahnhof. Die Regionalbusse könnten an den Endpunkten der Stadtbahn enden und im Zentralbereich könnten Elektrobusse die Feinverteilung übernehmen.
Hält man Busse weitestgehend aus der Stadt braucht man auch keinen Busbahnhof und entlastet die Straßen.




Klingt bei entsprechend hohem Verkehrstakt der Stadtbahn sehr vernünftig, dürfte aber in Regensburg kaum durchsetzbar sein. Man ist immer noch mehrheitlich der Meinung, daß - ich bitte um Verzeihung - aus jedem "Kaff" ein Bus direkt ins Zentrum bzw. in die Altstadt fahren muß.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 06.02.2017 18:33

Gegenbeispiel

Zitat

Wenn die Straßenbahn einmal ganz weg ist kommt sie nie wieder. Oder gibt es irgendwo in Deutschland ein Gegenbeispiel ?


Saarbrücken. Straßenbahn bis 1965, seit 1997 die Saarbahn als Stadt-Umland-Bahn mit Innenstadttrasse.


Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 06.02.2017 18:53

Re: Gegenbeispiel

Stimmt mit der bin ich neulich mal gefahren, die fährt sogar bis nach Frankreich, nämlich nach Saarguemines, wusste ich gar nicht. Ulkig. Ist allerdings in Normalspur. Fährt als ganz normale Strassenbahn durch die Innenstadt Saarbrücken und dann weiter nach Frankreich.

von extirschenreuther - am 06.02.2017 20:01

Re: Es braucht keinen Busbahnhof

Ein neues Starssenbahnnetz aufzubauen ist meiner Meinung nach Heutzutage völliger Unsinn. Schneller Realisierbar, bestimmt Billiger, genauso Umweltfreundlich, leichter erweiterbar und auch in grenzen flexibler sind Oberleitungsbusse. Mich wundeert es immer wieder, wie stiefmütterlich diese Behandelt werden.

von Eisenbahner1 - am 06.02.2017 21:06

Gegenbeispiel: Heilbronn

Hallo in die Runde,

auch in Heilbronn gibt es wieder eine Straßenbahn: Früher in Meterspur, heute in Normalspur unter teilweiser Nutzung von DB- und Industrie-Gleisen.....


Gruß,

Steffen

von Steffen Hartz - am 07.02.2017 14:46

Trugschluss

Zitat
Eisenbahner1
Ein neues Starssenbahnnetz aufzubauen ist meiner Meinung nach Heutzutage völliger Unsinn. Schneller Realisierbar, bestimmt Billiger, genauso Umweltfreundlich, leichter erweiterbar und auch in grenzen flexibler sind Oberleitungsbusse. Mich wundeert es immer wieder, wie stiefmütterlich diese Behandelt werden.


Ist halt nur deine Meinung. Ein O-Bus-System aufzubauen ist heutzutage völliger Unsinn. Frankreich macht es doch vor wie man moderne Stadtbahnen aufbaut und gleichzeitig (!) ganze Stadtviertel damit modernisiert und aufhübscht. Da bildet Tram und Städtebau eine Symbiose und verbessert die Lebensqualität.
Jeder Verkehrsexperte würde dir von einem (O-)Bus-System abraten, so wie man natürlich auch von einer reinen Straßenbahn abraten würde.
Das Zauberwort heißt Stadtbahn.
Mit dem Oberleitungsbus raubt man sich jeder Flexibilität. Die Nachteile einer Straßenbahn (Spurgebunden) ohne die Kapazität und Schnelligkeit einer Straßenbahn.
Wo soll das bitte flexibler sein? Das wäre allenfals der neue E-Bus von Volvo, aber der hat nicht die Kapazitäten und Schnelligkeit einer Stadtbahn (kostet massiv Fahrgastpotential) und kann daher nicht zu einer Verlagerung vom MIV beitragen.
Schneller realisierbar ist dieses Sondersystem auch nicht, da man ebenfalls eigene Fahrspuren braucht, sonst kann man es gleich sein lassen.
Wäre das O-Bus-System so toll, würde man es auch nutzen. Salzburgs O-Bus ist auch ein langsames Verkehrshindernis und kein Ersatz einer richtigen Straßenbahn mit eigener Trasse.

Jede Studie besagt dass nur ein Bahnsystem massiv vom MIV verlagert, das Bussystem stößt schnell an seine Grenzen, auch ein O-Bus.
Eine Stadtbahn kann dagegen auch ins Umland fahren, wie in Frankreich mehrfach erfolgreich gemacht, aber auch in Saarbrücken, Kassel oder Heilbronn.

Wenn man die Fahrgastzahlen nicht steigern will kann man auch das bisherige System belassen, denn weder E-Bus noch andere Bussysteme können zu einer Steigerung der Passagierzahlen von 30% und mehr beitragen, das schafft nur ein Stadtbahnsystem. Also entweder richtig oder gar nicht.

von BD Regensburg - am 07.02.2017 15:26

Re: Gegenbeispiel: Heilbronn

Servus,

Die Stadtbahn in Heilbronn ist einerseits natürlich toll, aber hat auch Schattenseiten. In der Stadt ist es eigentlich nur vorteilhaft eine direkte Verbindung ins Umland unter teilweiser Nutzung der DB-Infrastruktur zu haben. Die Erschließung ist feiner als mit der Eisenbahn und man bewegt mehr Leute in den ÖV als mit Bussen. Das einzige was mir an der Stadtbahn missfällt ist die Dimension die sie angenommen hat. Es wird leider stellenweise ein hochqualitativer SPNV ersetzt. Das mag bei einer RB Heilbronn-Öhringen ja noch in Ordnung sein, wird bei einer RB nach Sinsheim kritisch und bei der Verbindung nach Karlsruhe absolut inakzeptabel. Das Karlsruher Modell und die Arbeit und Ambitionen Dieter Ludwigs in allen Ehren aber es gibt einen Punkt an dem das ganze an seine Grenzen kommt und der wurde hier leider überschritten. Auf der Strecke Heilbronn-Karlsruhe fehlt einfach eine RE-Leistung mit einem Vollbahnfahrzeug.
Aufgrund der Erfahrungen mit dem System sehe ich es ein wenig weniger enthusiastisch als Andere, bin jedoch der Meinung dass es sich durchaus sinnvoll implementieren lässt, man muss es nur richtig angehen, dann kann es ein großer Erfolg werden. Ansonsten bin ich persönlich eher jemand der eine klare Abgrenzung von Verkehrsmitteln bevorzugt und daher (wohlgemerkt komplett ohne Kenntnis der örtlichen Situation in Regensburg) im Allgemeinen eher zu einer reinen Straßenbahn tendieren. Was O-Busse angeht: wenn man Oberleitungen aufhängt, kann man auch noch ein paar Schienen drunter legen. Bin ich kein Fan von. Wenn man so ein System historisch hat, meinetwegen, aber neu aufbauen würde ich das nicht.

Viele Grüße

von Pendler_NKU - am 07.02.2017 15:59

Re: Trugschluss

Zitat
BD Regensburg
Ein O-Bus-System aufzubauen ist heutzutage völliger Unsinn.



Ein O-Bus-System ist ja in der Tat derzeit auch stark im Gespräch für Regensburg. Und ganz so negativ würde ich es nicht sehen, aber Du hast ja zwei wichtige Voraussetzungen schon genannt:
- weitgehend eigene Trasse
- geeignete Kombination aus hohem Takt und ausreichend Kapazitäten

Diese Kriterien sind für den Erfolg m.E. noch wichtiger als die generelle Frage ob schienengebunden oder nicht (zumindest solange man auf eine Durchbindung ins Bahnnetz verzichtet).

Es gibt ja 25m lange Doppelgelenk-O-Busse (69 Stück davon fahren in der Schweiz), die bei einem 5min-Takt für Regensburg durchaus passen könnten. Man sollte damit halt nicht durch die Altstadt gurken, sondern man müßte über Justizgebäude-Bahnhofstrasse fahren.


[de.wikipedia.org]

[bahnbilder.warumdenn.net]


Gruß
223 061


Edit: Link mit technischen Infos aktualisiert.

von 223 061 - am 07.02.2017 17:56

Re: Es braucht keinen Busbahnhof - Straßenbahn für Regensburg! Jetzt!

Zitat
Eisenbahner1
Ein neues Straßenbahnnetz aufzubauen ist meiner Meinung nach heutzutage völliger Unsinn.


Nein, das ist definitiv kein Unsinn! Siehe Frankreich. Die bauen nicht ohne Grund am laufenden Band neue Straßenbahnstrecken bzw. in vielen Städten komplett neue Straßenbahnnetze...

Zitat
Eisenbahner1
Schneller realisierbar, bestimmt billiger, genauso umweltfreundlich, leichter erweiterbar und auch in Grenzen flexibler sind Oberleitungsbusse.


Wo bitte ist ein O-Bus flexibler als eine Straßenbahn? Gerade für das Kapazitätsproblem in Regensburg ist ein O-Bus eine denkbar schlechte Alternative zum richtigen Bus (nix gekonnt damit).

Und ob der Fahrgast nun in einem Bus oder in einem O-Bus fährt, ist qualitativ kein Unterschied beim Fahrkomfort. Da macht eine Straßenbahn deutlich mehr her.
Nicht umsonst sorgen neue Straßenbahnbetriebe für einen ÖPNV-Boom in der jeweiligen Stadt.

Auf lange(!) Sicht gesehen, ist und bleibt eine Straßenbahn bei dieser Stadtgröße am günstigsten!

Zitat
Eisenbahner1
Mich wundert es immer wieder, wie stiefmütterlich diese [O-Busse] behandelt werden.


Frag mal studierte Verkehrsexperten warum...

Ich hoffe ja schon, dass Regensburg die erste deutsche Stadt der "Straßenbahn-Renaissance" wird und ein neues Straßenbahnnetz bekommt, meinetwegen auch gerne als Stadt-Umland-Bahn, was ich aber nicht zwingend für erforderlich halte, um die Probleme in der Stadt zu lösen (überfüllte Busse, große unübersichtliche Haltestellenanlagen mit 28 Abfahrtssteigen, fehlende Busparkplätze u.v.a.).

Edit: upps, da waren ja schon einige andere NOBFler schneller als ich mit antworten ;-)

MfG VT 22

von VT 22 - am 07.02.2017 18:21

Re: Es braucht keinen Busbahnhof - Straßenbahn für Regensburg! Jetzt!

Es gibt Städte, die lassen Ihre Strassenbahnen z.B. Nachts in den Deots und fahren dafür mit Busen. Diese sind wirtschaftlicher.
Zur Flexibilität: Sobald auf, an oder mit der Schiene was nicht Stimmt, geht meist nichts mehr. Moderne O-Busse können auch ohne Stromleitung viele Kilometer fahren.
Am Ende kommt es auf einen gesunden und funktionierenden Mix an. Leider wird wahrscheinlich aus Ideologischen Gründen immer Stur auf bestimmte Verkehrssystem gesetzt.

von Eisenbahner1 - am 07.02.2017 19:38

Das ist nur deine Wunschvorstellung

Zitat
Eisenbahner1
Es gibt Städte, die lassen Ihre Strassenbahnen z.B. Nachts in den Deots und fahren dafür mit Busen. Diese sind wirtschaftlicher.
Zur Flexibilität: Sobald auf, an oder mit der Schiene was nicht Stimmt, geht meist nichts mehr. Moderne O-Busse können auch ohne Stromleitung viele Kilometer fahren.
Am Ende kommt es auf einen gesunden und funktionierenden Mix an. Leider wird wahrscheinlich aus Ideologischen Gründen immer Stur auf bestimmte Verkehrssystem gesetzt.


Beispiel dieser Städte? Jetzt aber doch wohl nicht die Spaßtrams in Naumburg oder in einer strukturschwachen Stadt. Ansonsten fahren Nachttrams.
Aber das Beispiel ist eh schwach, da ja die Straßenbahn eben gerade für die Starklastzeiten da ist und da kann kein Bus die Tram ersetzen, auch dein toller O-Bus nicht.

Das hier im Eisenbahnforum ideologisch diskutiert wird ist doch normal. Als Eisenbahnfreund muss man nicht zwangsläufig auch den Bus mögen.

Die Verkehrsexperten und Entscheidungsträger sind jedoch nicht ideologisch (und wenn dann meistens GEGEN die Straßenbahn), aber trotzdem setzt sich der O-Bus nicht durch, weil das System keinerlei Vorteile hat.
Auch Straßenbahnen gibt es längst ohne Oberleitung (siehe Nizza usw.)

Zum Glück entscheiden das also Verkehrsexperten, die Ahnung haben was volkswirtschaftlich sinnvoller ist und wo man mehr Verkehr vom MIV wegverlagern kann und das ist entscheidend!

Salzburg ist doch ein tolles Beispiel das zeigt dass der O-Bus gegenüber dem normalen Bus keinen Vorteil hat und eine richtige Straßenbahn nicht ersetzen kann.
Wenn das System so toll wäre würden weltweit die Betriebe aus dem Boden schießen. Tun sie nicht.

In diesem Sinne erkenne ich nur bei dir eine O-Bus-Ideologie, ohne dass du genaue Kenntnisse davon hast (ich auch nicht, aber dafür gibt es Experten und die Fakten sprechen ja für sich!). Dein O-Bus hat keine Zukunft und das ist gut so.
Die Stadtwerke Solingen, Esslingen oder Salzburg nehmen sicher gerne Bewerbungen von O-Bus-Fans entgegen, einfach mal probieren.

Regensburg kann jedenfalls seine Verkehrsprobleme nicht mit einem Bus (egal wie der nun ausschaut) lösen, sondern nur mit einer richtigen Stadtbahn und dann E-Busse für die Feinverteilung.

von BD Regensburg - am 09.02.2017 11:45

Re: Das ist nur deine Wunschvorstellung

Nachdem auf der Nibelungenbrücke schon die Aussparungen für die Gleise bei der Sanierung damals mit reingemacht wurden denke ich eine Minimallösung wäre eine Linie zum DEZ und eine andere zur Uni, und zwar in Normalspur und unter Einbeziehung der diversen Regensburger Bahnhöfe (Wallhallastrasse, Wutzlhofn usw und des umlandes).
extirschenreuther

von extirschenreuther - am 09.02.2017 20:19

O-Bus: Man muß die Regensburger Verhältnisse betrachten ...

Zitat
extirschenreuther
... denke ich eine Minimallösung wäre eine Linie zum DEZ und eine andere zur Uni, und zwar in Normalspur und unter Einbeziehung der diversen Regensburger Bahnhöfe (Wallhallastrasse, Wutzlhofn usw und des Umlandes).



Gute Umsteigemöglichkeiten an den Bahnstationen sind sehr wichtig, aber ob eine direkte Durchbindung einer Stadtbahn ins Umland ähnlich dem Karlsruher oder Chemnitzer Modell funktioniert, da bin ich mir nicht sicher, denn die Pendlerströme aus dem weiteren Umland sind in Regensburg sehr stark und die Trassen auf den angrenzenden Bahnstrecken ziemlich begrenzt. Mit welchen BOStrab-tauglichen und auch für die Regensburger Innenstadt geeigneten Fahrzeugen könnte man z.B. eine Doppeltraktion 1648er oder einen vierteiligen 1440er ersetzen? Und wer kann/will das bezahlen und organisieren?


Ich bin eigentlich auch ein Freund des schienengebundenen Verkehrs, aber Regensburg braucht eben nicht erst in 10 oder 15 Jahren eine zeitgemäße ÖPNV-Lösung, sondern JETZT.


Deshalb würde ich den O-Bus nicht verteufeln. Er könnte eine bezahlbare und auch unter den speziellen "Regensburger Verhältnissen" noch einigermaßen zeitnahe Umsetzung eines höherwertigen ÖPNV in der Stadt ermöglichen.

"BD Regensburg" hat allerdings m.E. völlig zurecht darauf hingewiesen, daß Salzburg als Vorbild nicht taugt. Denn zum einen fehlt es dort überwiegend an separaten Fahrspuren zur Beschleunigung des Verkehrs. Und andererseits erscheinen die dort derzeit üblichen Gefäßgrößen (z.B. Trollino 18) nicht ausreichend, wenn man mehr ÖPNV-Fahrgäste anlocken will. Die bereits erwähnten neuen Schweizer Doppelgelenkbusse - in kurzem Takt verkehrend - könnten jedoch meiner Meinung nach für Regensburg eine gute Möglichkeit sein.

Siehe zum Beispiel:

[64773.forumromanum.com]


Gruß
223 061

von 223 061 - am 10.02.2017 20:17

Das bringt alles nichts

Ich sehe das alles anders, entweder man nimmt richtig Geld in die Hand und macht es gleich richtig oder man lässt es bleiben und schaut zu wie in Regensburg der Verkehr zusammenbricht.

Diese ganzen Späße wie Doppelgelenkbus in kurzem Abstand bringen rein gar nichts, schon gar nicht eine Masse vom MIV weg. Es reicht eben nicht nur den Takt auszubauen und die Kapazitäten zu erhöhen, es braucht auch ein schnelles, attraktives System und so etwas kann nur eine Stadtbahn oder Straßenbahn.

Diese kann auf keinen Fall Vollbahnzüge ersetzen, aber eine Stadtbahn heißt ja nicht dass sie die vier Vollbahnstrecken nutzen müssen, dazu ist das wenig geeignet. Aber die Anbindung von Neutraubling, Lappersdorf, Wenzenbach oder sogar Bad Abbach wären Optionen.

Was nützt JETZT eine Lösung wenn man damit keine Fahrgäste verlagert? Der Busverkehr (egal ob O-Bus oder sonst einer) kann das nicht, ein Bus kann die Attraktivität eines Bahnsystems nie erreichen.
Lieber wartet man noch ein paar Jahre und macht es richtig bevor man nur leicht rumdoktert, denn damit kann man vergleichbaren Städten wie Würzburg (wo man eine Tram hat) nie das Wasser reichen.
Die Experten sagen doch alle dass nur eine Stadtbahn die Ziele der Verlagerung vom MIV erreicht. Wenn sogar die RVB, die ja immer Busfanatiker waren, dafür sind, dann heißt das schon was.

von BD Regensburg - am 10.02.2017 21:51

Re: Das bringt alles nichts

Zitat
BD Regensburg
Es reicht eben nicht nur den Takt auszubauen und die Kapazitäten zu erhöhen, es braucht auch ein schnelles, attraktives System und so etwas kann nur eine Stadtbahn oder Straßenbahn. [...] Die Experten sagen doch alle dass nur eine Stadtbahn die Ziele der Verlagerung vom MIV erreicht.



Damit die Diskussion sich nicht im Kreis dreht, muß ich etwas deutlicher werden. Ich bezweifle nicht, daß eine Stadtbahn die verkehrspolitisch mit Abstand beste Lösung wäre. Ich bezweifle allerdings aus verschiedenen Gründen - auch aufgrund der Erfahrung aus den letzten 18 Jahren mit der hiesigen Kommunalpolitik - daß die Stadt Regensburg in einem halbwegs überschaubaren Zeitraum den Bau eines Stadtbahnnetzes in nennenswerter Größe (d.h. mindestens eine Nord-Süd- und eine West-Ost-Linie) überhaupt auf die Reihe bekäme.

Und bevor man weiterhin gar nichts tut und noch das nächste und übernächste Gutachten abwartet, weil es noch (Zitat) "viele Unwägbarkeiten" gibt, dann wäre ein Ausbau der Buskapazitäten wie oben beschrieben dann m.E. doch besser. Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Als täglicher Nutzer des Regensburger ÖPNV möchte ich nicht solange warten, bis man vielleicht doch eines fernen Tages mal die große Lösung hinbekommt.


Gruß
223 061

von 223 061 - am 11.02.2017 13:02

Re: Das bringt alles nichts

Zitat
223 061
Und bevor man weiterhin gar nichts tut und noch das nächste und übernächste Gutachten abwartet, weil es noch (Zitat) "viele Unwägbarkeiten" gibt, dann wäre ein Ausbau der Buskapazitäten wie oben beschrieben dann m.E. doch besser. Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Als täglicher Nutzer des Regensburger ÖPNV möchte ich nicht solange warten, bis man vielleicht doch eines fernen Tages mal die große Lösung hinbekommt.


Genau das sehe ich anders, lieber gnadenlos untergehen als dass man sich mit einer halbgaren Sache zufrieden gibt, denn da ist die Gefahr groß dass man das dann dabei belässt, weil man hat ja was gemacht.
Meiner Meinung nach ist die Gefahr größer mit dem Spatz in der Hand dass nichts vernünftiges (und ein Bussystem ist nichts vernünftiges) mehr kommt als gar nicht zu handeln und langsam unter zu gehen.

Der Druck ist höher wenn es beim derzeitigen Zustand bleibt bis der große Wurf kommt, so lange eben bis alles zusammenbricht.
Stadtbahn/Straßenbahn würde ich fleißig nutzen, Bus nicht, egal wie, es bleibt unattraktiv.

von BD Regensburg - am 11.02.2017 21:18
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