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Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 8 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 8 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Sengenthaler, extirschenreuther

[HiNOBF] Anschluss Cementwerk in Berching [m2L]

Startbeitrag von Sengenthaler am 04.03.2017 15:28

Servus,

den Älteren hier im Forum dürfte der Bf Berching, ein an der Sulztalbahn Neumarkt - Beilngries gelegener Bahnhof, noch ein lebendiger Begriff sein. Hier gab es bekanntermaßen einen Gleisanschluss zur Flachsröste, der bis zum Ende der Nebenbahn im Sommer 1989 bedient worden war.

Die alten Gleise, die von der Köf damals nur noch im Schritttempo befahren werden durften, stammten noch aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts, als der dortige Industriebetrieb 1908 ursprünglich als Portland-Cementfabrik A.-G. Berching (Oberpfalz) eröffnet worden war. Der für die Fabrik errichtete Gleisanschluss besaß ausgedehnte Gleisanlagen, die umfangreicher waren als die drei kurzen Bahnhofsgleise zusammen.

Für das Bewegen der Wagen im Anschluss war im Juni 1908 eine fabrikneue, zweiachsige Dampfspeicherlok (Bauart Bf) angeschafft worden: Hersteller Orenstein & Koppel (O&K), Fabriknummer 2745, Leistung 60 PS.

Bisher war kein Foto von dieser Dampfspeicherlok bekannt, deren Verbleib nach Schließung des Zementwerks 1919 bzw. nach Schließung des hier ansässigen Nachfolgebetriebs, der Maschinen- und Waggonbau A.G. Berching (1920 – 1925) leider unbekannt ist.

Einzig auf einem Gemälde von der Cementfabrik ist die Lok gezeichnet zu sehen, mit rotem Fahrwerk und grünem Aufbau.

Nun aber bin ich beim Stöbern auf ein Foto gestoßen, auf dem diese Werklok zwischen Wagenreihen links im Bild zu sehen ist: [upload.wikimedia.org]
Zu sehen ist hier das Werk von Westen, der Bahnhof lag weiter rechts.

Interessant ist auch dieses Foto von Osten her auf den Betrieb. Neben dem Ludwigskanal lief die Staatsstraße, daneben die Lokalbahnstrecke direkt neben den Fabrikgebäuden: [upload.wikimedia.org]
Links im Bild läuft die Drahtseilbahn.

Soweit die kleine Zeitreise in die Vergangenheit.

Viele Grüße vom
Sengenthaler

Antworten:

a propos, iwo nahe neumarkt, an der Hauptstrecke, gabs doch auch eine Zementfabrik, kann mich noch erinnern Anfang der Neunziger wurde die noch bedient, der Anschluss hatte sogar Oberleitung. Heute ist das Gebäude abgerissen. Was war das eigentlich für ein Werk?
extirschenreuther

von extirschenreuther - am 04.03.2017 16:26

Awanst Kalkwerk

Servus,

hier ein aktueller Blick von oben auf das frühere Zementwerk an der Hauptstrecke Regensburg – Nürnberg: [www.google.de]

Es ist das frühere Zementwerk Behringer im Sengenthaler Ortsteil Am Anger. Es wurde später von Heidelberger Zement aufgekauft und geschlossen.
Der Anschluss, die Awanst Kalkwerk (= Ausweichanschlussstelle), wurde 1989 geschlossen und besaß übrigens keine Oberleitung.
Die Bedienung erfolgte damals durch die Neumarkter Bahnhofs-Köf. Die Wagen mussten hinwärts auf dem Gegengleis zur Awanst geschoben werden.

Die Firmengeschichte des Zementwerk Behringers kann man hier nachlesen: [de.wikipedia.org]

Da der Anschluss 1989 aufgegeben wurde, mussten die mit Thomasmehl beladenen Ucs-Ganzzüge, deren Inhalt in den Silos im Zementwerk gelagert wurde, im Bf Greißelbach umgeschlagen werden.

Viele Grüße vom
Sengenthaler

von Sengenthaler - am 04.03.2017 17:10
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