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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 4 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 4 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Eisenbahner1, 223 061, apfelpfeil, extirschenreuther, Bahnwärter1848, JimKnopff, Eisenbahner_88

Dobrindt fordert Lärmschutz zwischen Regensburg und Hof (mL)

Startbeitrag von JimKnopff am 27.07.2017 21:44

Servus!

Und zwar, wenn die Strecke elektrifiziert wird:

[www.mittelbayerische.de]

Leise Grüße
Gabriel

Antworten:

Noch wichtiger wäre mir ...

... daß man beim Ausbau der Strecke Regensburg-Hof eine sinnvolle Reihenfolge einhält, also:

Schritt 1:
Ausbau der Signal- und Sicherungstechnik mit durchgehendem Gleiswechselbetrieb; Inbetriebnahme der neuen Stellwerke/Stellwerkserweiterungen unter jeweils nur kurzzeitiger Sperrung + Einrichtung einer ausreichenden Zahl von nutzbaren Überleitstellen
Schritt 2:
abschnittsweise Elektrifizierung und Gleiserneuerung bei jeweils eingleisigem Weiterbetrieb


Ich bin ein großer Befürworter des Ausbaus dieser Strecke. Sollte man aber - wie andernorts in letzter Zeit leider schon öfters geschehen - mehrfachen wochen- oder monatelangen SEV benötigen, um den Ausbau durchzuführen, dann wäre das m.E. sehr problematisch für die Reisenden.

Bei der Elektrifizierung von Hof-Plauen-Reichenbach/V. hat man die oben genannte Schrittfolge eingehalten (u.a. neues Stellwerk in Reuth und Anpassung Gutenfürst-Schönberg für GWB) und man kam daher weitgehend ohne Vollsperrungen aus. Das ist aber auch schon wieder ein paar Jahre her.

Im Übrigen: Herr Dobrindt hat keine Termine genannt und allein für Hof-Marktredwitz will man sich ja bis 2023 Zeit lassen. Es wird also noch viel Wasser die Donau, die Naab und die Saale hinunterfliessen, bis das wirklich konkret wird ... mal sehen, wer dann Verkehrsminister ist.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 29.07.2017 13:54

Re: Noch wichtiger wäre mir ...

Ich glaube, Du vergleichst hier Birnen mit Äpfeln.
Der Ausbau von Reichenbach über Plauen nach Hof, wie Überhaupt die gesamte Sachsen-Franken-Magistrale, wurde unter ganz anderen Vorzeichen Ausgebaut. Zum ersten kam das Geld zum großen Teil aus einen anderen Topf (Aufbau Ost). Und zum anderen wurde, sagen wir mal, kräftig Geflunkert. Der grundlegende Ausbau der Strecke wurde ja damals auch mit dem Einsatz von ICE Zügen begründet. Und kaum war die Strecke fast fertig... Den Rest kennt Ihr ja.
Und das Thema der Volsperrung von Strecken bei einen Ausbau hatten wir hier ja schon mal. Es ist garantiert Sicherer, Billiger und auch schneller, wenn man zur grundlegenden Erneuerung einer Strecke/Bahnhof alles Sperrt. Dazu kommen auch nocht die immer höheren Anforderungen an die Sicherheit von Arbeitern und Bahnverkehr,
Ich habe schon einen Grundlegenden Umbau eines Bahnhofs bei gleichzeitigen vollen Bahnbetrieb mitgemacht. Mich wundert es noch heute, das nichts weiter passiert ist.
das heißt aber nicht, das es garantiert noch großes Optimierungspotential bei der Abstimmungen solcher Arbeiten gibt, so das Sperrungen kürzer Ausfallen können.

von Eisenbahner1 - am 30.07.2017 08:17

Re: Noch wichtiger wäre mir ...

Wie Äpfel mit Birnen?
Geht es denn nicht um die gleiche Bauaufgabe, nämlich Elektrifizierung einer bestehenden zweigleisigen Hauptbahn?
Die Totalsperre wegen Ebensfeld - Breitengüßbach mag bautechnisch wohl sinnvoll gewesen sein - da wurde ja alles umgegraben.
Aber einseitig Setzen von Masten/Schallschutzwänden? Eigentlich typischer Fall von abschnittsweise zeitweiligem eingleisigem Betrieb mit geringem Negativ-Einfluß auf den Bahnbetrieb!
Nur sind aufgrund des Sparwahns diese Abschnitte halt viel zu lang...
Also: erst die Infrastruktur ertüchtigen (zusätzliche Gleiswechsel, signalisierter Betrieb auf beiden Gleisen usw.), wird eh benötigt. Dafür reichen Sperrpausen an Wochenenden aus. Und dann den Draht ziehen.
Kostet sicher ein paar EUR mehr als Totalsperren - aber das ist es ja: DB Netz plant aus eigenem Interesse so billig wie möglich - und dieser Sparte sind ja Fahrgastärger und Probleme der frachtentransportierenden EVUs ziemlich egal.

von Bahnwärter1848 - am 30.07.2017 09:08

Re: Noch wichtiger wäre mir ...

Zitat
Eisenbahner1
Ich glaube, Du vergleichst hier Birnen mit Äpfeln. Der Ausbau von Reichenbach über Plauen nach Hof, wie Überhaupt die gesamte Sachsen-Franken-Magistrale, wurde unter ganz anderen Vorzeichen Ausgebaut. Zum ersten kam das Geld zum großen Teil aus einen anderen Topf (Aufbau Ost). ...



Naja. Wie die Finanzausstattung für Hof-Regensburg am Ende sein wird, muß man abwarten. Mag sein, daß es wesentlich ungünstiger ausschauen wird. Ich denke jedoch, dem Bund ist schon klar, daß es auch hier nicht reicht, nur eine Oberleitung "aufzuhängen", sondern daß ein grundhafter Ausbau der Strecke einschließlich der oben erwähnten Signal- und Sicherungstechnik notwendig ist, zumindest dort, wo sich Gleiswechselbetrieb und automatische Gleisfreimeldung nicht sinnvoll nachrüsten lassen.

Wenn wir ehrlich sind, dann hätte Leipzig-Hof-Regensburg eigentlich mit zu den VDE-Projekten gehören müssen, ganz unabhängig von der vieldiskutierten NBS Nürnberg-Erfurt-Leipzig. Das bemerkt man spätestens daran, daß jetzt plötzlich immer vom fehlenden Ostkorridor gesprochen wird.


Zitat
Eisenbahner1
Und das Thema der Vollsperrung von Strecken bei einen Ausbau hatten wir hier ja schon mal. Es ist garantiert Sicherer, Billiger und auch schneller, wenn man zur grundlegenden Erneuerung einer Strecke/Bahnhof alles Sperrt. Dazu kommen auch nocht die immer höheren Anforderungen an die Sicherheit von Arbeitern und Bahnverkehr ...



Damit sind die Gründe, die heutzutage häufig zu Vollsperrungen führen, noch einmal kurz und bündig zusammengefasst.

Zu Zeiten, wo die Bahn noch "alternativlos" war, konnte man es sich trotzdem nicht leisten, so zu bauen, auch wenn es unter dem rollenden Rad natürlich teurer und aufwendiger war.

Und heute, wo die Bahn in starker Konkurrenz zum billigeren, technisch weniger komplexen und deutlich weniger sicheren Straßenverkehr steht, da sollte man es sich meiner Meinung nach eben auch nicht leisten, sofern es irgendwie zu vermeiden geht. Hier wäre es m.E. vor allem gefragt, daß DB Netz, EBA und Verkehrspolitik konstruktiv und praxisorientiert zusammenarbeiten. Praxisfremde Regelungen helfen nicht. Eine besonders sichere Bahn bringt ja letztlich auch nur etwas, wenn sie trotzdem noch verläßlich bleibt und regelmäßig benutzt werden kann.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 30.07.2017 09:30

Re: Noch wichtiger wäre mir ...

In der derzeitigen Situation im Schienenverkehr deutschland, muß es so billig wie möglich sein. Jeder einzelne Konzernteil der DB und auch die anderen EVU's sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die auf maximalen Gewinn aus sind. Die Zeiten einer Staatsbahn, die auch einen Verkehrspolitischen und vielleicht sogar einen sozialen Aspekt erfüllen kann und muß, sind Vorbei. Auch wenn wir uns das Alle anders wünschen würden.

von Eisenbahner1 - am 30.07.2017 14:30

2023? :-D

Keine Angst, es wird nach 2023 werden... Als in der Gegend dort oben geborener und über ein viertel Jahrhundert dort gelebt, bin ich mir sicher, dass sich garantiert noch eine Bürgerbewegung findet die das nochmal um 5 Jahre verzögert.... Die sollten sich mal in der Nürnberger Gegend umschauen, Oberasbach z.B., Güterzüge teils im Blockabstand rauf und runter, 5 m vor dem Vorgarten, ohne jegliche Sicherung... Und trotzdem findet man dort kein unbewohntes Haus...

Aber: Ich bin auch dafür, es ist auch wichtig für Hof und Umgebung.

von Eisenbahner_88 - am 30.07.2017 16:51
Ulkig, den Typen auf dem Foto kenn ich sogar, den Rupprecht, der hat seinerzeit auch studiert an der Uni Regensburg und mich dauernd freundlich gegrüsst obwohl ich ihn gar nicht kannte. Iwann fiel mir auf dass er alle grüsst, vermutlich dachte er damals schon in politischen Dimensionen und wollte seinen Bekanntheitsgrad steigern lol. Und was der Typ ganz rechts auf dem Foto wohl denken mag weil er so versonnen guckt? Was gibts zum Abendessen?

von extirschenreuther - am 30.07.2017 17:02

Re: Noch wichtiger wäre mir ...

"billiger" ist es nur, wenn man die Schäden, die man den Nutzern der Infrastruktur durch Nichtnutzungsmöglichkeit zufügt, nicht einrechnet.

Eigentlich sollten sie die vollumfänglich ersetzen müssen. Dann können sie mal optimiert rechnen. So wie es praktiziert wird, wird es der Realität nicht gerecht.

Wo kein Zug fährt, kaufe ich auch keine Fahrkarte.

von apfelpfeil - am 31.07.2017 08:00
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