Neue Rangierlok bei Max Bögl [m2B]

Startbeitrag von Sengenthaler am 19.09.2017 19:08

Servus,

es gibt Neuigkeiten aus dem Max Bögl-Werk in Sengenthal: Die neue Werklok ist da!

Die Lok kam bereits am Di, 12.09.2017 per Spezialtieflader nach einer mehrwöchigen und gründlichen Generalüberholung bei der Fa. Gmeinder in Mosbach und frisch hauptuntersucht und lackiert in der Schlierferheide an. Nachdem Sie mit Logo, Schriftzug und Loknummer versehen wurde, gelangen mir heute diese Fotos der Lok.

Die auf den ersten Blick ungewöhnliche Loknummer V76 055 ist für Eisenbahner schnell erklärt:
Dem „V“ folgt typischerweise die Angabe eines Zehntels der Leistung in PS, die gewählte Ordnungsnummer leitet sich daher, dass sie das 55-st gebautes Exemplar vom Typ M(L) 700 C ist.





Somit verfügt Max Bögl nun über drei eigene Rangierloks:
V22 1272 (Werk Hamminkeln)
V60 608 (Werk Sengenthal)
V76 055 (Werk Sengenthal)


Lok vom Typ M 700 C
Die neue Lok entstammt der sogenannten 4. Nachkriegsgeneration von Krauss-Maffei und ist vom Typ M 700 C. Dieser Loktyp ging als Weiterentwicklung aus dem Typ ML 700 C hervor, welcher der 3. Nachkriegsgeneration angehört. Vom älteren Typ ML 700 C wurden 15 Exemplare gebaut, vom jüngeren Typ M 700 C 44 Exemplare, so dass zwischen 1962 und 1979 insgesamt 59 dieser 3-achsigen Rangierloks in Dienst gestellt wurden. Hauptabnehmer der Loks vom jüngeren Typ M 700 C war die Ruhrkohle AG (RAG), die 27 von den 44 gebauten Exemplaren beschaffte und damit ihre letzten, noch eingesetzten Werksdampflokomotiven ablöste.


Technische Angaben zur neuen Lok
- Hersteller Krauss-Maffei
- Typ M 700 C
- Fabriknummer 19870
- Baujahr 1979
- Bauart C-dh
- Anzahl Achsen 3
- Leistung 562 kW bzw. 764 PS
- Vmax 38 km/h
- Gewicht 66 t
- Antriebstyp diesel-hydraulisch
- Caterpillar-Motor (Remotorisierung 11/2007)

Diese für Anschlussbahnen konzipierte Lok ist ideal für die ihr zugedachten Rangieraufgaben.


Die Geschichte der Lok
Sie wurde am 15.12.1979 in Dienst gestellt und anfänglich als Mietlok bei der KS-WB – Krupp Stahl AG im Werk Bochum als Lok 731 eingesetzt. In den 1980er Jahren wurde sie an die Gewerkschaft Victor Chemische Werke AG in Castrop-Rauxel verkauft, wo sie als Lok 7 geführt wurde. Dort war sie gemeinsam mit ihrer Schwesterlok gleichen Typs (Krauss-Maffei 19873/1979) eingesetzt, die dort als Lok 6 bezeichnet wurde.
Beide wurden schließlich 1990 an die Fa. BASF Antwerpen N.V. (BASANT), also nach Belgien verkauft, wo die jetzige Max Bögl-Lok als Lok 1 und ihre Schwesterlok als Lok 2 rangierte.

Im November 2007 wurde die nun Max Bögl gehörende Lok durch die Westfälische Lokomotivfabrik Karl Reuschling GmbH & Co. KG in Hattingen mit einem Caterpillar-Motor remotorisiert.

Von der Fa. BASF hatte der Schienenfahrzeughersteller ZAGRO im Februar 2015 insgesamt 19 Rangierlokomotiven übernommen. Diese waren mit der Auslieferung neuer von Vossloh produzierten Loks an die BASF überflüssig geworden. Die weitere Vermarktung dieser 19 Lokomotiven übernahm die ZAGRO-Tochter GMEINDER LOKOMOTIVEN GmbH in Mosbach (Baden).

Unter diesen 19 Loks befanden sich auch die drei zuvor im Werk in Antwerpen (Belgien) eingesetzte Maschinen Lok 1 (Krauss-Maffei 19870/1979, M700 C), Lok 2 (Krauss-Maffei 19873/1979, M700 C) und Lok 3 (Gmeinder 5615/1980, D 60 C), die in Mosbach (Baden) abgestellt auf neue Käufer warteten.


Bei Max Bögl war man schon länger auf der Suche nach einer zusätzlichen, stärkeren Werklok für das Werk Sengenthal, die die dort eingesetzte, ehemalige DB-Maschine V60 608 (Krupp 4031/1960) von ihren schweren Rangieraufgaben entlasten sollte. Letztlich wurde man bei der Firma GMEINDER fündig und erwarb die hier beschriebene Maschine.

Im Rahmen einer vollumfänglichen Generalüberholung im Laufe des Sommers bei GMEINDER in Mosbach wurde die Lok zusätzlich mit Funkfernsteuerung und automatischer Rangierkupplung ausgerüstet.

Die Farbgebung wurde an die der beiden Max Bögl-Schwesterlokomotiven V60 608 und V22 1272 angelehnt: Aufbauten gelb, Rahmen, Fahrwerk und Griffstangen sind dunkel gehalten.


Ihr Haupteinsatzgebiet wird künftig der schwere Rangierbetrieb im und vor dem Max Bögl-Werk in Sengenthal sein. Sie wird aber auch planmäßig immer samstags über die gut 5,5 Kilometer lange, firmeneigene Anschlussbahn bis in den Bahnhof Neumarkt laufen, um die Tchibo-Containerzüge abzuwickeln. Je nach Erfordernis wird es aber auch hin und wieder vorkommen, dass sie sonstige Wagenzüge bis oder ab Neumarkt bewegen wird.

Die V60 608 bleibt weiterhin eingesetzt als Werklok, tritt aber hinter die V76 in die zweite Reihe.

Viele Grüße vom
Sengenthaler

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