DB elektrisch im Rottal unterwegs ;-) (mB)

Startbeitrag von 403 am 08.11.2017 19:49

Servus,

seit 25.10. ist die DB im Rottal nicht nur mit Diesel unterwegs sondern auch umweltfreundlich mit einem vollelektrischen und auch noch vollautomatischen Fahrzeug - natürlich nicht auf Eisen- sondern auf Gummirädern. Zeit um mal Bad Birnbach zu besuchen - emissionsfrei mit dem Auto.

Ganz auf das zumeist ältere Publikum abgestimmt ist die Geschwindigkeit des Busses: Laut Herstellerangaben schafft er 40 km/h, in Deutschland hat er eine Zulassung für 15 km/h, die Bahn betreibt ihn mit max. 8 km/h. Außerdem hält er an jeder Kreuzung an der auch nur die geringste Gefahr drohen könnte geplant (!) an. Der "Sicherheitsoperator" muss dann per Augenschein prüfen ob die Situation sicher ist und den Bus per Knopfdruck wieder starten. Dann klingelt es einmal kurz und das Gefährt beschleunigt wieder.
Für die 660 m vom Marktplatz zur Terme benötigt das Gefährt planmäßig 8 min und kommt so auf eine gigantische Durchschnittsgeschwindigkeit von nicht einmal 5 km/h.

Um das Miteinander verträglich zu gestalten, ist die Geschwindigkeit des Straßenverkehrs auf 30 km/h limitiert, es wurden Bodenwellen und Warnschilder installiert


Weil der Bus sofort stehen bleibt wenn ihm Hindernisse (auch seitlich) zu nahe kommen, hat man extra die Straße verbreitert. An der folgenden Kreuzung biegt der Bus links ab


Da Gebot "Halt! Vorfahrt gewähren!" ignoriert das Fahrzeug ebenso wie den kombinierten Fuß-/Gehweg (das Zusatzschild erlaubt nur landwirtschaftlichen Verkehr und Lieferverkehr).


In der Fahrerlaubnisprüfung würde man für diese Fahrlinie nicht gerade Pluspunkte sammeln:




Achja: Stärkere Niederschläge mag das Fahrzeug nicht. Die Laserscanner erkennen dies als Hindernis und das Gefährt bleibt sofort stehen. Im Sommer müssen Fahrgäste nicht schwitzen, da eine Klimaanlage für angenehme Temperaturen sorgt. Auf eine Heizung hingegen hat man verzichtet, auch eine Wärmepumpe gibt es nicht (mit etwas Mehraufwand hätte man die Klimaanlage sicherlich auch dafür verwenden können).
Soweit ich das verstanden habe, verkehrt der Bus auch strikt nach GPS, er ist also nicht in der Lage sich anhand von Straßenmarkierungen zu orientieren wie das beispielsweise die Assistenzsysteme von Tesla beherrschen. Hindernisse umfahren kann er auch nicht - sollte dies unbedingt erforderlich sein, muss das der Operator von Hand tun.

Bliebe noch zu klären, warum dieses Hochgeschwindigkeitsfahrzeug in Lackierung von DB Fernverkehr herumfährt und nicht in DB-Rot wie das laut Corporate Design für die Bus-Sparte vorgesehen ist.

Antworten:

Servus,

danke für diesen interessanten Bericht ! Jetzt kann ich mir unter dem Gefährt schon mal was vorstellen. Habe mich immer gefragt, wie solch ein automatischer Bus in der Praxis unterwegs ist. Daher finde ich auch die Strassenbilder aus Bad Birnbach sehr interessant. Ein Nummernschild hat er ja auch. Bloß wer wird als Fahrer identifiziert ???

Viele Grüße !

Florian

von Bernecker - am 08.11.2017 20:23
Salve,

im jetzigen Zustand dürfte der "Sicherheitsoperator" die volle Verantwortung tragen.
Er muss das Fahrzeug stets überwachen und kann mit einem Nothalt-Taster eingreifen.

von 403 - am 09.11.2017 11:04
Und wo befindet sich der Sicherheitsoperator ? Sollte der Bus aus einem Büro via System dauerüberwacht werden, würde ich mir die Frage stellen, warum man dann nicht gleich jemanden den Bus fahren lässt.

von Bernecker - am 09.11.2017 15:12
Der Operator befindet sich im Bus :)

von 403 - am 09.11.2017 16:03

Warum weiß statt rot?

Kann mir jemand sagen warum der Bus weiß statt rot ist?

von oelschlegel - am 12.11.2017 23:23
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