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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 2 Wochen, 3 Tagen
Letzter Beitrag:
vor 1 Woche, 3 Tagen
Beteiligte Autoren:
NE81, Mr.Mojito, domos, ChristianMUC, 223 061

Die Mittelbayerische thematisiert wieder den "Alex" (mL)

Startbeitrag von 223 061 am 05.02.2018 19:34

Siehe dazu:
[www.mittelbayerische.de]
(Artikel vom 05. Februar 2018)


Nun ist es ja seit den ersten Wochen nach Fahrplanwechsel - zumindest nach meinen punktuellen Beobachtungen - erheblich besser geworden mit der Pünktlichkeit. Ein paar "Ausreißer" gibt es natürlich noch immer und desöfteren geht in Schwandorf wohl auch die Ersatzgarnitur ins Rennen. Trotz all der angekündigten Maßnahmen bleiben m.E. die unter anderem hier ...

[20370.foren.mysnip.de]

... sehr gut geschilderten systematischen Schwachstellen und die daraus resultierende grundsätzliche Verspätungsanfälligkeit des Flügelungskonzeptes dauerhaft erhalten und lassen sich nicht so einfach lösen.


Auch in dem oben verlinkten Zeitungsartikel heißt es wieder: "Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) – Auftraggeber der Länderbahn – macht Druck. Sie kann Strafzahlungen verhängen, wenn die Leistung zu wünschen übrig lässt." (Zitat Ende)

Das ist mir eindeutig zu wenig. Die BEG als Fachbehörde ist im Auftrag des Freistaates gegenüber den Bürgern für die gesetzlich verankerte "Daseinsvorsorge" im ÖPNV verantwortlich. Da reicht es m.E. nicht aus, nur Druck auf die Vertragspartner zu machen. Sondern da muß man dann auch nach den tieferen Ursachen (z.B. unzureichende Infrastruktur, noch immer unausgegorene Bahnreform mit systematischen Schwächen) suchen und diese gegenüber der Verkehrspolitik - und auch öffentlich - immer wieder anmahnen. Inwieweit das im Hintergrund geschieht, weiß ich zwar nicht, aber man liest darüber leider nichts.

Außerdem sollten die von den Vertragspartnern geforderten Konzepte auch praxistauglich sein. Da genügt es nicht, sich allein auf vertragliche Zusagen zu verlassen oder was DB Netz dazu gesagt hat, sondern da gehört m.E. auch eine eigene, objektive und ehrliche fachliche Beurteilung durch die BEG dazu, die sich nicht durch unrealistische, politisch motivierte Wünsche leiten lassen darf. Es hilft den Fahrgästen ja nicht, wenn ein Konzept nur auf dem Papier gut ausschaut. Soweit meine persönliche Sicht als Fahrgast und Eisenbahnfreund. Mag sein, daß das naiv ist ...

Gruß
223 061

Antworten:

Wo kämen wir denn dahin, wenn die BEG ihre eigenen Systemfehler mal öffentlich machen würde? Das geht doch seit bald zehn Jahren so, dass sie wie wild umher zeigen, wer Schuld sein soll - die eigenen, ausschreibungsbasierten Fehler (mangelhafte Kapazität, schwierige Fahrplanvorgaben) werden nie thematisiert.

von ChristianMUC - am 05.02.2018 19:40
Zitat
223 061
Nun ist es ja seit den ersten Wochen nach Fahrplanwechsel - zumindest nach meinen punktuellen Beobachtungen - erheblich besser geworden mit der Pünktlichkeit. Ein paar "Ausreißer" gibt es natürlich noch immer und desöfteren geht in Schwandorf wohl auch die Ersatzgarnitur ins Rennen.

Dem "erheblich besser" kann ich zwar zustimmen, aber erheblich besser ist noch lange nicht pünktlich. Dass es trotz der Mangelverwaltung beim Alex so halbwegs fahrbar ist, hätte ich jedenfalls nicht gedacht. Trotzdem muss man feststellen, dass die Anschlusskette der Oberpfalzbahn aus Furth weiter Richtung Regensburg regelmäßig gefährdet ist (durch vorhergehende Kreuzungen mit Pragern) und die Wendezeit der Oberpfalzbahnen einfach nicht ausreicht, um die Ankunftsverspätung zu kompensieren. Genauso habe ich noch keinen Alex gesehen, der nach Vereinigung mit dem Prager pünktlich zur Minute 17 in Schwandorf Richtung München abgefahren ist. (Züge, die außerplanmäßig gar nicht gestärkt wurden, zählen für mich nicht).

Die derzeit zusätzlich verfügbaren Loks in Pilsen und Regensburg lassen das "Aufschaukeln" momentan relativ in Schach halten. Dafür sorgen verkehrt herum gereihte Alex bei der Flügelung in Schwandorf gerne für großes Chaos in Schwandorf.
Wenn wie um 18:02 nicht geflügelt wird und richtig herum gereiht ist, werden gerne "mal schnell" ein paar Wagen (Werkszuführung?) abgesetzt. Dadurch verzögert sich die Abfahrt des scheinbar ohnehin sehr knapp kalkulierten Pendler-Alex genauso wie die Abfahrtszeit des folgenden RE nach Nürnberg und der nachfolgenden zwei Oberpfalzbahnen der Relation Schwandorf-Weiden. Der Nürnberger RE verhaut natürlich gleich die Vereinigung mit dem Zugteil aus Neustadt (Waldnaab) in Neukirchen, genauso wie ggf. anstehende Kreuzungen im eingleisigen Bereich zwischen Irrenlohe und Amberg.


Für mich bleibt es ein zu ambitioniertes Konzept mit nicht ausreichend ehrgeiziger Durchführung. Wenn die Wagen nur dem Planzug beigestellt werden, um eine Trasse für eine Wagenüberführung zu sparen, fehlt es da meiner Meinung nach gewaltig. Ob es vielleicht auch betriebliche Gründe für die Wagenüberführungen gibt, kann ich natürlich nicht sagen. Da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.


Viele Grüße
domos

von domos - am 06.02.2018 00:41
Das haben Eisenbahner schon vorher gesagt dass das Konzept mit diesen Zeitvorgaben nicht oder zumindest schwer zu fahren ist! Auf der Modelleisenbahn funktioniert es aber vorzüglich.

von Mr.Mojito - am 06.02.2018 16:54

Zweifel an der BEG?

Zitat
ChristianMUC
Wo kämen wir denn dahin, wenn die BEG ihre eigenen Systemfehler mal öffentlich machen würde? Das geht doch seit bald zehn Jahren so, dass sie wie wild umher zeigen, wer Schuld sein soll - die eigenen, ausschreibungsbasierten Fehler (mangelhafte Kapazität, schwierige Fahrplanvorgaben) werden nie thematisiert.


Du zweifelst an der unfehlbaren BEG? Also wirklich... Es war natürlich ausschließlich die Schuld der Länderbahn und der DB Netz, dass von heute auf morgen nach dem Fahrplanwechsel die Pünktlichkeit massiv nach unten rauschte. Vorher gab es ja niemals nicht irgendwelche La-Stellen auf den Strecken oder Lokmangel. Es können also nur diese beiden Schuld sein und niemals nicht ein verändertes Fahrplankonzept....

*Zynismus ende*

In meinen Augen sind La-Stellen, eine Lok weniger und Baustellen Dinge mit denen man beim Entwrf eines Betriebskonzepts rechnen muss. Wenn wegen solcher Kleinigkeiten ein Konzept komplett den Bach runter geht stimmt was nicht.
Klar sollten Infrastrukturbetreiber und Verkehrsunternehmen solche Störungen möglichst vermeiden oder gering halten. Aber die von der BEG angeführten Begründungen sind in meinen Augen reine Ablenkung davon, dass man sofort merkte, was viele hier schon vermuteten. Das neue Konzept ist auf Kante genäht und funktioniert nur wenn alles glatt läuft. Aber Eisenbahn läuft nunmal nicht immer glatt. Und das hätte man bedenken und berücksichtigen müssen.

von NE81 - am 12.02.2018 07:38
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