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Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
awp, Guliver, Cargonaut, Guenter

Bayerisch Eisenstein - Spicak

Startbeitrag von Guenter am 17.11.2005 10:40

Welche Baureihe faehrt hier eigentlich ab 11.12., wenn die 831 abgezogen werden sollen, aber die Waldbahn noch nicht durchfaehrt?

Antworten:

Erstmal abwarten, ob die 831 wirklich abgezogen werden. Dann gibt es ja immer noch die lokbespannten Züge mit 750/754.

MfG Cargonaut

von Cargonaut - am 17.11.2005 11:01

Senf

Wenn es ganz böse kommen sollte, bleibt für 750/4 ein Pilsener Umlauftag und der knorrige 842 002 grinst um die Ecke. Im britischen Tschechien-Forum (verry british sieht ja auch die Front von 002 aus) diskutierten sie schon Anfang November entsprechende CD-Pläne für eine große Tfz-Rochade, deren Existenz tschech. Kollegen bestätigten. Demnach sei angedacht, 10x843 von Usti/Aussig gen Brünn zu verschieben, die dort 842 und 850 ersetzen sollen. Das erscheint mir nach Besuch der Gegend Mitte Oktober nicht unrealistisch, habe ich doch dort kaum ein Dutzend 850er-Betriebsnummern gezählt. Und falls die blöden 843er ausfallen sollten, nimmt man halt Transistoren samt Beiwagen. Die 842er dürfen dann in Klattau laufen, während neuerdings - gemäß stiller (Fan) Post ausgerechnet Decin/Tetschen-B. zum "Auslauf-Depo" der 830/1 mutieren würde, was mit einiger Sicherheit neue Einsätze Richtung Rybniste/Teichstätt bringen könnte. Ja, Klattau - eingedenk nordböhmischer/südmährischer Erfahrungen wird es wohl vor allem im Winter spannend und bei jedem Zug anders, was kummt. :confused: Muß aber fotografisch gar nicht so übel sein, mal bei Gelegenheit bekannte Motive mit anderen Garnituren abzulichten. Bei 842-Planeinsätzen muß ich aber nun nicht dorthin fahren, es gibt ja noch tausende andere schöne Plätzchen im Lande. Weil wir schon bei schlechten Nachrichten sind: Verkehr CD-PKP über KBS 036 (an Wallensteins Schloß vorbei) wechselt nach diesen Plänen auf Transistorenbespannung. :(

von awp - am 17.11.2005 11:40

Wo hackt es eigentlich?

Nachdem auf der BEG Homepage der Umbau von Bay. Eisenstein angekündigt wird, und die bayern-ticket.com Homepage seit 1 Jahr von grenzüberschreitenden Verkehr spricht. Wo hängt es nun? an der Zulassung der Regio-Shuttles nach Tschechien? Am Umbau in Eisenstein oder wo sonst?

MfG,
Peter

von Guliver - am 17.11.2005 12:42

Re: Wo hackt es eigentlich?

Böhmisch Eisenstein und Spicak/Spitzberg sind doch nun signaltechnisch umgebaut worden, wie auch mehrwöchiger SEV für weitere Gleissanierungen genutzt wurde. Sah ja am 23.9. höchstselbst auf dem Friedhofshügel von Deschenitz sitzend eine talfahrende Stopfmaschine und anderes Arbeitsgerät. Vermutlich liegt es an psychologischen Momenten. Unsere Nachbarn sehen gelegentlich nicht nur bedingungsloses Heil in einer vollkommenen Auslieferung des eigenen Landes - probiere mal, auf dem Wenzelsplatz Rufe wie "Tschechien abschaffen" oder dergleichen abzusondern oder die stolzen Leutchen zum Verzicht ihrer Kultur aufzufordern, wie es bei uns ja so gern Mode ist. "Deutschland muß untergehen, damit wir leben können" - so ein Gehirmamputierter am EG von Helmbrechts. Ja, wie denn, wer erarbeitet denn dann seine Stütze, wenn Deutschland untergegangen ist?
Gelegentlich mal aufmerksam die Reden von Präsident Klaus zum Zustand bzw. den eigentlichen Aufgaben der EU lesen, der ja die Zustimmung vieler seiner Landsleute besitzt. Und warum sollen sie denn nun nicht ihre Eisenbahn bevorzugen? Ist die denn schlechter als ein RS 1? Komfort- und fahrtechnisch ziehe ich da immer noch den ästethisch weniger gelungenen Sarg vor, was sich ja auch im Vergleich zu anderen hiesigen Konstrukten sofort wieder relativiert. Insofern denke ich, daß auch der Auftragsvergabe an Viamont im Kaiserwald noch einige politische Schüsse folgen werden. Hierbei offenbart sich allerdings ein wahrhafter Demokratiemangel - die Justiz ist nicht völlig frei von der Erfüllung politischer Wünsche.

Und, werter Peter, hast Du nicht grenzüberschreitenden Verkehr? Exklusiv kriegt die Leserschaft des geschätzten Forums einen Auszug aus dem Böhmerwaldbuch zum Thema Eisenstein - eine sehr ehrliche tschechische Analyse.

Über die Nachkriegsverhältnisse ab 1945 berichtet Pavel Schreier in seinem Buch "Zrození ´eleznic v Čechách, na Moravĕ a ve Slezsku" (Die Entwicklung der Eisenbahnen in Böhmen, Mähren und Schlesien) : "Die Teilung Europas nach dem Krieg zeichnete das Schicksal von Millionen Menschen. Vor allem in den grenznahen Gebieten brachte das Zerreißen der traditionellen Beziehungen kaum zu ersetzende Verluste mit sich. Praktisch gingen viele Industrie- und Gewerbezweige ganz zugrunde, die moralischen Schäden kann niemand aufzählen. Von dieser Entwicklung blieb auch die Eisenbahn nicht verschont. An Stelle langer Sätze reicht es, zwei Kursbücher vor einem halben Jahrhundert miteinander zu vergleichen: das Vorkriegs- und das Nachkriegskursbuch. Und wen die Sprache der Zahlen nicht beweiskräftig genug überzeugt, konnte sich vor Ort selbst ein Bild davon machen. Insofern ihm das gelang. Im Falle, daß es klappte, empfing ihn ein unerfreuliches Schauspiel: die ehemaligen, grenz-überschreitenden Gleise endeten hoffnungslos an einem Prellbock, Absperrungen aus Draht oder Beton haben den einst lebhaften Verkehr zum Erliegen gebracht, Einrichtungen und Gebäude wurden gnadenlos dem Verfall preisgegeben, verschwanden langsam aber sicher. Fast alles deutete darauf hin, daß ein ähnliches Schicksal auch den Grenzabschnitt der Strecke Pilsen - Eisenstein erwartet. Der Zufall oder vielleicht das bloße Streben nach einer gewissen Symbolik prägte dem Eisensteiner Bahnhof eine besondere Gestaltung auf: die Staatsgrenze teilte und teilt heute sein Gebäude und auch seine Gleisanlagen in zwei fast übereinstimmend große Teile - in einen deutschen und einen tschechischen Teil. Die harmlose Tatsache, die jahrelang nur als unwesentliche Rarität aufgefaßt worden war, änderte sich nach dem Fall des eisernen Vorhangs in ein echtes Damoklesschwert. Die "Grenze von zwei Welten" zeigte sich gerade hier in seiner ganzen Grauenhaftigkeit. Es begann mit der Schließung und später auch mit dem Zumauern des tschechischen Fahrkartenschalters. Dann verschwanden auf unserer [tschechischen] Seite die Gleise, Drahtverhaue durchschnitten das Gebäude und die Gleisanlagen. Der Bahnhof war gelähmt, er wurde zum Sitz einer Kompanie der Grenzwache und er wurde mit dem roten Stern und Portraits der Führer des Arbeitervolks geschmückt. Und die Züge? Diese endeten an einem Haltepunkt im sicheren Landesinneren. Die deutsche Hälfte erhielt sich auch weiterhin den Charakter eines Bahnhofs, der als Endstation der Lokalbahn von Plattling dient. Jedoch konnte der hiesige Betrieb nicht rentabel sein, und deshalb beschloß die sparsame Bundesbahn, den Betrieb einzustellen (Termin: mit Gültigkeit des Kursbuchs 1991/1992). Die samtene Revolution brach zur Stunde Zwölf aus. Nach einem gegenseitigen Abkommen der damaligen ČSD machten sie die Fehler der Vergangenheit wieder gut, und die deutsche Seite legte die Strecke nicht still. Der wie durch ein Wunder neugeborene Bahnhof Bayerisch Eisenstein/ ´elezná Ruda dient seit dem 2. Juni 1991 wieder seiner ur-sprünglichen Bestimmung. Nur der Charakter des Betriebs hat sich geändert: Wer von uns zum Beispiel nach München fahren will, muß hier umsteigen. Es sind aber nur ein paar Schritte." (Übersetzung aus dem Tschechischen)

von awp - am 17.11.2005 14:11
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