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Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
malo, Bastian Bode, Martin Pfeifer, Christian Bartels

Meldung zu Brücke über Bahn in Schnabeilwaid - Zeitbombe

Startbeitrag von Christian Bartels am 07.01.2006 23:15

Hallo,

ich bin auf folgenden Artikel gestoßen und möchte ihn euch nicht vorenthalten. Es geht u.a. um die alte Betonbrücke über der Bahnhofsausfahrt von Schnabelwaid in Richtung Bayreuth/Hof

[www.bild.t-online.de]

Viele Grüße

Christian

Antworten:

Wieder die übliche Recherche gegen die Bahn

Moin,
von Zeitungsschmierern.
Zum einen kann man gegen die Bahn nicht oft genug reden. Gegen ihr Tun, Handeln und Wandeln. Andererseits muß man sie wieder verteidigen. Wie hier zum Beispiel.
Da werden Kanäle über die Bahn gebaut, die Brücke mußte bisher die DB selbst bezahlen. Was geht das die DB an? Gar nichts, einen feuchten Kehricht. Da kommt eine Aiutobahn. Warum mußte früher die DB dies Brückenwerk bezahlen? Was hat sie damit zu tun?
Nun dies mit den früheren Brücken, weil vielleicht vor dem Bahnbau ein älteres Wegerecht vorlag. Dann wird es rechtlich verzwickt.
Aber über was ich mich in diesem Artikel aufregen kann:
EINSEITIGE Berichterstattung!!!
Sind in Deutschland nur die paar Brücken über die Bahn baufällig?
Warum steht da nichts, das die 10-fache, wenn nicht gar 30-fache Menge an reinen Straßenbrücken im Eimer ist? Einschließlich Bundes- und Autobahnen. Diese Zeitbombe tickt noch mehr.
Reine Eisenbahnbrücken, also solche wo der Zug über etwas drüber fährt (Fluß, Straße, Bahn) sind zumeist egal in welchem Alter, gut in Schuß. Warum? Weil die DB bei Eis und Schnee kein Tausalz streuen muß :-) So ein Pech aber auch für die Straßen, oder?
Meine lieben Gemeinden, Kommunen, Länder und Bund, kümmert euch mal um eure versalzenen Bauwerke schön selbst. Kaputt gemacht habt ihr das! Sinn und Zweck mancher Salzungsaktionen sind oft zu bezweifeln. Bei manchen Witterungen sind sie unbedingt nötig! Kein Zweifel. Aber für untergeordnete Straßen meist in der übrigen Zeit übertrieben. Und auf der lächerlichen Brücke von Schnabelwaid auf jeden Fall. Da wäre es immer mit Splitt ausgegangen.

Doch ach wie schlimm: niemand hat Geld.
Weder DB, noch das Land, noch die Welt.

Holland will fahrn mit dem 60-Tonner,
und ich, der Bürger solls zahlen, ja Blitz und Donner!

Bald die Wirtschaft wird zusammen krachen,
auch die Brücken, dann gibts nix mehr zu lachen.

Wenn es nicht so traurig wäre. Wir stecken bereits in schlimmen Zeiten drin. Und es kommt noch mehr... 2007 wird das Beil auf den ÖPNV hernieder rasen. Oh je. Was bleibt dann übrig? Dann kann so mancher Bahneinschnitt auf den still gelegten Nebenstrecken verfüllt werden und die Kommune spart sich das Geld für einen Neubau. Schönes Szenario.

Gruß,
malo

von malo - am 08.01.2006 09:17
Servus,

das Problem ist seit mindestens 10 Jahren bekannt. Damals haben sich die Kommunen gegen diese ihnen aufgebürdete Last gewehrt, sind aber nicht durchgekommen. Es gab noch nicht einmal einen Ausgleich. Alles was kostet, wird in Deutschland scheinbar auf die Kommunen abgewälzt; einziger Gewinn war die Bahn AG.

Gut, das jetzt nach dem tragischen Unglück in Bad Reichenhall jemand aufwacht. Was glaubt ihr wohl, was los ist, wenn die Kommunen aus haftungsrechtlichen Gründen alle betroffenen Brücken komplettt sperren oder zumindest durch entsprechende Fahrbahn-Verengungen für LKW's / Lieferwagen und landwirtschaftliche Fahrzeuge unpassierbar machen?



von Martin Pfeifer - am 08.01.2006 12:19
Martin Pfeifer schrieb:

Zitat

das Problem ist seit mindestens 10 Jahren bekannt.(...)
Gut, das jetzt nach dem tragischen Unglück in Bad Reichenhall
jemand aufwacht.

Der BR ist nun auch aufgewacht, und hat jemanden zum bewegte Bilder knipsen nach Schnabelwaid geschickt. Zu bewundern waren Brücke, ein Auto und ein 610 in der Primetime-Tagesschau. Was Neues gab's aber nicht. ;)

Gruss
-BB

von Bastian Bode - am 08.01.2006 19:12

Problem der Medien

Hallo,
ohne hier nun groß umschreiben zu müssen, wie es in Deutschland mit PR, Medien, Lokalpolitikgetöse funzt, war derartiges doch zu erwarten. Schnell mal den BR hingeschickt und eine passende Szene gestellt.

Ach, wenn ich mich an voriges Jahr erinnere, als das Schwimmbad in Moskau zusammen brach. In Deutschland nicht möglich! Typisch russisch... All solch Unfug wurde verbreitet. Nun brach ganz offenbar unter wirklich immenser Schneelast das Dach in Berchtesgaden. Da brachen schon Fabrikflachdächer zusammen, weil die Regenabläufe verstopft waren und sich Tonnen von Wasser am Dach gesammelt hatten. Gehört hat man da nichts, weil zum Glück keiner drunter lag.
Und wenn nun heraus kommt, es war am Eisstadion "nur" die Schneelast schuld? Was dann? Alles in Ordnung?
Und die Brücken? Und die in Schnabelwaid? Nichts wird sich tun.
In Hof mußte voriges Jahr von einer Minute auf die andere die Lessingbrücke gesperrt werden. Bis der Neubau nach dem Abriß stand, gab es halt täglich ein kleines Verkehrschaos im innerstädtischen PKW-Verkehr. Aber plötzlich war das Geld da. Woher nun? Hof ist so gut wie pleite. Hat sich da nun die Gemeinde medienwirksam und damit ganz schlau ihre, unter all den vielen brüchigen Brücken in Deutschland, gut in den Vordergrund setzen können? Oder ist da wo Wahl in nächster Zeit?
Eigentlich ist das ganze wieder nur zum grinsen dort. Deutschland hat weit wichtigere Probleme, als diese Dorfbrücke. Es lenkt lokal ab von den eigentlichen Problemen. Alles nur Gemache.

Gruß

von malo - am 08.01.2006 21:41
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